Hallo, Rügen!



Mit dem Rasenden Roland unterwegs über Rügen!

Die Ostseeinsel Rügen ist die flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands. Sie liegt vor der Ostseeküste Vorpommerns unweit der polnischen Grenze und gehört somit zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Hansestadt Stralsund liegt vor der Insel und ist durch Rügendamm und -brücke über den Strelasund mit der Insel verbunden. Die riesigen Buchenwälder und die weißen Kreidefelsen erhielten 2011 den Status "UNESCO Weltkulturerbe".

Wie Rügen entstand - vom Kreidefelsen zum Badestrand

Wissenschaftler sind sich einig, dass die Entstehung der Insel bereits vor 70 Millionen Jahren begann. Die Kalkschalen von Mikroorganismen lagerten sich ab und wurden über die Jahre bis zu 400 Meter mächtig. Diese Ablagerungen sind heute noch als weiße Kreidefelsen auf der Insel zu sehen. 

Viel bedeutender für die Entstehungsgeschichte der Insel waren jedoch die Eiszeiten, insbesondere die Weichseleiszeit bis vor rund 11.000 Jahren. Skandinavische Gletscher schoben dich über das heutige Gebiet der Ostsee, das damals noch Festland war und bewegten gewaltige Erdmassen. Am Ende dieser Gletscherzungen lagerte sich der Geschiebemergel ab und blieb durch das Abschmelzen des Eises zurück. Der Kreideuntergrund gab durch den Druck nach und wurde nach oben verworfen. Die bekannteste Kreidefelsformation der Insel ist der Königsstuhl. Er liegt im Nationalpark Jasmund und misst 118 m ü.NN.

Durch das Abschmelzen der Gletscher entstand die Ostsee, Wellen und die Witterung bearbeiteten die Steilküsten und trugen so Unmengen an Material ab, das als flache Nehrungen nun die Inselkerne miteinander verbindet und die feinsandigen Badestrände schuf.

Übrigens: Der Königsstuhl liegt im Nationalpark Jasmund in der Nähe von Sassnitz. Der Eintritt ins Besucherzentrum kostet Erwachsene 8,50€, Kinder zahlen 4,00€ - im Familienticket sind zwei Erwachsene für 17,-€ mit ihren Kindern unterwegs.

Der Rasende Roland

Als "Rasenden Roland" bezeichnet der Volksmund die Rügensche Kleinbahn, eine Schmalspurbahn, die bereits vor 1900 in Betrieb genommen wurde. Der älteste noch befahrene Streckenabschnitt stammt aus dem Jahr 1895 und verbindet Putbus mit Binz. Bis 1899 wurde diese Strecke über Sellin bis nach Göhren erweitert. Die Strecke wird von historischen Dampflokomotiven und rund 100 Jahre alten Wagen befahren. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 bis 45 km/h kann man so über die insgesamt 24,1km lange Strecke fahren. Der Königsstuhl liegt aber weit abseits der Bahnstrecke und ist etwa über die öffentlichen Buslinien zu erreichen.

Die Seebrücke Sellin

© Kevin Ruser (2017)
Ein Restaurant über dem Wasser und eine Tauchgondel, die  30 Personen zum Meeresboden befördert - das gibt es am Ende der 394m langen Seebrücke in Sellin, die als eine der schönsten Seebrücken Deutschlands gilt. Auf den Plänen von 1901 war eine 60m lange Seebrücke vorgesehen, 1906 entstand hingegen eine 508m lange Seebrücke. Diese Brücke wurde 1918-1924 durch Packeis und einen Brand stark beschädigt, die daraufhin erbaute, 500m lange Brücke beherbergte eine Konzerthalle und wurde 1941/42 von Packeis zerstört. 1997 wurde die heutige Brücke eröffnet, die sich an den Plänen von 1906 und 1925 orientiert.

Der Baumwipfelpfad

© Kevin Ruser
© Kevin Ruser
Hoch hinaus geht es beim Baumwipfelpfad in Prora, dem nördlichen Stadtteil der Stadt Binz. Highlight ist die Aussichtsplattform in Form eines Adlerhorstes, die über einen 600m langen Pfad erklommen werden kann. Er windet sich um eine Buche und bietet auf verschiedenen Ebenen Wissenswertes über die Waldbewohner und Erlebnisstationen. Mit einer Steigung von 6% ist der Baumwipfelpfad auch für Kinderwagen und Rollstühle passierbar.
Um 11 und 14 Uhr werden zudem öffentliche Führungen angeboten. Erwachsene zahlen 10,- Euro, Kinder zwischen 6 und 14 Jahren bezahlen 8,- Euro Eintritt. Über neun didaktische Stationen können Jung und Alt so den Wald besser kennenlernen.

Der "Koloss von Prora"

5 Stockwerke, 4,5km lang - der "Koloss von Prora" wurde von den Nationalsozialisten als "Kraft-durch-Freude-Seebad" gebaut, um 20.000 Menschen die Möglichkeit zu geben, Urlaub zu machen. Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit von 17 Monaten wurde der Rohbau fertiggestellt. Der Kriegsbeginn verhinderte jedoch, dass die Bauarbeiten fortgesetzt wurden. Als Seebad wurde der Koloss von Prora nie genutzt.
In den 1950er Jahren nutzte das Militär das Gelände als Kaserne und Militärschule, 1990 übernahm die Bundeswehr das Gebäude, gab es jedoch 1992 komplett auf. Heute befinden sich viele Museen und Ausstellungen in dem Gebäude.

Dass Rügen die größte Insel Deutschlands ist, führt leider auch dazu, dass man schnell das Gefühl verliert, auf einer Insel zu sein. Zwar war der Strand nur weniger Hundert Meter entfernt, trotzdem hat man eher das Gefühl, an der Küste des Festlandes zu sein als auf einer Insel. Dennoch gibt es allein entlang der Ostküste viele Möglichkeiten, die Zeit zu verbringen. Von Göhren kann man ohne Probleme nach Baabe, Sellin oder sogar bis nach Binz entlang der Uferpromenade oder am Strand wandern.

Wart ihr schon einmal auf Rügen?

Quellen: ruegencenter.de, tauchgondel.de, ostsee.de, ruegen.de

Kommentare:

  1. Wir waren im Jahr 2011 mal auf Rügen, hatten damals eine Herberge in Binz und haben auch Orte wie Putbus mit dem kopfstehenden Haus besucht. Prora hätte ich auch gerne gesehen, da kamen wir leider nicht vorbei, aber ich habe schon viel darüber im Fernsehen gesehen! All die ewig langen Gänge! Ich wusste gar nicht, dass da heutzutage Museen und Ausstellungen drin sind! Interessant!

    Liebe Grüße
    Jana

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    1. Hallo Jana,

      viele der Gebäude werden mittlerweile saniert und umgebaut und dann als Eigentumswohnungen verkauft. Finde das ein bisschen skurril, aber von außen sind die Häuser ganz schick gemacht worden und die Lage ist mit <100m zum Strand natürlich echt traumhaft.

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