Fragen aus dem Alltag - Teil 2


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Täglich geschehen eine Vielzahl von Dingen, wir stellen uns Fragen, manche Dinge lassen wir aber auch einfach geschehen. Die Antworten auf solche Alltagsfragen kennen wir häufig nicht. Das wird sich nun ändern.

 

Warum schreiben wir auf genormten Papier?

Der deutsche Ingenieur Dr. Walter Porstmann empfand es im Jahr 1919 zum wiederholten Mal als nervend, dass Briefe eine andere Größe hatten als Formulare und diese wiederum eine andere Größe als Notizzettel. Einem so ordentlichen Menschen wie Porstmann fiel es schwer diese unterschiedlichen Maße zu sortieren und ordentlich wegzuheften. Auch in der Maschinenbauindustrie ärgerte man sich über zig verschiedene Maße. So machte man eine Ausschreibung »Einheitliche Papiergröße gesucht«, durch die Porstmann seine Gelegenheit witterte. Durch aufwändige Überlegungen, unzählige Bastelversuche und Rechnungen erhielt er das Ergebnis: Ein Blatt Papier, das genau einen Quadratmeter groß war. Dieses war jedoch kein Quadrat sondern ein Rechteck mit den Seitenverhältnissen 1:Wurzel 2. Hinzu kam eine besondere Eigenschaft: Faltete man Porstmanns Bogen genau in der Mitte, so änderten sich die Seitenverhältnisse nicht - egal, wie oft man es faltete. Faltete man den großen Bogen genau vier Mal, so erhielt man einen Bogen mit den Seitenlängen 210mm x 297mm - einen Bogen DIN A4.

Warum können wir nicht aufhören, in die Chipstüte zu greifen?

Evolutionär betrachtet ist es für Lebewesen notwendig, fetthaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Früher waren Fette in der Natur selten, gleichzeitig aber erforderlich, um die Funktion der Zellen zu gewährleisten. Den Drang nach fettreicher Nahrung haben wir also gewissermaßen geerbt. In einer amerikanischen Studie wurde festgestellt: Bereits der Geschmack von fetthaltiger Nahrung wie Chips löst im Darm die Produktion von sogenannten Endocannabinoiden aus. Diese haben eine ähnliche Wirkung wie das Rauschgift der Hanfpflanze und regen die Produktion von Verdauungssäften an. Hierdurch wird das Hungergefühl zusätzlich verstärkt. In vielen Chips ist zusätzlich Glutamat enthalten. Dieses hat zwar keine berauschende Wirkung, kann im Stammhirn aber dennoch zu einer Art Sucht führen, die uns immer wieder in die Chipstüte greifen lässt.

Warum fallen schlafende Vögel nicht vom Baum?

Vögel haben einen sogenannten Geifreflex. Landen sie auf einem Ast, greifen sie automatisch zu. Die vier Zehen am Vogelfuß, von denen einer nach hinten zeigt, sind dafür optimal geeignet. Auch die Krallen bieten zusätzlichen Halt. Bei Vögeln verläuft vom Bein bis in die Zehen eine lange Sehne. Gehen die Tiere in die Hocke, etwa wenn sie sich auf einen Ast setzen, zieht sich diese Sehne an und sorgt dafür, dass die Vögel automatisch zugreifen. Der Mensch müsste dafür ununterbrochen seine Muskeln anstrengen. Dieser Greifreflex verhindert auch in der Nacht, dass sich die Zehen öffnen und der Vogel vom Baum fallen kann.

Wieso sind im Käse Löcher?

Die Löcher im Käse sind keine Erfindung der Händler um vorzugeben, dass man mehr Käse hat, als tatsächlich da ist. Sie entstehen auf eine völlig natürliche Art und Weise. Während des Reifevorgangs des Käses wird Energie gewonnen. Dadurch entstehen Milchsäure, Ethanol, Essigsäure und Kohlendioxid, die den Geschmack des Käses beeinflussen. Außerdem entstehen Gase, die durch die natürliche Rindenbildung des Käses nicht mehr entweichen können. Dadurch entstehen Hohlräume, die später als Löcher im Käse sichtbar sind. Abhängig von der Menge der Bakterien im Käse entstehen unterschiedlich viele und unterschiedlich große Löcher. Rohmilchkäse (wie Emmentaler), der aufgrund der nicht durchgeführten Pasteurisierung verhältnismäßig viele Milchsäurebakterien aufweist, hat deshalb besonders große Löcher.

Werden Eintagsfliegen wirklich nur einen Tag alt?

Bevor eine Eintagsfliege als Fliege durch die Welt schwirrt, führt sie ein tristes Dasein als Larve am Grund eines Süßgewässers. Das Larvenstadium kann bis zu drei Jahren andauern, sodass Eintagsfliegen bereits drei Jahre alt sind, wenn wir sie als Eintagsfliegen sehen. Hat sie ihr Larvenstadium abgeschlossen, geht sie auf die Partnersuche und zeugt Nachkommen. Dafür hat die Eintagsfliege höchstens drei Tage Zeit. Länger überlebt sie nicht. Da ihre Mundwerkzeuge verkümmert sind, ist sie nicht in der Lage, Nahrung aufzunehmen. Durch Feinde wird dieses Leben jedoch häufig schon vorzeitig beendet.


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1 Kommentar:

  1. Oh noch so ein interessanter Beitrag! Ich glaube, hier schaue ich ab nun häufiger rein. Ich hatte in meiner Jugend viele Bücher mit Antworten zu solchen Alltagsfragen und habe sie verschlungen!

    PS: Du hast einen Follower mehr!

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