Was macht den Urlaub zum Traumurlaub?



Zwei Tage Sonnenschein hintereinander - wenn das nicht schon der Sommer war, beginnt bald die Urlaubszeit!


Egal, ob Mittelmeerurlaub, Wanderungen durch die Berge, Urlaub auf dem Land, auf einer kleinen Insel oder Sommerurlaub auf Balkonien - im Sommer möchte jeder irgendwo Urlaub machen. Ein Urlaub auf dem eigenen Balkon muss dabei aber nicht unbedingt schlechter sein, als ein Urlaub auf Mallorca, an der Cote d'Azur oder auf den Seychellen. Jeder hat eine andere Vorstellung davon, wie "Traumurlaub" aussehen sollte. In ihrer Blogparade gehen Christine und diverse andere Blogger der Frage nach, was einen Urlaub zu einem Traumurlaub macht.

Fakt ist: Auch eine Reise, die vom Veranstalter als "Traumreise" deklariert wird, kann mit einem dreckigen Hotelzimmer, einer schlechten Organisation vor Ort oder - und dafür kann wirklich niemand etwas - schlechtem Wetter die Laune vermiesen. Sobald wir verreisen werden wir Teil des Tourismus, welcher nicht nur ein Wirtschaftszweig sondern auch einen Teil zur Identitätsbildung beiträgt. Ganz nach dem Motto "Wie ich reise, soll zeigen, wer ich bin." nutzen wir unseren Urlaub, um uns selbst zu definieren. So lässt sich häufig beobachten, dass wir entweder dorthin reisen, wo wir unseresgleichen finden (Jugendliche reisen oft an den Ballermann), oder dass wir dorthin reisen, wo wir nicht unseresgleichen finden, um uns abzugrenzen. Wer viel Geld hat, leistet sich mehr Luxus, wer weniger Geld hat, ist mit weniger Luxus gleichermaßen zufrieden. Wir nutzen Urlaub als Spiegel unserer Identität.

Wir bestimmen unsere Urlaubsziele jedoch nicht ausschließlich anhand der finanziellen Möglichkeiten und auch nicht ausschließlich anhand der Qualität. Niemand sagt: Lufthansa steht für Qualität, wo fliegen die hin? Und niemand schaut, wo es vielleicht ein Hilton-Hotel gibt, um sein Urlaubsziel zu bestimmen.Wir verreisen, weil wir etwas sehen möchten - Touristen wollen starren. Genau dieses Verhalten beschreibt John Urry in seinem Buch "The tourist gaze". Wir reisen nicht nach Paris, weil es Paris ist, sondern weil wir den Eiffelturm sehen wollen. Wir bestimmen Paris nicht als Ziel, um dann die Sehenswürdigkeiten dort zu erforschen, sondern wir wälen Paris als Ziel, weil wir wissen, welche Sehenswürdigkeiten wird dort finden werden. Wir verreisen mit gewissen Erwartungen, lesen uns vorher Rezensionen durch, schauen uns Bilder an. Je mehr Erwartungen von unserem Urlaub getroffen werden, je weniger wir also enttäuscht werden, umso schöner nehmen wir unseren Urlaub wahr.


Was erwarten wir von einem Traumurlaub?





Viele von uns werden enttäuscht sein, wenn sie eine Woche am Mittelmeer im Hotel verbringen müssen, weil es durchgängig regnet. Warum? Weil wir ans Mittelmeer fahren, um am Strand zu liegen. Wir erwarten etwas, was nicht erfüllt werden kann.

Mit der richtigen Einstellung kann auch der Urlaub auf Balkonien ein richtiger Hit werden. Wer nicht viel erwartet, kann auch nicht entspannt werden, kommt schönes Wetter hinzu, nehmen wir den Urlaub automatisch schöner wahr. Was muss ein Reiseziel bieten, um ein Traumziel zu sein?
Auch das hängt wieder von unseren Erwartungen ab. Reisen wir ans Mittelmeer, möchten wir schöne Strände haben, die wir in den Bergen nicht unbedingt brauchen. Was ein Reiseziel also braucht, kann man nicht pauschalisieren.

Ich finde, ein schöner Urlaub, muss nicht einmal ins Ausland gehen. Auch Deutschland bietet viele, traumhafte Urlaubsziele. Bergurlaub, Strandurlaub oder eine Reise zu den verschiedenen Freizeitparks, die Deutschland zu bieten hat - unser eigenes Land hat viele attraktive Ziele zu bieten. Wen das Fernweh packt, sollte einmal darüber nachdenken, das Tropical Island in der Nähe von Berlin zu besuchen. Ganz egal, wo es hingeht, Experten raten, nicht länger als 14 Tage im Urlaub zu bleiben. Mehrere Studien haben gezeigt, dass insbesondere Schüler während eines längeren Urlaubs kognitiv abbauen. Wer wirklich erholen möchte, sollte mindestens vier Tage in den Urlaub fahren. Der Neurowissenschaftler David Strayer fand heraus, dass vier Tage bereits reichen, um beispielsweise in einem anschließenden Kognitionstest um 50% besser abzuschneiden, als Menschen, die die vier Tage normal gearbeitet haben.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Urlaub schöner wird, wenn man möglichst wenig Erwartungen hat. So habe ich mir beispielsweise von meinem Urlaub auf Zypern mehr erhofft, weil es aber keinen ÖPNV gab, konnte ich nicht so viel von der Insel sehen, wie ich gerne gesehen hätte.
Meine (sehr kurzen) Reisen nach Paris hingegen, waren schön, weil man nicht allzuviele Erwartungen mitnehmen KONNTE. Je kürzer der Urlaub desto weniger Zeit, Erwartungen zu brechen. Ich denke, es lässt sich schwer sagen, wie ein Urlaub zum Traumurlaub wird und wie eher nicht. Je mehr man erwartet, desto eher kann man enttäuscht werden, je mehr man jedoch plant und vorausdenkt, um vor Ort nicht aufzulaufen, desto mehr Erwartungen entwickelt man auch.

Hattet ihr schon eure Traumreise, an die ihr euch besonders gern zurückerinnert?
Oder hat sich eine vermeintliche Traumreise schon einmal als Enttäuschung entpuppt?


Quellen: Urry, J. : The tourist gaze., dasgehirn.info

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