Clever Einkaufen!

Welche Faktoren wirken sich auf unseren Einkauf aus?

Die erschreckend hohe Zahl der Lebensmittel, die wir jährlich in den Müll werfen, könnte stark reduziert werden. Schon beim Einkaufen kann man darauf achten, Lebensmittel, die man eigentlich nicht benötigt, gar nicht erst zu kaufen. Indem wir unser Einkaufverhalten anpassen, sparen wir nicht nur den Lebensmittelmüll sondern entlasten auch unseren Geldbeutel. In vielen Situationen können wir als Käufer jedoch gar nichts dafür, dass wir mehr kaufen, als wir verbrauchen, denn Supermärkte verführen uns, indem sie uns manipulieren – ohne dass wir es merken.

Tipp: Einkaufsliste schreiben

Wir Deutschen gehen im Durchschnitt zweimal pro Woche Lebensmittel einkaufen. Im Internet findet man immer wieder Beiträge, in denen sich Frauen darüber beschweren, dass ihre Männer 25 Euro für einen Einkauf ausgeben, wenn sie von ihrer Frau geschickt werden, um Milch, Brot und Eier zu kaufen. Wenn man seinen Einkauf vorher plant und sich eine Einkaufsliste erstellt, hat das folgende Vorteile:

nichts wird „spontan vergessen“

– es gibt einen genauen Plan, was gebraucht wird und was nicht

– man kann überschlagen, wie viel der Einkauf kosten wird

Eine Einkaufsliste erstellt man am besten zu Hause. Dort kann man nachsehen, was knapp ist oder bereits fehlt, und kann mit der Familie absprechen, was es in den nächsten Tagen zum Mittag geben soll.

Es ist bewiesen, dass Menschen deutlich mehr einkaufen, je mehr Zeit sie im Supermarkt verbringen. Leider ist dies auch so, wenn man sich vorher eine Einkaufsliste schreibt. Denn je länger ein Einkauf dauert, desto mehr sinkt die Disziplin, sich tatsächlich an diese Liste zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen, versuchen Supermärkte, es ihren Kunden so angenehm wie möglich zu machen.

Die Tricks der Supermärkte

1. Der Einkaufswagen

Wer seinen Einkauf nicht mehr selbst tragen muss, läuft im Supermarkt eher einen oder zwei Gänge mehr, als wenn man seinen Einkauf selbst schleppt. Das Schieben und das Einladen ist ganz einfach und ehe man sich versieht, ist man den kompletten Supermarkt durchgeschlendert. Untersuchungen von Handelsunternehmen haben ergeben, dass Kunden ihre Einkaufswagen nicht gerne leer lassen. Viele Supermärkte nutzen dieses Wissen aus, indem sie ihre Einkaufswagen extra groß gestalten. Gewisse Grenzen gibt es hier jedoch. Ist der Wagen zu groß, merkt der Kunde, dass er den Wagen sowieso nicht vollkriegen wird und kauft auch nichts mehr.

Apropos Einkaufswagen. Einige Supermärkte bieten Miniatureinkaufswagen für die Kinder an, um den Kindern möglichst früh zu vermitteln, dass Einkaufen auch Spaß machen kann.

2. Der Aufbau des Supermarktes

Häufig findet man Obst und Gemüse direkt am Anfang eines Supermarktes. Aufgrund der kurzen Haltbarkeit und des häufigen Gebrauchs, kaufen die Kunden dort sehr häufig ein. Die Häufigkeit und die besonders aufmerksame Auswahl benötigen eine gewisse Zeit. Somit werden die Kunden schon zu Beginn ihres Einkaufes „abgebremst“. Dieses langsame Tempo setzt der Kunde in der Regel auch bei seinem weiteren Einkauf ein. Hier verwenden Supermärkte oftmals ein spezielles Licht, das die frische der Produkte und die leuchtenden Farben betont. Auch der Geruch lädt zum Verweilen ein. Auch beim Fleisch wird in der Regel ein anderes Licht verwendet, um auch blasses Fleisch möglichst frisch aussehen zu lassen.

Supermärkte sehen eine Gangbreite von etwa zwei Metern als optimal an. So sind die Gänge nicht zu breit, sodass Kunden ohne weiteres durchlaufen könnten, aber auch nicht zu eng, sodass sich niemand von anderen Kunden bedrängt fühlen muss.

Sonderplazierungen, große Pappaufsteller oder Zusatzpaletten lassen auf Sonderangebote schließen und ziehen ihre Aufmerksamkeit auf sich. Sonderangebote werden über die gesamte Ladenfläche verteilt. Auch die Grundnahrungsmittel sind im Supermarkt verteilt. Fleisch, was in der Regel bei jedem Einkauf benötigt wird, befindet sich stets im hinteren Teil des Ladens. So wird der Kunde durch den gesamten Laden gelockt.

3. Die Regale

Man trennt die Regale in vier Zonen. Die Reckzone bezeichnet die Bereiche der Regale, die besonders hoch gelegen sind. Hier findet man häufig gekaufte Produkte oder Sonderangebote. In der auf Augenhöhe liegenden Blickzone findet man häufig die teureren Produkte. Sie fallen sofort ins Auge und lassen sich bequem in den Einkaufswagen packen. Etwas weiter unten findet man die Griffzone. Die Produkte lassen sich zwar auch ohne Mühe in den Einkaufswagen legen, liegen jedoch nicht mehr im direkten Blickfeld der Käufer. In der Griffzone werden Neuheiten angeboten, die man „unbedingt probieren“ muss. In der untersten Zone, der Bückzone, findet man meistens Grundnahrungsmittel. Dieser Standort schadet den Produkten keineswegs, da sie am häufigsten gekauft und gebraucht werden.

Auch der Nachrutschmechanismus ist ein oft verwendeter Trick. Er sorgt nicht nur dafür, dass die Regale stets gefüllt aussehen, sondern erschwert auch das Zurückstellen der Produkte, sodass ein Kunde sich vielleicht noch einmal überlegt, das Produkt direkt mit zu kaufen.

4. Verpackungen und Preise

Besonders groß gedruckte Preisschilder oder speziell markierte Preisschilder, erwecken den Eindruck, als wäre etwas im Sonderangebot, obwohl vielleicht der Normalpreis aufgedruckt ist. Außerdem: Je größer die Verpackung ist, desto eher haben Kunden das Gefühl, den günstigsten Preis gefunden zu haben. Tatsächlich spart man häufig, wenn man größere Verpackungen kauft, aber nicht immer. Wo „Vorteilspack„, „XXL Sparpack“ oder „Vorteilsgröße“ draufsteht, muss kein Preisnachlass enthalten sein. Häufig stehen derartige Produkte weit weg von ihren Einzelprodukten, sodass ein direkter Preisvergleich erschwert wird.

Damit Produkte ins Auge stechen, wird häufig mit überdimensionierten Verpackungen gespielt. Sie sind größer, obwohl nicht viel mehr drin ist, denn in solchen „Luftverpackungen“ sind bis zu 90% Luft, statt der Produkte, die man sich erhofft.

5. Die Quengelware

„Mama, ich will einen Lolly.“, „Papi, kaufst du mir noch Kaugummi?“. Gerade wenn man mit Kindern einkaufen geht, quängeln die Kinder gerade im Kassenbereich rum. Häufig wird man hier dazu gezwungen, stehen zu bleiben, weil noch jemand vor einem ansteht, und umgehen kann man diesen Bereich beim Einkaufen nicht. Hier wird mit Impulsware wie Zeitschriften, Süßigkeiten und Alkohol gelockt – natürlichen in handlichen Größen. Außerdem werden an den Kassen häufig Angebote ausgestellt, die manchmal gar keine Angebote sind. Es ist jedoch schwierig, einen Preisvergleich durchzuführen, wenn man bereits an der Kasse ansteht.

Schon ist der Einkaufswagen voll, der Kassenbon lang, das Portmonee leer. Es gibt neben dem Einkaufszettel noch weitere Tipps, die man beim Einkaufen beachten sollte, um nicht nur seinen Geldbeutel sondern auch den heimischen Mülleimer zu entlasten.


Frisch auf dem Müll! Wie viele Lebensmittel schmeißen wir weg?

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