fedidwgugl - Wahlkampf oder Buchstabensalat



Twitter liegt im Trend - auch bei Präsidenten, Regierungen und Parteien. Nach #covfefe amüsiert nun die CDU mit #fedidwgugl.

Die Bundestagswahl nähert sich mit unaufhaltsamen Schritten. Am 24. September 2017 werden die Deutschen an die Urnen gebeten, um eine neue Regierung zu wählen. Die Vorbereitungen dafür laufen längst und zugehörige Meldungen sind nicht mehr aus den Nachrichten wegzudenken.

Egal, ob Schulz-Zug, die Angst vor der AfD nach dem Einzug in einem Dutzend Landtage oder die Frage nach einer erneuten Kanzlerkandidatur der Angela Merkel - sie begleiten uns täglich in den Zeitungen, im Radio, den Tagesthemen, Nachrichten und auch im Netz.

Wie viele Politiker braucht man, um Twitter zu verwenden?

Zuletzt zog Donald Trump im Sozialen Netzwerk Twitter den Spott auf sich: 

"Despite the constant negative press covfefe" - 31. Mai 2017, 6:06 Uhr  @realDonaldTrump
Den Tweet hat er mittlerweile jedoch von seinem Profil entfernt. Nicht nur die Twitter-Nutzer auch andere Politiker machen sich über den Tweet des Präsidenten lustig.

Zurück zur deutschen Bundestagswahl, dort läuten die ersten Parteien nun ihren Wahlkampf ein - auch im Netz. Bei Twitter findet man derzeit den Hashtag #fedidwgugl. Was zunächst aussieht wie Buchstabensalat, verbirgt die Wahlkampfkampagne der CDU. Der Hashtag ist die Abkürzung für "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben".

Und die Kampagne scheint Wirkung zu zeigen. Der Hashtag trended und erlangte durch seine Originalität Aufsehen. Gut für CDU und Kanzlerin, weniger gut für den Schulz-Zug, der mittlerweile erlahmt.

Auch neu: Der Staatstrojaner zum Download

Ebenfalls für einen Aufreger in den sozialen Netzwerken sorgte der letzte Woche beschlossene Staatstrojaner. Das "Gesetz zur effektiveren und praxistauglicheren Ausgestaltung der Strafverfolgung" scheint anfangs ganz harmlos. So steht in den ersten Absätzen etwas von Videoaufzeichnungen statt Wortprotokollen bei Vernehmungen und der Entziehung des Führerscheins auch bei Verbrechen, die absolut nichts mit dem Straßenverkehr zu tun haben.

In der letzten Sitzung wurde das Gesetz jedoch erweitert. Staatliche Hacker dürfen nun Trojaner auf Smartphone, Tablets und Computer von Verdächtigen spielen, um der Regierung zu ermöglichen, mitzulesen, mitzuhören und Daten zu kopieren.
Auf diese Art und Weise möchte der Staat den Behörden mehr Möglichkeiten in der digitalen Strafverfolgung einräumen.

Wer darf durch den Staatstrojaner überwacht werden?

Paragraph 100a der Strafprozessordnung soll auch weiterhin regeln, wer in welchen Fällen betroffen sein wird. Inbegriffen sind Verdächtige des Mordes, des Raubes, des Betrugs, der Steuerhinterziehung, aber auch Verdächtige des Friedensverrats, Hochverrats und der Gefährdung des Rechtsstaates. Allerdings sei auch die Durchsuchung von Geräten anderer Bürger zulässig, wenn davon ausgegangen werden muss, dass der Verdächtige andere Geräte genutzt haben könnte oder die Ausspähung seiner Geräte nicht zur Ermittlung des Sachverhalts ausreiche. Auch wenn "andere Personen unvermeidbar betroffen" wären, dürfte der Staat deren Geräte ausspähen.

Die CDU, die einen erheblichen Teil zum Beschluss dieses neuen Gesetzes beisteuerte (LINKE, GRÜNE und nur 2 SPD-Abgeordnete stimmten dagegen), scherzte anschließend noch auf Twitter:


Auch dieser Tweet wurde zwischenzeitlich wieder gelöscht. Mehr Sicherheit auf Kosten der Freiheit?Vielen Menschen kritisieren genau das - Datenschützer sind alarmiert und wollen sogar vor das Verfassungsgericht ziehen.

Natürlich müssen auch die Parteien mitziehen und versuchen, potentielle Wählerinnen und Wähler im Internet zu erreichen, aber vielleicht wäre es manchmal besser, wenn sie das Twittern einfach sein lassen würden.

Quellen: web.de, bild.de, spiegel.de

Kommentare:

  1. Schöner Beitrag. So ein Staatstrojaner ist nicht nur vom Datenschutz her problematisch. Software wird ja erstmal so geschrieben, dass es von außen nicht möglich ist auf einen fremden Computer zuzugreifen. Wie kommt man also darauf? Entweder man trickst das Ziel sozial aus, indem man ihn dazu bringt ein Programm aus zu führen (z. B. aus E-Mail Anhängen oder Werbung "Du hast einen Virus, installiere dieses Programm dagegen") (das wird bei aufmerksamen Menschen aber schwer), oder man nutzt Programmierfehler aus. Um diese auszunutzen muss man erstmal wissen, dass es den Fehler gibt. Der Staat wird die nicht selbst suchen können, muss also auf den Schwarzmarkt zurück greifen. Damit unterstützt Deutschland dann die Internetkriminalität.

    Mit der Schwachstelle lässt sich dann möglicherweise ein Trojaner programmieren. Das bedeutet aber auch, dass die Software weiterhin diese Schwachstelle hat. Eigentlich müsste man diese dem Hersteller melden, damit dieser sie behebt, denn solange sie ausnutzbar ist könnten auch kriminelle sie ausnutzen. Und damit sind alle gefährdet, die die Software nutzen, möglicherweise auch die Regierung und Behörden.

    Wenn ich das nicht falsch verstanden habe, wurde bei der letzten großen trojaner Welle, bei der die Bahn und so betroffen waren, eine Schwachstelle genutzt, die die NSA zum spionieren benutzt hat. Es ist letztlich unverantwortlich als Staat eine in bekannte kritische Sicherheitslücke geheim zu halten.

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    1. Klar ist das im Grunde hinterhältig, eine solche Sicherheitslücke auszunutzen, aber bis zu einem gewissen Maß muss ich sagen, dass mir das egal ist. Wer nichts zu verbergen hat, soll sich auch nicht einbilden, dass der Staat nun jede Mail mitliest, nur weil sie es könnten.

      Ich weiß nicht, ob der Staat nicht quasi eigene Hacker hat, die eine solche Lücke ausfindig machen, ich stimme Dir aber zu, dass ein solcher Fehler eigentlich gemeldet werden müsste. Wenn einer die Lücke finden kann, können andere das auch.

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