Hast du Angst?




Jeder kennt dieses Gefühl des Unbehagen, eine aufkeimende Furcht im Innern, aber warum haben wir Angst? Was ist Angst überhaupt und wie entsteht Angst?


Angst ist angeboren



Um diese Fragen zu klären, muss man gewisse Differenzierungen vornehmen. Angst ist nicht gleich Angst. Im Grunde teilt man Angst in zwei personenspezifische Arten. Im philosophischen Sinne gibt es die Angst aus ethischen und moralischen Gründen; aus der biologischen bzw. naturkundlichen Sicht die sogenannten Phobien, also ständige Ängste. Ersteres sind die spontanen Ängste, die uns unverhofft heimsuchen. Diese sind keineswegs bestimmt, das heißt, man weiß nicht, welche Tatsache die Angst hervorruft, wobei ich bei der Frage bin, wie Angst in uns entsteht. Die Angst im Sinne der ersten Art ist für uns sinnvoll. Sie soll uns Schützen, uns warnen und ist angeboren. Wir verspüren sie durch verschiedene Anzeichen. Körperlich zeigt sich eine Überfunktion der Schweißdrüsen, steigender Blutdruck und die Beschleunigung von Herz und Atem. Es kann auch zu außerordentlichen Zitteranfällen, einem Stechen im Brustbereich und Kribbeln in den Beinen kommen. Emotional ist das Konzentrationsvermögen eingeschränkt und man fühlt sich angespannt. Die tatsächlichen Ursachen sind zum Beispiel das plötzliche Entstehen einer unangenehmen Situation, das Verspüren von Gefahr durch Dritte oder die bestehende Möglichkeit, dass die körperliche Unversehrtheit verletzt wird. Die zweite Art entspringt aus den Erfahrungen unserer Vergangenheit. Sie können die unterschiedlichsten Ursachen haben und werden durch verschiedene Gegebenheiten ausgelöst.


Angst..?!Wir alle kennen diesen Begriff und benutzen ihn im alltäglichen Sprachgebrauch sehr oft. Doch eigentlich hat jedes Individuum seine ganz eigene Vorstellung von "Angst".Ich selbst bin stets mutig, doch meine innere Psyche ist doch sehr angsterfüllt. Vor allem verbinde ich Angst mit der Liebe. Die Liebe ist eines der stärksten Gefühle des menschlichen Daseins. Gefühle der Angst in Bezug auf Liebe sind für mich Routine. Ich lebe in ständiger Angst meinen Partner zu verlieren und habe deshalb auch teilweise starke psychische Probleme. Diese Angst des Verlusts ist gleichzeitig meine größte Angst sowie der größte Schwachpunkt meiner Persönlichkeit. Ich persönlich denke, dass jeder Mensch eine gewisse Angst bezüglich des eben genannten Aspekts hat, doch meine ist nahezu unmenschlich stark.Meinen weiteren Lebensweg kann niemand vorhersehen, doch ich kann für mich selbst sagen, dass ich lernen muss mit dieser Angst umzugehen, denn ein Leben in diesen Gefühlsdramen ist sehr kompliziert...Anonym, 16

Angst - Die Entscheidung zwischen Kampf und Flucht


Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Ängsten, Panikattacken und Depressionen - Tendenz steigend. Höhenangst, die Angst vor großen Menschengruppen - Angst scheint zu einem Volksleiden zu werden, denn wer einmal eine Panikattacke hatte, wird künftig zusätzlich von der Angst vor der Angst begleitet. In der Regel sind alle Lebewesen mit Instinkten ausgestattet, auch einem, das die körperliche Unversehrtheit gewährleisten soll. Dazu wägen wir in einer Gefahrensituation innerhalb von Millisekunden ab, ob es sinnvoller ist, zu kämpfen oder zu fliehen. Viele Stresssymptome lassen sich auf diese Reaktionen zurückführen. Angst ist also eine sinnvolle Reaktion, die uns vor Gefaren bewahren soll.  Oftmals sind negative Erlebnisse aus der Vergangenheit Auslöser für eine Angst. Angst ist eng mit unseren Gefühlen verbunden. Der Psychologe Dolf Zillmann von der Universität aus Alabama  untersuchte den Zusammenhang zwischen Angst und den Gefühlen Wut und Zorn mit dem Ergebnis, dass Zorn dem Kampf-Aspekt in der Entscheidung zwischen Kampf und Flucht entspräche.
Demnach entstehe Zorn unmittelbar aus dem Gedanken, gefährdet zu sein. Dieses Gefühl ordnen wir unseren anderen Gefühlen für den Moment über, wir unterdrücken unsere Ziele, Wut und Zorn kontrollieren uns.

Was macht Angst mit unserem Körper?

Werden unterdrückte Gefühle aufgrund von Stresssituationen zum Dauerzustand, setzen wir unseren Körper Hochspannung aus. Nervenreaktionen und Organabläufe geraten in Unordnung und greifen nicht länger biologisch sinnvoll ineinander. In Stresssituationen schüttet unser Körper Adrenalin aus, ist er dauerhaften Stress ausgesetzt, kann der Adrenalinspiegel unseres Körpers nicht wieder ordnungsgemäß reduziert werden - es kommt zu Panikattacken. 
Panikattacken führen dazu, dass wir die Kontrolle über unseren Körper verlieren, das Herz rast, die Hände werden schwitzig, die Atmung wird schneller. Hoher Blutdruck, Verdauungsprobleme und Konzentrationsverlust sind typische Begleiterscheinungen einer Panikattacke, die bis hin zu Ohnmachtsanfällen führen können.

Wo entsteht Angst in unserem Gehirn?


Die Amygdala gilt als Zentrum aller Emotionen in unserem Gehirn, das vorallem die Angst steuert. Wissenschaftler der University of Iowa fanden jedoch heraus, dass die Amygdala nicht für jede Art der Angst verantwortlich sein könne. In einem Versuch testeten sie Probanden mit dem Urbach-Wiethe-Syndrom, einer genetischen Erkrankung, bei der die Amygdala teilweise oder vollständisch funktionsunfähig ist. Sie führten den Probanden CO2-Angereicherte Luft zu. Menschen mit einer funktionsfäigen Amygdala verspürten in diesem Versuch die Angst, zu ersticken. Während die Wissenschaftler davon ausgingen, dass die erkrankten Probanden diese Angst nicht spüren könnten, beschrieben diese im Nachhinein exakt dieselbe Angst. Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass die Amygdala nicht allein für jede Art der Angst verantwortlich sein könne. 

Wie man mit Angst umgehen sollte


Die Fähigkeit, Angst zu empfinden, ist zwar angeboren, die meisten spezifischen Ängste haben wir jedoch erlernt. Negative Erlebnisse, Perfektionismus - das Spektrum der Basen für Angst ist nahezu unendlich. Doch genauso wie wir Ängste im Laufe der Zeit erlernen können, besteht die Möglichkeit, diese wieder zu verlernen. Zwei Drittel aller Betroffenen gelingt es, ihre Ängste innerhalb von kürzester Zeit zu bewältigen. Wir müssen uns dazu viererlei Dinge vor Augen führen:

  1. Die Angst entsteht nicht aus einer Situation heraus, sondern weil wir in der Situation eine Gefahr für uns sehen. Panikgefühle entstehen aufgrund unserer ängstlichen Gedanken.
  2. Wir müssen uns fragen, welche Gedanken uns in Angst versetzen. Der Gedanke, uns könnte etwas passieren oder wir würden uns blamieren, versetzt uns in Angst.
  3. Haben wir bisher eine Situation gemieden, um der Angst aus dem Weg zu gehen, ist es nun an der Zeit uns dieser zu stellen. Konfrontation wird uns zunächst in Angst versetzen, sagen wir uns jedoch, dass die Angst uns nicht beherrschen kann und kleiner wird, wenn wir uns ihr stellen, kann es gelingen, die Angst zu besiegen. Wichtig ist, nicht vorzeitig aus der Situation zu fliehen, da die Angst in diesem Fall gewonnen hätte.
  4. Angst und Entspannung schließen einander aus. Gelingt es uns also, uns mithilfe bestimmter Entspannungsmethoden zu entspannen, ist es einfacher, uns unseren Ängsten zu stellen.
ABER: Nicht jede Angst sollte verlernt werden, denn Angst ist und bleibt die natürliche Schutzfunktion des Menschen. Es ist vollkommen normal, dass wir zusammenzucken, wenn wir uns erschrecken. Wir bereiten uns aufgrund eines äußeren Impuls auf eine mögliche Abwehr vor. Es werden schlagartig alle Muskeln angespannt, was nur aufgrund der Ausschüttung des Adrenalins möglich ist, dass uns für den Moment zusätzliche Power geben soll, unsere Pupillen weiten sich, damit wir besser sehen können und das Herz pumpt schneller, damit die Muskeln schneller mit Blut versorgt werden. Angst ist also nicht unbedingt schlecht und sollte auf keinen Fall komplett aus unserem Leben verschwinden.

Wovor habt ihr Angst? Sind es Spinnen, Brücken, enge Räume?

Quellen: spiegel.de, Deutsches Institut für Überwindung, psychotipps.com, abendblatt.de

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