Der Zauber von Weihnachten (2)

 -> ERSTER TEIL <-

Maggie wurde ins Krankenhaus gebracht, die anderen folgten ihr mit dem Bus.
Die Wartezeit verging relativ schnell und ein Arzt in einem weißen Kittel kam auf die Freunde zu. "Eurer Freundin geht es bald besser. Sie hat nur eine leichte Gehirnerschütterung, ein paar blaue Flecken, nichts ernstes. Sie wird Weihnachten also zu Hause verbringen dürfen." Erleichtert atmeten die Freunde auf. "Können wir zu ihr?", fragte Grace. Der Arzt nickte.

Maggie lag saß auf dem Bett. Eine Schwester saß bei ihr und stellte ihr ein paar Fragen. Als sie die Freunde sah, verabschiedete sie sich freundlich und verließ das Zimmer. Maggie drehte sich zu den anderen um. "Das war ja was." Sie konnte schon wieder lachen. "Eine richtige Heldin.", ein unbekannter Junge betrat das Zimmer. "Mein Name ist Niklas, ich bin der Bruder von dem Mädchen, das du gerettet hast. Als sie mir davon erzählte, bin ich sofort ins Krankenhaus gefahren, die Schwester am Empfang hat mir gesagt, wo ich dich finde." Maggie lächelte ihm zu und zwinkerte unauffällig Grace an. Sie verstand und begann zu lächeln.
"Ich bin Maggie", stellte sie sich kurz mit einem Lächeln vor, welches er erwiderte. "Ich muss mich bei dir bedanken, Maggie. Meine Eltern sind noch im Urlaub und ich muss auf meine kleine Schwester aufpassen. Im Gedränge ist sie mir verloren gegangen, was dann passierte, weißt du ja. Du hast mich vor einer Menge Ärger bewahrt und ich würde mich gern bei dir revanchieren." Er ging zu Maggie und schrieb ihr seine Nummer auf. "Ruf mich an, wenn du Zeit hast. Ich lade dich dann ins Kino ein oder so." Er lächelte, verabschiedete sich auch von den anderen und ging dann.
"Verrückt. Sie wird angefangen, kommt ins Krankenhaus und lernt dann einen hübschen Typen kennen, der ihr sofort seine Handynummer gibt. Ein wenig neidisch bin ich jetzt schon", scherzte Grace, doch als die anderen anfingen zu lachen, guckte sie wieder ernst. "Ich darf jetzt nach Hause gehen. Ich soll mich melden, wenn noch etwas ist, aber mir geht es so gut, dass ich nicht noch die Nacht hier bleiben muss." Maggie stand auf und zog sich ihre Jacke wieder an. Grace öffnete die Zimmertür und verließ als erste den Raum. Die anderen wollten ihr gerade folgen, als ein junger Pfleger an der Tür vorbei lief und Grace umrannte. "Pass doch auf!", schimpfte Grace zunächst, entschuldigte sich dann aber, als sie den Pfleger sah. "Tut mir unendlich Leid", entschuldigte er sich und half Grace auf. "Das... das... war nicht... so gemeint...", stotterte sie verlegen. "Bist du verletzt?", erkundigte er sich. Grace schüttelte den Kopf. "Tut mir Leid, ich muss jetzt weiterarbeiten." Er eilte davon. Grace schaute ihm hinterher, bis er hinter einer Ecke verschwand. "Vielleicht hab ich mir doch wehgetan", spaßte sie. Dann verließen die Freunde das Krankenhaus.
"Es ist schon sehr spät", stellte Tim fest, "wollen wir uns morgen noch einmal auf dem Weihnachtsmarkt treffen, bevor wir nachmittags in die Kirche gehen?" Niemand hatte etwas einzuwenden, die Gruppe löste sich auf.

Gegen Mittag des 24. Dezembers trafen sich die Freunde noch einmal auf dem Weihnachtsmarkt. Maggie hatte Niklas angerufen, der sofort zusagte und ebenfalls kam. Die Freunde gingen Reihe um Reihe über den Weihnachtsmarkt, aßen gebrannte Mandeln und andere Süßigkeiten und freuten sich auf Heiligabend. Plötzlich blieb Dennis stehen. "Grace... Ist das da vorne nicht... Der Pfleger von gestern? Der dich umgerannt hat?" Alle Freunde schauten ihn musternd an, sodass es peinlich gewesen wäre, wenn er es bemerkt hätte. Er bemerkte es nicht. Grace lief zu ihm. Nach einem kurzen Gespräch, das die Freunde aus einiger Entfernung beobachteten, kam Grace strahlend mit ihm zu der Gruppe zurück. "Leute, das ist Kai." Alle begrüßten ihn und die Freunde setzten ihren Rundgang fort.
Stunde um Stunde verstrich und ehe sich die Freunde versahen, standen sie mit ihren Familien vor der großen Kirche. Alle lachten, unterhielten sich. Der Stress des Alltags schien vergessen, der Stress der Vorweihnachtszeit wurde belohnt. Als die Glocken begannen zu klingeln, betraten alle die Kirche. Es wurde glücklich und gemeinsam gesungen.
Als der Gottesdienst zu Ende war, verließen alle die Kirche. Ein jeder wünschte sich frohe Weihnachten, egal ob man sich nun kannte oder noch nie zuvor gesehen hatte. Die Freunde verabschiedeten sich voneinander. Ein jeder ging mit seiner Familie nach Hause.


Die Mutter klappte das Buch zu. "Nun musst du aber in dein Zimmer gehen, Felix. Sonst traut der Weihnachtsmann sich nicht, die Geschenke vorbeizubringen." - "Ist die Geschichte schon zu Ende?" Sie nickte. "Das ist doch ein schönes Ende, findest du nicht? Jeder wird glücklich, niemand wird geärgert, weil er anders ist und selbst wenn schlimme Dinge passieren, wie das, was der Maggie passiert ist, gibt es doch noch Wunder. Ihr ist nichts schlimmes passiert und sie hat einen tollen neuen Freund gefunden. Und obwohl es so viel Glück und Freude gibt, ist das Ende noch offen, sodass ein jeder, auch ein kleiner Felix, sich selbst vorstellen kann, wer was zu Weihnachten geschenkt bekommt." - "Stimmt, Mama. Das ist ein tolles Ende." Sie lächelte. "Das ist der Zauber von Weihnachten, Felix. Ein Funke Hoffnung und ein paar Tage Leben in einer besseren Welt."

~ENDE~

 Ich wünsche allen schöne Weihnachtsfeiertage! :)

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