Die häufigsten Parasiten im menschlichen Körper

Sie können am und im menschlichen Körper leben, manchmal monatelang, völlig unbemerkt. Dieser Beitrag ist nichts für schwache Nerven.

Was sind Parasiten?

Parasiten sind ein Teil der Natur und deshalb nicht automatisch Schädlinge. Es gibt durchaus auch Parasiten, die dem Menschen nützlich sind, mit denen die Menschen eine Symbiose eingehen. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sich einen Wirt besetzen und von diesem leben. Dabei entscheidet man zwischen Exoparasiten, die außerhalb des Körpers leben, und Endoparasiten, die im Innern des Wirtes leben. Außerdem kann man zwischen temporären Parasiten, also denjenigen, die den Wirt nur zur Nahrungsaufnahme besetzen, und permanenten Parasiten unterscheiden, die den Wirt zur Nahrungsaufnahme, zum Fortpflanzen und zum Leben besetzen. Zusätzlich gibt es Parasitoide, die von ihrem Wirt leben und diesen letztendlich töten. Einige Parasiten sind jedem von uns bekannt, von anderen haben wir noch nie etwas gehört, obwohl sie rein theoretisch in jedem von uns Leben könnten.

Platz 10: Trypasoma brucei

Trypasoma brucei ist Erreger der Schlafkrankheit, von der etwa 500.000 Menschen betroffen sind. Auch Rinder und Antilopen sind Wirte des Parasiten. Übertragen wird er durch die Tsetsefliege, die jedoch ausschließlich im Tropengürtel Afrikas vorkommt. Nach schmerzhaften Schwellungen an der Einstichstelle kommt es zu Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Fieber. Über Blutarmut und einer Überstimulation des Immunsystems, welche zu Organschäden führt, Verwirrtheitszustände und Koordinationsstörungen führt die Krankheit unbehandelt nach wenigen Monaten tödlich.

Platz 9: Plasmodien

Plasmodien sind einzellige Parasiten, die Säugetiere und zweiflügelige Insekten befallen. Darunter auch ein temporärer Exoparasit, der uns allen bekannt ist: Die Stechmücke. Plasmodien sind Überträger des Malaria-Fiebers. Da diese Parasiten jedoch ausschließlich in Tropen- und Subtropenregionen vorkommen, ist die in unseren Breiten beheimatete Stechmücke in der Regel nicht betroffen.

Platz 8: Pärchenegel

Pärchenegel haben ihren Namen aufgrund ihres Paarungsprozesses erhalten, der ein Leben lang anhält. Hauptsächlich in Tropen und Subtropen vorkommend nutzt der Parasit Posthornschnecken als Zwischenwirt und gelangt über die Haut in den menschlichen Körper. Weltweit sind 250 bis 300 Millionen Menschen infiziert. Sie rufen die Krankheit Bilharziose hervor. Zunächst wird die Eintrittsstelle in den menschlichen Körper rot und beginnt zu jucken. Angegriffen wird zunächst die Lunge, wo sich Männchen und Weibchen paaren und anschließlich die Eier in die Venen legen, wo sie über die Blutbahn im gesamten Körper verteilt werden. Dies löst verschiedene Entzündungsreaktionen in den Organen aus, was zu lebensbedrohlichen Schädigungen führen kann. Bilharziose ist jedoch relativ einfach mit Medikamenten zu behandeln.

Platz 7: Cryptosporidium parvum

Cryptosporidium parvum ist ein Dünndarmparasit, der die Darmkrankheit Kryptosporidiose hervorruft. Er wird oral durch kontaminierte Lebensmittel aufgenommen und führt zu Durchfall. Ein gesundes Immunsystem wird mit dieser Krankheit ohne Weiteres fertig. Säuglinge und Menschen mit einer Immunschwäche haben jedoch größere Probleme, da es bisher keine spezifische Therapie gibt.

Platz 6: Entamoeba histolyca

Die einzellige Amöbe Entamoeba histolyca ist Auslöser der sogenannten Amöbenruhr, einer Darmerkrankung, die Durchfall, Blut im Stuhl, Fieber und Krämpfe hervorruft. Weltweit sind etwa 500 Millionen Menschen infiziert. der Parasit kommt besonders häufig in Gebieten mit unreinem Trinkwasser und ungeklärtem Abwasser vor. Die Symptome können auch erst Jahre nach der Infektion auftreten, 80 bis 90% der Infizierten zeigen überhaupt keine Symptome. Im Härtefall kann der Parasit Abszesse und Blutungen in den Inneren Organen verursachen. Frühzeitig erkannt, lässt er sich jedoch durch ein Antibiotikum behandeln.

Platz 5: Der Madenwurm

Der weibliche Madenwurm wird bis zu 1,5 Zentimeter groß. Da der Mensch der einzige Wirt des Wurms ist, wird davon ausgegangen, dass jeder Zweite schon einmal Wirt des Madenwurms war. Sie leben ausschließlich im Darm, wo die Eier schlüpfen und die weiblichen Tiere sich zum Anus bewegen, um dort neue Eier zu legen.

Platz 4: Der Peitschenwurm

Er wird bis zu fünf Zentimeter lang und nistet sich im Darm seines Wirtes ein. Bei starkem Befall kann es Durchfall und Blutungen kommen, da sich der Wurm von den Zellen der Darmschleimhaut ernährt. Aber dieser Parasit findet auch eine nützliche Anwendung in der Humanmedizin. Seine Eier helfen beispielsweise bei der Autoimmunkrankheit Rheumatoide Arthritis. Die Larven des Peitschenwurms schlüpfen im Darm, das Immunsystem bekämpft diese und sendet Entzündungshemmer aus, die auch die Autoimmunerkrankung lindern. Nach zwei Wochen werden die Würmer ausgeschieden.

Platz 3: Giardia lamblia

Dieser winzige Einzeller ist weltweit verbreitet und hat etwa 800.000.000 Menschen befallen. Sein Vorkommen ist in den Tropen jedoch deutlich häufiger als in unseren Klimaten, da wir über sauberes Trinkwasser verfügen. Hunde, Katzen aber auch der Mensch dienen als Zwischenwirt für Giardia lamblia, dessen Auftreten durch die Krankheit Gardiasis begleitet werden kann. Entzündungen, Durchfall, Blähungen und Fieber sind die Symptome, die ein gesundes Immunsystem jedoch in der Regel vollkommen allein bewältigt.

Platz 2: Der Spulwurm

Der Spulwurm ist der längste Parasit, der je existierte. Schätzungen zufolge ist etwa jeder fünfte Mensch Wirt des Spulwurms. Das liegt auch daran, dass seine Eier sehr widerstandsfähig sind. Sie werden vom Endwirt ausgeschieden und gelangen so in einen neuen Wirt. Im Wirt durchbohren die Larven die Darmwand und gelangen so in die Blutbahn, worüber sie sich im Körper ausbreiten können. Über Kurz oder Lang gelangen sie wieder in den Darm, wo sie neue Eier legen, die dann ausgeschieden werden. Allergische Reaktionen, Husten, Fieber, asthmaähnliche Anfälle und Erbrechen können Begleiterscheinungen des Spulwurms sein. Ein operativer Eingriff ist jedoch in den seltensten Fällen erforderlich.

Platz 1: Toxoplasma gondii

Der einzellige Parasit Toxoplasma gondii ist uns vermutlich näher als wir denken. Er wird von Katzen bewirtet und gelangt durch Schmierinfektion gelegentlich auch in den Körper des Menschen. Katzen scheiden die Eier mit ihrem Kot aus. Diese werden dann von Mäusen oder Ratten aufgenommen und können dort schlüpfen. Die Larven wandern ins Gehirn und in die Muskeln. Sie setzen das Angstzentrum lahm und sorgen so dafür, dass die Maus von einer Katze gefressen wird. So gelangen die Larven wieder in den Körper der Katzen, wo sie sich fortpflanzen können. Gelangen die Eier in den Körper des Menschen, reifen auch hier die Larven. Normalerweise werden die Zwischenwirte anschließend von Katzen gefressen, weil sie keine Angst mehr vor diesen empfinden. Bei Menschen ist dies eher nicht der Fall. Dafür können die Erreger die Krankheit Toxoplasmose hervorrufen, die beispielsweise eine Augenerkrankung mit sich ziehen kann. Die Erreger können sich jedoch auch beim Menschen in das Angstzentrum setzen und dieses beeinträchtigen. Die Folge: Höhere Risikobereitschaft, weniger Angstempfinden, betroffene Menschen verletzen sich häufiger und haben häufiger Unfälle. Im Idealfall entwickeln Betroffene jedoch Antikörper und eine lebenslange Immunität. In Deutschland haben Schätzungen zufolge 60% der Bevölkerung Antikörper gegen den Erreger, weltweit beherbergen etwa 3,5 Milliarden Menschen den Erreger.

Trotzdem solltet ihr jetzt auf keinen Fall die Umwelt meiden, eure Katze verkaufen und nur noch in Schutzanzug und mit Atemmaske aus dem Haus gehen. Auch die Sterilisierung eurer Wohnung ist nicht hilfreich. Euer Immunsystem wird schwach, wenn es keinen Herausforderungen ausgesetzt wird und die meisten Parasiten kommen nur in tropischen Regionen vor. Regelmäßiges Händewaschen und eine vernünftige Hygiene sind völlig ausreichend, um sich zu schützen. Wenn ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, spült Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich ab und bratet Fisch und Fleisch, bis sie vollkommen gar sind. Denkt immer dran: Die Erreger existieren schon länger und ihr habt sie bisher auch unbeschadet überstanden!

Quellen: bild.de, nwzg.de, zehn.de, zeit.de


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