PKW-Maut – Diskriminierung auf hohem Niveau?

Sie erhoffen sich die Rettung der Verkehrsinfrastruktur davon, nennen sie deshalb Infrastrukturabgabe: die PKW-Maut. Während Deutsche die Maut von der KFZ-Steuer absetzen können, bleiben Ausländer auf den Kosten sitzen.

Es war ein langes Hin und Her im Bundestag, doch nun scheint es beschlossen zu sein: Zum 01.01.2016 wird die PKW-Maut als Infrastrukturabgabe erhoben. Die Idee ist nicht neu. Am 01.01.2005 trat die LKW-Maut in Kraft, seit 2010 setzt sich die Union verstärkt für eine PKW-Maut ein. Im vergangenen Jahr stellte der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Konzept vor. Die Idee dahinter: PKW bis 3,5 Tonnen, die das öffentliche Straßennetz in Deutschland nutzen, sollen ab 2016 Abgaben leisten.
Deutschland ist Transitland. Das heißt, dass auch ausländische PKW ständig über unsere Straßen rollen. Betroffen sind deshalb gleichermaßen deutsche wie ausländische Kraftfahrzeuge. Nicht betroffen sind PKW, die ganz oder teilweise von der KFZ-Steuer befreit sind wie beispielsweise Elektroautos oder Fahrzeuge von Behinderten, Motorräder und Einsatzfahrzeuge wie Krankenwagen.

Was kostet die PKW-Maut?

Während deutsche Fahrzeughalter verpflichtet sein werden, sich eine Jahres-Vignette zu kaufen, können Fahrzeughalter, deren Fahrzeuge  im Ausland zugelassen sind, zwischen einer 10-Tages-Vignette, einer 2-Monate-Vignette und einer Jahres-Vignette wählen. Berechnet wird der Preis hierfür nach Umweltfreundlichkeit, Hubraum und Zulassungsjahr. Der durchschnittliche Preis für die PKW-Maut betrage nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur 88,- Euro, höchstens könnten 130,- Euro fällig werden. Nach Entrichten der Infrastrukturabgabe erhalten Halter von in Deutschland KFZ-steuerpflichtigen PKW einen Abgabenbescheid und eine Papiervignette. Halter von im Ausland zugelassenen PKW können die Vignette zum Beispiel über das Internet erwerben. Alternativ sollen die Vignetten unabhängig von der Beschaffenheit des Fahrzeuges zu Festpreisen an Tankstellen erworben werden können.
Der kleine aber feine Unterschied: Mit Erhebung der PKW-Maut wird in Deutschland die KFZ-Steuer reduziert. Die PKW-Maut soll so 1:1 von der KFZ-Steuer abgesetzt werden können, sodass deutschen PKW-Besitzern keinerlei Unkosten entstehen.

PKW-Maut: Pro und Contra

Pro: Einnahmen können direkt in den Ausbau des Straßennetzes fließen
Pro: Ausländer werden auch zur Kasse gebeten, so wie Deutsche in einigen anderen Ländern
Contra: Autofahrer könnten von Autobahnen auf andere Straßen ausweichen
Contra: Vielfahrer werden neben den ohnehin hohen Kosten für Kraftstoff zusätzlich belastet
Contra: Wenigfahrer zahlen, ohne die Straßen regelmäßig zu nutzen
Contra: Senkung der KFZ-Steuer im Gegenzug hebt Anreize für verbrauchsarme Autos auf
Contra: Daten der Autofahrer würden erfasst und gespeichert werden
 
Da die Einnahmen durch Deutsche durch die PKW-Maut jedoch nicht zunimmt, da die PKW-Maut von der KFZ-Steuer 1:1 abgesetzt werden kann, zahlen letztendlich nur Ausländer zusätzlich. Gerecht ist das nur, wenn man bedenkt, dass Deutsche auch in anderen Ländern Mautgebühren entrichten müssen. In meinen Augen hat das jedoch nichts mit Diskriminierung zu tun. Dennoch bin ich kein Befürworter der PKW-Maut. Denn was die Politiker bis jetzt versprochen haben, wird sich – wie immer – nur gering mit dem decken, was 2016 tatsächlich geschehen wird.
Was haltet ihr von der PKW-Maut? Fallen euch noch weitere Pro- und Contraargumente ein?
 
 
Quellen: autobild.de, bmvi.de, rp-online.de, welt.de, zeit.de
 

3 Gedanken zu „PKW-Maut – Diskriminierung auf hohem Niveau?

  1. interessanter post!
    mir fällt spontan ein contra ein ~ wie du schon gemeint hast, dass viele auf die normalen straßen ausweichen,
    werden die bestimmt noch mehr zerstört als wennse das nicht jetzt schon sind ( mit schlaglöchern etc ) .. das fänd ich garnicht witzig :/
    i.wann gibt es dann nur noch "baustellen" in denen die straßen wieder zugeklebt werden.

    liebe grüße :*

  2. eine ganz andere Art von Post, die ich hier kommentiere, aber gefällt mir sehr. Ich glaube persönlich, dass die Maut für Ausländer bald auch für die Deutschen gelten wird. Zwar können wir noch alles absetzten, aber bestimmt ist das nur eine Frage der zeit, was wirklich eine Schweinerei ist, da man den Menschen das Geld aus der Tasche zieht, wo der Staat es nur kann. Da müssen sich die Politiker auch nicht wundern, dass kaum noch ein Menschen wählen geht, aber das ist ein komplett anderes Thema und darüber könnte ich noch viel schreiben ;D

  3. Ich muss ja zugeben, dass ich eigentlich immer dafür war das die Maut endlich mal kommt.
    Tja.. schande über mein Haupt! Ich hab es in Österreich und auch in Italien und co immer fasziniert mit angesehen und fand die Maut eigentlich immer was ganz gutes. Besonders einfach weil doch viele Lastwagen diese Wege bestreiten und ich mir erhofft habe das zum Teil weniger LKWs über Deutschland geleitet werden und zum anderen.. naja.. ich weiß auch nicht so recht :)!
    Aber der Fehler liegt bei dem Umgehen… und das macht diese gesamte Sache irgendwie nicht mehr gut.. ganz im Gegenteil! Bäh! Maut!

    Liebe Grüße,
    Bambi

    http://xfunkelmaedchen.blogspot.de/

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