Die Macht der Musik



Der Ton macht die Musik. Sie fördert die Kreativität und kann sogar Auslöser für Glücksgefühle sein - Musik. Was macht Musik mit uns?


Musik ist längst nicht mehr nur Zeitvertreib und Unterhaltung. Mediziner und Psychologen haben das Geheimnis der Musik erkannt und nutzen sie mittlerweile gezielt zu therapeutischen Zwecken. Musik verändert uns. Musik hat einen nicht geringen Einfluss auf das Verhalten eines Menschen. Sie hilft bei der Kommunikation, weckt Erinnerungen und kann sogar Schmerzen lindern.

Wovon hängt ab, welche Musik mir gefällt?


Geschmäcker sind verschieden! Anders ist das auch beim Musikgeschmack nicht. Welche Musik uns gefällt und welche nicht, ist individuell. Entscheidend sind nicht nur eigene Vorlieben. Große Rollen spielen auch die Familie, Freunde, die Region, in der man lebt, die dortige Kultur und aktuelle Trends.
Das soziale Umfeld ist nämlich entscheidend dafür, welche Musik wir hören. Was uns davon jedoch auch wirklich gefällt, ist wieder eine individuelle Entscheidung. Ausschlaggebend können dabei schon Klangfarben, Tonhöhen oder Instrumente sein, denn nicht selten versuchen wir auch eine gewisse Stimmung durch unsere Musik auszudrücken. Haben wir eine Richtung gefunden, die uns gefällt, suchen wir gezielt in diese Richtung weiter: Unser individueller Musikgeschmack entsteht.

Macht Musik glücklich?


Musik hat nachgewiesen positive Auswirkungen auf das Gemüt. Bei Kindern, die sich bereits früh mit Musik beschäftigen, hat die Musik eine positive Wirkung auf die geistige und soziale Entwicklung. Dies ist einer der Gründe, warum in den Schulen Musikunterricht angeboten wird. Studien zeigten, dass dieser die sozialen Kompetenzen steigert und dafür´sorgt, dass es weniger Mobbing in der Klasse gibt. Musik reguliert das Klima untereinander, beruhigt und nimmt Aggressionen. 
Hören wir ruhige und sanfte Musik, schüttet unser Körper Noradrenalin aus, ein Hormon, das uns beruhigt, glücklich macht und Schmerzen lindert. Laute und schnelle Musik hingegen sorgt für die Ausschüttung von Adrenalin, einem Stresshormon, das Blutdruck, Herzschlag, Atemfrequenz und Muskelspannung verändert.

Macht Musik kreativ?


Musik kann nicht nur erstklassig zur Übung des Textverständnisses genutzt werden, sie sorgt auch noch für die Bildung neuer Nervenverbindungen. Daher wird angenommen, dass die Beschäftigung mit Musik, den Abbau von Nervenzellen bei älteren Menschen verlangsamen kann. Musik knüpfen wir häufig an persönliche Erinnerungen auf emotionaler Ebene. Sie wirkt also als Gedächtnisstütze und fördert nachweislich die Selbstwahrnehmung. Das Spielen eines Musikinstrumentes fördert die Fantasie und die Konzentrationsfähigkeit. Außerdem macht auch gemeinsames Musizieren glücklich!

Was ruft Musik in uns hervor?


Musik macht glücklich, kann aber auch zum Nachdenken anregen. Eine bayerische Studie hat ergeben, dass Musiker die Botschaften  anderer Menschen intensiver wahrnehmen als Nichtmusiker es tun. Zusätzlich fiel auf, dass die Studienteilnehmer deutlich konzentrierter und aufmerksamer waren. Ergebnis der Studie: Menschen, die sich häufig mit Musik auseinandersetzen, empfinden mehr Freude und haben weniger Angst.
Das für Gefühle zuständige limbische System wird durch Musik stark angeregt. Zuhörer können Gänsehaut kriegen, Musik kann uns berühren. Wir verknüpfen sie häufig mit Erinnerungen. Deswegen versetzen uns jährlich Weihnachtslieder in Weihnachtsstimmung (zumindest in der Theorie). Wie geknüpft Musik an Gefühle oder Erinnerungen ist, sieht man deutlich am Beispiel von Horror- oder Spannungsmusik in Filmen, die automatisch eine gewisse Haltung oder Erwartung aufbauen. 

Macht Musik intelligent?


Musik vereint eine Unmenge an Informationen: Tonhöhen und Melodien. Das Gehirn erfasst diese Informationen und vergleicht sie miteinander. Außerdem muss das Gehirn zusammenhängende Töne zu Akkorden kombinieren, die Musik einem Instrument zuordnen, Rhythmen erkennen. Deshalb stellte man die Vermutung auf, dass Musik die Intelligenzentwicklung beeinflussen kann. 
Auffällig ist nämlich, dass Musiker andere Gehirnregionen für Aktivitäten verwenden, als Nichtmusiker. Daraus lässt sich schließen, dass sich das Gehirn beim Musikhören und beim Musizieren bleibend verändert.

Kann Musik auch krank machen?


1996 soll Musik der Auslöser für den Selbstmord von rund 200 Kindern in Japan verantwortlich gewesen sein. In den ersten Editionen von Pokemon soll eine Melodie enthalten gewesen sein, die so hohe Töne aufwies, dass sie die Kinder in den Selbstmord trieb. Bekannt ist, dass jüngere Menschen höhere Frequenzen wahrnehmen können, die ältere Menschen nicht mehr hören. Die Reaktion: In den folgenden deutschen und amerikanischen Editionen wurden die hohen Passagen einfach aus dem Lied rausgeschnitten. Im Internet existiert jedoch kein Beweis dafür, dass an diesem Mythos etwas dran ein könnte. 
Wissenschaftlich erwiesen ist jedoch, der große Einfluss der Musik auf die menschliche Psyche. Ebenso wie sie glücklich machen kann, wäre denkbar, dass Musik depressiv, aggressiv oder traurig machen könnte. Beweise für den Zusammenhang zwischen den Selbstmorden und der Musik gibt es jedoch nicht. 


Welche Musik hört ihr? Welche Musik gefällt euch nicht so? Und denkt ihr, dass an dem Mythos etwas dran sein könnte?


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Kommentare:

  1. Akustische Elektronische Musik hilft mir zum Beispiel super beim arbeiten :D

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  2. Sehr interessanter und Ausführlicher Bericht. So habe ich das Thema Musik noch nicht gelesen. Musik kann auf jeden Fall Krank machen, bin ich voll überzeugt. Hier liegt es aber auch daran, was man hört und auch wie laut ;). Wenn jemand jeden Tag die Musik immer bis zum anschlag hört, kann dieses ja auch zu Hörschäden kommen..

    Was ich so höre?
    Ohje, viel zu viel und von allen etwas. Das einzige was ich gar nicht höre ist Schlage und Volkmusik *pfui*..

    Liebe Grüße

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  3. Echt spannend geschrieben! :D
    Ich kann oft zu entspannender Pop- oder klassischer Musik viel besser schreiben und mich in Szenen hineinversetzen! Dabei hilft mir Musik ungemein!

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  4. Klassische Musik ist immer noch die beste beim nachdenken und schreiben. Sehr schön geschrieben, sehr schön beschrieben. Danke für die Erweiterung des Horizonts.

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  5. Sehr schöner Beitrag! :)
    Musik kann einiges mehr, als viele Menschen für möglich halten. Sie kann Emotionen hervorrufen oder verstärken, sie kann uns aber auch unterbewusst beeinflussen. Kein Wunder, dass auditives Branding auch in der Marktforschung immer wieder zum Thema wird. Musik bleibt uns eben in den Köpfen.
    Aber Musik kann uns tatsächlich auch schaden. Ein weiteres Beispiel zu dem Pokémon Skandal ist die Musikfolter von Guantanamo. Einer unserer Dozenten hat uns mal erzählt, dass auf Guantanamo die Gefängnisinsassen mit Musik gefoltert wurden. Dabei wurden komplett unterschiedliche Musikrichtungen übereinander und in einer hohen Lautstärke gespielt. Darunter waren nicht nur Pophits, sondern auch Fahrstuhlmusik, Kinderlieder und Metal. Der Dozent meinte, er habe das ganze mal mit seinen Studenten nachgestellt und tatsächlich habe man das nicht länger als fünf Minuten ausgehalten, ohne Kopfschmerzen zu bekommen. Kein Wunder, dass Menschen von so etwas Depressionen bekommen oder sich im schlimmsten Fall sogar umbringen.
    Auch das Kaufverhalten in Supermärkten wird teilweise von der Musik mit beeinflusst. So erstellen Supermarktketten Pläne, wann welche Musik läuft, um mit der richtigen Musik die richtige Zielgruppe zu treffen. Zudem wird immer in einem gemütlichen (Schritt-)Tempo gespielt. Vielleicht kennt ihr das Phänomen, wenn ihr etwas komplexes macht und dabei zu schnelle Musik hört? Ich kann mich dann gar nicht mehr konzentrieren und muss die Musik erstmal aus machen. So etwas darf natürlich in keinem Supermarkt vorkommen (auch wenn mal dahin gestellt sei, ob Einkaufen nun komplex ist oder nicht :p).

    Zuletzt löst Musik einfach Emotionen aus, kann ein Ambiente ausmachen und noch vieles mehr. Viele bekannte Lieder sind nur so erfolgreich geworden, weil sie aus den richtigen Akkorden zusammen gebastelt wurden.
    Hier noch ein super Video, was das ganze noch einmal deutlich macht! :D
    https://www.youtube.com/watch?v=5pidokakU4I

    Liebe Grüße,
    Danny.

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  6. Sehr schön geschriebener Beitrag! :)
    Das Thema "Musik" ist wirklich sehr vielfältig und komplexer als man denkt. Es ist vorallem interessant, wie unterschiedlich Menschen auf eine bestimmte Richtung reagieren.
    Ich bin z.B. ein Mensch, der laute Musik braucht um runterzukommen oder sich konzentrieren zu können. Andere brauchen dagegen ruhige und langsame Musik.
    Ein wirklich faszinierendes Thema!

    Liebe Grüße, Miyu

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  7. wow der post ist echt gut!
    ich hoffe es kommen mehr Beiträge dieser art
    ich bin gerade echt sprachlos, habe hier sehr viel neues gelernt
    vieles was ich vorher nicht mal erahnt habe.
    richtig toll!

    Hoffe du schaust auch mal bei mir vorbei <3
    http://miss-amelyrose.blogspot.de/

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