Sind die Weichen für den IS bereits gestellt?



Rückeroberung wichtiger Städte, Abklemmen der Finanzquellen, Rückzug des russischen Militärs. Ist der IS geschlagen?


Die großen Städte, die die Terrormiliz Islamischer Staat als Finanzquelle nutze, wurden zurückerobert. Der Geldhahn für neue Waffen und andere Materialien somit zugedreht. Internationale Luftangriffe schränken die Bewegungsfreiheit des IS stark ein. Durch die Bombardements der internationalen Allianz starben bisher wohl mehr als 10.000 IS-Kämpfer, darunter dutzende Führungspositionen der Terrororganisation. Kommunikation wird längst überwacht, die Anzahl der Anschläge durch den IS hat wieder abgenommen, die Angst scheint vorerst passé. 

Ist der IS geschlagen? Moskau zumindest scheint davon überzeugt zu sein, am Montagmorgen rief Putin einen Teil seiner Einsatzkräfte in die Heimat zurück. Festhalten lässt sich zumindest, dass der IS militärisch in die Defensive geraten ist. In der IS-Hochburg Rakka wird gepredigt, dass der IS auch nach Fall der Führungspositionen fortbestehen würde, wie der Islam nach dem Tod des Propheten Mohammed weiter existierte. 

Experten befürchten einen "finalen Schlag"


Der anfängliche Glaube, der IS würde einen schnellen Sieg erfahren, scheint dem Druck gewichen zu sein. Der IS steckt in der Krise. Plünderungen und Rohstoffe aus eingenommenen Regionen finanzierten die Organisation, vergrößerten ihren Einfluss. Nach diesem Raubzug-Prinzip wollte man allen Ernstes die ganze Welt erobern. Der internationalen Anti-Terror-Allianz ist es zu verdanken, dass das Herrschaftsgebiet aktuell immer kleiner statt größer wird. Die USA, das Assad-Regime und die anderen Mitglieder der Anti-Terror-Allianz drängen die Dschihadisten immer weiter zurück.

Die Weichen für den IS scheinen gestellt zu sein, direkt in den Abgrund. Experte warnen jedoch, die Krise des IS könne die Anzahl der weltweiten Anschläge erhöhen. Der IS würde versuchen, seine Niederlage durch perfide Selbstmordattentate zu kaschieren. Besonders große Angst haben Experten vor einem "Finalen Schlag" des IS mit Chemiewaffen. Dass der Islamische Staat in Besitz solcher Stoffe ist, zeigte er erst am letzten Wochenende, als bei einem Anschlag auf die irakische Stadt Taza 600 Menschen schwer verletzt wurden. 

Doch weitläufig betrachtet, wäre es nicht das erste Mal, dass vom bevorstehenden Ende des IS ausgegangen wird. So gelang es dem IS bisher immer, seine Taktik anzupassen. Der Aufklärung aus der Luft gingen die Terroristen aus dem Weg, indem sie zunehmend in kleineren Gruppen, in zivilen Fahrzeugen oder Taxen unterwegs waren.

Ende des IS bedeutet nicht Ende des Terrors


Zwar ist der Islamische Staat derweil in aller Munde, doch was dahinter steckt, ist nicht unbedingt die Freude an Explosionen und fliegendem Blei. "Das [Problem] ist erst gelöst, wenn in Syrien wieder eine Regierung da ist, die staatsfreie Räume ordnet", erklärt Nahost- und IS-Experte Dr. Udo Steinbach in einem Interview. Heißt: Auch wenn der Islamische Staat eines Tages von der Bildfläche verschwinden sollte, wird es den Islamismus, der zu terroristischen Methoden greift, weiterhin geben. Militante Islamisten kämen dorthin, wo Menschen gesellschaftlich und wirtschaftlich verunsichert seien, erläutert der Wissenschaftler. Neben den militärischen Interventionen sei, so Steinbach, eine umfassende entwicklungspolitische Zusammenarbeit notwendig.

Sollte hingegen wirklich der Untergang des IS bevorstehen. befürchten Experten, dass sie möglichst viele Menschen mit sich reißen wollen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Attentate auf Niederlagen folgen, um vermeintliche Stärke zu demonstrieren.

Quellen: n24.de, web.de, tagesschau.de, welt.de

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