Medien im Alltag – Fake-Profile

Erschreckend aber wahr: Unter 1000 Facebookprofilen verstecken sich durchschnittlich etwa 87 schwarze Schafe – Fakes.

Facebook ist der Spitzenreiter unter den Sozialen Netzwerken. Derzeit sind etwa 1,23 Milliarden Profile bei Facebook registriert. Darunter befinden sich aber nicht nur Zweit- oder Drittaccounts mancher User oder Profile für Haus- und Stofftiere. Auch Kriminelle lockt das Soziale Netzwerk. Etwa 14 Millionen Betrüger halten sich auf Facebook auf, geben sich als andere aus, verwenden Profilfotos von anderen und verschaffen sich so eine neue Identität. Aus Männern können auf diese Art und Weise Frauen werden oder Männer werden plötzlich 20 Jahre jünger. Facebook kann nicht ohne weiteres kontrollieren, ob die Person auf den Fotos mit der Person hinter dem Bildschirm übereinstimmt und das birgt weitere Gefahren.

Die Fakes nutzen dabei variierende Eigenschaften, verbringen einige Zeit mit ihrer neuen Identität, lernen neue Menschen kennen und geben sich dabei meist als attraktiver preis, als sie in Wirklichkeit sind – zu einem persönlichen Treffen kommt es natürlich nicht. In der Regel verschwinden Fake-Accounts nach einer Weile und der Betreiber taucht hinter einer anderen Identität irgendwo wieder auf.

Die weitaus gefährlichere Variante sind die Sexualstraftäter, die sich auf diesen Weg ihre Opfer suchen, indem sie sich in einen Mädchenschwarm oder eine potentielle beste Freundin verwandeln. Denn leider ist es im Internet möglich, sich eine Identität durch Worte zu schaffen. Ein Klick hier, ein paar Angaben dort und schon entsteht ein neuer Mensch. Bilder findet man zu genüge im WorldWideWeb und so erhält die neue Identität ganz einfach ein neues Gesicht.

Im Netz gibt sich der Faker zunächst als beste Freundin/ bester Freund oder als potentielle Partnerin/ potentieller Partner aus. Erstaunlicherweise habt ihr erschreckend viele Gemeinsamkeiten, hört die selbe Musik und habt häufig die selben Ansichten. Einen solchen Menschen muss man unbedingt mal treffen, schlägt auch der Faker vor. Deine Ängste und Sorgen spielt er dabei gekonnt runter, deinen Eltern musst du ja davon nicht erzählen, die würden sich nur unnötige Sorgen machen. Und es kommt noch besser, denn dein Kontakt möchte dich mit seinem/ ihrem Vater morgen von der Schule abholen. Zunächst zögerst du noch, doch dann nennst du den Namen deiner Schule und ihr vereinbart einen Treffpunkt.

Am nächsten Tag steht am vereinbarten Treffpunkt ein Mann, der bereits auf dich wartet. Er gibt sich zunächst als Vater aus, dein Kontakt konnte aus irgendwelchen Gründen nicht mitkommen, und führt dich zum Auto. Opfer dieser Straftäter sind in den meisten Fällen Kinder und Jugendliche.

Faking muss zwar nicht immer auf diese kriminelle Weise ablaufen, ärgerlich ist es aber in jedem Fall, denn häufig verschwendet man nicht nur Zeit sondern auch Gefühle an den Faker, der sich hingegen nur einen Spaß erlaubt hat, sich für irgendwas rächen wollte oder von anderen Motiven geleitet wurde.

Fakes erkennen leicht gemacht

Um sich vor solchen Fakes zu schützen, gibt es einige Tipps, deren Befolgung beim frühzeitigen Erkennen von Fakes helfen kann.

1. Emotionen hinterfragen

Sollten sich über das Internet Gefühle entwickeln, sollte man diese grundsätzlich kritisch hinterfragen. Im Internet ist es viel einfacher, sich zu verstellen. Allerdings ist es oft so, dass man sich Hals über Kopf in sein virtuelles Gegenüber verliebt und nicht mehr klar denken kann. Zwar ist man sich bewusst, dass im Internet Fakes unterwegs sind, dass aber ausgerechnet das einfühlsame und so vertraue Wesen hinter dem anderen Bildschirm dazu zählen soll, ran will man nicht glauben. Das bedeutet natürlich nicht, dass man fortan völlig paranoid vorgehen soll, wenn man neue Menschen kennenlernt. Man sollte sich jedoch niemals auf Emotionen einlassen, die allein über Chat-Kontakt entstanden sind.

2. Das Problem an den Wurzeln packen

Faker können viele verschiedene Motive haben, sich als jemand anderes auszugeben. Im Internet gibt es Suchmaschinen, die das Netz nach Fotos absuchen. Auf diese Weise könnte man eventuell herausfinden, ob sich hinter dem attraktiven Gegenüber zufällig ein recht unbekanntes Model verbirgt, dessen Bild in diesem Fall zweifelsfrei gestohlen wurde.

Nicht selten halten die Faker zu mehreren Personen gleichzeitig Kontakt und nur selten sind die gestohlenen Persönlichkeiten bis ins kleinste Detail durchdacht. Sie enthalten oft nur oberflächliche Informationen oder entstehen spontan im Gespräch. Und wer merkt sich schon, wem er welche Lüge schon mal erzählt hat und wem nicht? Ziel ist es, die Lücke in dieser Identität zu finden, die den Faker als solchen entlarven könnte. Hierfür kann es hilfreich sein, Verläufe abzuspeichern, um später mögliche Widersprüche aufzudecken.

3. Die Grenzen austesten

Trotz Gefahren ist es wichtig, aus dem virtuellen Kontakt möglichst schnell einen realen Kontakt zu machen. Telefonieren ist ein guter Anfang, denn häufig lassen sich hier Emotionen schwerer verstecken und es wird zunehmend auf Spontan-Antworten gesetzt. Ist die falsche Persönlichkeit nicht tiefgründig durchdacht, fallen diese Antworten zunehmend schwer. Auch die Videotelefonie kann neue Erkenntnisse bringen, denn hier ist es viel schwieriger, hinter einem falschen Gesicht aufzutreten. Der nächste Schritt wäre ein persönliches Treffen, bevorzugt an einem öffentlichen und belebten Ort – etwa in einem Café. Sollte der Kontakt immer neue Ausreden haben, um näheren Kontakt zu meiden (Telefon kaputt, keine Webcam, Termine), liegt der Verdacht nah, dass es sich hierbei um einen Fake handelt.

Bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten. Persönliche Treffen sollten nicht ohne weiteres gestattet werden, persönliche Daten wie der Name der Schule oder die Adresse sollten nicht preisgegeben werden. Eltern sollten in jedem Fall über Treffen informiert werden, Vorsicht ist auch hier geboten. Zur Beruhigung könnte der Gegenüber eine falsche Adresse und eine falsche Telefonnummer angeben. Allerdings sollte man auch nicht vollkommen paranoid gegenüber neuen Kontakten sein, es ist nur ein geringer Prozentteil der User, die tatsächlich böse Absichten haben. Man sollte sich dieser Gefahr bewusst sein.


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5 Gedanken zu „Medien im Alltag – Fake-Profile

  1. Meiner Meinung nach trägt man als Elternteil auf jeden Fall eine gewisse Verantwortung im Umgang mit Medien gegenüber den Kindern. Schon früh sollte man den Nachwuchs über die Risiken und Gefahren aufklären, eventuell auch den Medienkonsum etwas einschränken und ein Auge auf die Onlineaktivitäten werfen. Besonders Jugendliche, die viel Zeit vor den PC verbringen, und wenige Freunde beziehungsweise andere Hobbies haben, sind anfällig für solche Fakes. Aber auch Erwachsene fallen öfters auf solche Betrüger herein, so hat sich so mancher Heiratsschwindler sicher schon eine goldene Nase mit seinen Opfern verdient. Jedoch besonders wenn es um Kinder und Jugendliche geht, ist Vorsicht immer besser als Nachsicht – so meine Devise. Erwachsene kann ich nur empfehlen, realistisch und kritisch zu bleiben, und sich nicht von der rosaroten Brille verwirren zu lassen.

  2. Leider sind nicht alle im Internet menschliche Menschen, werde ich mal so sagen.
    Meiner Meinung nach tragen Eltern der jüngeren Generation eine menge Verantwortung, was das angeht, denn man sollte nicht nur gucken was das Kind auf der Straße so anstellt, sondern auch was es im WWW macht. Eltern sollten echt ein Auge darauf haben, wo sich ihre Kinder im Netz rum treiben, schließlich würde man das Kind auf der Straße auch nicht einfach so mit einen alten schmierigen Mann reden lassen, auch wenn er sich als "Clown" verkleidet (vergleich zu der Fake Sache).
    Ich finde es gut, dass das Thema bei dir so direkt angesprochen wird!
    Super Beitrag.

  3. Freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt. Wenn dich das Thema interessiert, schau dir gerne auch die anderen Beiträge von Medien im Alltag an.
    Mir gefällt dein Vergleich mit DEN Aktivitäten auf der Straße und dem Clown sehr. Ich denke leider, dass gerade die Generation "Teenie-Eltern" ihre Aufsichtspflicht auch auf der Straße wenig ernst nehmen.
    Wo das hinführen wird, werden wir mit der Zeit sehen.

  4. Leider fällt die Verantwortung oft ins Wasser. Eltern beschäftigen sich lieber selbst, als ihre Kinder im Web zu beobachten. Oftmals entwickelt sich daraus ein Teufelskreis.
    Eltern wollen mal eine Pause, setzen das Kind vor den Computer und gehen, das Kind fühlt sich vernachlässigt und sucht im Internet nach "sozialen" Kontakten. Um die Gefahren machen sich die Eltern erst sorgen wenn es zu spät ist.

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