Weihnachtsmarkt - Paradies oder Albtraum?



Helle Lichter, sanfte Weihnachtsmelodien und der Geruch von Glühwein. Weihnachtsmärkte sind die Vorboten des Festes und ein milliardenschweres Geschäft. Doch neben hohen Preisen und niedrigen Löhnen bergen die Weihnachtsmärkte noch ganz andere Seiten.


Jährlich öffnen rund 2500 Weihnachtsmärkte in Deutschland ihre Pforten und locken viele Besucher an, die natürlich nur eines wollen: Die Weihnachtszeit einläuten. Und wie ginge das besser, als mit einem Glühwein, ein paar Schokofrüchten oder hübscher Weihnachtsdeko.
Die Atmosphäre gefällt mir, perfekt wäre es mit etwas Schnee. Bunte Stände, leise Weihnachtsmusik, Lichterketten, Weihnachtsdeko, interessante Stände, Glühwein, heiße Schokolade...
Die Leidtragenden sind dabei die Mitarbeiten, die täglich bis zu 13 Stunden in der Kälte stehen müssen - bei Löhnen, die bis zu 1,30€ runter gehen.
Schätzungen zufolge bringen die deutschen Weihnachtsmärkte zwischen drei und fünf Milliarden Euro Umsatz pro Jahr.

Wer organisiert die Weihnachtsmärkte?


Ursprünglich wurden die Weihnachtsmärkte von den zuständigen Kommunen organisiert. Diese waren natürlich daran interessiert, den Weihnachtsmarkt möglichst attraktiv und das Angebot möglichst bunt zu gestalten. Mittlerweile sind nur noch etwa ein Drittel aller Weihnachtsmärkte vollständig in der Hand der Kommunen. Der größere Teil wird von Schaustellervereinen, Verbänden oder Firmen organisiert, für die der Profit an erster Stelle steht.

Wie wird der Weihnachtsmarkt finanziert?


Glühweinstände gelten als eine der größten Einnahmequellen auf den Weihnachtsmärkten. Die Standmieten werden oftmals dem Umsatz angepasst, sodass gut verdienende Buden zum Teil die umsatzschwächeren Buden subventionieren und deutlich höhere Mieten zahlen müssen.

Wer verdient am Weihnachtsmarkt?


Gewinner der Weihnachtsmärkte sind die Organisatoren und die Standbesitzer. Das Weihnachtsgeschäft macht für sie häufig mehr als die Hälfte des gesamten Jahresumsatzes aus. Verlierer der Weihnachtsmärkte sind die Mitarbeiter hinter den Ständen, aber auch die Besucher, die die überteuerten Preise auf dem Weihnachtsmarkt häufig einfach bezahlen, ohne nachzudenken. Durchschnittlich gibt ein Besucher auf dem Weihnachtsmarkt zwischen 27 und 30 Euro pro Besuch aus.

(Quellen: welt.de, kabel1.de, prosieben.de, spiegel.de)

Welche Gefahren lauern auf dem Weihnachtsmarkt?


Viele Menschen auf engstem Raum - für Taschendiebe bedeutet dies Hochsaison. Im Gedränge des Weihnachtsmarktes gelingt es ihnen oft unbemerkt an die Wertsachen ihrer Opfer zu gelangen. Dabei werden die Diebe immer dreister und erfahrungsgemäß auch immer gefährlicher. Aufgeschnittene Handtaschen, Taschenmesser und Reizgas sind Beweise genug. Um die Besucher zu schützen, sind täglich Zivilbeamte im Einsatz. Taschendiebe treten häufig in Gruppen auf, in denen jeder eine feste Aufgabe erhalten hat. Um sich vor Taschendieben zu schützen, wird geraten, Wertgegenstände entweder ganz zu Hause zu lassen, das Geld möglichst nah am Körper und Taschen vor dem eigenen Körper zu tragen.

In vielen Städten sind die Glühweinpreise in den letzten Jahren rapide gestiegen. Untersuchungen zeigten aber, dass in den Glühweinen oft gar nicht mehr das enthalten ist, wofür bezahlt wird. Alkohol wird zur Rarität in den Glühweinbuden. Das liegt daran, dass viele Betreiber sich nicht an die Vorschriften halten, den Glühwein zu stark erhitzen und den Alkohol dadurch verkochen lassen. Bei zu hohen Temperaturen karamellisiert außerdem der Zucker und der Zimt sorgt für einen bitteren Geschmack.
Und auch an anderen Ständen wird gemogelt. Die Schokofrüchte, die zwar so aussehen, als wären sie in Schokoladenkonfitüre eingehüllt, sind oftmals nur noch von einer günstigeren Fettglasur umzogen. Der Unterschied: Statt der normalerweise verwendeten Kakaobutter, wird die Schokoladenglasur mit günstigerem Pflanzenfett hergestellt. Das spart nicht nur in der Herstellung Geld. Die teure Konfitüre muss aufwändiger aufbereitet und erhitzt werden als die günstigere Fettglasur. Diese hinterlässt übrigens einen leicht pappigen und fettigen Geschmack und sieht im flüssigen Zustand wässriger und fettiger aus.
Um die Verbraucher zu schützen sind auf deutschen Weihnachtsmärkten deshalb Lebensmittelkontrolleure unterwegs. Diese kommen natürlich unangekündigt, sodass die Betreiber keine Möglichkeit haben, Ergebnisse zu fälschen. Budenbesitzer haben nicht einmal die Möglichkeit, einen solchen Test zu verhindern und sollten sich deshalb mit fairen Mitteln durchs Weihnachtsgeschäft schlagen.

Eine letzte Gefahr versteckt sich ebenfalls auf dem Weihnachtsmarkt. Hand aufs Herz: Kontrolliert ihr euer Rückgeld, wenn ihr an einem Stand bezahlt? Nicht immer muss es hier mit rechten Mitteln zugehen. Prinzipiell kontrollieren die wenigsten Menschen ihr Wechselgeld. Oftmals wird das Rückgeld keines Blickes gewürdigt und verschwindet im Geldbeutel. Dass dabei häufig etwas fehlt, fällt uns gar nicht auf. Warum denn auch? Die Bedienung hat uns doch so sympathisch angelächelt und uns einen guten Appetit gewünscht. Die unterschlagenen Taler wandern dann in die eigene Tasche des Mitarbeiters. Je später der Abend, desto dreister die Abzocke. Die einzigen Menschen, die sich darüber freuen, sind die Mitarbeiter, die am Abend mit einem saftigen Trinkgeld nach Hause gehen.

(Quellen: d.s. und leider auch eigene Erfahrungen)



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Kommentare:

  1. Da hast du die Weihnachtsmärkte aber eher negativ dar gestellt. "aber auch die Besucher, die die überteuerten Preise auf dem Weihnachtsmarkt häufig einfach bezahlen, ohne nachzudenken." Was soll man denn da nachdenken? Man kann ja nicht auf einen Weihnachtsmarkt kommen und erwarten Preise wie im Supermarkt vor zu finden.

    Ich war gestern auf dem Weihnachtsmarkt in St. Georg in Hamburg. Dort haben die Leute am Glühweinstand ohne Bezahlung gearbeitet, da der Gewinn an eine gemeinnützige Organisation geht.

    Dort hat auch einer von Santa Pauli erzählt. Einem anderen Hamburger Weihnachtsmarkt, bei dem sich wohl alles um Sex dreht. Und einen Weihnachtsmarkt für Vegetarier soll es auch geben. Gibt es noch mehr Themen Weihnachtsmärkte? Gibt es auch Weihnachtsmärkte, die man besuchen sollte, weil sie entgegen deiner Kritik eine große Vielfalt bieten, die Mitarbeiter gut bezahlen oder aus dem Standard hervorstechen?

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    1. Du hast Recht, in diesem Beitrag habe ich die Weihnachtsmärkte sehr negativ dargestellt. Aber im Grunde geht es den Betreibern wirklick nur noch um Profit. Das muss längst nicht bei allen Weihnachtsmärkten so sein. Themen-Weihnachtsmärkte oder von den Kommunen organisierte Weihnachtsmärkte sind da sicherlich Ausnahmen.
      Der eigentliche Inhalt zielt ja aber auf die versteckten Gefahren. Wer für 3 Euro einen Glühwein kauft, möchte sicherlich auch Glühwein trinken und keine Plörre, wo der Alkohol verkocht ist.
      Die hohen Preise sind wie gesagt nur der kleine Bestandteil dieses Beitrags. Es geht um die Hochsaison von Taschendieben und die - trotz der hohen Preise - niedeigen Löhne für die Menschen, die sich dort tagtäglich den Hintern abfrieren.
      Wie gesagt: Das trifft längst nicht auf alle Weihnachtsmärkte zu! :)
      Du darfst also weiterhin guten Gewissens auf den Weihnachtsmarkt gehen.

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  2. Ich muss sagen, ich war die letzten Jahre nicht auf dem Weihnachtsmarkt. Dieses Jahr war ich bereits vier mal.
    Ich finde es schön, mit Freunden einen Punsch zu trinken und sich zu Unterhalten.
    Alles Liebe
    Michelle

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  3. Da nehm ich direkt mal am Gewinnspiel teil:

    Also für mich ist Weinachtsmarkt eindeutig mehr Paradies. Ich liebe es abends mit freunden noch einen Glühwein zu trinken.Dort rum zu schlendern und einfach die weinachtliche Stimmung zu genießen. Außerdem ist der Bremer Weinachtsmarkt auch echt schön. Vor allem der Mittelalterweinachtsmarkt an der Bremer Schlachte. Nur zu empfehlen !! <3 :)

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  4. sehr informativer beitrag! für mich sind weihnachtsmärkte eher nichts, meistens ist es dort viel zu voll, die artikel zu teuer und der punsch schmeckt meistens einfach nur künstlich. dazu kommt noch, dass ich kein sonderlich großer fan von weihnachten bin

    lg
    Angy von Upside Down Kingdom

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  5. Also ich liebe Weihnachten^^
    Deswegen ein Traum. Allerdings mag ich das Kalte und nasse Wetter nicht dazu.
    Ich könnte mir Weihnachten auch bei 20 Grad vorstellen *lach*

    Weihnachtsmärkte mag ich sehr. Ist aber natürlich auch teuer. Aber auch kein Wunder. Sie müssen Steuern, die Lebensmittel/oder was auch immer verkauft wird/ und noch Standmiete zahlen. Dazu kommt bei einigen noch Strom.

    Ich nehme auf den Weihnachtsmarkt keine Tasche mit. Kommt alle in die InnenTasche der Jacke. Da kommt denk ich mal keiner Ran ^^ Aber ich bekomme das schon mit, dass viele Taschendiebe unterwegs sind. Waren erst am 1Advent auf einen und da wurde auch jemand beklaut. ;(

    Toller Bericht, wie immer ^^
    Interessantes Thema. Da müsste dir das Weihnachtsthema ja mal bald ausgehen *lach*

    Liebe Grüße

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