Wintermythen – Schlau in die kalte Jahreszeit

Winterzeit ist Erkältungszeit. Aber wärmt Alkohol uns wirklich und ist der Saunagang bei einer Erkältung wirklich ratsam?

Mythos: Die meiste Wärme geht über den Kopf verloren.

Zwar kann eine warme Mütze im Winter nicht schaden, an dem Mythos ist jedoch nur teilweise Wahres dran. Im Idealfall wird die Körperwärme über die gesamte Körperoberfläche gleichmäßig abgegeben. Der Wärmeverlust über den Kopf beträgt also nur etwa 10%.
Der Mythos stammt aus einem Überlebenshandbuch für amerikanische Soldaten aus dem Jahr 1970. In der Arktis trugen die Probanden warme Anzüge, der Kopf war jedoch nicht bedeckt, sodass ein Großteil der Körperwärme tatsächlich über den Kopf entwich. Würde man stattdessen den Kopf bedecken und die Ärmel freilegen, würde der Großteil der Körperwärme über die Arme entweichen.

Mythos: Bei Erkältungen hilft ein Gang in die Sauna.

Ein Gang in die Sauna stärkt die Durchblutung und die Abwehrkräfte. Die Sauna ist also prima, wenn es um das Vorbeugen geht. Ist die Erkältung jedoch erst einmal ausgebrochen, sollte der Erkrankte lieber unter der Bettdecke als in der Sauna schwitzen. Die für das Saunieren wichtigen Abkühlphasen nach den hohen Temperaturen wären für den Erkrankten reines Gift. Es droht ein Kreislaufzusammenbruch.

Mythos: Die Zunge kann an einer Eisenstange kleben bleiben.

Bei eisigen Temperaturen kann die Zunge tatsächlich an einer Metallstange festfrieren. Warmes Wasser zum Lösen darüber gießen ist ein eher schlechter Rat. Je nachdem wie kalt es ist, kann das Wasser nämlich sofort zu Eis erstarren.

Mythos: Erst bei arktischen Temperaturen kann man Erfrierungen erleiden.

Bereits ab einer Temperatur von -10°C sind Nase, Ohren, Finger und Zehen gefährdet. Wehender Wind kann Frostbeulen und Erfrierungen noch begünstigen. Mütze, dicke Stiefel und Handschuhe sind also Pflichtprogramm bei negativen Temperaturen. Das Gesicht sollte man bereits ab 0°C mit einer Kälteschutzsalbe einreiben.
Erfrierungen sollte man übrigens auf keinen Fall mit Schnee einreiben. Dieser würde der Haut weitere Wärme entziehen und könnte so aus einer einfachen Erfrierung eine Erfrierung zweiten Grades machen. Wenn Zehen, Finger, Ohrläppchen oder Nase kalt werden, sollte man unbedingt ins Warme gehen und betroffene Körperstellen mit lauwarmen Wasser abtupfen oder darin baden. Bilden sich Hautverfärbungen sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Mythos: Im Winter joggen ist ungesund.

Falsch. Wer draußen joggt, kann das auch im Winter tun. Bei Temperaturen unter -15°C oder wenn man ohnehin schon angeschlagen ist, sollte man jedoch auf das Joggen verzichten.

Mythos: Wind verstärkt die Kälte.

Zwar ändert sich an der Außentemperatur nichts, wenn Wind weht, die gefühlte Temperatur wird dadurch jedoch beeinflusst. Der Wind bläst die dünne warme Luftschicht weg, die den Körper normalerweise umgibt. Auf diese Weise nimmt man kalte Temperaturen noch extremer wahr.

Mythos: Je kälter es draußen ist, desto wärmer sollte man baden.

Wer zu heiß badet, schadet seinem Körper. Man belastet seinen Kreislauf und macht seine Haut anfällig. Ein heißes Bad sollte längstens 20 Minuten andauern und eine Temperatur von 38°C nicht überschreiten. Nach dem Bad sollte eine gute Creme aufgetragen werden.

Mythos: Schlafen bei offenem Fenster härtet ab.

Frische Luft ist super. Kühlt die Raumluft jedoch zu weit ab, könnte man auch gleich draußen schlafen. Damit der Körper seine Temperatur von 37°C halten kann, muss er in der Nacht stark arbeiten. Mit Erholung hat der Schlaf dann nicht mehr viel zu tun. Während wir tagsüber überwiegend durch die Nase atmen, wo die Luft angewärmt wird, erfolgt die Atmung in der Nacht zum Teil durch den Mund. So gelangt die kalte Luft ungehindert in den Rachen und die Lunge. Dies begünstigt Erkrankungen der Atemwege.
Richtig geht’s so: Vor dem Schlafen 10 Minuten durchlüften, Fenster zu und ab ins Bett.

Mythos: Alkohol wärmt.

Auf dem Weihnachtsmarkt darf er nicht fehlen: Der Glühwein. Man trinkt ihn nicht nur aus Jux und Tollerei, sondern weil man ihm einen wärmenden Effekt nachsagt. Zwar wird man vorübergehend durch den Glühwein gewärmt, Alkohol weitet jedoch die Blutgefäße und sorgt so dafür, dass man schneller auskühlt.

Mythos: Kälte führt zu Erkältungen.

Im Winter sind zwar mehr Menschen krank als im Sommer, das ist jedoch nicht die Schuld der Kälte. Die Immunabwehr sinkt, wenn es kalt wird. Warme Heizungsluft in den Räumen trocknet außerdem die Schleimhäute aus, sodass Erkältungsviren ein leichtes Spiel haben. Bei Kälte verbreiten sich Viren besonders schnell, sodass das Ansteckungsrisiko sehr hoch ist. Wir werden durch Kälte also anfälliger für Erkältungen.

Mythos: Gegen Erkältungen hilft ein Antibiotikum.

Falsch. Meistens sind Erkältungen Viruserkrankungen, gegen die ein Antibiotikum nichts ausrichten kann. Forscher haben jedoch in (selbstgekochter) Hühnerbrühe antivirale Stoffe nachgewiesen. Hühnerbrühe kann bei Erkältungen also echt Wunder wirken.

Mythos: Vitamin C beugt Erkältungen vor.

Vitamin C kann zwar nicht nachweislich vor einer Erkältung schützen, es mindert oder verkürzt jedoch den Krankheitsverlauf. Auf heiße Zitrone bei einer Erkältung sollte also nicht verzichtet werden.

Mythos: Heizung aus beim Verlassen der Wohnung.

Je länger man dann weg ist, desto stärker kühlt die Wohnung aus. Zwar spart man so zunächst eine Menge Energie, das anschließende Blitzheizen kostet jedoch enorm viel Energie, sodass der Spareffekt schwindend gering ist. Die Heizung beim Verlassen der Wohnung also lieber nur runterregeln.

4 Gedanken zu „Wintermythen – Schlau in die kalte Jahreszeit

  1. Da sind ja wirklich ein paar interessante Antworten dabei. Viele davon habe ich selbst mal gehört. Im Winter kann ich auf heiße Zitrone nicht verzichten 🙂 Sehr lecker!

  2. Sehr schöner Beitrag, Kevin. 😉

    Ich kenne so gut wie alle dieser Mythen, wurde auch schon mit einigen konfrontiert – ich hatte schon Erfrierungen, und die Zunge eines Freundes blieb mal an einem Laternenmasten kleben. 😀 Heiße Zitrone hilft mir auch regelmäßig, wenn mich wieder eine Erkältung flachlegt. 🙂

  3. Huhu.
    Ach, da denkt man es gibt keine Themen mehr, da kommt der Kevin mit was neuem 😉
    Interessant. Das "Im Winter joggen ist ungesund." kenne ich auch *lach* ..
    Hab aber gehört, gerade wenn es draußen mal etwas kälter ist, soll Joggen geradee gut sein.

    Also wir machen die Heizung immer aus. Da ich aber nicht all zu lang arbeite, komme ich heim, tun nochmal durchlüften und dann die Heizung auf zwei und langsam aufheizen. Mit einem schlag wärme, ist für den Menschen ja auch net so gesund.

    Krank bin ich zum Glück noch nicht. Auch mein Kind hält tapfer durch ^^.
    Hoffe, dass bleibt noch ein weilchen so. Ich bin ja meist eh im Sommer Krank. Durch meine leichte Sonnenallergie, bekomm ich durch die Sonne oft Fieber. und lieg im Hochsommer mind. 2 Wochen Krank im Bett.

    So wirkliche Mythen kenne ich nicht.
    Ich beschäftige mich mit dem Winter auch nicht so. Bis auf die Weihnachtszeit, mag ich den Winter nähmlich so gar nicht.

    Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.