Die gefährlichsten Erreger der Welt

Derzeit ist das gefährliche Ebola-Virus ein Thema in jeder Nachrichtensendung. Nun ist der erste Ebola-Patient in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eingeliefert worden.

Doch das Virus belegt nur den dritten Platz auf der Rangliste der gefährlichsten und tödlichsten Erregern der Welt.

(Die in diesem Beitrag verwendeten Szenarien, könnten sensible Leser verstören.)

Seit Februar/März diesen Jahres breitet sich das tödliche Ebola-Virus vor allem in den Staaten Westafrikas aus. Besonders betroffen sind Guinea, Sierra Leone und Liberia. In einem Labor in Sierra Leone infizierte sich vor Kurzem auch ein Forscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der nun in einem deutschen Krankenhaus behandelt wird. Doch das Virus, vor dem sich zur Zeit alle Menschen fürchten, belegt nur den dritten Platz auf der Rangliste der gefährlichsten Erreger der Welt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) listet diese im „Steckbrief seltener und importierter Infektionskrankheiten“ auf und misst dabei die Letalität der Krankheit, also den Anteil der Infizierten, die tatsächlich an der Krankheit sterben (Sterberate).

Erschreckend wird ein solches Szenario, wenn man sich vor Augen führt, dass diese tödlichen Krankheiten von winzigkleinen Erregern übertragen werden, die für das Auge unsichtbar sind. Oftmals ist das körpereigene Immunsystem dem Angriff dieser Erreger schutzlos ausgesetzt. Sie verursachen rätselhafte Blutungen oder sind verantwortlich dafür, dass lebenswichtige Organe versagen. Zwar gibt es auch eine Vielzahl an Krankheiten, die durch Bakterien (Procyten) verursacht werden, diese Erreger kann man jedoch – etwa durch die Einnahme von Antibiotika – abtöten.
Die aus dem Griechischen stammende Vorsilbe „anti“ bedeutet „gegen“, „bios“ bedeutet Leben. Antibiotika sind also eine Art Gift für lebende Mikroben wie Bakterien. Gegen Viren richten sie allerdings keinen Schaden an. Das hängt damit zusammen, dass Viren streng genommen nicht leben. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und benötigen deshalb lebende Wirtszellen.
Die Gefahr, die von diesen Killerviren ausgeht, ist also immens. Anhand der Daten des RKI und der WHO möchte ich euch nun die fünf gefährlichsten Erreger etwas näher vorstellen.

Platz 5: Das West-Nil-Virus

Einige Erreger sind auf die Hilfe eines Komplizen angewiesen. Das West-Nil-Virus bedient sich daher der Hilfe von Parasiten wie der Stechmücke. Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Eine Mücke landet auf dem Arm einer Frau. Während sie das Blut ihres Opfers saugt, injiziert sie gleichzeitig ihren Speichel, um die Blutgerinnung zu verhindern. Doch in ihrem Speichel befindet sich ein Erreger, dessen einzige Aufgabe es ist, sich zu vermehren. Während die Frau denkt, dass sie einen einfachen Mückenstich hat, verbreitet sich das Virus in ihrem Körper. Das Virus vermehrt sich in der Wirtszelle, bis die Zellhülle platzt. Die Viren gelangen in den Blutkreislauf und suchen sich neue Wirtszellen.
In einigen Fällen gelangt dieser Virenstrom auch ins Gehirn. Dort verursacht er Schwellungen, die schließlich zum Tod führen können. Einer von 150 Leuten, die Symptome des West-Nil-Fiebers zeigen, entwickelt eine schwere Verlaufsform.

Gattung: Flavivirus
Letalität: 10 – 40%
Behandlung: lediglich eine begleitende Behandlung im Krankenhaus
Entdeckt: 1937 in Uganda
Übertragung: Stechmücken
Symptome: unauffälliger Verlauf, fieberhafte, grippeähnliche Symptome, blasser Hautausschlag, der sich vom Kopf zu den Gliedmaßen ausbreitet

Platz 4: Das Krim-Kongo-Virus

Über 30 verschiedene Hyalomma-Zecken-Arten, die insbesondere in wärmeren Regionen südlich des Balkans vorkommen, sind als Überträger des Krim-Kongo-Fiebers identifiziert. Das Virus wird zunächst durch einen Zeckenbiss von infizierten Tieren aufgenommen. Anschließend wird das Virus durch den Speichel der Zecke mit jedem Biss weiter übertragen. Die Übertragung ist jedoch auch durch direkten Kontakt mit infiziertem Fleisch, Blut oder anderen Körperflüssigkeiten möglich. Je schwerer die Erkrankung ist, desto mehr Viren werden vom Erkrankten ausgeschieden. Die Symptome setzen plötzlich ein und reichen von anhaltenden Fieber bis zu Darmblutungen und Bluterbrechen. Besonders gefährlich wird diese Krankheit, weil das Virus sich besonders schnell verbreitet.

Gattung: Arbovirus
Letalität: je nach Virenstamm 2 – 50 %
Behandlung: begleitende Behandlung möglich
Entdeckt: 1956 in der Demokratischen Republik Kongo
Übertragung: Zecken, aber auch durch Körperflüssigkeiten oder sogar Tröpfcheninfektion
Symptome: plötzliches Fieber, grippeähnliche Symptome, Übelkeit, hämorrhagischer Verlauf möglich (Blutungen, Bluterbrechen, …)

Platz 3: Das Ebola-Virus

Jäger in der Demokratischen Republik Kongo kehren erfolgreich von ihrer Jagd zurück. Sie haben ein paar Affen erlegt, die sie nun als Nahrung ins Dorf bringen. An ihren Blutigen Messern und an ihren Händen, sowie im Fleisch ihrer Opfer befindet sich ein tödliches Virus – Ebola.
Das Ebola-Virus ist der Erreger des hämorrhagischen Fiebers. In diesem Jahr wurde eine Epidemie in Westafrika der Grund für die Sorgen vieler Menschen. Nachdem das Virus nun auch in Deutschland eingeflogen wurde, steigt die Angst. Bei der Station des UKE handelt es sich um eine Sonderisolierstation. Die Sicherheitsvorkehrungen seien so hoch, dass für Mitarbeiter und Öffentlichkeit keine Gefahr bestehe. Das Robert-Koch-Institut hält das Gesamtrisiko eine Infektion mit Ebola in Deutschland für sehr gering.

Gattung: Ebola-Virus
Letalität: 50 bis zu 80%, je nach Art vereinzelt auch bis zu 90%
Behandlung: trotz intensiver Forschung gibt es bisher weder Impfungen noch Medikamente
Entdeckt: 1976 in Zaire
Übertragung: Körperflüssigkeiten, auch Schweiß
Symptome: hämorrhagisches Fieber (Fieber mit Blutungen)

Platz 2: Das Influenza-H5N1-Virus

Das Influenza-H5N1-Virus ist besser bekannt als Vogelgrippe-Virus. Als sogenannte Zoonose ist die Vogelgrippe eine Krankheit, die von Tieren auch auf den Menschen übertragen werden kann. Durch direkten Kontakt mit erkranktem oder totem Geflügel können Menschen schwer oder sogar tödlich erkranken. In Asien gibt es zwar wirksame Impfstoffe, in Deutschland sind diese jedoch nur in Ausnahmefällen gestattet. Zwar schätzt die WHO das Risiko einer Erkrankung eines Menschen für sehr gering ein, unter allen Erkrankten erreicht das Virus jedoch eine Letalität von bis zu 83%.

Gattung: Influenzavirus A
Letalität: 30 – 83%
Behandlung: Impfstoffe wie Daronix
Entdeckt: 1997
Übertragung: Körperflüssigkeiten, aber auch Kot, Schmierinfektionen, Einatmen virushaltiger Staubpartikel
Symptome: Fieber, gefolgt oder begleitet von Halsschmerzen, Husten und Atemnot, Erbrechen und Durchfall

Platz 1: Das Marburg-Virus

Ursprünglich stammt das Virus zwar aus Afrika, seinen Namen hat es jedoch aus dem hessischen Ort Marburg, da es dort 1967 erstmals nachgewiesen wurde. Zwar gilt das Marburg-Virus als tödlichstes Virus der Welt, es ist jedoch eher selten. Der letzte verzeichnete Infektionsfall durch das Marburg-Virus ist im Jahr 2004 datiert. Wie das Ebola-Virus gehört es zur Familie der Filoviridae. Im Gegensatz zum Ebola-Virus wird das Marburg-Virus jedoch seltener übertragen, da die Betroffenen sterben, ehe sie andere Menschen infizieren können. Das hängt auch damit zusammen, dass das Marburg-Virus eher nicht an den Menschen angepasst ist.

Gattung: Marburg-Virus
Letalität: bis zu 88%
Behandlung: Impfstoff
Entdeckt: 1967 in Marburg
Übertragung: Körperflüssigkeiten und Schmierinfektion
Symptome: hämorrhagisches Fieber, Organblutungen

An einer schnellen Sterbegeschwindigkeit der Infizierten erkennt man, dass das Virus nicht an den Mensch als Wirt angepasst ist. Die Ansteckungsgefahr ist in diesen Fällen immer geringer. Um sich zu vermehren, benötigt das Virus einen lebenden Wirt. Nur in seinen Zellen gelingt es ihm, sich fortzupflanzen. Und nur bei einer hohen Virenanzahl ist eine Übertragung auf andere Wirte gewährleistet bzw. möglich. Sowohl das Marburg-Virus als auch das Ebola-Virus rufen eine Form des hämorrhagischen Fiebers hervor. Obwohl das Marburg-Virus laut Statistiken tödlicher ist und seinen Wirt schneller tötet, sollte man das Ebola-Virus nicht unterschätzen. Es dauert länger, bis der Tod eintritt und ist nicht unbedingt so tödlich wie das Marburg-Virus, verbreitet sich dafür jedoch umso stärker, da es sich stärker vermehren kann. Betrachtet man also die Relation zwischen Letalität und Infektionshäufigkeit, so ist das Ebola-Virus das gefährlichste Virus der Welt.


Quellen: spektrum.de, focus.de

 

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7 Gedanken zu „Die gefährlichsten Erreger der Welt

  1. Huhu Kevin..

    Erst einmal danke für deinen Kommi.. Guter Tipp mit dem Punkten ^^. werd ich mir mal was überlegen..

    Jetzt zu deinem Thema.
    Sehr interessant. Wenn man sich nicht wirklich damit beschäftigt, bekommt man nur teile aus dem Fernsehn mit, wenn mal irgendwo wieder etwas ist. Von einigen Hab ich noch nie gehört gehabt und finds daher auch gut, dass du dieses Thema ansprichst.

    Liebe Grüße

  2. Mall Off-Topic:
    Es ist wirklich beeindruckend was für Beiträge du produzierst. Alle deine Beiträge versprühen Interesse am Thema, geben Infos raus und zeigen deinem Leser unbewusst, wie präzise die recherchierst! Unglaublich! Und dann auch noch in dieser Regelmäßigkeit. Absoluter Wahnsinn und absoluter Respekt von mir für dich. Von dir kann nicht nur ich mir eine scheibe abschneiden, sondern noch ganz viele andere Blogger.

    Lieben Gruß!

  3. Wow. So liebe Worte hab ich selten gehört 🙂
    Ich freue mich, dass dir mein Blog so sehr gefällt und hoffe, dass ich dich auch in Zukunft als Leser auf meinem Blog begrüßen darf!

    Ganz liebe Grüße

    Kevin

  4. Finde es gelungen, wie du für jeden verständlich erklärst, was beispielsweise ein Antiobiotikum ist etc. Das ist für Leute, die gar nichts darüber wissen sehr belehrend und auch für Leser, die mehr wissen, ist das Thema weiterhin spannend.

    Lg,
    VeDaPe

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