Ein Tag ohne... Musik und TV



 

Was wäre, wenn für einen Tag alle Sendemasten ausfallen würden, wenn alle Boxen und Kopfhörer schweigen und die Bildschirme einfach schwarz bleiben?

 

"Verdammt", dachte ich und schaute auf die Uhr. Es war kurz vor Mitternacht und ich stand an der Bushaltestelle. Die anstehende Busfahrt musste ich wohl ohne Musik in den Ohren überstehen. Wie vertreibt man sich die Zeit auf einer langweiligen Busfahrt, wenn man keine Musik hören darf? Facebook, Whatsapp und Co konnten mir behilflich sein und zumindest vorübergehend beschäftigen. Zu Hause dann ins Bett legen, noch ein wenig Fernsehen... Fehlanzeige - Der Bildschirm blieb schwarz.
 
Worauf verzichte ich hier eigentlich?
 
Ich hab natürlich an alles gedacht. Vor dem Schlafengehen wurde deshalb auch der Wecker umgestellt, sodass mich am Morgen anstatt der vertrauten Musik ein schrilles Piepen aus dem Schlaf riss. Ich war allein zu Hause und es war still - zu still. Musik durfte nicht laufen, der Fernseher ebenfalls nicht und YouTube-Videos oder Ähnliches wäre irgendwie geschummelt gewesen.
Viele Menschen brauchen Musik, um morgens richtig wach zu werden. Zwar gehöre ich nicht unbedingt dazu, trotzdem ist es ein merkwürdiges Gefühl, wenn es morgens einfach ruhig bleibt.
Wie sehr mir die Musik aber ausgerechnet an diesem Morgen fehlte, merkte ich, als ich immer wieder anfing, Lieder anzustimmen, zu summen oder rhytmisch zu klopfen.
Auch auf dem Weg zur Arbeit merkte ich, dass mir irgendwas fehlte. An meinem Arbeitsplatz konnte ich die Musik aus dem Laden nicht hören - die ideale Voraussetzung für diese Challenge.
Der Tag verging schneller als ich gedacht hätte. Als ich wieder zu Hause war, hatte ich komischerweise das Verlangen, vor dem Fernseher zu essen. Also setzte ich mich vor den Fernseher und ließ den Fernseher aus. Ich kann euch sagen: Es ist ein komisches Gefühl, allein in seinem Zimmer zu sitzen und zu essen, während weder Musik noch Fernseher laufen.
 
Was macht es so schwierig, auf Musik und TV zu verzichten?
 
Das Fernsehen dient unserer Unterhaltung, der Ablenkung von unangenehmen Gedankengängen oder der Aneignung von Wissen, etwa durch Nachrichten oder Dokumentationen. Und auch die Musik hat einen Unterhaltungswert, lenkt uns ab oder stärkt uns in einer momentanen Gemütslage. Der Einfluss von TV und Musik auf unseren Körper und unser Gemüt ist längst wissenschaftlich erwiesen und beide Dinge gehören bei mir mittlerweile quasi zum Alltag. Es wäre mit Sicherheit ein leichtes gewesen, auf eines der beiden Dinge zu verzichten. Die Schwierigkeit lag daran, auf beides gleichzeitig zu verzichten. So fallen zwei wesentliche Unterhaltungsmöglichkeiten weg.
 
Was bleibt uns, wenn es keine Musik und kein Fernsehen mehr gibt?
 
Die guten, alten Bücher. Während der Fernseher um die 1930er Jahre erfunden wurde, gibt es den Buchdruck seit der Entdeckung Johannes Gutenbergs im 15. Jahrhundert. Die Schallplatte und damit das erste Audio-Speichermedium wurde 1895 erfunden. Musik können wir uns also schon seit mehr als 200 Jahren auch zu Hause anhören. Vielleicht ist das der Grund, warum es uns so schwerfällt, darauf zu verzichten. Alternativen wären, wie bereits gesagt, das Lesen, tagsüber ebenfalls Sport oder andere Freizeitaktivitätet. Es gibt also durchaus andere Möglichkeiten, aber warum sollte man denn auch freiwillig auf Musik und TV verzichten... Es sei denn... Man ist... ich... und macht sowas.
 
Fiel es mir persönlich schwer, auf TV und Musik zu verzichten?
 
Man mag es gar nicht glauben, aber die Umstellung von Wecken mit Musik zu Wecken mit Piepen ist gewaltig. Man merkt, dass etwas fehlt, wenn man sich weder mit Musik noch mit Fernsehen beschäftigen kann. Für eher lesefaule Menschen wie mich, ist es echt nicht leicht, eine Alternative zu finden, die uns gerecht wird.
 
Morgen: Ein Tag ohne... Facebook und Twitter.
 
Hier findet ihr den zugehörigen Beitrag von Laurel.

Kommentare:

  1. Spannend, spannend! :D
    Ja, war ein schwieriger Tag, vor allem die Musik hat gefehlt…
    Hier der Link zu meinem Erlebnis: http://laurelkoeniger.blogspot.co.at/2014/11/1-ein-tag-ohne-fernsehen-und-musik-610.html

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  2. Also mich wecken immer schrille Vogelgeräsche und Meerrauschen. Mein Tageslichtwecker hat ein paar solcher nicht so tollen Weckmelodien parat, Musik könnte ich - glaube ich - auch einstellen, aber hab's irgendwie noch nie gemacht. Im Gegensatz zu dir, kann ich morgens keine Musik hören, der Fernseher beleibt auch meist bis 17:30 aus. Am Abend stört mich das dann schon eher, wenn niemand im Hintergrund erzählt und sei es nur in einer langweiligen Fernsehsendung. Zudem ist es wirklich Gewohnheit geworden! Bin auf den Rest der Verzichtwoche gespannt!

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  3. Huhu..
    Fand deinen Post vorher schon interessant und könnte auf FB, Handy und Go. gut verzichten. Aber auf Musik. Nein niemals..
    Im Auto brauch ich meine Musik, sowie meinen MP3 Player.
    Das Leben wär sooo öde ohne Musik *lach* Darf also nie passieren, das nichts mehr aus den Hörer kommt^^

    Liebe grüße

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  4. Mit dem Wecker hätte ich kein Problem - weil ich immer anfange, die Lieder die ich als Wecker habe, zu hassen, weckt mich imer diese grauenhafte iPhone-Standardton.
    Was für mich unerträglich wäre, wäre im Bus zu sitzen und keine Musik hören zu können, auf dem Weg zur Schule und zurück.
    Und zuhause während ich blogge, oder lese oder esse. Also während allem außer Schulzeugs, da brauche ich es leise^^.
    Ohne fernseher hätte ich kein Problem, weil ich eh nie fernsehe.
    Aber ein Tag ohne Musik, währe ein Tag ohne Beschäftigungen für mich^^.
    xoxo Liz

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