Weihnachtsgedichte



Gedichte gehören zu Weihnachten dazu!


"Lieber, guter Weihnachtsmann..." beginnt das wohl bekannteste Weihnachtsgedicht, das vermutlich jedes Kind sogar im Schlaf aufsagen könnte. Wer in der Weihnachtszeit dazu kommt, ein Gedicht aufsagen zu müssen, sollte einmal kreativer werden. Trefft ihr also auf den Nikolaus, den Weihnachtsmann oder müsst ein Gedicht für die Familie vortragen, versucht es doch einmal mit folgenden Gedichten: 

Die heiligen Drei Könige aus dem Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?”

Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter,
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.

Der Stern bleibt stehn über Josefs Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Öchslein brüllt, das Kindlein schrie,
die heiligen Drei Könige sangen.
» Die heiligen Drei Könige, HEINRICH  HEINE (1797 - 1856)

heinrich-heine-club.de
Der 1797 in Düsseldorf geborene Schriftsteller Christian Johann Heinrich Heine gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts und als letzter Vertreter der romantischen Lyrik. Kaum ein anderer deutschsprachiger Dichter kann wie Heine behaupten, dass seine Werke so häufig übersetzt und sogar vertont wurden.
Unter dem Pseudonym Sy. Freudhold Riesenharf veröffentlichte er 1816 sein erstes Gedicht in einer Hamburger Zeitung. 

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so friedlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderlich beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil´ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt´s wie wunderbares Singen -
o du gnadenreiche Zeit!
» Weihnachten, JOSEPH VON EICHENDORFF (1788 - 1857)

spiegel.de
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff wurde 1788 in Oberschlesien in eine katholische Adeslfamilie geboren, besuchte später ein katholisches Gymnasium und studierte schließlich Jura in Halle und Heidelberg. Auch er war ein bedeutender Vertreter der Romantik und gilt mit rund 5000 Vertonungen als am meisten vertonter Schriftsteller der deutschen Sprache. Er schrieb unter anderem auch am Hofe des Brenzlauer Erzbischofs, wo er seine literarische Arbeit niederlegte und sich fortan publizistisch beschäftigte. Im Alter von 69 starb Eichendorff an einer Lungenentzündung.





Wenn die erste Fröste knistern
in dem Wald bei Bayrisch-Moos,
geht ein Wispern und ein Flüstern
in den Tannenbäumen los-
ein Gekicher und Gesumm ringsherum.
Eine Tanne lernt Gedichte,
eine Lerche hört ihr zu.
Eine dicke, alte Fichte
sagt verdrießlich: Gebt doch Ruh`!
Kerzenlicht und Weihnachtszeit sind noch weit!
Vierundzwanzig lange Tage
wird gekräuselt und gestutzt
und das Wäldchen ohne Frage
wunderschön herausgeputzt.
Wer noch fragt: Wieso? Warum? -
der ist dumm!
Was das Flüstern hier bedeutet,
weiß man selbst im Spatzennest:
Jeder Tannenbaum bereitet
sich nun vor aufs Weihnachtsfest.
Denn ein Weihnachtsbaum zu sein,
das ist fein!
» 24 lange Tage, JAMES KRÜSS (1926 - 1997)

ijb.de
 1926 wurde der deutsche Schriftsteller und Dichter James Jacob Hinrich Krüss wurde auf Helgoland geboren. Als Freiwilliger der Luftwaffe erlebte er das Ende des zweiten Weltkriegs im Sudetenland und wanderte von dort nach Cuxhaven zu seiner Familie. In seinem Werk "Der Harmlos" von 1988 beschrieb er sich selbst als überzeugten Nationalsozialisten, der sich auf eben dieser Wanderung von dieser Überzeugung abwandte. Sein Nachlass umfasste mehr als 700 Kinderbücher.


Was ist euer Lieblings-Weihnachtsgedicht? Gibt es den Brauch mit dem Gedichte-Aufsagen bei euch überhaupt?


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