Deutschland im Gesundheitswahn



Fitness, Bio, Obst und Gemüse - Deutschland im Gesundheitswahn.


2003 - lang ist's her - redeten die wenigsten von Fitnessstudios. Man spielte Fußball, machte Leichtathletik - 4,4 Millionen Menschen gingen in Deutschland ins Fitnessstudio. Mittlerweile hat sich die Zahl verdoppelt, 9,5 Millionen registrierte Mitglieder wurden in den deutschen Studios im Jahr 2015 gezählt. Mit rund fünf Milliarden Euro Umsatz ist ein Ende der Fitness-Branche längst nicht in Sicht. Die Mitgliederzahlen werden weiter steigen.

Die Deutschen scheinen ein Bewusstsein entwickelt zu haben, sie sagen den Kalorien den Kampf an - nicht nur indem sie Sport treiben. Auch auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung wird vermehrt geachtet. Nicht unbedingt besser für den eigenen Körper aber auf jeden Fall für die Umwelt: Bio-Produkte, die nicht nur ein peripheres Regal in den Supermärkten sondern mittlerweile eigene Läden erhalten haben. Dieses Bewusstsein führt zu einem regelrechten Gesundheitswahn innerhalb Deutschlands. Sport und gute Ernährung - das Geheimrezept für ein gesundes Leben.

Der Trend hat auch Verlierer: Wer auf seine Ernährung achtet, verzichtet auf Süßigkeiten, verzichtet auf Alkohol. Die Spirituosen-Industrie stagniert. Wo 2014 506 Millionen Flaschen Sprit über die deutschen Ladentheken gingen, waren es nur ein Jahr zuvor 521 Millionen - ein Rückschlag.

Generation Koma-Saufen und Dauer-Suff


Kai-Uwe Hellmann, Professor für Wirtschaftssoziologie an der TU Berlin weiß: "Alkohol - das ist vor allem eine Generationenfrage." So sei es früher Tradition gewesen, dass ältere Männer härteren Alkohol zu sich nahmen. Ein Gläschen Whisky am Abend war ganz normal.
Mittlerweile lässt man Abende eher mit einem Bierchen oder einem Wein ausklingen. Kampagnen wie "Kenn dein Limit!" scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen, zum Leid der Industrie.
Ähnliches kennen wir aus der Tabak-Branche. Nach den Abschreck-Bildchen, die lange im Gespräch waren, wird nun über ein komplettes Werbeverbot für Tabakwaren diskutiert.
Auch für Alkohol könnte es bald ein Werbeverbot geben. Auf Twitter witzeln die Nutzer bereits über ein Verbot von FastFood-Werbung, gegen das sich McDonalds und BurgerKing wohl sehr sträuben würden.

Trotzdem ist in Sachen Alkohol das letzte Wort noch nicht gesprochen. Immer häufiger liest man von Jugendlichen, die sich ins Koma saufen. Was genau Alkohol mit unserem Körper macht, habe ich hier erklärt.

Seid ihr in einem Fitnessstudio angemeldet oder macht ihr anderen Sport? Achtet ihr sehr auf eure Ernährung?

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1 Kommentar:

  1. Ich bin zwar in keinem Fitnessstudio angemeldet, dafür aber momentan bei Bodychallenge von Detlef D Soest ;) Dafür wurden Produkttester gesucht und naja, wenn man ein paar Kilos verlieren kann, macht man da gerne mit! Deswegen ess ich auch momentan diverse Sachen weniger bis fast gar nicht und achte schon sehr auf meine Ernährung! Sport treibe ich auch ... auch wenn ich sicher der unsportlichste Mensch der Welt bleiben werde, was muss das muss! Muss gleich auch noch schauen, wie viele Liegestütze, Sit-ups und Kniebeugen ich schaffe, denn das muss einmal die Woche bei Bodychallenge eingetragen werden! Bist du denn sportlich aktiv?

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