Wenn wir Sex haben...



Was passiert in unserem Körper, wenn wir Sex haben?

Wenn wir erregt sind, wird beim Mann der Penis steif, wir bekommen Lust auf Sex, Blutdruck und Puls steigen, die Pupillen weiten sich. Was passiert im Körper, welcher Hormoncocktail ist dafür verantwortlich und was passiert beim Orgasmus?

Wie ein Hormoncocktail uns verrückt werden lässt...

Testosteron und Östrogen - die Sexualhormone findet man sowohl bei Männern als auch bei
Frauen. Die Annahme, dass nur Männer Testosteron ausschütten und Östrogen nur im weiblichen Körper auftaucht, ist schlichtweg falsch. Zwar produzieren Männer überwiegend Testosteron und Frauen mehr Östrogen, dennoch sind geringe Mengen auch beim jeweils anderen Geschlecht zu finden.
Die Sexualhormone steigern unser Lustempfinden und unseren Geschlechtstrieb. Je öfter wir Sex haben, desto mehr dieser Geschlechtshormone kann man in unseren Körper nachweisen. Stress mindert die Menge - wer unter Stress steht, hat also automatisch weniger Lust auf Sex. Durchschnittlich 139 mal hat ein Deutscher im Jahr Sex. Eine Umfrage der Online-Plattform YouGov zeigt, dass 13% der Befragten zwischen 18 und 24 sich (zusätzlich) täglich selbstbefriedigen, 20% machen es mehrmals pro Woche.

Wenn wir einander näher kommen, sendet unser Körper zudem vermehrt Pheromone aus. Insbesondere wird dabei auf Adrostenon reagiert, welches Männer in ihren Schweißdrüsen produzieren. Es ist mit dem Hormon Testosteron verwandt und verbessert beim Gegenüber die Stimmungslage und steigert die körperliche Erregung.
Beim Kuscheln und Küssen wird zudem das "Kuschel-Hormon" Oxytocin ausgeschüttet. Der Wunsch, bei einem Menschen zu bleiben und ihn zu beschützen, steigt dadurch enorm. Unterscheiden muss man jedoch auch hier zwischen Mann und Frau: Bei Frauen reicht Küssen oft nicht aus, während Männer bereits beim Küssen verstärkt Oxytocin ausschütten. Beim Orgasmus schwirrt am meisten Oxytocin durch den Körper. Doch auch das Glückshormon Dopamin sorgt dafür, dass wir uns dann richtig wohlfühlen.
Auch das Stresshormon Adrenalin wird beim Sex ausgeschüttet. Sorgt es normalerweise für einen zusätzlichen Energieschub in Notsituationen, regt es beim Sex unseren Herzschlag an. Vasopressin lässt zudem den Blutdruck ansteigen.

Bitte geh mir auf die Nerven!


Die Lippen zählen zu den Körperregionen mit den meisten berührungsempfindlichen Nerven. Beim Küssen werden tausende Impulse in Richtung Gehirn. Puls und Blutdruck steigen, die Pupillen weiten sich, die Atmung wird schwerer und es fällt uns immer schwerer, klar zu denken.
Erregung kurbelt automatisch die Durchblutung an, nicht nur in den Geschlechtsorganen. Die sogenannte Sexualröte kann dafür sorgen, dass Bauch, Brust, Schultern oder Schenkel rot anlaufen, da sie verstärkt durchblutet werden. 
Die sanfte Berührung der Genitalien, fester Druck oder stimulierendes Reiben sorgen für ein weiteres Feuerwerk der Nervenimpulse. Die Erregung steigt. Die Blutbahnen werden erweitert, um den Körper bessern zu durchbluten, das Blut nimmt mehr Sauerstoff auf, in den Schwellkörpern staut sich das Blut. Bei Erregung kann sich bei Frauen auch die Scheide erweitern und die Klitoris schwillt aufgrund der Durchblutung an.
Bei Männern ist am erigierten Glied der Penisrückennerv an der Eichel, der Vorhaut und dem Bändchen sehr empfindlich, bei Frauen ist dies der Kitzlernerv

Beim Orgasmus verlieren wir teilweise die Kontrolle über unseren Körper. Krampfartige Zuckungen und plötzliche Muskelkontaktionen begleiten den Höhepunkt genauso wie erhöhte Herzfrequenz. Bei Männern spielen zudem einige Drüsen eine wichtige Rolle, die vor der Erektion bereits ihre Sekrete in die Harnröhre abgeben, um diese quasi besonders gleitfähig für das Sperma zu machen. Die Prostata und die Cowper-Drüse sind dabei von besonderer Bedeutung. Sie sind auch hauptverantwortlich für den Lusttropfen ("PreCum"). 
Welche Körperstellen jedoch noch empfindlich und somit optimal zur Stimulierung geeignet ist, ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Nach dem Sex

Schließlich kommt es zur Rückbildungsphase, in der der Körper wieder in den Ruhezustand gebracht
wird. Die Erektion klingt ab. Sie ist Teil des Vier-Phasen-Modells der Erregung, das der US-amerikanische Wissenschaftler William Masters gemeinsam mit seiner Kollegin Virginia Johnson bereits in den 1960er-Jahren erarbeitete.  In der Erregungsphase schüttet der Körper Testosteron und Östrogen aus. In der Plateauphase wandern die Hoden des Mannes nach oben und schwellen leicht an. Bei der Frau schwillt die Klitoris an und es kann zum Gipfelaufstieg in Richtung Höhepunkt kommen. Er ist in der Orgasmusphase eingebettet. Sie dauert nur etwa drei bis zwölf Sekunden beim Mann und bis zu 40 Sekunden bei der Frau. Schlagartig entlädt sich hier die sexuelle Spannung.

Nach dem Orgasmus ist der Körper voll von Hormonen. Die Anteile müssen reguliert werden, die Lust auf Sexualität gehemmt werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Botenstoff Prolaktin. Bei Frauen regt er in der Schwangerschaft die Milchproduktion an, bei Männern und Frauen wirkt das Hormon lusthemmend.
Bei Männern sinkt zudem der Testosteronwert enorm, was oft dafür sorgt, dass sie nicht sofort wieder bereit sind, Sex zu haben, sondern erst einmal eine Pause brauchen. Frauen können sofort wieder, denn anders als beim Mann steigt ihr Testosteronwert nach dem Höhepunkt. Dass wir dann meistens noch miteinander kuscheln wollen, liegt an den Glücks- und Kuschelhormonen, die durch den Orgasmus ihren Höhepunkt erreichen und sehr langsam im Körper abgebaut werden - der Grund warum wir uns (zumindest meistens) sehr befriedigt nach dem Sex fühlen.

Quellen: stern.de, netdoktor.de, fitforfun.de, apotheken-umschau.de, bunte.de

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