Grillen - Mythen und Fakten

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Wer die sonnigen Tage dieses Jahres noch nicht zum Grillen genutzt hat, ist selbst Schuld. Doch das leckere Grillvergnügen kann rasend schnell gefährlich werden. Die häufigsten Irrtümer gibt es hier!

 

Mythos: Fleisch das über Holzkohle gegrillt wurde, schmeckt besser!

 

Ist die Kohle richtig durchgeglüht und somit die richtige Temperatur zum Fleischauflegen erreicht, sollte die Kohle geruchsneutral sein. Über Kohle gegrilltes Fleisch sollte daher nicht anders schmecken als etwa auf dem Gasgrill gegartes Fleisch.

Mythos: Den Grill kann man mit Bier ablöschen!

 

Gießt man Bier über das Fleisch, um den Grill abzulöschen, vermag dies zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis verhelfen. Der Griller riecht das Bier, das unter der enormen Hitze sofort verdampft. Einen bleibenden Geschmack hinterlässt das Bier jedoch nicht, weil die Poren des Fleisches bereits geschlossen sind. Trifft das alkoholhaltige Getränk auf die heißen Kohlen, finden hier kleine Explosionen statt, in denen der Alkohol schlagartig verdampft. Dadurch wird jedoch Staub aus dem Grill aufgewirbelt, dass auf diesen Weg ans Fleisch gelangt. Den Geschmack von Kohlestaub wollte der Griller jedoch ganz sicher nicht an seinem Fleisch haben.

Mythos: Spiritus oder Benzin als Grillanzünder sind in Ordnung!

 

Zwar mag die Stichflamme männlich und imponierend wirken, jährlich gibt es in Deutschland jedoch über 4.000 Unfälle, die auf genau dieses Verhalten zurückzuführen sind. Benzin und Spiritus haben im Grill absolut nichts verloren. Wer einen chemischen Anzünder nehmen möchte, sollte zu Sicherheitsbrennpaste greifen. Grillexperten empfehlen Zeitungspapier oder Eierkartons!

Mythos: Auch gekühltes Fleisch kann sofort gegrillt werden.

 

Fleisch, das aus dem Kühlschrank direkt auf den Grill gelegt wird, verliert schneller die Fleischsäfte. Das Fleisch wird trocken und zäh. Eingefrorenes Fleisch sollte niemals auf den Grill gelegt werden. Die Eiskristalle zerstören die Fleischzellen und das Fleisch würde schneller aussaften.

Mythos: Das Fleisch muss regelmäßig gewendet werden, damit es gar wird.

Das Fleisch sollte zunächst von jeder Seite gut angebraten werden. Garen sollte es am Rand des Rosts und nicht mehr direkt über der Glut. Beim Wenden ist zudem wichtig, dies mit einer Zange zu tun, um das Fleisch nicht - etwa mit einer Gabel - zu zerstören. Durch das Einstechen verliert das Fleisch nämlich sehr viel Saft und wird deshalb zäh.

Mythos: Alles, was nicht durchs Rost fällt, kann gegrillt werden!

 

Natürlich kann man alles auf einen Grill legen und es in der Glut brutzeln lassen. Ob man dies tatsächlich tun sollte, ist eine andere Frage. Bockwürste setzen bei zu extremen Temperaturen gesundheitsschädliche Stoffe frei. Außerdem sollte der Griller stets verhindern, dass Fett in die Glut tropfen kann. 

Mythos: Fleisch vom Elektrogrill ist gesünder.

 

Früher war es sogar umgekehrt. Ein Elektrogrill konnte zunächst einmal nicht die Temperaturen erreichen, die ein Gas- oder Kohlegrill erreicht. Die Folge: Das Fleisch war außen gut, innen jedoch noch roh, oder außen verkohlt und innen gar. Mittlerweile erreichen auch Elektrogrills derartige Temperaturen, sodass es beim richtigen Grillen keinen gesundheitlichen Unterschied mehr gibt. 

Mythos: Grillen auf dem Balkon darf nicht verboten werden!

 

Vermieter dürfen im Mietvertrag ein generelles Grillverbot auf dem Balkon festlegen. Dabei ist es vollkommen egal, mit welcher Art von Grill gegrillt wird. Wird diese Regelung durch den Mieter gebrochen, droht eine Unterlassungsklage oder die Kündigung. Ist Grillen auf dem Balkon erlaubt, muss der Mieter auf einen Gas- oder Elektrogrill grillen. Holzkohlegrills sind tabu! Gesetzlich festgesetzt ist auch, dass der Grill möglichst weit weg von der Nachbarwohnung platziert werden muss, damit die Nachbarn nicht unnötig vollgequalmt werden. 

Mythos: Direkt vom Grill schmeckt das Fleisch am besten.

 

Wer sein Fleisch nach dem Grillen aber auf einen Teller legt und diesen mit Alufolie abdeckt, genießt anschließend ein zartes Stück Fleisch. Gerade bei Steaks ist diese Ruhepause besonders wichtig.

Mythos: Die Marinade macht's!

 

Je dicker die Marinade, desto besser - oder? Nein! Die Marinade brennt schneller an und verdirbt so den Geschmack. Außerdem sollte man das Fleisch niemals vor dem Grillen salzen. Dadurch verliert es beim Grillen zu viel Flüssigkeit und wird zu trocken. Ist ein Stück Fleisch zu stark mariniert, sollte man es vor dem Grillen abtupfen, um zu verhindern, dass die Marinade auf die Grillkohle tropft! Hier gilt: Weniger ist mehr! 

Ich weiß ja nicht, wie es bei euch aussieht, aber mich hat nun der Willen zum Grillen gepackt! Genießt den Sommer und vorallem das schöne Pfingstwochenende! :) 

Kommentare:

  1. Super ;-) Jetzt muss ich heute Abend noch Fleisch kaufen gehen :)

    Ich wohne im Übrigen in einer Mietswohnung mit ganz vielen Nachbarbalkons drumherum und wir grillen alle, ob der Vermieter das will oder nicht!

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    1. Solange sich niemand beschwert, wird es wohl auch keine Probleme geben :D

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  2. Oh, ich habe gestern schon im Stadpark gegrillt und heute grillen wir mit der Familie, ich liebe es!
    Gut, dass mein Papa nicht auf die Idee kommt, männlich sein zu müssen und Bier über das Fleisch zu kippen. Dafür lässt er öfters mal die Würstchen durch die Rillen im Grillrost fallen ;)
    Ganz liebe grüße, Vivien von l0ve-life (Bücherblog) :)

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  3. Deswegen legt man die Würstchen auch quer auf das Rost XP
    Grillen gehört einfach zum Sommer dazu! :)

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  4. Wir haben auch schon gegrillt, aber ich muss ehrlich sagen. Ich finde es ab und an ganz gut.
    Aber zu oft mag ich auch nicht grillen.
    Alles Liebe
    Michelle

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  5. Ich finde es ist auch ein Mythos, das man mit einem Elektrogrill nicht grillen kann. Auf meinem Balkon darf ich nur einen Elektrogrill einsetzen. Da habe ich mir jetzt einen gekauft und das klappt wirklich richtig gut. Es ist aber auch einer von Weber, weil ich unbedingt einen mit Deckel wollte, damit die Hitze nicht so weg kann.

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