Hallo, Hamburg!



Hallo, Hamburg! Schön, dich zu sehen!


Für jeden, der einmal nach Hamburg kommt, um die Stadt zu sehen, gibt es hier ein paar Orte, die ihr euch auf jeden Fall einmal ansehen solltet. Eine 2013 durchgeführte Studie zeigt, dass Hamburg die attraktivste Stadt Deutschlands ist - ein Besuch lohnt sich also! Dieser Beitrag führt euch vom Hamburger Hafen, den Landungsbrücken, über die Reeperbahn, durch Planten un Blomen, die Mönckebergstraße entlang und durch die Speicherstadt bis zur Hafencity!

Hamburger Hafen


Petra Dirscherl  / pixelio.de
Mehr als 100 Millionen Tonnen werden hier jährlich verschifft - der Hamburger Hafen ist mit 900 Häfen in über 700 Ländern über diverse Schiffrouten verbunden. Damit ist der Hafen an der Unterelbe der drittgrößte Hafen Europas. 
Rund 10.000 Schiffe laufen den Hafen im Jahr an - darunter riesige Container- und Kreuzfahrtschiffe. Bemerkenswert ist das, weil der Zugang über die Nordsee zur Elbe gezeitenabhängig ist: Nur bei Hochwasser können große Schiffe in den Hafen einlaufen oder diesen verlassen.

Von den gigantischen Dimensionen des Hamburger Hafens kann man sich einen kleinen Überblick verschaffen - die Fähre Nr. 62 ist öffentlich zugänglich, legt beispielsweise an den Landungsbrücken ab und durchquert dann die Elbe in Richtung Mündung bis Finkenwerden. Die Fähre ist mit einem normalen HVV-Ticket nutzbar. 

Landungsbrücken und alter Elbtunnel


Die Landungsbrücken im Stadtteil St. Pauli sind ein Verkehrsknotenpunkt der Hansestadt - hier treffen sich S- und U-Bahnen, diverse Buslinien und die Busse der Stadtrundfahrten, die Linien-Fähren und die Schiffe der Hafenrundfahrten. 
URSfoto  / pixelio.de
Die rund 700 Meter lange, schwimmende Anlegestelle entstand ab 1839. Auf den schwimmenden Pontons konnte man nicht nur problemlos die Kohle lagern, die für das Anfeuern der Dampfschiffe benötigt wurde, das Feuer in deren Kesseln als mögliche Gefahrenquelle war gleichzeitig noch weit genug vom Hafen entfernt. Ein weiterer Vorteil der schwimmenden Anleger: Sie sind bei Hochwasser und bei Ebbe gleichermaßen nutzbar.

Am westlichen Ende des Anlegers befindet sich der Eingang zum Alten Elbtunnel. Hier sind früher die Autos hineingefahren und mit dem Fahrstuhl nach unten gefahren, um die Elbe zu überqueren unterqueren. Heutzutage können Autos von 8 - 13 Uhr aus der Stadt hinaus, von 13-18 Uhr in die Stadt hinein durch den Alten Elbtunnel fahren. Für Fußgänger und Radfahrer ist der Alte Elbtunnel rund um die Uhr geöffnet. Diese nutzen den 426 Meter langen Tunnel kostenfrei, während Autos eine Gebühr von 2 Euro zahlen. Der 1911 erbaute Tunnel steht unter Denkmalschutz und kann natürlich nicht mit modernen Tunneln mithalten, ist aber dennoch einen Spaziergang wert. Wer kann schon von sich behaupten, unter dem drittlängsten Fluss Deutschlands hindurch gegangen zu sein?

Fischmarkt und Reeperbahn


Der Hamburger Fischmarkt ist wohl genau das, was man sich darunter vorstellt: Marktschreier an jeder Ecke, Angebote, Angebote und noch mehr Angebote - Obst, Gemüse, Pflanzen und natürlich Fisch. Während sich die Marktschreier lauthals unterbieten, heißt es hier und da: Köpfe einziehen, denn oftmals werden Dinge verschenkt - indem sie in die Menge geworfen werden.
Der Hamburger Fischmarkt ist bei Touristen und Einheimischen sehr beliebt und öffnet von März bis November zwischen 5:00 und 9:30 seine Türen, im Winter ist nur von 7 bis 9:30 geöffnet.
In der anschließenden Fischauktionshalle gibt es bereits am frühen Morgen Live-Musik. Hier verirren sich auch die Kiez-Gänger von der Reeperbahn am frühen Morgen hin. 

RainerSturm  / pixelio.de
Der Hamburger Kiez ist weltberühmt. Die Reeperbahn ist wohl Hamburgs berühmteste Straße, die David-Wache und die Große Freiheit sind regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Auf den rund 350 Metern der großen Freiheit wird es am Wochenende abends voll - hier tummeln sich Partygänger, Touristen und viele mehr - denn hier gibt es alles mögliche zu sehen. Wer glaubt, der Kiez bestünde nur aus Rotlichthäusern, der irrt. 

Kneipen, Clubs und vieles mehr grenzen unmittelbar an die Laufhäuser und Schmuddel-Läden. 
Die Herbertstraße ist wohl ebenfalls bekannt. Zwar ist sie juristisch gesehen ein öffentlicher Weg und darf von jedem genutzt werden, zur "Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung" hängen an den Sichtschutzwänden an beiden Enden der Straße jedoch Schilder, die Frauen und Minderjährigen den Zutritt zu dieser Straße verbieten. Zu Zeiten des Nationalsozialismus war die Herbertstraße die einzige Straße in Hamburg, in der Prostitution geduldet wurde.

Am östlichen Ende der Reeperbahn stehen die Tanzenden Türme. Diese stehen zwar im Kontrast zur restlichen Reeperbahn und werden deshalb oft kritisiert, architektonisch gesehen sind aber auch die Tanzenden Türme zumindest ein Foto wert. Die geknickten Türme, die an zwei Tango tanzende Menschen erinnern sollen, beherbergen Büroflächen, eine Radio-Station, einen Musikclub und Gastronomie. Die Skybar auf dem Dach der Tanzenden Türme bietet zwar einen gigantischen Ausblick über die Stadt, verlangt aber auch gigantische Preise.

Planten un Blomen


Von den Tanzenden Türmen ist es nur noch ein Katzensprung zum Heiligengeistfeld, auf dem dreimal im Jahr der Hamburger Dom veranstaltet wird. Der Hamburger Dom gilt als größtes Volksfest des Nordens. Unweit davon liegt der Eingang zu Planten un Blomen.
Erwin Lorenzen  / pixelio.de
Der Park, der zum Teil auf der ehemaligen Wallanlage Hamburgs liegt, ist das grüne Herz der Freien und Hansestadt Hamburg. 

Die 47 Hektar große Parkanlage (das sind mehr als 40 große Fußballfelder) bietet Natur pur, ein Schaugewächshaus, einen Rosengarten, eine kleine Bühne, einen japanischen Garten und einen kleinen See, auf dem Abends Wasserlichtspiele zu verschiedener Musik präsentiert werden. 

Auf der anderen Seite grenzt der Park direkt an die Messe- und Kongresshalle. Dort steht auch das Radisson Blu-Hotel, das bis 2013 das höchste Gebäude der Stadt war. Es liegt direkt am Bahnhof Hamburg Dammtor, wo Regional- und Fernzüge, sowie S-Bahnen fahren. 

Rathaus und Binnenalster


Erwin Lorenzen / pixelio.de
Etwa 10 Minuten Fußweg trennen uns jetzt noch von der Binnenalster und dem Rathaus. Von der Lombardsbrücke genießt man einen wunderbaren Ausblick über die Binnenalster bis hin zum Rathaus. Dieses ist nicht nur Senatssitz, sondern auch eines der zahlreichen Wahrzeichen Hamburgs. 
Das Rathaus ist sowohl von innen als auch von außen sehenswert. Um den vollen Prunk genießen zu können, kann man an einer Führung durch das Rathaus teilnehmen. Diese finden täglich statt.

Im Innenhof des Rathauses steht der Hygieia-Brunnen, der an die letzte große Cholera-Epidemie in Deutschland erinnern soll. An der Krankheit, die über das Trinkwasser übertragen wurde, erkrankten damals 17.000 Menschen, die Hälfte davon starb. Die Epidemie war Auslöser der Modernisierung Hamburgs, das bis ins späte 19. Jahrhundert noch von Gängevierteln geprägt war. 

Vom Rathaus erreicht man die Europa-Passage und die Mönckebergstraße zu Fuß und auch der Hauptbahnhof ist nur einen kleinen Schaufensterbummel entfernt.

Speicherstadt


Einen weiteren 10-Minuten-Marsch entfernt liegt die Speicherstadt. Sie wurde auf tausenden Eichenpfählen errichtet und ist weltweit die größte Ansammlung von Lagerhäusern. Die neugothischen, roten Backsteingebäude stehen im Gegensatz zu den weißen Fassaden an der Binnenalster.
Auf rund 26 Hektar wurde die Speicherstadt zwischen 1883 und 1930 gebaut. Und auch wenn die Speicherstadt seit 2008 verwaltungstechnisch zum Neubaugebiet der Hamburger Hafencity gehört, wurde sie 2015 zum 40. UNESCO-Weltkulturerbe Deutschlands ernannt. In die Speicherstadt locken zum Beispiel das Zollmuseum, das Miniatur-Wunderland und der Hamburg Dungeon, der die Geschichte Hamburgs auf eine ganz besondere Art vermittelt.

Marcel Klinger  / pixelio.de
Als Hamburg 1871 dem Deutschen Kaiserreich beitrat, wurde der zollfreie Handel bis 1888 nach und nach auf den Freihafen begrenzt. Um diese Fläche möglichst gut auszuschöpfen, mussten möglichst schnell Lagerkapazitäten in Nähe des Freihafens entstehen. Dafür mussten rund 24.000 Menschen ihre Häuser aufgeben und mehr als 1.000 Häuser abgerissen werden, 

Vollständig abgeschlossen war der Bau der Speicherstadt erst 1927. Durch die im zweiten Weltkrieg durchgeführte Operation Gomorrha wurde der westliche Teil der Speicherstadt zerstört, der Wiederbau dauerte bis 1967. Im Jahr 2013 nahm eine Ära in Hamburg ihr Ende: Der zollfreie Handel wurde aufgelöst, der Freihafen, der bis dato rund ein Fünftel des Hamburger Hafens ausmachte und mit echten Grenzen und Zollkontrollen geschützt wurde. Der Freihafen diente hauptsächlich der zollfreien Zwischenlagerung von Waren. Die Auflösung des Freihafens war jedoch Startschuss für die HafenCity.

HafenCity


TiM Caspary  / pixelio.de
Die HafenCity ist quasi das Baby der Hansestadt. Unmittelbar an die neugothischen Backsteinhäuser der Speicherstadt grenzt der moderne Stadtteil, dessen Gebäude hauptsächlich auf Glas- und Stahlkonstruktionen zurückgreifen. Der Kontrast zwischen alter und moderner Architektur ist hier besonders stark zu beobachten. Der insgesamt 157 Hektar große Stadtteil an der Elbe soll bis ins Jahr 2025 fertiggestellt werden und dann über 6.000 Wohnungen und bis zu 45.000 Arbeitsplätze bieten. 

Das neue Konzerthaus, die Hamburger Elbphilharmonie, soll 2017 offiziell eröffnet werden und hat in der Vergangenheit schon vermehrt zu Sorgen geführt. 2014 wurde die HafenCity Universität eröffnet und auch eine U-Bahn-Linie (U4) führt bereits in den neuen Stadtteil. Neben der Greenpeace-Zentrale gehört auch das Haus des SPIEGELs, sowie das Unilever-Haus zur Hamburger HafenCity. 

Die HafenCity soll die Hamburger Innenstadt erweitern und erhält deshalb - wie so ziemlich jeder Stadtteil Hamburgs eine eigene "City". Noch wirkt die Einkaufsstraße in der HafenCity zwar etwas tot, doch mit dem Bau eines neuen Einkaufscenters soll sich das bald ändern. Das CruiseCenter HafenCity soll die Kreuzfahrtschiffe in die HafenCity holen. Die Promenaden der HafenCity sind ähnlich wie an den Landungsbrücken schwimmend gebaut und können sich gemäß der Hochwasserlage anpassen. Man darf gespannt sein, wie die HafenCity aussehen wird, wenn sie 2025 fertig sein soll. Entlang der Elbe geht's nun übrigens zurück zu den Landungsbrücken - mit einem einzigartigen Blick über den Hamburger Hafen, der abends mit tausenden Lichtern erfüllt wird.

Quellen: hamburg.de blablacar.de/blablalife, statista.de, weltenbummlermag.de, howtohamburg.com

Wart ihr schon einmal in Hamburg? Was wollt ihr euch unbedingt einmal ansehen?

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Kommentare:

  1. Ich bin zwar noch nie unterm drittlängsten Fluss Deutschlands durchgelaufen, aber unter der Themse in London schon :)

    In Hamburg war ich bisher zweimal! Einmal aufgrund einer Bustour zum Miniaturmuseum. Bei der Gelegenheit hatten wir auch die Landungsbrücken gesehen! Und dann im vergangenen Mai noch mal! Mit u.a. einem Ausflug in die Speicherstadt!

    Eine schöne Stadt für Urlaub und Ausflüge, aber zum wohnen brauche ich ein ruhiges Dörfchen um mich rum :)

    Liebe Grüße
    Jana

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  2. Hallo Jana,

    ich wohne auch außerhalb, 2 Kilometer von der Grenze zu Niedersachsen entfernt. Wenn ich aus meinem Fenster gucke, kann ich Windräder sehen und hier sind Naturschutzgebiete, Wälder und sogar kleine Berge - ich wusste nicht, dass Hamburg so etwas hat. Der Preis dafür: ich fahre eine halbe Stunde mit der S-Bahn in die Stadt, aber hey: was solls :) Wenn es euch mal wieder nach Hamburg verschlägt, kannst du dir ja noch ein paar andere Ziele ansehen!

    Liebe Grüße an dich und Aimee!

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  3. Sehr schöner Beitrag zu Hamburg!
    Besser könnte ich es definitiv nicht zusammenfassen. In dem einen Jahr in dem ich nun im Hamburg wohne sind definitiv die Speicherstadt und Planten un Blomen meine absoluten Lieblingsorte geworden. Und der alte Elbtunnel ist auch wunderbar!
    Ich würde mich freuen wenn wir uns mal treffen, jetzt wo wir in der selben Stadt wohnen :)

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    1. Planten un Blomen fand ich schon traumhaft, bevor ich überhaupt in Hamburg gewohnt habe! Es ist schön, dass es so viel Grün und so eine harmonische Ruhe mitten in der Stadt gibt.

      Ich finde die HafenCity total bemerkenswert, aber das liegt sicher daran, dass ich da mit meinem Auge als Geograph drauf blicke.

      Klar, wir können uns gern mal treffen - sind ja jetzt quasi Nachbarn :P

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  4. Huhu...

    Sehr schöner Einblick ;)
    Ich war ja noch nie in Hamburg, aber ist auf jeden Fall auch eine Stadt, die ich gerne mal besuchen möchte. Danke fürs Teilen der Bild.

    Alles liebe

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    1. Hey Nicole,

      Hamburg solltest du auf jeden Fall mal besuchen kommen. Es gibt viele Umfragen, die Hamburg als schönste Stadt Deutschlands sehen! :)

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