München - Eine Fahrt ins Blaue

Aufgeregt stand ich am Montagmorgen auf. Vor mir lag eine Reise, von der ich nicht wusste, wo es hingeht - eine Fahrt ins Blaue.

 

Vorzeitig zu meinem 20. Geburtstag am 18. August schenkte mir meine beste Freundin Lea eine Reise. Zwar wusste ich, dass ich mit ihr wegfahre - schließlich musste ich mich von der Arbeit beurlauben lassen - wo es aber hinging, erfuhr ich nicht. Um 04:15 Uhr klingelte mein Wecker am Montagmorgen. Die Taschen waren bereits gepackt, nach dem Duschen und einem kleinen Frühstück waren wir abfahrtbereit. Die Busfahrt zum Kieler Hauptbahnhof war lustig. Meine Schwester begleitete uns am frühen Morgen zum Bahnhof, um uns zu verabschieden. Um 06:12 Uhr fuhr der ICE von Kiel nach Hamburg. Eine kurze und entspannte Fahrt.
Ab Hamburg sollte es mit dem Fernreisebus weitergehen. Der Anbieter Flixbus sollte uns an diesem Tag zu unserem Ziel bringen. Zwar stand an dem Bus dran, wo er endete, ob meine Fahrt jedoch dort endete oder bereits bei einer Unterwegshalt wusste ich nicht.
Hinzu kam, dass der Bus knapp eine Stunde zu spät kam, sich unsere Reise also ziemlich verzögerte. Als wir endlich im Bus saßen, begann der eigentliche Teil der Fahrt. 



Nach vielen Kilometern auf Autobahnen und Landstraßen, einer Hand voll Baustellen und einigen Staus erreichten wir den ersten Halt: Braunschweig. Doch wir blieben im Bus sitzen - Braunschweig war nicht unser Ziel, sodass die Fahrt weiter ging. Stunden später hatten wir auch Magdeburg und Halle hinter uns gelassen. Als wir auch Nürnberg mit dem Bus wieder verließen, stand das Ziel meiner Reise fest: Endstation München.
Die einstündige Verspätung holten wir zwar nicht vollständig auf, dennoch erreichten wir das Ziel mehr oder weniger lebendig. Mit S-Bahn und Bus fuhren wir noch etwa eine halbe Stunde, ehe wir uns dann (mit dem Handy-Navi) zum Hotel durchschlugen.


Das Hotelzimmer war recht kuschelig eingerichtet. Meine beste Freundin und ich teilten uns ein Doppelbettzimmer. Die Sauna, die im Preis inbegriffen war, musste ich natürlich erst einmal testen. Bei (meiner Meinung nach zu heißen) 115°C ließ ich den Abend langsam ausklingen.


17 Euro pro Person sind uns für das Frühstück im Hotel etwas zu teuer gewesen. Zum Glück hatten wir gegenüber einem Bäcker, bei dem man für 4,90 Euro ein ganzes Menü bekam. Für mich war das ein Brötchen, Butter, Frischkäse, ein süßer Brotaufstrich, Putenschinken und Käse, Müsli mit Joghurt und etwas frischem Obst und ein Glas frisch gepresster Orangensaft.


Anschließend besuchten wir den Englischen Garten. Eine riesige Grünanlage, die wir wohl an diesem Tag ohnehin nicht vollständig hätten besichtigen können. Während Lea und ich auf dem Weg zum Diana-Tempel waren, klingelte mein Handy. Nach einem kurzen Telefonat änderten wir unsere Route. Da ich am Telefon nur die Wegbeschreibung "Hinter dem nächsten Baum nach rechts." bekommen habe, startete ich abermals die Handy-Navigation, die uns dann zur Münchener Uni führte. Dabei passierten wir den "Chinesischen Turm", der zu einem Restaurant im Englischen Garten gehörte.



An der Universität in München habe ich mich nicht beworben - ganz so weit wollte ich dann doch nicht wegziehen. Wir warten also an einem der beiden Springbrunnen vor der Müynchener Universität,  und warteten und warten. Mein Handy klingelte. "Dreht euch um", kam als einziger Kommentar, also befolgte wir ihn - da war sie: Jennifer Jäger. Die junge Autorin,  die ich hier bereits einmal interviewt habe, war meine eigentliche Geburtstagsüberraschung. Nachdem wir uns seit einigen Jahren über das Internet kennen,  haben wir uns nun zum ersten Mal persönlich getroffen.


Wir besuchten den verrückten Eismacher, einen Eisladen, der komplett im "Alice im Wunderland"-Stil eingerichtet war. Eissorten wie Augustiner oder Weißwurst sind dort völlig normal. Zusätzlich zu jeden Eis bekommt man einen Löffel einer Eissorte seiner Wahl zum Probieren.


Natürlich wollten wir uns auch die Münchener Innenstadt ansehen. Nachdem wir in einem Buchladen waren, wo jedes Buch zum halben Preis verkauft wird, liefen wir noch durch die Einkaufsstraße, die im Gegensatz zur Einkaufsstraße in Kiel wahnsinnig voll war. Aus einer U-Bahn-Station kamen eine Gruppe Bayern München Fans, die sich laut gröhlend auf das heutige Spiel einstellten. In einer ruhigen Sekunde rief Jennie lauthals "Hufflepuff" in die Runde, was nicht nur mich sondern auch die anderen Passanten zum Lachen brachte.


Natürlich durfte auch ein Selfie nicht fehlen. Bevor wir uns also am Nachmittag wieder von Jennifer trennen mussten, machten wir ein Beweisfoto am Sendlinger Tor. Kurz darauf beobachteten wir eine Frau, die wahnsinnig schreiend auf zwei Passanten zu lief. "Seid ihr wahnsinnig euch nachts am Stadttor rumzutreiben?!" Wir Schleswig-Holsteiner fingen an, uns Gedanken zu machen, aber Jennie klärte uns auf, das sei völlig normal in München.


Wenn man schon mal in München ist, möchte man natürlich auch ein wenig sehen. Deshalb fuhren Lea und ich anschließend zur Allianz-Arena. Da natürlich auch die Kultur bei unserem Besuch in München nicht zu kurz kommen sollte, haben wir zumindest einmal daran gedacht, das Deutsche Museum zu besuchen.
Den Abend ließen wir in einer Bar ausklingen.


Nachdem wir am nächsten Morgen wieder beim Bäcker gegenüber gefrühstückt hatten, verließen wir das Hotel in Richtung ZOB. Es regnete und für uns war klar: München weinte, weil wir wieder weg fuhren. Da wir eine Stunde zu früh am ZOB waren, blieb uns genug Zeit, uns noch ein wenig umzusehen. Auch die Rückfahrt traten wir wieder mit einem Fernreisebus an, was irgendwie deprimierend war, weil der Hauptbahnhof nur etwa 100 Meter entfernt war.


So endete unser Kurzurlaub in München, doch vor uns lag noch eine lange Fahrt, auf der wir das komplette Land durchquerten. Auch in Hamburg wurde es noch einmal deprimierend. Auf dem Gleis nebenan (von Hamburg nach Kiel fuhren wir noch Zug) hielt im selben Moment ein ICE aus München. Nachts um 01:40 Uhr war ich endlich wieder zu Hause. Ich war noch nie so froh, mein Bett wiederzusehen.

Fazit: Auch wenn es nur ein kurzer Urlaub mit einer sehr langen Fahrt war, habe ich mich sehr über diese vorzeitige Geburtstagsüberraschung gefreut. Es war schön, einfach mal weit weg zu sein. Zwar ist es ein komisches Gefühl, eine Reise anzutreten, ohne ihr Ziel zu kennen, doch in meinen Augen hat sich dies auf jeden Fall gelohnt. Gelernt habe ich aber auch, dass ich für derartige Entfernungen zukünftig lieber die Bahn oder sogar ein Flugzeug nehmen würde. Außerdem weiß ich nun, dass es nicht immer teuer und luxuriös sein muss, damit man sich wohlfühlen kann. Das kleine Hotelzimmer war gemütlich und hat seinen Zweck voll und ganz erfüllt. München ist wahnsinnig teuer, wer also nicht viel Geld ausgeben möchte, sollte lieber das nutzen, was das Hotel inklusive hergibt.
Vielen Dank an Lea und Jennifer für diese Überraschung! :)


© disneysite.org

Dieser Blog hat heute Geburtstag! Vor genau einem Jahr rief ich diesen Blog ins Leben! Vielen Dank an alle, die mich bisher unterstützt haben!

Kommentare:

  1. Zu deinem Geburtstag gratuliere ich noch nicht, der ist ja wohl erst morgen! Aber Gratulation zum ersten Geburtstag des Blogs! Tolles Geschenk hast du da bekommen! Eine Reise ins Blaue wollte ich auch immer mal machen! Da ward Ihr bestimmt lange unterwegs bei der Strecke! Dann feier mal morgen schön!

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    1. Vielen Dank! :)
      Wir sind ziemlich lange gefahren und ich war echt froh, als wir am Abend ankamen.

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  2. Hallo Kevin,

    so, ich singe dann mal. Ich will es zumindest versuchen! ;)

    Häppi böööörsdäi tu ju,
    häppi böööörsdäi tu ju,
    häppi böööörsdäi lieber Kevöööön, XD
    häppi böööörsdäi tu ju.

    So, genug gesungen. ;)

    Ich wünsche Dir, Kevin, alles Gute sowie Gesundheit zu Deinem 20. Geburtstag.

    Wie ich zwischen den Zeilen Deines Beitrags „München – Eine Fahrt ins Blaue“ gelesen habe, hast Du bereits das größte Geschenk, was es auf der Welt gibt, erhalten. Und das ganz unabhängig von Deinem Geburtstag: Deine beste Freundin Lea.

    Kein weiteres Geschenk, egal wie teuer es war, kann das Geschenk dieser Freundschaft jemals übertreffen. Du bist ein reicher junger Mann!

    Alexander

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  3. hab dich getaggt! http://fearless-art.blogspot.de/2014/08/10-fragen-10-antworten-10-blogger.html

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