Welttag des Buches - Buch vs. Hörbuch

















Warum selber lesen, wenn es dasselbe Buch als Hörbuch gibt?



Vorlesen werden sie ihren Kindern wohl kaum, obwohl ihnen in ihrer Kindheit wohl wie mir regelmäßig vorgelesen wurde. Wozu denn auch? Das kann ja der Kassettenrekorder, der CD-Player oder der Computer machen, denn viele Bücher gibt es mittlerweile auch als Hörbuch. Auch wenn meine Mutter mir regelmäßig vorgelesen hat, sind Hörbücher ein Teil meiner Erfahrungen im Bereich der Bücher und Hörbücher. Egal ob Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg oder TKKG und Die drei Fragezeichen oder Dan Browns Inferno, Hörbücher gibt es für jede Altersgruppe. Dieselben Geschichten könnte man jedoch auch ohne weiteres selbst lesen. Es kommt zur Entscheidung zwischen Buch und Hörbuch.

Wie auch Burkhard Spinnen vermute ich, dass das Vorlesen in etwa 25 Jahre eine weitgehend ausgestorbene kulturelle Praxis sein könnte. Texte werden vermehrt digital gespeichert, was im Zeitalter der Modernisierung jedoch keinesfalls verwunderlich ist. Vieles hat sich im Laufe der Geschichte modernisiert. Briefe wurden zu E-Mail, Telefonzellen wurden von Mobiltelefonen abgelöst und wo früher selbst gelesen oder vorgelesen wurde, spielen heute Hörbücher. Die Entwicklung vom Buch zum Hörbuch beschreibt Spinnen in seinem Artikel "Orchester der Sprachen", der im Juli 2010 in der Zeitschrift "Die Zeit" gedruckt wurde. Ob es sich hierbei um eine positive oder negative Entwicklung handelt und welche Vorteile Bücher oder Hörbücher haben, möchte ich euch nun vorstellen.

Klassisch: Das Buch und das Vor- und Selberlesen

Beim Vorlesen sind mindestens zwei Personen integriert, was das Vorlesen zu einem sozialen Akt macht, bei dem eine Bindung entsteht. Das Vorlesen ist insbesondere bei Kindern sehr beliebt. Es gibt bunte Bilder auf jeder dritten Seite und wenn das Kind zwischenzeitlich einschläft, kann der Vorleser die Geschichte beim nächsten Mal genau dort fortsetzen, wo das Kind eingeschlafen ist. Das Vorlesen baut zwischen den Betroffenen eine Sympathie auf. Beim Selberlesen wird außerdem die Kreativität auf die Probe gestellt, indem Gelesenes in Bilder verwandelt wird, um sich die Handlung besser vorstellen zu können.
Gedruckte Bücher sind außerdem deutlich standhafter als die digitalen Hörbücher und nicht an Strom oder Akkulaufzeiten gebunden. Ein Lesezeichen genügt, um das Lesen jederzeit zu unterbrechen und zu einem anderen Zeitpunkt an der entsprechenden Stelle fortzufahren. Hinzu kommt, dass man eine schwierige Stelle ohne Weiteres noch einmal wiederholen kann, während beim Hörbuch zunächst zur entsprechenden Stelle zurückgespult werden muss. Ein weiterer Punkt für das klassische Buch: Gedruckte Bücher werden im Urlaub eher selten von Taschendieben entwendet.

Modern: Das Hörbuch

Der soziale Akt fällt beim Abspielen eines Hörbuchs in der Regel weg. Die Eltern betätigen in der Regel nur noch einen Knopf und das Hörbuch spielt, bis es vorbei ist, auch wenn das Kind zwischenzeitlich einschläft. Durch die festgelegte Stimmführung des Sprechers wird eine vorbestimmte Meinung vermittelt, die Kreativität werden durch Hintergrundgeräusche, Stimmlage oder Musik begrenzt und voreingenommen. In der Regel wiegen Hörbücher aber deutlich weniger, als die gedruckten Exemplare und sind so für ein leichtes Reisegepäck optimal. Sie bieten sich natürlich insbesondere dann an, wenn man keine Hand oder keine Zeit zum Lesen hat, etwa beim Arbeiten, Autofahren oder Erledigen der Haushaltsaufgaben.



















Letztendlich ist die Frage "Buch oder Hörbuch" eine persönliche Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss, denn beide Seiten bringen unterschiedliche Vorteile mit sich.

Bücher kann man anfassen, sehen und sogar riechen. Illustrationen und Typografie, also die Schriftart und Textform, tragen einen großen Teil zum Gesamtereignis bei.
Bücher lassen den nötigen Freiraum für Interpretationen, die der Sprecher von Hörbücher oft durch seine Stimmfärbung einnehmen kann.
Bücher lassen dem Leser die Freiheit, einen eigenen Leserhythmus zu entwickeln und helfen beim Kennenlernen neuer Wörter und deren Schreibweise und Verwendung. Außerdem können besonders beeindruckende Textstellen so durch eine kurze Lesepause unterstrichen werden.

Hörbücher sind klein und handlich und lassen sich bequem auf einem kleinen Speichermedium verstauen. So gelingt es eine größere Zahl von Werken auf möglichst wenig Raum unterzubringen.
Hörbücher muss man nur Hören. Sie verleihen der Literatur eine gewisse Oberflächlichkeit und lassen sich deshalb Problem nebenbei anhören.
Hörbücher sind ein neues Kunstwerk. Ein guter Sprecher kann ein Werk noch besser machen, denn gutes Vorlesen ist eine Kunst.

Burkhard spinnen fürchtet sich vor den Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Literatur und sieht in dem Hören von Hörbüchern lediglich den Konsumgedanken.


Welttag des Buches - Was bedeutet das eigentlich?

1995 wurde des Welttag des Buches von der UNESCO als weltweiter Feiertag eingerichtet, um Bücher, das Lesen, die Kultur des geschriebenen Wortes und die Rechte ihrer Autoren zu feiern. Zurückzuführen ist das Datum des 23. Aprils für diesen Feiertag auf den Namenstag des katalanischen Volksheiligen St. Georg. Zum sogenannten Georgstag schenkte man sich traditionell Rosen und Bücher. Außerdem wird das Geburts- bzw. Sterbedatum von verschiedenen bedeutenden Schriftstellern wie Shakespeare auf dieses Datum geschätzt. In vielen Ländern der Welt werden zum Welttag des Buches Aktionen gestartet, um insbesondere Kindern das Lesen wieder nahezulegen.
Zwar nicht auf staatlicher oder wirtschaftlicher Basis aber mit denselben Hintergrundgedanken startete ich gemeinsam mit einigen anderen Bloggern eine Aktion anlässlich des Welttag des Buches. Eine Linkliste zu allen anderen Beiträgen findet ihr spätestens am Abend des 23. Aprils 2014 mit einem Klick auf dieses Bild:

http://daydreamer-kev.blogspot.de/2014/04/ankundigung-welttag-des-buches.html


Auch interessant:

Sprachwandel - Die Deutsche Sprache in den Händen unserer Jugend

Burkhard Spinnen: Orchester der Sprachen (auf zeit.de)

Die vollständige Linkliste zur Aktion

Kommentare:

  1. Ich lese lieber Bücher. Ich liebe es, wenn ich das Buch anfassen kann und in mein Bücherregal stellen kann. :D

    Liebste Grüße
    Laura

    www.fairy-fashion.de

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    1. Das kann ich verstehen. Ich muss gestehen, dass ich eher weniger lese, weil mir oftmals die Zeit fehlt. Wenn ich aber mal lese, dann definitiv "echte" Bücher!

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