Hope

„Hallo, ich bin Hope.“
„Warum bist du bei uns, Hope?“
„Ich habe die Hoffnung verloren.“

Mein Name ist Hope van Boyden, ich bin 18 Jahre alt und wohne in einem kleinen Vorort von Amsterdam. Ich habe meinen Schulabschluss gemacht und wollte eigentlich Medizin studieren. Bis vor Kurzem habe ich im Café de Remise in meinem Ort ausgeholfen und mir so ein wenig Geld hinzuverdient. Dort beginnt meine Geschichte. Dort finden wir den Grund, warum ich jetzt hier sitze.

Ich schaue mich um und blicke in die fragenden Gesichter der Menschen, mit denen ich im Kreis sitze. Sie alle sehen unterschiedlich aus, manche sind jünger, andere älter, und doch verbindet all diese Menschen eine Gemeinsamkeit. Ihnen ist etwas schreckliches widerfahren.

„Erzähle uns deine Geschichte, Hope“, bittet mich eine junge, blonde Frau.

Ihr Name ist Santje, sie ist die Gruppenleiterin. Ich bin mir sicher, sie wäre eine strahlende Schönheit, doch zwei lange und hässliche Narben entstellen ihr Gesicht. Sie schämt sich nicht dafür und zeigt sich gerne in der Öffentlichkeit. Oft erntet sie entsetzte Blicke und erhält mehr Mitleid, als ihr vielleicht gut tut.

Meine Narben kann man zwar nicht sehen, doch ich spüre tagtäglich, dass sie da sind. Ich atme tief ein.

Als ich damals anfing, in dem Sportcafé zu jobben, lernte ich Henrik kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb, verbrachten auch außerhalb der Arbeit viel Zeit miteinander. Es baute sich eine wunderbare Freundschaft und ein tiefes Vertrauen auf und bald waren wir die besten Freunde. Henrik war zwei Jahre älter als ich und war mit der Schule bereits fertig. Eigentlich träumte er immer davon, Schauspieler zu werden, doch sein Vater war streng und verlangte von ihm, dass er Arzt werden sollte. Henrik gab zwar irgendwann nach, doch glücklich war er mit der Entscheidung nicht. Ich hingegen freute mich, da dies bedeutete, dass wir in Zukunft zusammen studieren würden.

Für Henrik und mich stand von Anfang an fest, dass aus uns niemals mehr werden würde als eine enge Freundschaft, weil er homosexuell war, und so kam es irgendwann, dass ich einen Jungen kennenlernte, der das Potenzial hatte, mehr als nur ein Freund zu werden.

Er hatte mir berichtet, dass er seinem Vater von seiner Homosexualität erzählen wollte, doch ich hatte ihm immer davon abgeraten. Bisher hatte jeder, dem Henrik davon erzählte, es positiv aufgenommen, doch seinen Vater schätzte ich anders ein… Ich schätzte ihn richtig ein.


Ich traf mich einige Male mit meinem Date, wir küssten uns sogar recht bald und nach nur einer Woche stellte ich Finn meiner Familie vor. Meine Mutter war begeistert, mein Vater hielt seine Meinung eher zurück. Meine Eltern hätten unterschiedlicher nicht sein können. Meine Mutter war ein richtiger Workaholic, mein Vater eher eine Couch-Potato. Ich war selbst ein wenig überrascht, wie schnell und gut das mit Finn verlief. Doch es sollte alles ganz anders kommen…

Finn legte das mit uns vorläufig aufs Eis. Während es bei Henrik also wieder bergauf ging, raste es bei mir bergab, gegen eine Wand und zerschmetterte. Henrik war für mich da. Er kümmerte sich um mich, weil mich das sehr traurig machte, schließlich teilten Finn und ich ein Hobby, sodass wir ständig Kontakt zueinander hatten. Es war nicht einfach, ihm aus dem Weg zu gehen, was umso mehr schmerzte.

Und während ich Tag für Tag versuchte, Finn so gut es ging zu meiden, hörte Henrik nicht mehr auf, zu schwärmen. Sein Vater stand mittlerweile vollkommen hinter ihm und das freute mich sehr für ihn.

Henrik war glücklich – zumindest vorübergehend. Doch leider war dies kein Dauerzustand, denn sein Freund kümmerte sich nach einer Weile kaum noch um ihn. Ich riet ihm zur Trennung, doch mal wieder hörte er nicht auf mich. Es gibt nichts schlimmeres, als zu sehen, wie der beste Freund leidet, aber nichts dagegen tun zu können. Finn hingegen näherte sich langsam wieder an und obwohl ich mich nicht darauf einlassen wollte, konnte ich nicht anders. Ich ließ mich auf Finn ein, sehr zur Freude meiner Mutter, und während ich begann, mich immer mehr in ihn zu verlieben, zerbrach Henriks Beziehung. Noch dazu reagierte er genervt darauf, dass ich begann, zu schwärmen. Er freute sich nicht für mich und so begannen wir einen Streit.

Finns Eifersucht artete in einen Kontrollzwang aus. Er machte mir richtig Angst mit seiner Art und engte mich richtig ein. Ich ließ mir das nicht gefallen und beendete die Beziehung nach so kurzer Zeit wieder. Als ich mit Henrik darüber reden wollte, wies er mich ab. Er drückte mich weg, als ich ihn anrief… Das machte mich noch trauriger.

Die Situation kam mir so bekannt vor. Es war mal wieder so, dass einer glücklich wurde und der andere unaufhaltsam ins Unglück fiel – wie so oft zuvor.

19. Dezember 2013

Wenig später stand Henrik vor meiner Tür. Anstatt zu klingeln, warf er einen Schneeball an meinen Fenster. Es war dieses Jahr sehr kalt, es schneite viel und ich hatte Hoffnung auf weiße Weihnachten, wenn ich das Fest schon ohne Partner verbringen musste. Wir gingen ein Stückchen bis zum Wald. Im letzten Jahr waren wir ständig hier. Es ist schön durch den schneebedeckten Wald zu gehen.

„Worüber möchtest du reden, Henrik?“, fragte ich interessiert.

Er kaute einen Kaugummi und suchte nachdenklich schauend nach Worten. Wir gingen ein paar Schritte weiter, unter unseren Füßen knirschte der Schnee.

„Ich habe in letzter Zeit viel nachgedacht. Nicht zuletzt auch darüber, was du mir letztens geschrieben hast.“

Wir gingen langsam weiter und ich schaute ihn an, während er seine Worte vorsichtig formulierte. Sein Blick war starr geradeaus gerichtet, doch er schien kein Ziel zu haben.

„Was genau meinst du, Henrik?“

Ich war mir nicht sicher und fragte deshalb lieber noch einmal nach, um Missverständnisse zu meiden. 

„Du hast gesagt, dass du es seltsam findest, dass immer nur einer von uns glücklich sein kann. Bei dir geht’s bergauf, bei mir bergab. Wenn es dann bei mir besser läuft, wird es bei dir schlimmer. Das war auch schon vor den Kerlen so. Erinnere dich mal an unsere Eltern. Wenn deine Eltern sich vertragen haben, ist mein Vater ständig ausgerastet. Und wenn er mal vernünftig war, haben sich deine Eltern ständig gestritten.“

Ich dachte über seine Worte nach und durchsuchte meine Erinnerungen. Er hatte Recht.

„Weißt du, Henrik, ich habe mal gelesen, dass es Menschen gibt, die irgendwie miteinander verbunden sind. Da haben Wissenschaftler in einer Reihe von Versuchen festgestellt, dass es Menschenpaare gibt, die quasi wirklich seelenverwandt sind. Und bei diesen Menschen ist es nicht möglich, dass beiden Menschen gleichzeitig etwas gutes widerfährt. Meinst du, da könnte etwas dran sein?“

Er grübelte und nickte dann schweigend. 

„Meinst du, bei uns könnte das so sein?“, wollte ich wissen und fühlte mich verunsichert. 

Irgendwie empfand ich einen Hauch von Furcht. Ich schauderte. Schweigend gingen wir weiter. Im Augenwinkel bemerkte ich, wie ihn das Thema beschäftigte. Ich konnte förmlich seine Gedanken hören, wie sie in seinem Kopf umherschwirrten. Eigentlich wollte ich ihn fragen, was er gerade dachte, doch ich ließ es bleiben.

Wir kehrten in den Ort zurück und schwiegen uns größtenteils an, was irgendwie seltsam war. Wortkarg verabschiedeten wir uns voneinander.

Das Trauerspiel setzte sich fort. Während ich in den Klausuren versagte, absolvierte Henrik erstklassig seinen Schulabschluss. Er führte eine Vorzeigebeziehung, sein Vater erhielt eine Gehaltserhöhung und er bekam ein eigenes Auto geschenkt. Ich jedoch blieb single. Finn schien sich zwischenzeitlich mit anderen Mädchen zu vergnügen und tat das beinahe so öffentlich, dass es mir bald peinlich wurde, seine Exfreundin zu sein.

Im neuen Jahr wendete sich das Blatt wieder, meine Noten wurden besser, dafür erhielt er eine Menge Absagen von Universitäten und möglichen Arbeitgebern. Seine Beziehung hielt noch bis in den späten Frühling, dann zerbrach sie, weil sein Freund ihn angeblich betrogen hatte. Dafür bahnte sich bei mir etwas neues an. Doch auch das sollte nicht lange halten…

Es stellte sich nämlich heraus, dass Henrik den Gerüchten vorschnell geglaubt und sein Freund immer ehrlich und treu gewesen ist. Die Beiden verziehen einander und kamen wieder zusammen und mein Glück verfloss wieder.

Ich bekam ernsthafte Depressionen, denn ich realisierte immer mehr, dass es tatsächlich stimmte. Wir konnten nicht beide gleichzeitig glücklich sein. Es musste immer einer von uns leiden. Henriks Glück blühte fort, während meine Eltern die Scheidung einreichten und mein Vater nach Deutschland zog. Meine Mutter verfiel dem Alkohol und die Ferien verbrachte ich vollkommen allein. Henrik war der einzige, der mir noch Kraft geben konnte.

13. Oktober 2014

Noch drei Tage bis zu meinem 18. Geburtstag, doch wirklich freuen konnte ich mich nicht. Henrik hatte das längst bemerkt. Er stand mir so gut es ging zur Seite und ich durfte sogar eine Weile bei ihm wohnen, weil ich es bei meiner Mutter nicht mehr aushielt. Und obwohl sein Freund wirklich nett war und sich auch ein wenig um mich kümmerte, war ich irgendwie böse auf ihn.

„Henrik, können wir reden?“

Er nickte, gab seinem Freund noch einen Kuss und stand dann auf, um mich vor die Tür zu begleiten. 

„Ich bin dir wahnsinnig dankbar, dass du all das für mich tust. Dass du mich von zu Hause rausgeholt hast und dir Mühe gibst, mich aufzumuntern. Aber du merkst, wie traurig und kaputt ich mittlerweile bin und es macht mich fertig, zu sehen, wie du ihn küsst. Ich bin wirklich neidisch und das tut mir Leid, weil ihr wirklich süß zusammen seid, aber es tut so weh.“

Er hörte mir aufmerksam zu, nahm mich dann wortlos in den Arm und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Mir liefen die Tränen an den Wangen hinunter.

„Ich werde alles geben, Prinzessin“, sagte er mit seiner ruhigen Stimme und hielt mich fest im Arm.

Als ich mich am Abend dazu entschloss, nach meiner Mutter zu sehen, lag sie weinend auf dem Fußboden als ich das Haus betrat. Sie erblickte mich, stand auf, kam auf mich zu und nahm mich in den Arm.

„Hope, es tut mir so Leid, meine Kleine. Es tut mir so Leid!“, sie schluchzte und ich wusste genau, dass Henrik sie angerufen hatte, kurz nachdem ich mit ihm gesprochen hatte. Ich versuchte, sauer auf ihn zu sein, aber irgendwie liebte ich ihn in diesem Moment und für eine Sekunde konnte ich lächeln. Doch schon einen Augenblick später hörte ich wieder auf. Wenn ich jetzt glücklich werde, würde es Henrik wieder schlecht gehen… Die Gedanken zerfraßen mich.

15. Oktober 2015

Die folgenden Tage wurden nicht besser. Zwar trank meine Mutter keinen Alkohol mehr, an meiner Gemütslage änderte das jedoch nichts. Ich hatte noch immer keine Lust, meinen Geburtstag morgen zu feiern. Es war ein verregneter Herbsttag. Genau das, was ich jetzt brauchte. Ich blieb der Schule fern, blieb einfach im Bett liegen. Mir ging es ganz und gar nicht gut.

Henrik schrieb mir. Er wollte vorbeikommen, mich sehen, mich aufheitern. Ich wollte nicht. Konnte nicht. Ich ignorierte ihn. Es ging mir schlecht, also ging es ihm gut. Ganz einfach. Am Abend klingelte mein Handy. Wider Erwarten war es nicht Henrik, sondern sein Freund.

„Ist Henrik bei dir?“

„Nein, wieso?“
„Wir waren verabredet. Er ist nicht gekommen und reagiert nicht auf meine Anrufe.“

„Ich schau mal. Danke für den Anruf.“

Nun war ich besorgt.

Das war absolut untypisch. Sofort sprang ich aus dem Bett, eilte die Treppe hinunter, meine Mutter, die gerade die Küche putzte, schaute mir verdutzt hinterher, während ich die Tür hinter mir ins Schloss knallen ließ. Ich schnappte mir mein Fahrrad und fuhr – trotz Schnee – so schnell es ging zu Henriks Haus. Das Licht war aus, sein Vater schien nicht da zu sein. Ich startete das Sturmklingeln, hämmerte wild gegen die Tür. Als aus dem Haus keine Reaktion kam, suchte ich nach dem Ersatzschlüssel. Henrik hatte einmal erzählt, dass es einen gab, dass dieser aber nicht unter der Fußmatte oder dem Blumentopf lag. Ich schaute mich um und entdeckte im Vorgarten ein kleines Vogelhäuschen, in dem ich auch den Schlüssel fand. Aufgewühlt öffnete ich die Tür und stürmte ins Haus zu Henriks Zimmer.

Henrik lag reglos auf dem Fußboden. Neben ihm lag eine Verpackung. Sie war geöffnet und leer. Tabletten. Er hatte sie alle genommen. Ich stürzte neben ihm zu Boden, rüttelte an ihm und rief sofort einen Notarzt. Seine Augen blickten in die Leere. Seine Lider zitterten ein wenig.

„Henrik, kannst du mich hören? Was hast du getan?“

Er versuchte, seine Lippen zu bewegen.

„P…Prin…zessin… I… Ich…“

Er war schwach und stotterte. Ich weinte und auch ihm rollte eine Träne das Gesicht herunter. Ich hörte Sirenen. Der Notarzt kam.

„Halt durch, Henrik. Bitte.“

Heute

„Er starb an diesem Tag. Die Ärzte konnten nichts mehr für ihn tun.“

Eine Träne rollt meine Wange hinunter. Die Menschen aus der Gruppe schauten mich an. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Einige Menschen fühlten mit mir. Auch sie weinten. Andere schauten desinteressiert. Als hätten sie etwas viel schlimmeres erlebt.

„Henrik war das Beste, was mir je passiert ist. Ich weinte nach seinem Tod beinahe jeden Tag. Meinen 18. Geburtstag feierte ich nicht, die Schule ließ ich lange Zeit ausfallen. Ich verließ das Haus nicht mehr. Wochenlang ließ meine Mum das durchgehen, dann riet sie mir zu dieser Gruppe.“

Und hier sitze ich nun. In einer Runde von Menschen, die allesamt etwas schreckliches erlebt haben. Einigen sieht man das an. Sie haben Narben im Gesicht, zucken nervös beim kleinsten Geräusch oder kauen ununterbrochen an ihren Fingernägeln.

„Henrik ging immer davon aus, dass ich glücklich werden könnte, wenn er nicht mehr glücklich sein kann. Er nahm sich das Leben, damit ich glücklich sein kann. So hat er es in dem Brief geschrieben, den ich neben ihm fand.“

Ich halte den Brief fest in meinen Händen, ohne ihn aufzufalten.

„Wir waren tatsächlich seelenverwandt.“

Ich schmunzele, weil ich es selbst nicht so recht glaube. Weitere Tränen rollen mein Gesicht hinunter.

„Er fehlt mir so.“

Weinend schließe ich die Augen, halte den Brief fest in meiner Hand.

„Mit ihm ging alles. Mein bester Freund, mein treuester Begleiter, die Möglichkeit, je wieder glücklich zu sein.“

Die Menschen in meiner Gruppe schauen betroffen, doch nicht alle lassen meine Story ihr Herz berühren. Sie haben eigene Probleme, ein jeder hat sein Narben. Auch ich. Meine Narben kann man zwar nicht sehen, aber ich spüre tagtäglich, dass sie da sind. Ich denke jeden Tag an dich, Henrik.

3 Gedanken zu „Hope

  1. Eine Geschichte, wie man sie sich nur bei Teenagern vorstellen kann, mit den merkwürdigen Ideen von Seelenverwandtschaft und Selbstmorden. "Lass Ideen/Theorien sterben, nicht Menschen." Auch wenn Karl Popper damit ganz andere Ideen meinte, passt es doch irgendwie, finde ich. Es war keine intolerante Ideologie, kein Nationalsozialismus, keine Gewaltherrschaft, die hier ein Leben gekostet hat. Nein, es war eine nicht weniger absurde Theorie, eine die nicht den fremden Tod, sondern den eigenen zu verlangen schien.

    Die Geschichte macht es sich eigentlich sehr einfach, badet in einer gewissen Trauer und blendet Nebeneffekte und Geschehnisse rund herum aus. In der eingeschränkten, limitierten Welt der beiden, funktioniert sie irgendwie. Doch wo bleiben die anderen Einflüsse, die anderen guten Freunde, warum bringt sich Hendrik um? Liebt er seinen Freund nicht? Es tun sich Fragen auf. Wie kann er seinen Freund, seine Familie, seine beste Freundin, sein ganzes Leben zurück lassen? Wie ohne überhaupt mal einen anderen Weg versucht zu haben? Eine Sammlung von einigen wenigen Beispielen, die eine Theorie stützen, die sie irgendwo gehört haben. Reicht das wirklich aus? Und war Hope von Anfang an weiblich? Dann er gibt das mit dem Homosexuell auch mehr Sinn. Wieso wird das Glück der beiden nur von Beziehungen und Noten bestimmt. Sind es nicht die schönen Momente mit Freunden, Parties, alberne Aktionen, wenn man anderen etwas gutes Tut oder andere einem etwas gutes tun, sind es nicht diese Momente, die unser Glück ausmachen. Und für die beiden nicht zuletzt auch ihre Freundschaft.

    Ich finde die Geschichte sehr traurig. Ich finde jedoch das Title-Bild dazu sehr schön gestaltet. Ich hoffe, dass du nicht bei so dunklen Geschichten bleibst, sondern noch Komödien und kühne Abenteuer schreibst. Geschichten von der Entdeckung unbekannter Welten, mit kindlicher Faszination des Neuen und Unbekannten, mit ungeahnter Kreativität und kühnen Ideen von Menschlichen Erlebnissen.

  2. Mir gefällt Deine Geschichte sher gut, Kevin. Es hat Spaß gemacht, sie zu lesen.

    Schön finde ich, dass nicht alles zur Gänze beschrieben wird. Wenn die beiden in einen Wald gehen, brauche ich keine ellenlangen Beschreibungen von Tannenspitzen und Eichhörnchen. Jeder hat ein Bild von einem Wald vor Augen und kann das dann abrufen. So fokussiert sich die Handlung auf das Wesentliche.

    Auch gut gefällt mir das Spiel mit ihrem Namen "Hope". Sie hat die Hoffnung verloren, was dann ja bedeutet, dass sie sich selbst verloren hat, als ihr Seelenverwandter stirbt – aber sie hat eben auch ihn verloren – und damit einen Teil von sich usw. Das finde ich sehr gelungen. Dass die Namen der beiden Protagonisten mit "H" beginnen ist hier auch schön gewählt.

    Die Anspielung, dass die "Hoffnung", also "Hope", zuletzt stirbt rundet das ab – sie (Hope) wird, da er tot ist, als letzter, verbliebener Teil dieser einen Seele sterben. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein Teil dieser Zwei-Ein-heit sterben muss, damit der andere glücklich leben kann. Allerdings lebt er ja nicht glücklich, sondern verliert dadurch die Hoffnung. Ein schön-schauriger Fatalismus. Alles läuft auf das Unglück hinaus.

    Abwechslungsreich sind auch die Text- bzw. Medienbrüche mit Bildern von Chats und dem Brief am Schluss, was spannend zu lesen ist, weil so die Geschichte nicht nur eine "Buchstabenwüste" darstellt.

    Ich habe Deinen Text wirklich sehr gerne gelesen und bin gespannt auf noch viele Geschichten, die hoffentlich folgen werden.

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