Mythen und Fakten – Wasser

Es ist das wohl wichtigste Element im Leben – Wasser. Wir benötigen es, um überleben zu können. Doch insbesondere im Sommer birgt auch das Wasser einige Gefahren. Deshalb gilt auch hier: Wissen rettet Leben!

 

Mythos: Viel Wasser trinken ist gut für eine glattere Haut.

Falten sind im Alter zwar ein Zeichen für Austrocknung, dass dies jedoch mit übermäßigem Trinken von Wasser verhindert werden kann, ist bisher nicht wissenschaftlich bewiesen. Was man hingegen sicher sagen kann: Schon ein halber Liter Wasser am Tag regt die Durchblutung der Haut an und aktiviert ihren Stoffwechsel.

Mythos: Ständiger Durst ist ein erstes Anzeichen für Diabetes.

Tritt übermäßiger Durst gemeinsam mit verstärktem Harndrang auf, kann dies tatsächlich ein Zeichen für Diabetes sein. Die durch die Krankheit verstärkte Harnmenge enthält einen großen Anteil Zucker, der dem Körper Wasser entzieht, das dann ausgeschieden wird.

Mythos: Zu viel Wasser ist unbedenklich.

Der Körper benötigt Wasser. Wer zu wenig trinkt, riskiert eine Warnwegsinfektion, weil die Nieren und die Blase nicht ausreichen gespült werden. Die aufgenommene Flüssigkeit regt die Niere jedoch auch an, die Nierenfunktion wird dadurch beeinträchtigt. Dadurch kann es im Extremfall zu einer Vergiftung kommen, die sich durch Krämpfe oder Bauchschmerzen äußert. Wer weitaus mehr als zwei bis drei Liter mineralstoffarme Flüssigkeiten am Tag zu sich nimmt, provoziert eine solche Wasservergiftung förmlich. Das mineralstoffarme Wasser nimmt dabei die Salze im Körper auf und spült diese aus. Infolgedessen kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen, die bis zum Koma führen können.

Mythos: Wer wenig trinkt, schwitzt auch weniger.

Wer wenig trinkt, droht bei extremen Temperaturen, auszutrocknen. Der Körper schwitzt in der Regel nicht, um überschüssiges Wasser auszuscheiden, sondern um die Körpertemperatur zu regulieren. Die ausgeschwitzte Flüssigkeit muss dann jedoch neu zu sich genommen werden, um das Austrocknen zu verhindern. Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung durch regelmäßiges Trinken ist jedoch wichtig, damit alle Organe und Körperfunktionen funktionieren können. Bei hohen Temperaturen und wenn man Sport treibt und deshalb mehr schwitzt, sollte man also automatisch auch mehr trinken. Spezielle Sportgetränke, denen zusätzlich Mineralstoffe beigesetzt werden, sind übrigens nicht erforderlich. Wasser oder eine Saftschorle sind völlig ausreichend.

Mythos: Obst ist eine Alternative zum Trinken.

Wem es nicht gelingt, täglich eine ausreichende Menge Wasser zu sich zu nehmen, kann auf Obst und Gemüse zurückgreifen, um den Flüssigkeitshaushalt zu füllen. Obst und Gemüse sind wasserreiche Lebensmittel. Der hohe Wasseranteil erfrischt und liefert dabei Flüssigkeit. Melonen, Orangen, Nektarinen, Ananas, Erdbeeren, Gurken und Tomaten sind dafür besonders gut geeignet. Außerdem enthalten diese zusätzlich Vitamine und sind gesund.

Mythos: An der Farbe des Urins erkenne ich, ob ich genug getrunken habe.

Dunkler Urin weist darauf hin, dass man mehr trinken sollte. Vollständig heller Urin weist darauf hin, dass zu viel getrunken wurde. Ideal ist ein klarer, hellgelber Urin. Dieser Mythos ist wahr.

Mythos: Wer viel trinkt, nimmt nebenbei auch noch ab.

Das Trinken von einem bis zwei Litern Wasser pro Tag erhöht den Energieverbrauch um etwa 100 kcal. In einem Jahr könnten also 36.500 Kalorien zusätzlich verbraucht werden. Das entspricht etwa fünf Kilogramm Fettgewebe, so die Berliner Charité in der wissenschaftlichen Studie „Trinkwasser hilft beim Abnehmen“.

Mythos: Man sollte mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken.

Das ist nicht ganz richtig. Es stimmt, dass wir täglich eine solche Menge Flüssigkeit zu uns nehmen sollten, nicht beachtet wurde jedoch, dass wir dies auch über die Nahrung tun. Etwa einen Drittel des Flüssigkeitsbedarfs decken wir über die Nahrungsaufnahme. Übrig bleibt eine Menge von etwa 1,5 bis 2 Litern, die wir über das Trinken zu uns nehmen sollten. 

Mythos: Trinken fördert die Leistungsfähigkeit.

Bereits bei einem Flüssigkeitsverlust von nur zwei Prozent wird dieser im Körper deutlich bemerkbar. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sinkt um bis zu 20 Prozent. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche sind Anzeichen dafür, dass der Körper etwas zu trinken benötigt. Das sicherste Anzeichen dafür, dass der Körper Flüssigkeit benötigt, ist der Durst. Das Durstgefühl entsteht bereits, wenn der Körper nur wenige Prozent Wasser verliert oder die Kochsalzmenge im Blut zu hoch ist. Dieses Gefühl kann im Alter jedoch verloren gehen, weshalb die Gefahr eine Dehydrierung mit dem Alter wächst.


Mythos: Alkohol und Kaffee dienen auch als Durstlöscher.

Alkoholische Getränke wirken harntreibend und führen zum sogenannten Nachdurst. Dem Körper wird also zunehmend Wasser entzogen. Experten raten daher, zu einem alkoholischen Getränk parallel ein Glas Wasser zu trinken. Beim Kaffee jedoch ist die harntreibende Wirkung gering. Die lange Zeit verbreitete Annahme, Kaffee würde dem Körper Flüssigkeit entziehen, ist also nicht ganz richtig. Aufgrund der Herz-Kreislauf anregenden Wirkung des Kaffees ist dieser als Durstlöscher jedoch eher weniger geeignet.

Natürlich ist im Sommer nicht nur das ausreichende Trinken wichtig. Wer sich abkühlen will, wagt gerne mal den Sprung ins kühle Nass oder zieht ein paar Bahnen im Freibad.

Mythos: Stark gechlortes Wasser brennt in den Augen.

Das stimmt nicht. Das im Wasser gelöste Chlor ist nicht der eigentliche Grund für brennende Augen im Schwimmbad. Chlor wird in Schwimmbädern verwendet, weil es die Eigenschaft hat, sich mit organischen Stoffen und Keimen zu binden und diese abzutöten. Um das Infektionsrisiko im Becken also zu minimieren, wird dem Wasser Chlor beigesetzt. Chlor, das sich mit Keimen oder den organischen Stoffen (beispielsweise aus Urin) gebunden hat, nennt man Chloramine. Diese können die Schleimhäute reizen und führen somit zu brennenden Augen.

Mythos: Viele pinkeln ins Schwimmbecken.

Eine Befragung in der Vereinigten Staaten hat ergeben, dass jeder Fünfte schon einmal in das Becken gepinkelt hat. Zudem gaben 35% der Befragten zu, vor dem Schwimmen nicht zu duschen. Der starke Geruch, den man vielleicht aus Schwimmbädern stammt, ist übrigens nicht der Chlorgeruch. Beinahe keimfreies, gut gechlortes Wasser, riecht man kaum. Nur durch das gebundene Chlor, die Chloramine, entsteht der typische Chlorgeruch im Schwimmbad. Deshalb ist es übrigens Pflicht, vor dem Schwimmen zu duschen. Es ist nicht ausreichend, wenn wir wenige Stunden zuvor bereits geduscht haben, denn Schweiß und Keime haben wir immer am Körper. Nur das Duschen unmittelbar vor dem Betreten des Beckens kann helfen, die Keime an unserem Körper zu minimieren.

Mythos: An überwachten Badestellen achtet der Bademeister auf die Kinder.

Der Bademeister oder die DLRG sorgen zwar für mehr Sicherheit an öffentlichen Badestellen und sind ständig bemüht, das Badevergnügen für alle Badegäste ungefährlich zu gestalten und im Ernstfall einzugreifen, sie sind jedoch für alle Badegäste zuständig. Auch an überwachten Badestellen liegt die Verantwortung und die Aufsichtspflicht zu 100% bei den Eltern.

Mythos: Am Strand kann man sofort ins Wasser laufen.

Wer womöglich gerade aus dem überhitzten Auto an den Strand kommt, sollte auf keinen Fall sofort ins Wasser laufen. Vor dem Betreten des Wassers sollte geduscht werden und man sollte das Wasser langsam betreten, damit der Körper sich an die kalte Temperatur gewöhnen kann. Ein plötzlicher Umschwung von warm zu kalt stellt für das Herz und den Kreislauf eine gigantische Belastung dar. Schwimmen im kalten Wasser verbraucht außerdem viel mehr Kraft als das Schwimmen im warmen Wasser. Es kann also ein Kälteschock drohen, der im Wasser nicht selten tödlich endet.


Mythos: Nach dem Baden muss man abermals duschen.

Salzkristalle aus dem Meer oder Chlor aus dem Schwimmbecken trocknen die Haut und die Haare aus. Deshalb sollte man auch nach dem Baden Duschen gehen. Außerdem ist es wichtig, sich anschließend abzutrocknen, das einzelne Wassertropfen auf der Haut die Gefahr eines Sonnenbrandes erhöhen. Auch an das Nachcremen sollte gedacht werden.

Mythos: Nicht mit vollem oder leeren Magen schwimmen.

Diesen Satz hat sicher jeder einmal als Baderegel gelernt. Zwar ist es nicht so, dass der Magen zwangsweise verkrampft, wenn man mit vollem Magen ins Wasser geht, nach dem Essen oder mit leerem Magen ist man jedoch nicht höchstleistungsfähig, was im Wasser eine Gefahr darstellt. Der Magen muss zunächst verdauen oder die Energie fehlt, weil wir Hunger haben. Beides führt zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit.

Und schon sind wir wieder ein bisschen schlauer. Seid ihr dieses Jahr schon schwimmen gewesen?


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1 Gedanke zu „Mythen und Fakten – Wasser

  1. zum Mythos: Viel Wasser trinken ist gut für eine glattere Haut.
    Wasser ist für eine kräftige, gesunde und glatte Haut dennoch entscheidend. Daher wird in vielen Kosmetikprodukten Harnstoff eingesetzt. Dieser bindet Wasser hervorragend und hilft dabei das Wasser bis in die Haut zu transportieren.

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