Woher kommt der Weihnachtsmann?



"Ho Ho Ho" - Wir kennen ihn als dicklichen, freundlichen Mann mit roter Kluft und weißem Rauschebart. Tatsache ist: Coca Cola hat den Weihnachtsmann nicht erfunden.


Der internationale Superstar


Sucht man bei Google nach dem "Weihnachtsmann", so erhält man innerhalb kürzester Zeit etwa 5,52 Millionen Ergebnisse und "Santa Claus" erzielt sogar 64,4 Millionen Ergebnisse in nicht einmal einer halben Sekunde (Stand: 25.11.2014; 15:13 Uhr). Die Popularität des Weihnachtsmannes lässt sich anhand dieser Ergebnisse kaum noch leugnen. Bekannt war der Weihnachtsmann allerdings schon lange vor Erfindung des Internets. 
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Die gängige Erzählung: Der Weihnachtsmann lebt am Nordpol, stellt dort die Geschenke für artige Kinder her und fliegt sie zu Weihnachten mit seinem Schlitten, der von Rentieren gezogen wird, um die ganze Welt. 
Und obwohl der Weihnachtsmann in allen Weltreligionen bekannt ist, wurde er von keiner von ihnen erfunden. Der Weihnachtsmann hat eine gemischte Identität und hat seine Wurzeln nicht nur im Abendland, sondern in den Weiten des Ostens. 

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Die Geburt des Weihnachtsmannes


Heute gilt der Bischof Nikolaus als einer der Vorläufer des Weihnachtsmannes. Er lebte im 4. Jahrhundert nach Christus in der griechischen Stadt Myra, was in der heutigen Türkei liegt. Er galt als sehr großzügiger Mensch, weshalb ihm zu Ehren alle Kinder im Mittelalter an seinem Namenstag, dem 6. Dezember, beschenkt wurden. Dieser ursprüngliche Bescherungstag wurde erst im Laufe der Reformation in vielen Ländern auf den 24. bzw. 25. Dezember verlegt. Während man sich ursprünglich am 6. Dezember beschenkte, um die Großzügigkeit des Heiligen Nikolaus zu ehren, kam mit der Verschiebung auf den 24. Dezember für die Christen ein biblischer Aspekt hinzu. In Erinnerung an die Heiligen Drei Könige, die dem Christkind zur Geburt Weihrauch, Gold und Myrrhe schenkten, beschenkt man sich gegenseitig, um dieses Fest zu feiern. Es gibt noch viele weitere Überlieferungen, die mögliche Ursachen für das Beschenken an Weihnachten sehen.

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Gemeinsam mit dem Nikolaus zog wohl auch sein Gehilfe Knecht Ruprecht durch die Straßen, um die Kinder zuhause zu besuchen. Während der Nikolaus im Brauch jedoch eine positive Rolle einnimmt, werden alle Personen, die ihn begleiten stets negativ dargestellt. Der Erzählung zufolge nimmt Knecht Ruprecht eine strafende Rolle ein und trägt deshalb eine Rute bei sich. Nach der Reformation war das Bürgertum bemüht, aus Knecht Ruprecht und dem Heiligen Nikolaus ein einziges Weihnachtssymbol zu schaffen. Der Weihnachtsmann entsteht, als Weihnachten neben dem kirchlichen Fest zunehmend ein bürgerliches Familienfest wird.

Der Weihnachtsmann wandelt sich


Traditionell ähnelt das Aussehen des Weihnachtsmannes dem eines Bischofs, was auf seinen Ursprung, den Heiligen Nikolaus zurückzuführen ist. Der Maler Moritz von Schwind gab dem Weihnachtsmann erstmals seine heutige Gestalt und schuf den "Herrn Winter" in einer Bilderreihe für den "Münchner Bilderbogen" im Jahre 1847. Das Bürgertum, das zu dieser Zeit auf der Suche nach einem neuen Weihnachtssymbol für den großzügigen Gabenbringer war, empfing diese Gestalt mit offenen Armen. Infolgedessen entstand der Brauch, dass evangelische Kinder ihre Geschenke vom Weihnachtsmann erhielten, während katholische Kinder weiterhin vom Nikolaus oder dem Christkind beschenkt wurden. Die Erfolgsgeschichte des Weihnachtsmannes verbreitete sich rasend schnell. 1820 wurde der Weihnachtsmann im "Deutschen Wörterbuch" erstmals als Synonym für das Christkind verwendet. Jedoch unterschieden sich die Größe des Weihnachtsmannes und die Farbe seiner Kutte in jedem Land voneinander.

Der Weihnachtsmann und Coca Cola


Europäische Auswanderer brachten den Weihnachtsmann aus den Niederlanden (Sinterklaas) in die Vereinigten Staaten. Dort wurde er als bürgerlicher Weihnachtsmann (zunächst Saint Claus, später Santa Claus) und als Werbefigur immer präsenter. Die Firma Coca Cola verlieh dem Weihnachtsmann erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ihrer Weihnachtswerbung einen einheitlich roten Look. Der Weihnachtsmann kam als Werbefigur nach Europa zurück und wird seitdem für alles eingesetzt, was für Weihnachten relevant ist. Der Heilige Nikolaus und seine religiöse Bedeutung sind in den Hintergrund getreten. Dennoch könne man den Weihnachtsmann nicht nur als Kommerznikolaus sehen, meint der Kulturwissenschaftler Dominik Schmitt, der sich in seiner Doktorarbeit mit der Frage der Herkunft des Weihnachtsmannes befasst hat. Er erfülle nicht nur einen kommerziellen Zweck sondern sei auch heute noch ein Symbol für das Familienfest Weihnachten. Schmitt meint außerdem, dass der Weihnachtsmann den Heiligen Nikolaus nicht verdrängt habe, sondern vielmehr aus diesem hervorgegangen sei. Das würde sich auch mit der Tatsache denken, dass viele Kinder noch heute am 6. Dezember und am 24. Dezember beschenkt werden. 

Der Weihnachtsmann weltweit


In meinem letzten Beitrag haben wir bereits festgestellt, dass Weihnachten in unterschiedlichen Ländern ganz unterschiedlich gefeiert wird. Die Geschenke kommen deshalb nicht unbedingt vom Weihnachtsmann. Erinnern wir uns doch einmal an Väterchen Frost, der in Russland und anderen Osteuropäischen Ländern die Geschenke bringt. Oder an die Heiligen Drei Könige, die beispielsweise in Spanien die Geschenke bringen. Der uns bekannte Weihnachtsmann ist zwar unter vielen, anderssprachigen Namen vertreten, erfüllt aber in jeder Sprache dieselbe Bedeutung. Und obwohl der Weihnachtsmann wie er heutzutage vertreten ist, so bedeutungsoffen ist, sind die Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Ländern erstaunlich. Vergleichen wir den deutschen Weihnachtsmann einmal mit dem amerikanischen Santa Claus fallen jedoch auch einige Unterschiede auf. Bereits letzte Woche haben wir die beiden Länder in ihren Weihnachtsbräuchen verglichen und festgestellt, dass sie sich unterscheiden. Diese Unterschiede setzen sich beim Weihnachtsmann fort:

• In Deutschland bringt der Weihnachtsmann die Geschenke am 24. Dezember, in den USA bringt Santa Claus die Geschenke in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember.
• In den USA gibt es Kaufhausweihnachtsmänner, die die Kinder bei öffentlichen Auftritten treffen können, ansonsten gibt es keinen Kontakt. In Deutschland bringt der Weihnachtsmann die Geschenke nach Hause und übergibt sie den Kindern.

→ Während der Weihnachtsmann in Deutschland eine private Figur ist, ist Santa Claus eine öffentliche Figur. 

Doch auch innerhalb von Europa und sogar in Deutschland können sich die Weihnachtstraditionen stark unterscheiden. In Frankreich nimmt der "Père Noël" eine sehr väterliche und deshalb autoritäre Rolle ein, während der Weihnachtsmann in Deutschland eine eher großväterliche Rolle einnimmt. 

Gewinnspiel:

Erzähle mir deine Geschichte. Kommentiere diesen Beitrag und erzähle darin, ob der Weihnachtsmann dich früher auch besucht hat.

O D E R

Beantworte folgende Frage. Warum gibt es an Weihnachten Geschenke? Es gibt mehrere Gründe, die Nennung eines einzigen reicht jedoch völlig aus. Sende die Antwort bitte über das Kontaktformular auf der rechten Seite!

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Verdopple deine Gewinnchance. Und nutze beide Möglichkeiten parallel. Beachte bitte: Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist es erforderlich, dass du eine E-Mail-Adresse angibst, unter der du zu erreichen bist, damit du im Falle eines Gewinns benachrichtigt werden kannst.

Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 3. Dezember 2014, 20:00 Uhr.

Zu gewinnen gibt es ein Überraschungspaket.

Die via Zufallsgenerator ausgeloste Gewinnerin der letzten Woche: Nicole Minnie (per Kommentar teilgenommen)
Die Gewinnerin wurde per Mail und über ihren Blog benachrichtigt.



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Weihnachten weltweit

Kommentare:

  1. wirklich sehr informativ . hab einiges dazugelernt ^^hoho und frohe Weihnachten wuensch ich dir :)
    lg
    www.captaindaquaan.wordpress.com

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  2. Waaaaaaas. Coco cola hat den Weihnachtsmann nicht erfunden.. :( Oh man, jetzt ist alles kaputt.. ^^

    Ich liebe Weihnachten, aber das weißt du ja schon ^^.
    Meine Kindeit war jetzt nicht so berauschen. Weihnachten war daher auch nicht wirklich was besonderes. Um 16uhr ging es ins Zimmer und ne halbe Stunde später dürften wir geschenke auspacken *also wirklich nix besonders und sehr langweilig*
    Mit unserem Kind, machen wir das anderes.
    Wir gehen nachmittag spatzieren, spielen, singen schauen einen Weihnachtlichen Trickfilm. Zum Abendessen kommt die Familie und dann gibts die Geschenke ;) Die liegen dann nach dem Spatzierengehen einfach unter den Baum ^^

    Letzes Jahr dürfte jeder zum Frühstück schon eines öffen.

    Liebe Grüße und vielen dank ;) Hab dir meine Daten schon zukommen lassen und freu mich riesig ^^

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  3. Also bei mir kam immer das Christkind, nicht der Weihnachtsmann :)

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  4. Süßes Gewinnspiel :))
    Ja, bei mir kam der Weihnachtsmann jedes Jahre bis ich 6 oder 7 Jahre alt war. Er kam aber auch so lange, weil meine kleine Schwester 3 Jahre jünger ist als ich.
    Der Nikolaus bringt Geschenke, weil er drei Jungfrauen, die noch nicht verheiratet waren 3 Goldklumpen geschenkt hat und sie so "saniert" hat.

    Liebst colli
    http://tobeyoutiful.blogspot.de/

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  5. Der gute alte Weihnachtsmann,
    tja oft haben solche Geschichten eben viele verschiedene Ursprünge, da ist es fast schon traurig, dass der Weihnachtsmann so sehr als Werbefigur von Coca Cola missbraucht wurde. Naja jetzt hat er eben rote Kleidung, solange er nicht bald bei Zalando bestellt..
    Zu uns kam der Weihnachtsmann leider immer nur dann, wenn wir zufällig nicht da waren. Als ich klein war sagten mir meine Eltern immer, der Weihnachtsmann würde sich nicht trauen zu kommen wenn wir am Kamin stehen. So kam es also dass mein Bruder und ich jedes Jahr den Besuch von ihm verpassten >_<
    Beim Nikolaus war es bei uns ähnlich, der kam jedoch immer Nachts wenn wir tief und fest schliefen.
    Ich finde es schön, Weihnachten in dem Sinne traditionell zu feiern, das erweckt irgendwie eine angenehme Stimmung.

    Ich wünsche euch allen ein frohes Fest!
    Liebe Grüße,
    Danny.

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  6. Also bei mir kommt ja - da ich ja aus dem doch überwiegend katholisch geprägten Bayern komme - das Christkind. Daher hat mich früher auch nicht der Weihnachtsmann beschenkt.

    Vom Christkind "beschenkt" wurde ich bis ich 7 oder 8 war, obwohl ich schon relativ früh wusste, dass das meine Eltern sind - ich wollte das damals wohl doch noch nicht so wahr haben. :D

    Ich denke, der Geschenkebrauch hängt mit der Weihnachtsgeschichte, bzw. mit den Heiligen Drei Königen zusammen. Wir beschenken uns, da das Christuskind ja bereits am ersten Weihnachten beschenkt wurde.

    Ich wünsche allen noch einen schönen Advent!

    Liebe Grüße,
    Julian

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  7. Ohh das freut mich ja gewonnen zu haben !! :)

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