Ich will dein Blut - Steht uns eine Mückenplage bevor?



Wir meckern über das warme, feuchte Wetter der letzten Wochen, doch ein kleines Erdbewohner freut sich: Die Stechmücke.



Gewöhnt euch an dieses Geräusch, denn das wechselhaft warme und feuchte Wetter der letzten Wochen bietet ideale Voraussetzungen für die Verbreitung der Stechmücke. Sie gehören zum Sommer dazu - das lästige Summen ebenso wie die juckenden Stiche. Doch aufgrund des Wetters der letzten Wochen warnen Experten nun vor einer Mückenplage, wie es sie zuletzt vor etwa 40 Jahren gegeben hat.

Doch das Schlimme an den Steckmücken ist nicht das nervige Summen oder das Jucken, sondern die Gefahr der Krankheitsübertragung - längst nicht nur in südlichen Ländern der Welt. In den vergangenen Jahren gab es auch in Europa Übertragungen von Westnil-Fieber, Dengue oder dem Zika-Virus durch Stechmücken. Endemische Arten übertragen solche Krankheiten meist nicht, weshalb eine besondere Gefahr den invasiven Arten, also "zugewanderten" Mücken zugetragen wird.

Aktuell sammeln Forscher deshalb Daten über Mücken und bitten Bürger, Mücken einzuschicken, um sie zu kartieren. Einer dieser Einsendungen sei sehr beunruhigend, teilt Helge Kampen, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Entomologie, mit. Demnach sei davon auszugehen, dass die Asiatische Tigermücke erfolgreich in Deutschland überwintert habe. Insgesamt konnten bisher sechs invasive Mückenarten nachgewiesen werden.

Für eine mögliche Plage sprechen jedoch nicht nur die optimalen Lebensbedingungen, das Wetter verkürzt die Brutzeit immens, sodass eine neue Generation innerhalb von zwei Wochen aus ihren Eiern schlüpft.

Worauf Mücken fliegen


Mücken ernähren sich wie Schmetterlinge von Nektar und Fruchtsaft. Da Weibchen allein dadurch jedoch keine Eier bilden können, saugen sie zusätzlich Blut. Dafür stechen die Weibchen ihre Opfer, um aus dem Blut Proteine zu gewinnen, welche sie zur Fortpflanzung benötigen. Um dabei die Gerinnung zu verhindern, injizieren Mücken ihren Speichel, der als Fremdkörper im menschlichen Körper erkannt wird und einen Juckreiz hervorruft.

Ihre Opfer orten Mücken anhand des CO2-Gehalts in der Luft. Kohlenstoffdioxid wird von uns allen beim Atmen ausgestoßen und macht uns so für die Mücken "riechbar". Hinzu kommt der Cocktail aus Ammonium und Buttersäure, Bestandteile unseres Schweißes, der sich auf unserer Haut bildet. Mücken lieben diesen Geruch und werden von ihm angezogen.

Mücken sind Alkoholiker - Wie man sich schützt


Knoblauch und Co machen uns leider nicht unattraktiver bei Mücken. Nachgewiesen werden konnte jedoch ein Zusammenhang zwischen dem Alkoholwert im Blut und der Attraktivität auf Stechmücken - Promillegehalt und Wirkung auf Mücken wachsen dabei proportional.

Da man sich mit Knoblauch nicht unbedingt schützen kann, muss auf Alternativen umgestiegen werden. Es kann bereits helfen, Spaziergänge im Schatten oder der Dämmerung zu meiden und das Licht bei geöffnetem Fenster abzuschalten (auch der Fernseher zieht Mücken an). Draußen hilft lange, weiße Kleidung gegen die juckenden Stiche. 
Wem das zu warm ist, kann auf Insektenschutzsprays setzen. Die verschiedenen Varianten bieten chemischen Schutz, sollten aber nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden.

Mücken legen ihre Eier an der Wasseroberfläche ab. Das feste Verschließen der Regentonne kann verhindern, dass die Mücken im eigenen Garten nisten, zudem sollten schattige Seen und Flüsse gemieden werden, wenn man auf die Stiche verzichten will.

Moskitonetze vor den Fenstern und eine ausgiebige Dusche mit parfümfreiem Duschgel, um den Schweißgeruch vom Körper zu entfernen, anstatt ihn zu überdecken, können ebenfalls vorbeugen.

Was hilft beim juckenden Stich?


Der Mückenspeichel unter unserer Haut beginnt zu jucken, weil er ein Fremdkörper in unserem Körper ist. Kühlung verschafft nur kurzzeitig Abhilfe gegen den Juckreiz. Das verursachende Protein im Mückenspeichel wird jedoch bei 45°C zerstört, sodass Hitze gegen den Juckreiz helfen kann.
Protipp: Lieber die Sauna besuchen, als die Stiche auszubrennen, sonst gibt es statt des Mückenstiches am Ende eine Brandwunde.

Quellen: br.de, spiegel.de, sueddeutsche.de

Auch interessant:

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen