Was feiern wir eigentlich am 03. Oktober?



Was feiern wir eigentlich am Tag der Deutschen Einheit?


Wenn ich euch sage, dass wir am Tag der Deutschen Einheit die deutsche Einheit feiern, erzähle ich euch nichts Neues. Dennoch kann ein wenig Geschichtsunterricht an dieser Stelle nicht schade, da viele vermutlich nicht selbst dabei gewesen sein werden oder wenn noch sehr klein waren.

Einen weiten Sprung zurück, in eine Zeit vor der unseren, müssen wir wagen, um die Wurzeln dieses Feiertags zu verstehen - denn bevor es eine Wiedervereinigung geben kann, die dann am Tag der deutschen Einheit gefeiert werden kann, muss es eine Teilung geben. 

Deutschland - Verlierer des Krieges


Deutschland musste sich im Zweiten Weltkrieg geschlagen geben - Frankreich, Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Russland - damals noch Sowjetunion - gehen als Sieger hervor. Deutschland wurde in deren Obhut aufgeteilt und entsprechend besetzt. 
Doch die Ansichten Russlands vom Leben der Menschen unterschieden sich grundsätzlich von denen der anderen Besatzungsmächte.

1949 gründeten die USA, Frankreich und Großbritannien die Bundesrepublik auf ihren Gebieten. Wenig später entstand die DDR auf dem russischen Teil Deutschlands - Deutschland war endgültig geteilt.

Mitten in der DDR lag zudem Berlin - die geteilte Stadt. Stacheldraht und Mauer teilten Berlin - wie ein Eiserner Vorhang - und ganz Deutschland in Ost und West. Die Mauer trennte Familien, Freunde und eine ganze Nation.

Wer hat das Sagen in der DDR?


Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, kurz: SED, hatte im östlichen Teil Deutschlands das Sagen. Und die fanden richtig gut, was sie dort auf die Beine stellten; so gut, dass man fürchten musste, bestraft zu werden, wenn man anderer Meinung war. Die SED war die Partei, die das Land regierte. Sie bestimmte also, wie gelebt und gearbeitet wurde und was in den Schulen gelehrt wurde. 

Um die Leute zu finden, die anderer Meinung waren, musste das eigene Volk bespitzelt werden. Diese Aufgabe übernahm die Behörde für politische Straftaten: Das Ministerium für Staatssicherheit stellte hierfür eine Einheit ab - die STASI. Die Meinungsfreiheit, auf die heutzutage im Grundgesetz so viel Wert gelegt wird, gab es in dieser Form - zumindest real - nicht. Briefe wurden geöffnet, Telefonate abgehört, Bücher zensiert und verboten, Menschen beobachtet.
Kleiner Exkurs: In Ihrem Buch "Was bleibt" beschreibt Christa Wolf ihren Alltag zu Zeiten der STASI. Das Buch umfasst nur etwa 80 Seiten. Jeder, der sich dafür interessiert, sollte das Buch einmal lesen.


Montagsmimimi: So fing es an


Wenn das Wochenende vorbei ist, haben wir montags keine Lust, zur Arbeit zu gehen. Bei Twitter kann man dann wöchentlich die "Mimimi-Tweets" lesen, die gerade am Morgen besonders stark in der Timeline vertreten sind.

Auch in der DDR fing das Ende damit an, dass Menschen am Montag "Mimimi" machten. Während zunächst Hunderte noch über Ungarn und Österreich flohen, wurden es wenig später Tausende, die in den Westen wollten. Nach den Friedensgebeten, die montags immer in Leipzig in der Nikolaikirche stattfanden, zogen die Menschen friedlich durch die Straßen und riefen: "Wir sind das Volk!"

Diese Züge gingen als Montagsdemonstrationen in die Geschichte ein und sorgten bei der Regierung der DDR für Angst. Diese schaute jedoch nur zu, wie zunächst Hunderte, dann Tausende und schließlich Hunderttausende demonstrierten, bis es schließlich zu spät war, in die Demonstrationen einzugreifen.

Der Fall der Berliner Mauer


Am 09. November 1989 kam es zur entscheidenden Wendung: Ein Regierungssprecher der DDR erklärte, dass die Grenzen zwischen BDR und DDR nun offen seien. Die Bilder, von Menschen aus West und Ost, die gemeinsam auf der Mauer tanzten, gingen um die Welt. Mauer und Stacheldraht wurden aufgelöst.
Knapp ein Jahr später, am 03. Oktober 1990 wurde Deutschland wiedervereint - die DDR gab es fortan nicht mehr.



Quellen: br-online.de, focus.de

Kommentare:

  1. Gar nicht verkehrt an diesem Tag eine kleine Geschichtsstunde zu nehmen und sich noch einmal an das zu erinnern, was uns hoffentlich nicht noch einmal bevorsteht. Ich würde es nicht durchstehen in welcher Form auch immer von meiner Familie getrennt zu werden :/

    Das Buch werd ich mir ebenfalls einmal genauer anschauen :)

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    1. Du kannst ja dann mal deine Rezension abgeben, wenn du das Buch gelesen hast :P

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  2. Sehr schöner und informativer Post! :-)
    Ich interessiere mich nicht sonderlich für Geschichte im Allgemeinen (ja. Denkt doch, was ihr wollt!) und habe jetzt auch seit über einem Jahr kein Geschichte in der Schule mehr, da ich das Fach abgewählt habe, allerdings waren für mich in deinem Post trotzdem keine neuen Informationen. Ich finde, sowas zu wissen, sollte irgendwie selbstverständlich sein, aber ist es ja leider nicht.
    Deswegen ein ganz großes Dank an dich, dass du einen Schritt in Richtung Aufklärung tust! ;D

    Liebste Grüße,
    Alexandra von growing-in-self-confidence.blogspot.de

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