Depressionen? - Ohne mich!

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Nicht nur im Winter werden wir von Depressionen heimgesucht. Der Umschwung vom Winter zum Frühling und somit die Wärme und das Licht stimulieren die Hormone und bringen die Gefühle in Wallungen. Doch der Frühling kann uns ebenso müde, schwach und nervös oder depressiv machen.

 

Biometeorologen, also die Wissenschaftler, die die Auswirkungen des Wetters auf den Menschen untersuchen, zeigten in Studien, dass 20 Prozent der Deutschen über gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit dem Wechsel der Jahreszeiten klagen. Weitere 35% empfinden den Umschwung zumindest als lästig. Psychiater der Universitätsklink in Basel ermittelten, dass die Zahl der Morgenmuffel im Frühjahr auf die Hälfte sinkt. Psychosomatische Beschwerden (körperliche Beschwerden aufgrund psychischer Belastung) und Nervosität hingegen nehmen rasant zu. Betroffene reagieren häufig genervter und neigen zu Depressionen. Diese Phase erreicht ihren Höhepunkt im im Frühsommer, also im Mai oder Juni. Hier leiden Betroffene unter besonders schweren Episoden ihrer Depressionen, weshalb die Zahl der Suizide in diesen Monaten beachtlich hoch ist.

Im Gegensatz zu den Winterdepressionen erreichen die Frühlingsdepressionen seltener einen wahren Krankheitswert, Betroffene reagieren aber äußerst gereizt, sind unkonzentriert, müssen häufig gähnen und fühlen sich schlapp. Von der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit werden etwa 54% der Männer und 60% der Frauen heimgesucht. Wie stark sich diese Frühjahrsmüdigkeit jedoch auf den Menschen und seinen Alltag auswirkt, ist von Person zu Person unterschiedlich. Zusammenhängen könnte diese Art der Depressionen mit der natürlichen Unterfunktion der Schilddrüse während der Frühjahrsmonate. Zum Ausgleich gewinnt der Aufbaustoffwechsel an Aktivität, weshalb Kinder während der Frühjahrsmonate am meisten wachsen.
Das wechselhafte Wetter während des Aprils führt zu einem ständigen Wechsel zwischen weit und eng in den Hautblutgefäßen. Das stellt eine starke Belastung für unseren Körper dar, der aufgrund des vorausgegangenen Winters ohnehin noch geschwächt ist. Denn der Winter hat sehr stark am Immunsystem des Körpers gezerrt, man musste sich häufiger gegen Infekte wehren, hat fettreicher gegessen und sich weniger bewegt.

Depressionen gibt es ganzjährig.
Sie haben verschiedene Ursachen.

Sie gehören zu den Krankheiten und müssen deshalb zunächst einmal diagnostiziert und dann behandelt werden. Winter- und Frühlingsdepressionen sind biometeorologisch bedingt, können sich aber durch andere Faktoren verstärken und deshalb zu einer ernstzunehmenden Gefahr werden. 

Doch Depressionen können auch durch andere Faktoren hervorgerufen werden.Sie können auch im Erwachsenenalter auf Ursachen aus der Kindheit zurückzuführen sein, während andere aufgrund aktueller Gegebenheiten an Depressionen erkranken.
Der übermäßige Konsum von Alkohol, Nikotin oder anderen Suchtmitteln ist nur einer der Gründe, die Depressionen ohne Zweifel zu einer Krankheit der Neuzeit machen. Ebenfalls nennenswert ist der wachsende Druck innerhalb der modernen Gesellschaft. Auch die Missachtung des biologischen Rhythmus und die damit verbundene veränderte Aufnahme von Tageslicht wird als mögliche Ursache für Depressionen angesehen. Elektrisches Licht und moderne Technik ermöglichen diese Verschiebung.
Im Laufe des Lebens stellt man Erwartungen, setzt sich Ziele oder entwickelt Wünsche. Wird man diesbezüglich enttäuscht, reagiert jeder individuell darauf. Die jeweilige Reaktion ist abhängig von der psychischen Belastbarkeit, der sogenannten Relienz. Diese kann man am Ende des Artikels auf die Probe stellen.

Der Verlust einer geliebten oder nahestehenden Person, des Berufs oder von Gegenständen mit emotionalem oder materiellem Wert, sowie Verlustängste derselben, können zu Depressionen führen, weil sie sich negativ auf das Empfinden auswirken. Wer diesbezüglich häufig enttäuscht wurde, fürchtet sich häufiger vor Wiederholungen, wodurch die Verlustängste besonders stark ausfallen. Auch der Tod einer nahestehenden Person wird als ein solcher Verlust angesehen.
Nicht selten sind belastende Ereignisse aus der Kindheit oder der Jugend ausschlaggebend für Depressionen und psychische Belastung. Gewalt in der Familie, zum Beispiel aggressive Eltern, können zu Depressionen des Kindes oder erhöhter Angst führen. Dazu gehört auch der Missbrauch im Kindesalter, der besonders folgenschwer ist. Eltern können aber auch einen erhöhten Leistungsdruck auf ihre Kinder ausüben. Oftmals halten die Kinder diesem Druck nicht stand, vernachlässigen soziale Kontakte und werden deshalb depressiv.

Ein gestörtes Selbstwertgefühl ist insbesondere bei Jugendlichen eine häufige Ursache für Depressionen. Viele sind mit ihrem Aussehen oder ihrem Körper unzufrieden, der sich während der Pubertät verändert. Auch die Änderungen im Hormonhaushalt während der Pubertät tragen dazu einen Teil bei. Sie führen zu einer erhöhten Belastung des Nervensystems. Auch der Liebesentzug in der Jugend kann zu dauerhaften Depressionen führen, die bis ins Erwachsenenalter hineinreichen können.
Zwangsstörungen wie zwanghafte Sauberkeit führen ebenfalls zu einer starken Belastung des vegetativen Nervensystems. Der Anspruch und die Anforderungen an den eigenen Körper steigen, man setzt sich selbst unter Druck, dem man nicht dauerhaft standhalten kann.
Nicht immer muss eine solche Störung während der Kindheit umgehend zu Depressionen führen. Vielen Betroffenen gelingt es, die Störung vorübergehend zu verdecken, bis ein Schlüsselreiz die Depressionen hervorruft.

Nicht nur während der Kindheit können Grundbausteine für Depressionen gelegt werden. Traumatische Erlebnisse können uns ein Leben lang belasten. Finanzielle Not, Stress, Familienkonflikte oder Krankheiten können zu Depressionen führen. Grundlagen für Depressionen können übrigens auch vererbt werden. Dass ein Kind unter Depressionen leidet, ist sehr viel wahrscheinlicher, wenn Mutter oder Vater ebenfalls an Depressionen gelitten haben.
Zuletzt können auch psychosomatische Beschwerden zu Depressionen führen. Anhaltende Schmerzen, chronische Erkrankungen oder schwerwiegende Infektionen wie HIV können psychische Belastungen darstellen und deshalb zu Depressionen führen.

Betroffene ähneln sich häufig in ihren Verhaltensmustern.

Wer unter Depressionen leidet, nimmt dies zwar wahr, betrachtet dies aber nicht als ernstzunehmende Gefahr. Sie denken häufig darüber nach, doch vertiefen sich dadurch in ihre Probleme, anstatt sie lösen zu können. Anstatt diese negative Stimmung zu akzeptieren, versuchen sie herauszufinden, warum sie diese Stimmung haben und verfallen ins Grübeln. Warum gelingt mir nichts? Warum mache ich immer alles falsch? Warum streiten wir uns jetzt wegen mir? Was stimmt nicht mit mir? Wenn sich Depressive mit derartigen Fragestellungen beschäftigen, fühlen sie sich schnell noch schlechter. Sie gelangen in eine Spirale, in eine dunkle Wolke, in die Depression.
Diese dunkle Wolke entsteht durch eines von zwei Verhaltensmustern, in denen sich viele Betroffene ähneln.

   Entweder: Ich verdränge meine unangenehmen Gefühle.
Wenn es mir schlecht geht, ich enttäuscht oder traurig bin, fällt es mir schwer, das zu akzeptieren. Ich nehme die Gefühle wahr, akzeptiere sie jedoch nicht und versuche umgehend, sie loszuwerden oder eine Ursache zu finden, die ich beseitigen kann. Ich habe hohe Ansprüche an mich, möchte am liebsten immer ausnahmslos funktionieren und versuche, immer stark zu sein.
Geringe Belastungen oder Probleme halte ich für nicht erwähnenswert, weshalb ich sie in der Familie oder bei Freunden nicht anspreche. Ich bin der Ansicht, dass sie unangesprochen nach kurzer Zeit wieder verschwinden oder verblassen.

   Oder: Ich übertrage meine unangenehmen Gefühle auf mich, die Welt und andere.
Wenn ich enttäuscht, wütend oder traurig bin, bemerke ich das. Mir fällt es schwer, dies zu akzeptieren und ich suche einen Fehler an mir oder an anderen. Ich glaube, dass negative Empfindungen eine Ursache haben, die man beseitigen kann und nicht in ein perfektes Leben gehören. Mein Leben kann also nicht perfekt sein. Ich denke häufig darüber nach, wie ich sein sollte, wie andere sein sollten und was gerecht und richtig wäre. Dabei ist es mir egal, ob ich mit mir oder anderen unzufrieden bin. Andere Interpretieren meine negativen Empfindungen häufig falsch, während ich versuche, die Wahrheit aufzudecken. Dass ich andere dabei kaum akzeptiere, nehme ich nicht wahr.

Depressionen sind wie Würgeschlangen.
Was tun?

Wer versucht, sich gegen negative Gedanken zu wehren, wird daran scheitern. Sie gehören zum Leben dazu. Vorstellen kann man sich das ganze wie eine Würgeschlange. Je stärker man sich dagegen wehrt, desto stärker wird sie sich um den Betroffenen wickeln, ihm die Bewegungsfreiheit nehmen, bis ihm letztendlich die Luft wegbleibt. Hat sich diese Würgeschlange einmal um das Opfer gewickelt, ist es unmöglich dagegen zu kämpfen. Befreien kann man sich nur, wenn man die Würgeschlange und ihre Schwächen kennt, sie zähmen kann. Auch wenn man gegen die negativen Gedanken nichts unternehmen kann, kann man verhindern, dass die Schlange sich weiter um ihr Opfer schlingt und es erwürgt.

Manchmal gelingt es, die Würgeschlange mit eigenen Mitteln zu zähmen und die Depressionen in den Griff zu bekommen, indem man...

1. sich aufrecht hinsetzt und den Kopf gerade hält.
Wer den Kopf hängen lässt, lädt die Niedergeschlagenheit geradezu ein. Beobachte deine Gedanken, setze dich nicht mit ihnen auseinander, sondern beobachte einfach nur, dass Gedanken kommen und welche Gedanken kommen. Versuche die Gedanken zu nummerieren oder stelle dir vor, du wolltest sie im Nachhinein aufschreiben. Versuche in jedem Fall eine Distanz zwischen dich und die Gedanken zu bringen.
Beobachte außerdem deine Gefühle, bleibe jedoch nicht an ihnen hängen. Auch wenn unangenehme oder schmerzliche Gefühle aufkommen, versuche diese zu akzeptieren. Achte auch auf deinen Körper. Verspannungen, Enge oder Druck müssen registriert, aber hingenommen werden. 

2. seinen Atem spürt.
Was empfindest du beim Atmen? Woran merkst du, dass du überhaupt atmest? Senkt sich deine Brust beim Ausatmen? Weitet sich dein Bauch beim Einatmen? Atmest du durch die Nase oder den Mund? Spürst du deinen Atem? Auf diese Art und Weise lenkst du dich von äußerem Einflüssen ab und konzentrierst dich auf dich und deinen Körper. 

3. sich und alles, was da ist, akzeptiert.
Spürst du irgendwo ein unangenehmes Gefühl? Atme bewusst in diese Richtung und lasse dieses Gefühl für einen Atemzug los. Atme ruhig weiter und akzeptiere das unangenehme Gefühl. Versuche möglichst offen dafür zu sein, dass es da ist und versuche nicht es zu verdrängen.

Diese Art der Selbsttherapie kann bereits helfen, aus dem Grübeln herauszukommen. Es gibt aber auch weitere nützliche Hinweise, die gegen Depressionen helfen können und die man selbst unternehmen kann.
Bewegung an der frischen Luft helfen zum Beispiel das Anpassungsvermögen des Körpers zu steigern. Radfahren oder Joggen sind dafür optimal. Die frische Luft und das Sonnenlicht tragen dazu bei, das Empfinden zu bessern. Auch regelmäßige Saunagänge können helfen, den Körper insbesondere gegen biometeorologische Auswirkungen zu schützen.

Der Umgang mit Tieren hilft auch gegen depressive Stimmung. Diese Art von sozialen Kontakten empfinden wir als besonders wohltuend, da uns Haustiere sehr viel schneller vertraut wirken, als Menschen. Soziale Kontakte sind wichtig, um uns gegen Depressionen durchzusetzen. Freunde und Familie können uns bei kleinen Problemen helfen und somit verhindern, dass sie sich zu einer Bürde entwickeln.
Menschen im direkten Umfeld sollten vermeiden, die Beschwerden abzuschwächen. "Reiß dich mal zusammen." oder "Das geht von allein weg." verharmlosen die Depressionen und verstärken die Schuldgefühle des Betroffenen. Zuhören ist dabei oft hilfreicher als Unmengen an Ratschlägen zu erteilen. Insbesondere, um erkennen zu können, wann die Depressionen wirklich gefährlich werden und Hilfe von Experten notwendig wird. Depressive sollten unbedingt ernst genommen werden.

Schlafen ist keine Möglichkeit, sich gegen die Depressionen zu wehren. Wer den Schlaf künstlich in die Länge zieht, riskiert, noch erschöpfter zu sein. Schlafentzug hingegen soll dazu führen, den biologischen Rhythmus wieder herzustellen. Im sogenannten REM-Schlaf, der Tiefschlafphase, werden vermehrt wichtige Botenstoffe verbraucht. Wissenschaftler fanden heraus, dass Depressive längere Tiefschlafphasen haben, wodurch wichtige Botenstoffe im Übermaß verbraucht werden. Eine Nacht ohne Schlaf kann helfen, das Leiden zu lindern. 

Da Depressionen eine Krankheit darstellen können, ist manchmal ärztliche Hilfe erforderlich. Diese können das Problem auf unterschiedliche Weisen angehen. Eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva gilt weltweit als sehr wirksam. Entgegen vieler Vorbehalte wirken sie sich nicht auf die Persönlichkeit des Patienten aus und machen auch nicht abhängig. Das einzige pflanzliche Antidepressivum auf dem Markt ist Johanniskraut. Es ist in jeder Apotheke und in vielen Supermärkten auch ohne Rezept erhältlich und wird von Experten bei leichten Depressionen empfohlen.

Auch Gesprächstherapien können helfen, eine psychischbedingte Depression zu lösen. Eine Psychotherapie soll dem Patienten helfen, aus der Spirale der Depression auszubrechen. Häufig werden dabei Tagesprotokolle geführt, die Widersprüche in den Gedankengängen des Patienten aufzeigen sollen. Es gibt jedoch verschiedene Arten der Psychotherapien. Welche geeignet erscheint, lässt sich nur individuell entscheiden.

Bei schweren Depressionen und Suizidgefahr wird nicht selten auf die Elektrokrampftherapie zurückgegriffen. Hierbei werden Elektroimpulse unter Vollnarkose verwendet, um in der Schläfenregion Krämpfe auszulösen. 

Wo finde ich Hilfe?

Betroffene suchen nur selten von sich aus einen Arzt auf. Eine erste Anlaufstelle kann die Telefonseelsorge sein. Freunde und Familienmitglieder reagieren häufig mit übergroßer Fürsorge oder versuchen, das Problem zu überspielen. Tipps wie "Stell dich nicht so an." sind definitiv nicht angebracht. Stattdessen sollte man versuchen, Freunde zu ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In der Regel ist es der Hausarzt, der eine psychische Störung oder Depressionen diagnostiziert.

"Geht das von alleine weg?"
Gerade Eltern fragen das den Kinderarzt häufig, wenn eine solche Störung festgestellt wird. Leider sagen viel zu viele Kinderärzte immer noch "Ja." Prof. Dr. Angelika Schlarb, klinische Kinder- und Jugendpsychologin und Dozentin an der Universität in Bielefeld, weiß jedoch, dass dies falsch ist. Derartige Störungen würden zu selten ernst genommen werden. Die richtige Antwort auf diese Frage müsse in jedem Fall "Nein!" lauten.

"Depressionen haben" bedeutet "krank sein".

Deshalb sollte sich niemand scheuen, den Hausarzt aufzusuchen. Und sollte man dort unzureichend beraten werden, dann sollte man in jedem Fall einen Psychologen aufsuchen. Wer sich Sorgen um die Kosten macht, kann beruhigt sein. Behandlungen bei unter anderem Depressionen und psychischen Störungen bezahlt die Krankenkasse. Depressive Menschen benötigen den Beistand von Familie und Freunden und professionelle Hilfe.

Wie belastbar ist meine Psyche?

Probleme, Lebenskrisen und Niederlagen sind fester Bestandteil eines jeden Lebens. Doch häufig belasten sie uns. Ob und wie gut wir mit dieser Belastung umgehen können, ist abhängig von der inneren Widerstandskraft, der sogenannten Resilienz. Um zu testen, wie belastbar du bist, beantworte die folgenden Aussagen ausschließlich mit Ja, ich stimme zu oder Nein, ich stimme nicht zu.

• Ich empfinde vieles, was mir widerfährt, als ungerecht und ärgere mich darüber.
• Ich tue mich schwer, mich nach Niederlagen zu erholen.
• In Krisensituationen einen klaren Kopf zu bewahren, fällt mir schwer.
• Ich bemitleide mich häufig, weil das Leben oder andere es schlecht mit mir meinen.
• Eine gute Leistung und Erfolge sehe ich als Selbstverständlich. Sie sind nicht der Rede wert.
• Wie Zufrieden ich bin, hängt damit zusammen, ob sich Dinge so entwickeln, wie ich es mir wünsche.
• Ich blicke häufig sorgenvoll in die Zukunft und habe Angst, was passieren könnte.
• Ein Glas ist eher halbleer, als halbvoll.
• Mir gefällt es nicht, mir von anderen helfen zu lassen oder nach Unterstützung zu fragen.
• Ich leide unter mangelndem Selbstvertrauen und habe kein Vertrauen in meine Fähigkeiten.
• Bei neuen Ideen und Versuchen gebe ich schnell die Hoffnung auf und entmutige mich und andere.
• Wenn andere mich kritisieren, fühle ich mich schnell gekränkt und verletzt.
• Ich fühle mich häufig als Opfer. Auf das, was mir widerfährt, habe ich keinen oder kaum Einfluss.
• Es fällt mir schwer, mich auf Neues oder Ungewohntes einzustellen.
• Ich neige dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.

Je mehr von diesen 15 Sätzen zutreffen, wenn also viele Aussagen mit Ja beantwortet wurden, desto weniger belastbar ist die eigene Psyche. Das spricht für eine negative Einstellung und Verhaltensmuster, die es schwer machen, mit Belastungen und Problemen fertig zu werden. Das trifft auf Menschen zu, die ein besonders hohes Risiko haben, an Depressionen zu erkranken. Zudem zeugt dies von einer erhöhten Burnoutgefährdung und einem starken Risiko, stressbedingt häufig zu erkranken. 

Das muss nicht so sein!

Denn man kann seine Resilienz trainieren. Folgende Tipps können helfen:

Es gibt Alternativen. Sei dir dessen bewusst und erinnere dich daran, dass du weiterhin Einfluss auf jeden deiner Lebenswege hast.
Sei flexibel. Sieh Veränderungen als Teil des Lebens an. Hindernisse sind nicht unüberwindbar, sie sind Herausforderungen.
Denke positiv. Erinnere dich an deine positiven Erfahrungen. Das stärkt die eigenen Kräfte und erinnert dich an deine bisherigen Erfolge.
Sei kreativ. Überlege dir möglichst viele Lösungswege. Fällt einer davon Weg, bleiben noch viele weitere übrig.
Das Ziel vor Augen. Wenn du dein Ziel vor Augen hast, fällt es dir leichter, dieses zu erreichen. Setzt sich dir ein Hindernis in den Weg, findest du vielleicht eine Umleitung, die zum selben Ziel führt.
Selbstmitgefühl. Hab Verständnis für deine Fehler, statt dich dafür zu verurteilen oder zu kritisieren.
Mach dir Mut. Du musst kein perfekter Optimist werden. Es reicht, wenn du dir Mut machst. Manchmal läuft es nicht ganz rund, aber das macht nichts. Shit happens.
Sei offen. Wenn du in neue und unbekannte Situationen gelangst, musst du darüber nachdenken. Auch wenn dir zunächst vielleicht flau im Magen ist, trainiert das die Gabe, Probleme zu lösen.
Freunde sind wichtig. Achte daher auf ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Vertraue dich in der Krise deinen Freunden an.

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Kommentare:

  1. Ich folge deinem Blog mal... das Thema interessiert mich nämlich sehr.
    Da ich selbst mittlerweile seit 13 Jahre mit meiner Depression und meinem Borderline kämpfen.
    Alles liebe
    Michelle

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    1. Hey Michelle,

      ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Beitrag und meinen Verlinkungen ein wenig helfen. Wenn du bereits Erfahrungen mit Selbsthilfemöglichkeiten wie der oben beschriebenen Übung gemacht hast, würde ich mich freuen, wenn du von deinen Erfahrungen berichtest.

      Ich wünsche dir alles Gute.
      Kevin

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  2. Oh bei deinem Thema werden kommen Erinnerungen zurück..
    Durch zerbrochene Familienverhältnisse litt ich selber Jahre an Depressionen und bin Froh, dass es mir heute besser geht und ich dann doch jemand gefunden hatte, der mit holen konnte...

    Das Thema geht im Leben einfach nur unter und ich finde, das viel zu wenig Menschen viel zu wenig Bescheid wissen über solche Themen...

    Du hast einen interessanten uns sehr informativen Bericht geschrieben..
    Liebe Grüße

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    1. Genau der Ansicht bin ich auch. Gerade weil in meinem Freundeskreis im Moment einige Fälle vorkommen, fand ich es wichtig, mich damit auseinanderzusetzen.
      Ich hatte vor einiger Zeit auch mal Depressionen, habe viel geweint.. Viel zu wenige wissen leider, wie man mit Betroffenen wirklich umgehen sollte, um ihnen tatsächlich zu helfen. Ich hoffe, dass ich mit dem Beitrag einigen Menschen helfen konnte.

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  3. Wow, da hat aber jemand seine Hausaufgaben gemacht! Sehr interessanter und sachlicher Text, hast du wirklich krasse recherchiert. Ich habe wirklich gespannt gelesen und fühle mich nun schlauer, was dieses Thema betrifft auch dieser kleine Test am Ende ist sehr gut um sich selbst auch mal zu testen !
    Ich glaube in der heutigen Zeit ist es sehr wichtig darüber Bescheid zu wissen, denn wie du oben schon aufgelistet hast, es gibt so viele Faktoren wegen denen man Depressiv wird und wenn man ein mal in diesem Teufelskreis ist kommt man nur schwierig raus..

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    1. Richtig :)
      Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt. Vielleicht kann er ja einigen Menschen helfen! :)

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  4. Interessante Themen auf deinem Blog! Ich hoffe, du gehörst nicht selbst zu den Betroffenen? Falls doch, alles Gute.

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    1. Freut mich, dass dir die Themen gefallen. Nein, ich gehöre nicht zu den Betroffenen. Zwar hatte ich mal mit einer schwierigen Situation zu kämpfen, die mir psychisch sehr zu schaffen gemacht hat, aber ich bin darüber hinweg und das wünsche ich allen Betroffenen auch! :)

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  5. sehr interessanter post ;9 und danke für deine liebe Kritik ;D <3<3
    allerliebste Grüße
    deine Limi ♥
    BUNTGEFLUESTER

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  6. Wow mutiges aber tolles Thema. Depressionen ist ja so ein Thema das wir gerne mal als "ach er soll sich nicht so anstellen" abstempeln, leider muss ich sagen:

    MfG Wurm200
    http://wurm200.blogspot.de/

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    1. Genau das war der ausschlaggebende Punkt, warum ich mich für dieses Thema entschieden habe! :)

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  7. huhuuuu, einiges ist zielich gut ausgearbeitet worden :) jedoch find ich manches als ein bisschen schwachsinnig bzw. wenig ausgearbeitet,weil man das unterschiedlich anerkennen kann z.b. erleidet jeder mensch mal depressive phasen. Jedoch gibt es einen unterschied ,ob es eine depressive phase oder eine episode ist. Depression ist nicht gleich derpession,sie haben verschiedene symptome, jeder mensch ist anders zum thema depression, es gibt auch eine depressive persönlichkeitsstörung. Auch,dass man seine negative gedanken versucht,entgegen zu wirken und dann mit sicherheit zu scheitern, würde ich nicht sagen . in meinem beruf,habe ich teils auch psychisch kranke menschen betreut, aber wurde selber schwer krank . Was ich sehr gut finde an dem beitrag ist die winterdepression und die faktoren, an depression zu erkranken. sehr gut gemacht!

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