Sex beim ersten Date

Sex beim ersten Date – ein Zeichen von starker Zuneigung oder von Desinteresse an einer festen Bindung? Wenn die Lust gegen die Angst kämpft…

Als Erwachsene brechen wir gerne einmal Regeln. Während man früher sicherlich gesagt hätte, dass Sex beim ersten Date eine Schande ist, scheint die Gesellschaft diesem Thema gegenüber heutzutage deutlich aufgeschlossener zu sein. Sex mag nicht unbedingt der wichtigste Baustein sein, aber er ist dennoch Bestandteil einer funktionierenden Beziehung. Ob man jedoch direkt beim ersten Date Sex haben muss, ist stark umstritten. Lust und Angst liefern sich hier ein hitziges Duell.

„Er will doch nur das Eine…“

Männer denken nur an Sex, zumindest denken das die Frauen oftmals. Statistisch sieht das aber ganz anders aus. Gerade einmal zehn Prozent der britischen Männer – und damit sind sie europäische Spitzenreiter – sind beim ersten Date auf Sex aus. Nur sechs Prozent der deutschen Männer haben beim ersten Date bereits sexuelle Fantasien und kämpfen mit der Lust. Frauen sind zurückhaltender. Gerade einmal drei Prozent der französischen Frauen sind beim ersten Date wirklich an Sex interessiert und damit die weiblichen Vorreiter. Deutsche Frauen bilden mit gerade einmal einem Prozent Interesse eher das Schlusslicht.
Dennoch wäre jede fünfte deutsche Frau bereit, den Mann beim ersten Date zu küssen. Hier sind die Frauen wesentlich aufgeschlossener, während die Männer offenbar kaum zwischen den Intimitätsstufen Küssen und Sex unterscheiden.

Sex beim ersten Date bedeutet Desinteresse an etwas Festem

Einmal getroffen, den Tag miteinander verbracht, gemeinsam im Bett gelandet. Hier schaltet sich die Angst ein, ein One-Night-Stand zu sein. Verschiedene Umfragen der letzten Jahre zeigten, dass Menschen sich lieber bis zum dritten oder vierten Treffen Zeit lassen, ehe sie Sex miteinander haben, um so ernsthaftes Interesse zu vermitteln. Fakt ist aber, dass es keinen Unterschied auf die Zufriedenheit in einer Beziehung macht, ob das Paar nun beim ersten oder beim zehnten Treffen ihr erstes Mal hatte. Die größte Angst ist also, sich durch Sex beim ersten Date die Chancen auf etwas Festes zu verbauen.

Sex setzt das Hormon Oxytocin frei

Das als Kuschelhormon bekannte Oxytocin sorgt dafür, dass nach dem Sex ein Bindungswunsch entsteht. Nach dem Sex geht man häufig entspannter miteinander um, es fällt leichter, miteinander zu reden, zu lachen, sich anzufassen. Außerdem befreien die beim Sex freigesetzten Hormone von Stress. Je länger man mit dem ersten Mal wartet, umso größer ist auch die Angst, enttäuscht zu werden. Gleichzeitig singt damit die Bereitschaft, es ein weiteres Mal zu versuchen. Logisch, denn: Je länger wir warten, desto mehr Erwartungen haben wir und desto größer ist die Enttäuschung.

Kein Zeichen von Verklemmtheit

Wer sich mit dem ersten Mal jedoch lieber etwas Zeit lassen möchte, gilt leider schnell als prüde, verklemmt, langweilig und übervorsichtig. Doch diese Wertung geschieht völlig zu Unrecht. Sie genießen die Vorfreude, wie bei einer Achterbahnfahrt, bei der es zunächst langsam immer weiter nach oben geht, eher man in den Looping schießt. Wer sich mit dem ersten Mal lieber Zeit lassen möchte, verzichtet auf nichts, sondern kann sich einfach nur besser darauf freuen.

Fazit

Sex beim ersten Date ist nicht jedermanns Sache. Letztendlich muss wohl jeder für sich entscheiden, ob es beim ersten Date passieren soll, oder ob man den anderen lieber zappeln lässt. Welcher Jäger ist schon froh über ein Reh, das sich direkt vor die Flinte stellt? Wissenschaftler aus den USA sind der festen Überzeugung, dass man bis zum dritten Date warten sollte. So werden Jagdinstinkte geweckt und der Partner wird für etwas ganz Besonderes gehalten.
Ganz egal, ob es nun beim ersten oder beim zehnten Date zum Sex kommt, er sollte von beiden Seiten gewollt werden und es ist wichtig, dass man sich nach dem Sex noch genau so um den Partner bemüht, wie vorher – vielleicht auch noch ein klein wenig mehr.
Ich hab euch gefragt, wie ihr dazu steht und auch eure Antworten waren eindeutig.
95% der Antworten lauteten: No-Go! Eine Meinung, der ich mich ohne Weiteres anschließen kann.



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5 Gedanken zu „Sex beim ersten Date

  1. Achja, der Sex, die Liebe und die Beziehung. Was gibt es nicht alles für Ratschläge, wie man es richtig macht? Ich glaube wir sind alle viel zu individuell, um Regeln allgemein auf alle anzuwenden.

    Ich finde das No-Go schwierig, da es viele Annahmen voraussetzt, die falsch sein können. Es geht von dem goldenen Pfad aus, dass man Dates hat, sich ineinander verliebt und dann eine monogarme Beziehung führt. Natürlich ist dieses romantische Bild schön und wird von vielen verfolgt. Oft eher noch mit Traumprinz, den man zufällig trifft, statt ihn bei einem Date kennen zu lernen.

    Ich finde es schwierig bei einem ersten Date das Ziel einer Beziehung darüber schweben zu lassen. Das erzeugt unnötigen Druck auf beiden Seiten. Aus Dates sind bei mir auch schon gute Freundschaften entstanden. Ein Date dient in meinen Augen vorallem dem Kennenlernen von anderen Menschen. Was nun daraus wird, ob Freundschaft, Brieffrundschaft, Beziehung, Bekanntschaft oder Hass, möchte ich bewusst offen lassen.

    Sex, Kuscheln, Massieren, … es gibt da so ein großes Spektrum. Als Kind kuscheln wir mit unseren Eltern. Irgendwann hört das auf und wir suchen uns andere Menschen. Da kuschelt man schonmal mit guten Freunden und natürlich mit dem Partner, wenn man einen hat. Massieren lässt man sich von dem auch oft, oder geht zu einem professionellen Masseur. Und Sex? Wo beginnt das eigentlich und wo hört Kuscheln auf? Die Märchenvorstellung ist nur mit dem einen richtigen Menschen Sex zu haben. Ich möchte mich da nicht so einschränken, aber ich habe auch nicht mit jedem Sex. Aber wenn ich jemanden attraktiv und sympatisch finde, ist es mir egal, ob es nun das erste oder fünfte Date ist, ob es überhaupt ein Date oder ein guter Freund ist, der bei mir übernachtet ist. Wenn die Situation passt und beide Lust dazu haben, warum soll man sich zurück halte? Weil möglicherweise irgendwann daraus eine Beziehung entstehen könnte? Da lebe ich lieber im hier und jetzt als einer ungewissen Zukunft hinterher zu laufen.

    Was ich schade finde (und das habe ich auch schon erlebt) ist, wenn der andere bei einem Date sich auf Sex mit mir einlässt, selbst aber dieses No-Go im Kopf hat. Und obwohl er es scheinbar genossen hat und er auch danach den Kontakt nicht abbricht, er ein zweites Treffen (egal ob mit oder ohne Sex) ausschließt. Vielleicht weil er sich schuldig fühlt das No-Go verletzt zu haben, vielleicht weil er es dann als One-Night-Stand verbuchen kann, vielleicht, weil er seine Prognose "wenn wir beim ersten Treffen Sex haben, sehen wir uns kein zweites mal" wahr werden lassen möchte, vielleicht hat es ihm auch nicht gefallen und er wollte es mir nicht sagen. Ich kann über die Gründe nur spekulieren, aber ich fürchte irgendwie, dass ihn eine Ideologie davon abhält und nicht seine eigenen Gefühle.

  2. Hi,

    das schönste Wort war das "Kuschelhormon". Krass, dass uns die Natur mit diesem Hormon ausgestattet hat, wahrscheinlich um nach dem Sex zusammen zu bleiben und die Kinder gemeinsam aufzuziehen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht mehr daten muss – bei mir hat das Kuschelhormon schon zugeschlagen. ^^

    Frohe Ostern!

  3. Wirklich interessanter Artikel. Finde das "Kuschelhormon" auch sehr interessant, das erklärt einiges.. Aber ist das bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern, oder wieso kuscheln manche Männer so ungern 😛
    Liebste Grüße, Eva

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