Es wird zypriotisch!

Wer träumt nicht davon: Sonne, Palmen, Strand. Das Meer direkt vor der Haustür. Warme Temperaturen, volle Blüten – und das im März. Ich jedenfalls erfülle mir diesen Traum und fliege im März nach Zypern!

Wer an Luxusurlaub in der Südsee denkt, kommt sicherlich nicht als erstes auf Zypern. Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura, Mallorca. Ich habe mich für Zypern entschieden, um dem Mainstream zu entkommen und ein neues Land kennenzulernen.
Zypern ist die drittgrößte Mittelmeerinsel und erstreckt sich etwa 70 Kilometer vor der türkischen Küste. Die landschaftliche Schönheit und Vielfalt Zyperns bleibt in keinem Reiseführer unerwähnt. Traumhafte Strände und zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten warten darauf, von mir entdeckt zu werden.

Die Geschichte Zyperns

Bereits vor mehr als 6000 Jahren lebten Menschen auf Zypern. Seitdem hat Zypern viel erlebt, die Bevölkerung hat häufig gewechselt. Etwa 1500 v. Chr. drangen die Ägypter in Zypern ein, um sich nur ein Jahrhundert später von den Griechen vertreiben zu lassen. Die Achäer vom griechischen Festland und Griechen aus Kleinasien führten die griechische Kultur und Sprache ein, die bis heute bestimmend sind.
Nach 1050 v. Chr. durchlebte Zypern eine wechselnde Herrschaftsgeschichte. Nach Assyren und Ägyptern regierten schließlich auch die Perser die Insel.
Durch die Vernichtung des persischen Großreiches übernahm Alexander der Große die Insel. Nach dessen Tod um 300 v. Chr. beginnt die Herrschaft der Ptolemäer, wodurch Zypern ägyptische Provinz wird und einen kulturellen Aufschwung durchlebt.
Im letzten Jahrhundert vor Christi Geburt marschiert das Römische Reich in Zypern ein und erobert die Insel. Zypern ist zu diesem Zeitpunkt sehr wohlhabend und wird durch die römische Herrschaft zu einem Zentrum des Christentums. Die Teilung des Römischen Reiches um 330 n. Chr. lässt Zypern in die Hände Byzantinischen Reiches fallen. Zwar versuchen arabische Truppen immer wieder, die Insel zu erobern, nach zahlreichen Rückschlägen geben sie jedoch auf und es kehrt eine Ruheperiode ein.
Um 1200 erobert der König von England Richard Löwenherz die Insel und verkauft sie an den französischen Kreuzritter Lusignan. Unter dessen Herrschaft wächst der Wohlstand der Insel und es kommt zum Bau zahlreicher gotischer Kirchen. Nachdem der letzte Nachfolger Lusignans starb, fällt Zypern an Venedig. Um sich gegen die türkische Großmacht zu verteidigen, bauen die Venezianer im 15. Jahrhundert die vorhanden Festungen aus. Nur ein Jahrhundert später greifen die Türken überraschend an und können nach zehn Monaten standhaften Widerstandes auch die Festung von Famagusta erobern. Die Insel fällt in türkische Herrschaft.
Nach dem Niedergang der türkischen Großmacht im 19. Jahrhundert treten die Türken die Insel in einem Pachtvertrag an Großbritannien ab. Zypern wird 1925 britische Kolonie. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wächst die Hoffnung auf Selbstbestimmung. Der Wunsch nach einer Vereinigung mit Griechenland wächst und es kommt 1955 zu zahlreichen Terroranschlägen der griechischen Untergrundbewegung EOKA.
1960 erklären die Großmächte Zypern die Unabhängigkeit. Die Regierung wird aus türkischen und griechischen Zyprioten zusammengesetzt. Da es jedoch immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen türkischen und griechischen Zyprioten kommt, schicken die Vereinten Nationen 1963 Friedenstruppen auf die Insel.
Ein rechtsextremistischer Putsch gegen den Staatspräsidenten Makarios im Jahr 1974, zwingt diesen, ins Ausland zu flüchten. Die Türkei besetzt einen Großteil der Insel. Neun Jahre später erklären türkische Zyprioten das Gebiet nördlich der Linie Léfkara-Nikosía-Famagusta zur unabhängigen „Türkischen Republik Nordzypern“, abgesehen von der Türkei erkennt jedoch kein Staat dieser Welt den türkisch besetzten Norden als eigenständiges Land an.
Die Republik Zypern, also der südliche Teil der Insel, beantragte 1990 erstmals den Beitritt zur Europäischen Union. Zypern wird jedoch erst am 01. Mai 2004 EU-Mitgliedsstaat. Kurz zuvor scheiterten am 24. April die Wiedervereinigungsversuche mit dem nördlichen Teil der Insel am Nein der griechischen Zyprioten zum Plan der UNO.
Nachdem der 2008 neugewählte Präsident die Verhandlungen zur Wiedervereinigung mit dem Norden begonnen hatte, wurde im April die Grenze an der Ledra-Straße, die letzte Grenzmauer Europas, geöffnet.

Meine Urlaubspläne

Ein paar Tage verbringe ich auf der Insel und obwohl die Pläne noch nicht ganz fest sind, habe ich einiges geplant!

Salamis Bay

Salamis ist mit 120.000 Einwohner die größte Stadt des antiken Zypern und wurde von griechischen Einwanderern errichtet. Naturkatastrophen, die arabische Invasion und die allmähliche Versandung des Hafens raubten der Stadt jedoch ihre wirtschaftliche Priorität, sodass die Menschen im 7. Jahrhundert nach Famagusta übersiedelten.
Mein Hotel liegt in Salamis und ich werde dort hausen, obwohl die griechischen Zyprioten zum Boykott der Hotels im Norden aufrufen. Auf den südlich an das Hotel angrenzenden Strand freue ich mich ganz besonders. Aber ich möchte auch etwas historisches sehen. Die Ruinen von Salamis stehen deswegen auf meinem Tagesplan! Die Ruinen umfassen die im 7. und 8. Jahrhundert v. Chr. angelegten Gräber der Könige, ein Amphitheater, römische Bäder und Thermen, Tempelanlagen, eine Basilika, eine römische Villa und vieles mehr.
Mich interessieren jedoch nicht nur die Sehenswürdigkeiten. Deshalb wird auf jeden Fall auch die eine oder andere Wanderung angetreten, um die Schönheit und Vielfalt der zypriotischen Landschaft auf Herz und Nieren zu prüfen.

Famagusta

Vor dem Krieg war Famagusta die wichtigste Hafen- und Touristenstadt Zypern. Heute ist es nur noch ein Provinznest, in dem sich Orient und Okzident die Hand schütteln. Die Venezianer haben die Festungsanlagen wie gesagt ausgebaut, es bleibt also nicht aus, die Stadtmauer zu sehen und wenn man schon durchfährt, kann man sicher auch auf ihr entlang gehen. Das Seetor hat schon jetzt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Eingang ist komplett mit Marmor verkleidet und auf der Hafenseite prangt ein steinerner Löwe. Einer Legende nach öffnet der Löwe einmal im Jahr in einer bestimmten Nacht sein Maul. Wer dann mutig genug ist, dem Löwen in den Schlund zu greifen, wird dort einen Schatz herausholen.
Varósha wird der Stadtteil an einem der schönsten Dünenstrände Zyperns genannt. 1960 entstanden hier zahlreiche Hotels für die stationierten Soldaten. Das Salz des Mittelmeers frisst am Beton der Hochhäuser, in den Kellern steht das Wasser und zerstört die Fundamente. Drei der Gebäude werden von UN-Truppen und dem türkischen Militär genutzt, in zwei der Hotels sind Studenten eingezogen, der Rest der Stadt steht leer. Varósha ist eine Geisterstadt und der menschenleere Strand wird vermutlich von Meeresschildkröten als Geheimtipp gehandelt.
Ich werde euch noch nicht all meine Pläne verraten und Fotos werden selbstverständlich folgen! Wer einen Urlaub in einem Hotel bucht, sollte aber natürlich auch auskosten, wofür er Geld bezahlt hat. Ein bisschen Wellness, Tischtennis, der Pool, die Bar, Restaurants… Das darf nicht fehlen. Andere Länder andere Sitten. Und anderes Essen…

Die zypriotische Küche

Das Essen wird mediterran und aufgrund der Geschichte Zyperns durch zahlreiche Einflüsse geprägt. Grundlage der Küche Zyperns bilden die griechische und die Türkische Küche mit ihrer Vorliebe für Gegrilltes und Eintopfgerichte. Die zypriotische Küche ist aber grundsätzlich weniger scharf als die türkische Küche. Verfeinert werden die Speisen nicht nur typisch griechisch und türkisch mit Zitrone, Joghurt, Petersilie und Knoblauch. Die zypriotische Küche erfährt starke arabische und italienische Einflüsse durch die Verwendung von weit mehr Gewürzen und Kräutern als es in der griechischen Küche üblich ist. Zypriotischer Wein war bereits im alten Rom beliebt und findet deshalb auch Zugang in die Küche. Currypulver und Ingwer erhielten insbesondere durch die Kolonialzeit Einzug in die Küche Zyperns, die als englische Kolonie britische und asiatische Einflüsse erfuhr.
Was würde euch an Zypern reizen? Oder würdet ihr lieber eine andere Mittelmeerinsel besuchen?

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3 Gedanken zu „Es wird zypriotisch!

  1. Oh nach Zypern! Da bin ich aber einen kurzen Moment mal neidisch 😉 Da würde es mich definitiv auch mal hinziehen! Da ich noch nie am Mittelmeer war, interessieren mich alle Orte in der Region! Aber Zypern hat schon was! Ich wünsche dir eine schöne Reise und hoffe, du berichtest dann auch hier darüber!
    Guten Flug und liebe Grüße!
    Jana

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