Film: The Call - Leg nicht auf



Spannender Action-Thriller, mit klischeehaftem Ende.

Als die Telefonistin Jordan Turner (Halle Berry) in der Notrufzentrale der Polizei von Los Angeles den Anruf von Leah Templeton (Evie Thompson) entgegennimmt, ahnt sie noch nicht, dass dieser Anruf ihr Leben verändern wird. Die Anruferin meldet einen Einbrecher, der sich Zugang zu ihrem Haus verschafft, in dem sich das Mädchen zum jetzigen Zeitpunkt allein aufhält.
Jordan rät dem Mädchen, sich in ihrem Zimmer einzusperren, doch die Tür lässt sich nicht abschließen. Mit dem Ratschlag, das Fenster zu öffnen und die Hausschuhe rauszuwerfen, sich dann jedoch unter dem Bett zu verstecken, kann der Einbrecher in die Irre geführt werden, denn schnell wird deutlich: Der Mann sucht nach dem Mädchen, doch der Trick funktioniert und der Mann will das Haus wieder verlassen.
Plötzlich bricht die Verbindung ab. Instinktiv drückt Jordan die Wahlwiederholung. Was sie nicht bedenkt: Der Einbrecher, der sich gerade auf dem Weg zur Tür befindet, wird auf das Klingeln des Telefons aufmerksam. Er findet das Mädchen und bringt sie um.

Mit "The Call" liefert Brad Anderson ("Der Maschinist") eigentlich nur Stangenware ab. » Stuttgarter Nachrichten
Sechs Monate später hat Jordan sich immer noch nicht vollständig von ihrem fatalen Fehler, der das Mädchen sein Leben kostete, erholt. Die junge Casey Welson (Abigail Breslin) befindet sich gerade in der Parkgarage eines Einkaufszentrums, als sie beinahe von einem ausparkenden Auto angefahren wird. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich schnell als bittere Absicht, als der Mann Casey betäubt und in den Kofferraum sperrt. Casey gelingt es, aus dem Kofferraum den Notruf zu wählen, wo sie die unerfahrene Telefonistin Brooke (Jenna Lamia) den Anruf entgegennimmt. Das Handy der Anruferin ist ein Wegwerfhandy und kann daher nicht vom GPS geortet werden. Da Brooke mit der Situation sichtlich überfordert ist, schaltet sich Jordan ein und übernimmt den Anruf, der sie nicht nur in ihr altes Trauma zurückwirft, sondern auch starke Nerven von ihr verlangt, denn bald findet sie einen Zusammenhang zu dem Mord von Leah Templeton.

Stangenware? Ein Blick hinter die Story

"The Wire", "The Killing" oder "Fringe" - der Regisseur Brad Anderson ist in Hollywood kein unbeschriebenes Blatt, was die Produktion von Serien angeht. Dass er auch Kinofilme produzieren kann, bewies er mit "Der Maschinist" - einem Psychothriller mit Christian Bale. 
Mit "The Call" bringt Anderson einen neuen packenden Thriller auf die Kinoleinwand. Der 2013 erschienene Film dauert etwa 90 Minuten und war ursprünglich als Serie vorgesehen, ehe er dann doch kompakt auf eineinhalb Stunden gestutzt wurde, um im Kino zu glänzen. 
Das gelingt dem Film recht gut. Immer wieder reißt der Film den Zuschauer in ein spannendes und nervenaufreibendes Erlebnis. Anderson macht durch Tempo und ständige Vorteilswechsel das Drehbuch von Richard D'Ovidios perfekt. Leider setzt er die Vorgaben des Drehbuchs meiner Meinung nach etwas zu genau um, worunter gerade am Ende des Films die Logik etwas leidet. 
Der Film bietet eine vielversprechende Grundlage, Spannung und Wendungen bis zum Schluss, wird dann jedoch etwas klischeehaft und wirkt abrupt beendet. Ein wahres Motiv stellt sich nicht heraus, wodurch die Frage nach dem "Warum?" nur minimalistisch beantwortet wird. Streng genommen ist der Film also Stangenware, insbesondere wenn man einmal an ähnliche Filme wie "Final Call" oder "Nicht auflegen" denkt: Das Leben von Menschen hängt vom Fortbestehen der Telefonverbindung ab.

Brad Andersons "The Call" ist ein rasanter und geschickt inszenierter Hochgeschwindigkeits-Thriller, dessen wackliges Handlungsgerüst gegen Ende wie ein Kartenhaus einstürzt. »filmstarts.de
Mir hat der Film dennoch sehr gut gefallen, die Handlung bot eine solide Grundlage für einen packenden Thriller und die Umsetzung ist gut gelungen. Die Oscarpreisträgerin Halle Berry hat ihre Rolle gut gespielt und wurde schnell zur Sympathieträgerin. Auch mit Abigail Breslin konnte man sehr gut mitfiebern, obwohl sie die meiste Zeit schreiend in einen Kofferraum gesperrt war. Der Film hat es sogar geschafft, mich zum Nachdenken anzuregen - und wenn wir einmal ehrlich sind: Was wollen wir von einem Film mehr?


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