Zeitumstellung

Wer hat an der Uhr gedreht?

Zweimal im Jahr werden in Deutschland die Uhren umgestellt. Zum Beginn der Sommerzeit stellen wir die Uhren eine Stunde vor, zur Winterzeit eine Stunde zurück, sodass wir am Ende des Jahres mit +/- 0 ins neue Jahr starten. Wenn die Uhr vorgestellt wird, heulen viele rum: „Eine Stunde weniger schlafen“ – das wird jedoch nur relevant, wenn man am nächsten Tag einen Wecker gestellt hat, da man ansonsten einfach eine Stunde länger schläft. Da die Uhr immer in der Nacht von Samstag auf Sonntag umgestellt wird, sind von diesem Fall also nicht viele in Deutschland betroffen.

Warum wird die Uhr umgestellt?

Bereits 1784 machte Benjamin Franklin erste Vorschläge zu einer solchen Zeitumstellung. Hintergrund dieser Idee war es, das Tageslicht effizienter zu nutzen und so möglichst lange, ohne künstliche Lichtzufuhr im Hellen zu sitzen. Da es dann später dunkel wird, werden die Stunden ohne ausreichendes Tageslicht in die Schlafenszeit verlagert.
Umgesetzt wurde diese Idee jedoch erst während des ersten Weltkrieges. Um wirtschaftliche Defizite auszugleichen, wurde die Energieeffizienz auf diese Weise angepasst. Nach dem Krieg wurde die Zeitumstellung vorübergehend wieder abgeschafft.

Dieses Szenario wiederholte sich auch während des Zweiten Weltkrieges. Um Energie zu sparen, wo es nur möglich war, griff man auf Franklins Idee zurück.  Nach dem Krieg wurde die Sommerzeit in den meisten Ländern wieder abgeschafft, sodass die meisten Staaten bis in die 70er-Jahre keine Zeitumstellung hatten. Mit der Ölkrise 1973 begann ein Rückgriff vieler Staaten auf diesen „natürlichen“ Energiesparplan. Auch Deutschland greift seit 1980 wieder auf die Zeitumstellung zurück.

In welchen Ländern wird die Zeit umgestellt?

Welche Länder stellen die Uhr um?

In Europa, Russland und weiten Teilen Nordamerikas wird die Uhr noch immer zweimal im Jahr zwischen Sommer- und Winterzeit umgestellt. Andere Länder Asiens und große Teile Südamerikas hatten die Zeitumstellung einst, haben die Sommerzeit jedoch mittlerweile abgeschafft. Viele Länder Afrikas haben die Uhr noch nie umgestellt, da dieser hier kaum oder nur bedingt genutzt wird.

Welche Auswirkungen hat die Zeitumstellung?

Die Zeitumstellung belastet unseren Körper, weil dieser in kürzester Zeit seinen Rhythmus umstellen muss – und das gleich zweimal im Jahr. Wissenschaftler sind sich mittlerweile einig, dass ein gesunder Mensch etwa drei Tage benötigt, um die Umstellung zu meistern. Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren können teilweise bis zu zwei Wochen brauchen, um die Umstellung vollständig verarbeitet zu haben.
Häufige Folgen der Zeitumstellung sind Schlafstörungen. Wenn unsere „Innere Uhr“ aus dem Rhythmus gerät, ist das jedoch nicht nur für uns gefährlich.
In den Tagen nach den Umstellungen wurden deutlich mehr Verkehrsunfälle protokolliert. Aufgrund des durch die Umstellung hervorgerufenen Schlafdefizits nimmt die Konzentration stark ab und es kommt erhöht zu Eile und Zeitnot.

Studien streiten sich darüber, ob die Zeitumstellung ihren ursprünglichen Zweck noch erfüllt. Die Mehrheit der aktuellen Studien kommt zu dem Ergebnis, dass die Zeitumstellung keine Energie mehr einspart oder sich der Energieverbrauch sogar erhöht.

Die Erzeugung von künstlichem Licht beansprucht heutzutage kaum noch Energie. Der zunehmende Energieverbrauch ist daher auf den gesteigerten Verbrauch von Wärmeenergie zurückzuführen. Da Privatpersonen in der Regel während des Tages arbeiten oder zur Schule gehen, wird in den meisten Haushalten ohnehin kein Strom benötigt.
Unternehmen und andere Einrichtungen benötigen hingegen aus baulichen Gründen (im Inneren eines Gebäudes gelegen, keine Fenster) den ganzen Tag über künstliches Licht, sodass keine Energie mehr eingespart wird. Derzeit ist davon auszugehen, dass der Energieverbrauch durch die Zeitumstellung nicht gesenkt, sondern erhöht wird.

Was tun, wenn die innere Uhr verrückt spielt?

Die Innere Uhr orientiert sich an Licht und Dunkelheit. Deshalb ist es wichtig, bereits am Morgen viel Tageslicht zu erhalten. Dies ist möglich, indem man schon kurze Zeit nach dem Aufwachen die Gardinen aufzieht. Auch Spaziergänge an der frischen Luft sind hilfreich, um schneller mit der Umstellung klar zu kommen. Um weitere Gefährdungen durch die Zeitumstellung zu verhindern, ist es nicht falsch, sich vitaminreich zu ernähren. Weitere Tipps gegen Schlafdefizite und den Jetlag nach der Zeitumstellung findet ihr hier.

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