Selbstbefriedigung



Machs dir doch selbst! Warum eigentlich nicht?

Masturbieren, Onanieren, Wichsen, Rubbeln, Fingern - was auch immer. Selbstbefriedigung ist alles andere als eine Männerdomäne. Obwohl oft gesagt wird, dass Männer die Selbstbefriedigung nutzen, weil sie den nächsten Sex nicht abwarten können. Eine Studie behauptet zwar, dass 95% aller Männer sich regelmäßig befriedigen - wobei hier auch hinterfragt werden muss, was "regelmäßig" heißt -, doch auch 84% der Frauen machen es sich regelmäßig selbst. Warum eigentlich auch nicht? Mediziner meinen, dass sowohl Männer als auch Frauen gesundheitliche Nutzen daraus ziehen. So beugt das Masturbieren bei Frauen Menstruationsstörungen und Regelschmerzen vor, bei Männer stärkt es die Muskulatur, was unkontrollierten Urinausfluss verhindert.

Masturbation ist kein Thema der Neuzeit und hatte in der Geschichte bereits prominente Gegner. Obwohl der ehemalige US-Präsident Bill Clinton selbst aus sexuellen Gründen in die Nachrichten kam, da er eine Affäre mit seiner Sekretärin haben sollte, war ausgerechnet er es, der 1994 eine hochrangige Gesundheitsbeamtin entließ, die sagte, dass Selbstbefriedigung "normal" sei. Zuvor wollte in den 80er-Jahren das Unternehmen Kellogg's mit seinen Cornflakes den Spermafluss hemmen und so vor Selbstbefriedigung schützen. Aber warum?

»Weder Pest, noch Krieg, noch Pocken oder ähnliche Seuchen haben derart desaströse Auswirkungen auf die Menschheit gehabt wie die verderbliche Angewohnheit der Onanie.« John Harvey Kellogg

Macht Selbstbefriedigung krank?

Früher dachte man das tatsächlich, mittlerweile haben Forscher jedoch herausgefunden, dass Selbstbefriedigung gesundheitlich unbedenklich ist - im Gegenteil. Wissenschaftler der Universität in Sydney fanden heraus, dass Selbstbefriedigung bei Männern das Prostata-Krebs-Risiko verringert. Zudem soll Selbstbefriedigung das Risiko senken, an Diabetes zu erkranken. Bis ins Ende der 80er-Jahre ging man davon aus, dass Selbstbefriedigung der Grund für unreine Haut und somit Pickel ist. Mittlerweile geht man jedoch davon aus, dass diese Entwicklung in der Pubertät - wo die meisten mit der Selbstbefriedigung beginnen - normal ist und auf Hormonschwankungen, Stress oder die falsche Hautpflege zurückzuführen ist.

Dass der Selbstbefriedigung so ein schlechter Ruf vorausgeht, dass sie teilweise verboten war und entsprechend Feinde hatte, ist historisch tief verankert. Im Mittelalter machte man das Masturbieren für die Pocken und Tuberkulose verantwortlich. Der Grund: Bakterien und Viren waren noch nicht bekannt. Auch der im Mittelalter verbreitete Irrglaube, Selbstbefriedigung würde Gehirnzellen abtöten, konnte bald wiederlegt werden. Heute weiß man, dass Selbstbefriedigung gut für das Herz-Kreislauf-System ist und das Gehirn besser durchblutet wird. Dementsprechend hilft Sex und somit auch das Onanieren auch gegen Kopfschmerzen!

Selbstbefriedigung macht glücklich

Nicht nur beim Sex, auch bei der Selbstbefriedigung werden beim Orgasmus Glückshormone
freigesetzt. Die Folge: Selbstbefriedigung macht glücklich und entspannt nachweislich. Frauen haben einer Studie zufolge dabei oft SM-Fantasien, während Männer sich mit Bildern oder Pornos behelfen. Frauen greifen meistens zum Dildo, wenn sie ein Hilfsmittel benötigen. Bei Männer sind es in der Regel "Taschenmuschis". Die wohl umsatzstärkste Firma "Fleshlight" verkauft jährlich mehr als eine Million Produkte. Einige greifen jedoch auch zu gefährlichen Alternativen wie dem Staubsauger, der jedoch zu ernsthaften Verletzungen führen kann.
Masturbation kann jedoch auch tödlich sein. So sind bereits Fälle bekannt, wo Menschen durch Selbststrangulation erwürgt wurden. 

Wann ist eigentlich "internationaler Monat der Masturbation"?

Kommen wir zurück auf die ehemalige US-Gesundheitsministerin Joycelyn Elders, die 1994 von Präsident Bill Clinton entlassen wurde, da sie Masturbation als "Normalität" bezeichnete und in den nationalen Lehrplan aufnehmen wollte. Ein Jahr später wurde erstmal der "Internationale Monat der Masturbation" ausgerufen, um ihr zu ehren. Dieser wird im Mai gefeiert.
Elders wusste sicherlich noch nicht, dass es einmal eine Internetseite geben wird, auf der man Anleitungen für DIY-Sextoys gibt. Alles was man dafür braucht, hat man zu Hause oder bekommt es im Supermarkt - zum Beispiel eine Melone und eine Gurke. Auf der Seite homemade-sex-toys.com wird Sexspielzeug aus Gemüse gebastelt - vegane Selbstbefriedigung quasi.

Warum liegt hier Stroh?

Nicht nur Männer gucken Pornos. Egal ob Zeitschriften, DVDs, VHS-Kassetten oder im Internet: Schmutzige Bilder und Filmchen gibt es heutzutage überall zu bekommen. Die erste Pornoseite wurde übrigens 1994 unter der Domain sex.com registriert. 
Auch in Hotels gibt es mittlerweile immer häufiger einen Erotikkanal. Hier verbringen Interessierte durchschnittlich zwölf Minuten.

Übrigens: Auch in einer Beziehung ist Selbstbefriedigung absolut in Ordnung. Es hilft beim Entspannen und kann bei Männern dazu führen, dass die Spermien besondern gesund sind. Auch bei Frauen ist es keine Schande, wenn sie es sich in der Partnerschaft selbst machen. Aber: 92% der Männer wollen über den Solo-Trip ihrer Partnerin lieber keine Details erfahren. Andersherum sind es sogar 97% der Frauen, denen der Solo-Trip ihrer Partner egal ist.
Der Großteil hat jedoch Angst, beim Masturbieren erwischt zu werden. Früher war das so viel besser. Da war Masturbation verboten und man musste keine Angst vor peinlichen Anblicken haben, wenn man ein Zimmer betrat - gerade für Mütter ein Segen. Das ging sogar soweit, dass sich zu Beginn der 20. Jahrhunderts jemand eine Masturbationsalarmanlage für das Kinderzimmer patentieren ließ.

»Selbstbefriedigung ist ein wertvoller und gesunder Teil unserer eigenen Sexualität. Sie gibt uns die Möglichkeit, über uns selbst zu erfahren, wie wir in sexueller Hinsicht funktionieren. Während bei Männern mit dem ersten Samenerguss automatisch ein Orgasmus einhergeht, müssen Frauen erst lernen, einen Orgasmus zu erleben. Dann erst können sie auch ihrem Partner mitteilen, wie sie stimuliert werden wollen.« Christoph Joseph Ahlers, Berliner Sexualpsychologe
 Quellen: cosmopolitan.de, lifeline.de, huffingtonpost.de, fem.com

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