Zypern - Ein (Alb-)Traum?



















Ich nehme euch mit in die türkische Republik Nordzypern.



Eine ganze Woche war ich im Urlaub auf der Mittelmeerinsel Zypern. Natürlich hatte ich gewisse Erwartungen, einige Pläne (mehr dazu). Alles begann am Kieler Hauptbahnhof, dort startete meine Reise, denn zunächst musste ich mit dem Zug zum Flughafen in Berlin fahren.. Dort angekommen hatte ich noch sehr viel Zeit, auch das Einchecken und all die Sicherheitskontrollen konnten mir die Langeweile nicht vertreiben.
Ich bin noch nie im Dunkeln geflogen - Gott, ich hab was verpasst. Ich flog mit Tailwind Airlines, einer türkischen Billigfluggesellschaft. Während des Fluges gab es regelmäßig Getränke und... Käsesandwiches. Da ich keinen Käse esse, gab es auf dem Hinflug leider nichts zu essen. Wir landeten in Antalya zwischen und überflogen dabei die Stadt. Die Lichter kamen immer näher und näher, der Anblick war atemberaubend. Vom Mittelmeer konnte man nicht sonderlich viel sehen, da es dunkel war. In Ercan auf Zypern gelandet, fand ich relativ schnell den Reisebus, der mich in 45 Minuten Fahrt zu meinem Hotel bringen sollte. Ein Hotelmitarbeiter brachte meinen Koffer zu meinem Zimmer. Wir gingen über den Innenhof des Hotels, wo sich auch der Pool befand auf ein Gebäude zu....



Obwohl ich mich - geizig wie ich bin - für ein Low Cost Zimmer entschieden hatte, bei dem ich durchaus mit einigen Abstrichen hätte rechnen müssen, ist das was ihr auf dem obigen Bild seht nicht Teil meines Hotels gewesen. Ursprünglich scheint mein Hotel nur eines von vielen an der Strandpromenade gewesen zu sein. Offensichtlich war es nach längerer Zeit das einzige Hotel, das sich durchgesetzt hat, denn die anderen Gebäude in der Umgebung waren leerstehend.


Salamis Bay Conti hieß das 5-Sterne-Haus, in dem ich untergebracht war. Ein relativ vernünftiges Hotel, das aber keinesfalls unansehnlich ist. Marmorböden in der Lobby scheinen Standard zu sein, denn die hatte ich auch in meinem 4-Sterne-Hotel auf Malta, wo ich vor zwei Jahren auf Klassenfahrt war. Das Einchecken verlief reibungslos und obwohl es anschließend schon 2 Uhr nachts war, wurde für meine Reisegruppe ein Nachtsnack im Restaurant bereitgestellt (endlich konnte ich etwas essen!!!). Ein Großteil des Personals ist zumindest in der Lage gewesen, Deutsch zu verstehen und das Hotel bot jeden Tag ein Abendprogramm, das über Live-Musik und Bingo bis hin zu Karaokeabenden und Disco reichte.


Und in diesem Gebäude befand sich mein recht schlichtes Zimmer. Einfache Möbel, nicht sonderlich aufregend, keine Dekoration. Wäre ich während der Hochsaison hier gewesen, hätte sich das Low Cost Zimmer vermutlich bemerkbar gemacht, denn das Zimmer lag unweit zum Pool, der Kinderspielplatz war quasi vor meinem Fenster, doch in der Nebensaison fingen die Kinder hier nicht an, um 6 Uhr schreiend über den Spielplatz zu tollen. 
Pool und Mittelmeerstrand waren jeweils nicht mal eine Minute von meinem Zimmer entfernt. Der Teil des Sandstrandes, der direkt an das Hotel grenzte, war auch sauber gehalten. Das Hotel verfügt über zwei Poolanlagen, von denen eine mit Wasserrutschen versehen ist, die jedoch in der Nebensaison nicht in Betrieb waren. :(


Warum die Banane krumm ist, konnte ich bei einem Blick aus meinem Zimmerfenster ebenfalls philosophieren. Die einfache Lösung: Bananen wachsen seitwärts aus dem Stamm heraus. Da Pflanzen aber zur Sonne wachsen, biegen sich die Bananen je größer sie werden immer weiter nach oben.



Folgt man dem Sandstrand an den verlassenen Hotels vorbei, ändert sich das Bild jedoch. Nicht nur die Gebäude zerfallen, auch der Strand wird immer schmutziger. Plastikflaschen sind noch das geringste Übel, so lag dort am Strand ein ganzes Stück PVC-Belag, das vermutlich von irgendwelchen Campern zurückgelassen wurde.


Zwar fand ich am Strand viele schöne Muscheln, die ich hier am Ostseestrand vermutlich nicht finden würde, diese waren aber erstens viel zu klein, um sie als Deko im Badezimmer zu verwenden und zweitens war ich nicht mutig genug, Muscheln aus dem Ausland zu schmuggeln.


So blieben die kleinen Muscheln am nicht ganz so schönen Sandstrand Nordzyperns zurück.


Was ich schon damals auf Malta wirklich toll fand, waren die Pflanzen, die dort wachsen. Sie unterscheiden sich von der Vegetation in Deutschland und vermitteln irgendwie einen mediterranen Flair. 


Nach etwa zwei bis drei Kilometern, die ich am Strand gewandert bin, kam ich endlich an mein Ziel: Die Ruinen von Salamis. Die folgenden Bilder zeigen das Gymnasium, das jedoch keinesfalls eine Schule war. In der Antike war ein Gymnasium viel mehr etwas wie ein Schwimmbad oder ein Sportzentrum, denn "gymnos" ist Griechisch und bedeutet "nackt". 


Zuerst bin ich in dieses riesige Gebäude gegangen, ohne nachzuschauen, was es einst gewesen ist und habe versucht, es anhand der Räume selber zu erraten. 


Wirklich darauf gekommen, bin ich erst, als ich dieses Becken sah. Direkt nach diesem Raum ging es nach draußen, um hier zwischen all den Säulen Sport zu betreiben.


Was ich auffällig fand: Sämtliche Marmorstatuen waren enthauptet. Bei meiner Recherche im Internet wurde ich darauf aufmerksam, dass man so Verachtung für die abgebildete Person durch die Nachwelt erkennen konnte. Damnatio memoriae also "Verdammung des Andenkens" wird diese Art des Umgangs durch die Nachwelt genannt.


Das Amphitheater war leider nicht mehr zu erkennen, eine riesige Blumenwiese wuchs dort, wo einst, die Rennbahn gewesen sein soll, doch das Theater konnte man noch gut erkennen. Ich nahm meinen Platz in der letzten Reihe ein und beobachtete das Schauspiel... Es passierte nichts. :( Zu gerne hätte ich gesehen, wie plötzlich ein Redner auf das Podium steigt und das Schauspiel ankündigt! :(


Beim Aufstieg zu meinem Platz wurde mir schon ein bisschen mulmig, denn die Treppe führte genau am Abhang entlang nach oben. Ich hab eigentlich keine Höhenangst, aber zu wissen, dass man mit einem falschen Schritt mehrere Meter in die Tiefe fallen könnte, ist doch ein seltsames Gefühl.


Über solche Straßen sind in der Antike die Pferdewagen mit ihren Waren gefahren. Kein Wunder also, wenn unterwegs mal etwas passierte oder die Waren nur zur Hälfte dort ankamen, wo sie angedacht waren.


Der Tag in der Ruine ging schnell zu Ende und am nächsten Tag fuhr ich mit dem hoteleigenen Shuttleservice in die Hafenstadt Famagusta. Ich entschied mich für den letzten Bus, der um 14 Uhr in die Stadt und um 18:30 Uhr zurück zum Hotel fuhr. Leider entschied ich mich für eine Besichtigung der ummauerten Altstadt Famagustas und so stieg ich am Sea Gate aus und begann meine Erkundungstour. Dieser steinerne Markuslöwe befindet sich vor dem Sea Gate. Einer Legende nach öffnet er einmal im Jahr sein Maul und stößt ein lautloses Brüllen aus. Wer sich in diesem Moment traut, seine Hand in den Mund des Löwen zu stecken, soll einen wertvollen Schatz finden. Wann der Löwe sein Maul jedoch öffnet, ist nicht bekannt und bisher scheint auch niemandem dieses Glückgriff gelungen zu sein.
Ich ging zuerst auf die Stadtmauer, die Treppe wieder so, dass man leicht hätte fallen können, und sah den belebten Hafen. Anschließend ging ich durch die Stadt. Es gab nicht sonderlich viele Geschäfte, mehr Souvernirläden als alles andere, Restaurants und Souvenirgeschäfte zeichneten ihre Angebote mit Euro aus, den Wechselkurs weit überschritten - so macht man Profit.


Dieses Gebäude stand etwa im Stadtzentrum der Altstadt und von dort klangen während meines Aufenthalts zweimal Gebetssänge über die komplette Stadt. Um 17 Uhr begannen die Läden zu schließen und ich hatte mittlerweile alles Sehenswerte der Altstadt gesehen, der Bus kam aber erst um 18:30. Wäre ich bloß im neuen Stadtzentrum ausgestiegen, dieses lief vor Einkaufsmöglichkeiten über. Nach 1 1/2 Stunden Wartezeit kam dann endlich der Bus und es ging zurück zum Hotel.

Das Hotel lag leider mitten im Nirgendwo, ein öffentliches Busnetz gab es nicht, den Fahrradverleih hat das Hotel im Vorjahr eingestellt. Das Wetter hat leider auch nicht so ganz mitgespielt, sodass ich nur einen Tag die Sonne wirklich genießen konnte, die anderen Tage war es bewölkt und windig.


Fazit:

Wer zu jung ist, um einem Mietwagen zu buchen oder nicht Unmengen für Tagesausflüge durch Reiseveranstalter ausgeben möchte, der sollte sich diesen Urlaub gut überlegen. Preis-Leistungs-Verhältnis würde ich zwar mit einer 2 benoten, in der Nebensaison ist es aber doch recht langweilig dort.

Kommentare:

  1. Du fährst also ohne uns in den Urlaub.
    Sieh mal an.
    Tolle Bilder hast du ja mitgebracht und auch wenn du von einem tolle Flug berichtestet (ok, das Essen jetzt nicht so toll), werde ich wohl nie in ein Flugzeug steigen^^.

    Da war dein Urlaub ja leider nicht so toll. Schade für dich, aber der nächste Urlaub wird besser ;) Wir haben bei unseren Urlaub auch jedes Jahr pech. Sind jedes Jahr irgendwo in Deutschland, aber immer hatten wir Regen. Dieses Jahr fahren wir 1 Monat ea und hoffen auf schöneres Wetter. Muss es auch, wir wollen Wandern gehen...

    Liebe Grüße

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  2. Ich hätte mich auch nicht getraut, die Muscheln mitzunehmen, man weiß ja nie! Dein Hotel sieht hübsch aus, zum Glück war nicht Hauptsaison ;) Das Meer vor der Haustür, das wäre was für Aimee. Wir fahren im Sommer wahrscheinlich nach Italien und sehen dann ein wenig die Adria :)

    Liebe Grüße
    Jana

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  3. Das mit den verschmutzten Sandstränden ist richtig schlimm! Nicht nur wegen der Umwelt, auch den anderen Urlaubern gegenüber ist das unfair, man möchte schließlich auch nicht zum Campen an so einen verdreckten Strand kommen.
    Die Bilder finde ich aber alle sehr schön gelungen :-)

    LG,

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