ALS Ice Bucket Challenge – Darum geht es wirklich

Wie eine Lawine durchrollt ein neuer Trend die Social Networks. Die Ice Bucket Challenge scheint eine Herausforderung zu sein, doch eigentlich geht es um etwas ganz anderes.

Die Regeln sind einfach und schnell erklärt. Vor laufender Kamera gießt man sich einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf. Anschließend nominiert man drei Menschen, die binnen 24 Stunden dasselbe tun müssen. Sollte man diese Herausforderung nicht erfüllen, muss man eine Strafe zahlen.

Woher kommt die Ice Bucket Challenge?

Zwar kann man nicht genau sagen, wo die Challenge ihren Ursprung hat. Bekannt wurde diese Aktion durch eine Live-Ausstrahlung der Golf Channel Morning Show vom 30. Juni 2014. Zwei Wochen später absolvierte auch der Golfer Chris Kennedy die Challenge. Am 15. Juli erschien sein Video auf Twitter. Dieser nominierte anschließend seine Cousine, deren Mann von der Krankheit ALS betroffen war. Durch soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter breitete sich die Challenge aus. Mittlerweile haben auch viele Prominente an der Challenge teilgenommen.

Was ist ALS?

ALS ist die Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose. Dies ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Durch die Degeneration (Rückbildung) der Nervenzellen kommt es zu Muskelschwächen und Lähmungen, die zum Muskelschwund und zu Spastiken führen können. Durch die Erkrankung und die damit auftretenden Symptome kommt es zu erheblichen Einschränkungen im alltäglichen Leben. Leider ist die Krankheit nicht heilbar. Betroffene haben eine Überlebenszeit von etwa drei bis fünf Jahren, ehe sie an Folgeerkrankungen wie einer Lungenentzündung aufgrund der gelähmten Muskulatur in den Atemwegen sterben. Der Schwerpunkt der Therapie liegt daher auf der Linderung der Symptome und der psychologischen Betreuung.

Will Smith ist nur einer von vielen Prominenten, die sich der ALS Ice Bucket Challenge angenommen haben. Doch der Trend findet auch Gefallen bei weniger prominenten Nutzern der Social Networks. Leider habe ich dort zunehmend beobachtet, dass der eigentliche Sinn der Challenge verloren geht.

Worum geht es eigentlich bei der ALS Ice Bucket Challenge?

Es geht bei der ALS Ice Bucket Challenge weder um Spaß noch um Geld für Zigaretten oder einen Kasten Bier. Die Aktion – und das vergessen leider auch die Promis manchmal – soll dem Zweck dienen, auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen und die Leute zum Spenden animieren. Die richtige Strafe für diese Challenge ist es deshalb (laut Regeln), 100 US-Dollar (oder Euro) an die ALS Association zu spenden.

Unter dem Motto „Donate twice instead of ice“ macht die Gewinnerin des Eurovision Song Contest Conchita Wurst auf die Dringlichkeit aufmerksam. Zwar versichern die Promis stets, auch größere Beträge zu spenden, obwohl sie das Video gemacht haben, auf die Dringlichkeit und den eigentlichen Sinn dieser Aktion machen sie jedoch nicht immer aufmerksam.

Das ist jedenfalls nicht der Sinn der ALS Ice Bucket Challenge, doch das vergessen die meisten Teilnehmer leider.

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8 Gedanken zu „ALS Ice Bucket Challenge – Darum geht es wirklich

  1. Hallo Kevin!

    Auf YouTube wurde auf dem Kanal ImbaTorben davon berichtet bzw. die Challenge durchgeführt und gefilmt.
    Wurdest du auch schon nominiert?

    Alexander

  2. Hallo Kevin!

    Ich finde es klasse, dass du auf den eigentlichen Sinn dieser Aktion aufmerksam machst und dabei auch "negativ Beispiele" benennst.
    Wenn es nicht Leute wie dich geben würde, die auf den SINN aufmerksam machen würden, dann würde diese Aktion komplett mit den "negativ Beispielen" missbraucht werden.

  3. Hallo Kevin,

    Erstmal ein großes Dankeschön für deinen Beitrag und dein Video. Es ist einfach nur traurig dass der wahre Grund der Challenge so verdrängt wird. Ich selbst habe bei meinen Praktikum im Krankenhaus mit einem ALS-Patienten gearbeitet, diese Krankheit ist grausam. Das erste und zweite Motoneuron wird dabei zerstört, innerhalb von einem Jahr verlieren die Betroffenen die Fähigkeit zu Gehen, zu Essen, Schlucken, Sprechen, usw. – bis sie schließlich an Atemstillstand sterben. Wenn man sowas mit eigenen Augen gesehen hat, ist der Zugang zu der Thematik sicher ganz anders. Grundsätzlich finde ich die Aktion sehr gut, da auf die Krankheit Aufmerksamkeit gemacht wird. Jedoch sollte wirklich die Krankheit im Vordergrund stehen und nicht irgendwelche anderen Wetten.

  4. Ich finde es schade, das es nur noch um die Challenge geht (sie ist zwar lustig), man vergisst ganz das es sich dabei um spenden für eine seltene unheilbare Krankheit geht. Echt schade.

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