Die 15 häufigsten Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Dass sich unter Dextrose und Fructose Zucker verbirgt, ist den meisten bekannt. Viele wissen auch, dass nicht immer Bio drin ist, wenn Bio drauf steht. Aber was viele nicht wissen: Was ist eigentlich drin, wenn natürliches Aroma draufsteht? Und was ist E901?

Man möchte fast davon ausgehen, dass auf Lebensmitteln drauf steht, was drin ist. Doch nicht immer ist das der Fall. So sind Wein und klarer Apfelsaft beispielsweise nicht wirklich vegan. Denn um die Trübstoffe aus der Flüssigkeit zu filtern, wird tierische Gelatine eingesetzt. Da sie anschließend wieder entfernt wird und somit nicht im Endprodukt enthalten ist, ist der Einsatz des tierischen Zusatzes nicht kennzeichnungspflichtig. Laut Lebensmittelkennzeichnungsverordnung vollkommen in Ordnung, für Veganer und Vegetarier sowohl ethisch als auch moralisch bedenklich. Trotzdem begegnen uns auf den Listen der Inhaltsstoffe Bezeichnungen, die uns vor offene Fragen stellen.

Wachs in unseren Lebensmitteln

Zusatzstoffe, die dazu bestimmt sind, Lebensmittel in ihrer Beschaffenheit zu beeinflussen, werden in der Europäischen Union mit E-Nummern gekennzeichnet. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Farbstoffen, Süßungsmitteln und anderen Zusatzstoffen. Die letzte Kategorie ist die größte und umfasst Säurungsmittel, Konservierungsmittel und viele weitere. Wer sich schon einmal die Zutaten von Fruchtgummi durchgelesen hat, ist mit Sicherheit über den Zusatzstoff „Bienenwachs“ gestolpert. Hierbei handelt es sich um das von Honig befreite Wachs aus den Waben von Bienenstöcken. Dieses wird geschmolzen und bis zum Erreichen der Lebensmittelqualität gereinigt. Es dient als Überzugmittel und darf ohne Höchstmenge für Lebensmittel wie Schokolade, Süßwaren und einige Obstsorten verwendet werden. So wird ein Flüssigkeitsverlust der Produkte verhindert. Das Bienenwachs wird unverändert wieder ausgeschieden und gilt daher als unbedenklich. Wird es nicht als „Bienenwachs“ gekennzeichnet, findet man es vielleicht unter der Nummer E901. Oder es wird durch ein anderes Überzugsmittel ersetzt, etwa dem „Carnaubawachs“ (E903), das aus der brasilianischen Carnaubapalme gewonnen wird. Der Anwendungsbereich deckt sich mit dem des Bienenwachses.

Die Extradosis Vitamin C

Unter dem Namen „Ascorbinsäure“ verbirgt sich eine Form des Vitamin C. Sie wird in Lebensmitteln als Antioxidationsmittel angewendet. Sie verhindern beispielsweise die Braunfärbung von frischem Obst und werden häufig in Fruchtsäften, Limonaden, Marmeladen, aber auch in Fleisch- und Wurstwaren, Broten und Backmischungen enthalten. Dient es einzig und allein dem Zweck, den Vitamin C-Gehalt des Lebensmittels zu erhöhen, darf es als solches deklariert werden. Anderenfalls wird es als Ascorbinsäure oder E300 gekennzeichnet. Da Ascorbinsäure wasserlöslich ist und über den Harn ausgeschieden wird, ist sie ohne Höchstmenge als Zusatzstoff zugelassen.
Auch Citronensäure wird häufig als Antioxidations- und Säurungsmittel in Süßigkeiten eingesetzt. Unter der Nummer E330 ist sie eine der häufigsten Zusatzstoffe der Lebensmittelindustrie. Sie wird jedoch nicht etwa aus Zitronen oder Zitrusfrüchten gewonnen. Citronensäure ist ein Zwischenprodukt des Energiestoffwechsels und so in jeder lebenden Zelle enthalten. Sie wird biotechnologisch aus Schimmelpilzen hergestellt und findet Einsatz in Süßigkeiten, Erfrischungsgetränken, Marmeladen, aber auch in Fleisch- und Käseprodukten. Generell gilt sie zwar als unbedenklich, als starke Säure greift sie jedoch den Zahnschmelz an.

Wie natürlich sind „natürliche Aromen“?

In Fruchtgummi, Wasser mit Geschmack, Limonaden – die Angabe „natürliche Aromen“ findet man in vielen Inhaltsstoffen wieder. Steht „natürliches Aroma“ auf der Liste, so muss das Aroma aus natürlichen Rohstoffen stammen, diese können pflanzlich oder tierisch sein. Auch die Gewinnung durch gentechnologischer Verfahren ist erlaubt. So wird beispielsweise Vanillin mit Hilfe von Mikroorganismen aus Nelkenöl oder Zuckerrüben gewonnen. Steht lediglich „Aroma“ in der Liste, ist davon auszugehen, dass die Aromastoffe synthetisiert, also im Labor hergestellt, wurden. Zu den natürlichen Aromen gehört übrigens auch Castoreum, einem Exkret des Bibers, das für Erdbeer-, Himbeer- oder Vanillearoma insbesondere in Süßigkeiten verwendet wird.

Nicht alles was süß schmeckt, ist Zucker, oder?

Es gibt viele Süßungsmittel, die in unseren Lebensmitteln als Zuckerersatz fungieren. Doch sind die Süßungsmittel wirklich so viel besser als Zucker? Unter der Kennzeichnung E953 taucht Isomalt beispielsweise in zuckerfreien Lebensmitteln wie Kaugummi oder Desserts auf. Obwohl Isomalt in einer chemischen Reaktion aus Zucker gewonnen wird, ist es weniger süß und auch für Diabetiker unbedenklich, da für die Verwertung kein Insulin erforderlich ist. In höheren Mengen wirkt Isomalt jedoch abführend. Sorbit (E420) wird ebenfalls chemisch erzeugt. Da es die Eigenschaft hat, Flüssigkeiten aus der Luft zu binden, wird es häufig als Zuckeraustauschstoff verwendet. Bei übermäßigem Verzehr wirkt jedoch auch Sorbit abführend. Deutlich weniger Kalorien als Zucker bei vielfach stärkerer Süßungskraft hat Stevia. Der unter der Kennzeichnung E960 auftretende Süßstoff wird aus dem Süßkraut gewonnen und ist seit 2011 als Süßungsmittel für Lebensmittel und Tees zugelassen.

Was ist drin, wenn das draufsteht?

Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren (E471): Sie werden in chemischen Reaktionen aus Glycerin und pflanzlichen oder tierischen Speisefetten gewonnen. In Backwaren eingesetzt sorgen sie dafür, dass die Produkte länger frisch bleiben. Als Emulgator binden sie nämlich Wasser länger mit Stärke, sodass beispielsweise Salzstangen länger knusprig bleiben. Sie gelten als unbedenklich und werden dem Fettstoffwechsel des Körpers zugeführt.
Xanthan (E415): Dieses Kohlenhydrat wird von Bakterien gebildet und gilt in Lebensmitteln als Verdickungsmittel. Suppen und Saucen, Ketchup und Mayo, Konserven, Speiseeis und Milchgetränke werden besonders häufig mit dem Zusatzstoff versetzt. Xanthan wirkt als Ballaststoff und kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.
Guarkernmehl (E412): Auch dieses Verdickungsmittel wird ebenfalls in Suppen, Saucen und Co angewendet. Der aus der Guarpflanze gewonnene Zusatzstoff bindet extrem viel Wasser, da es hauptsächlich aus langkettigen Kohlenhydraten besteht. Guarkernmehl kann in geringen Mengen ohne Probleme abgebaut werden. In groben Mengen beeinträchtigt es jedoch die Darmflora, führt zu Blähungen und Krämpfen und kann Allergien hervorrufen.
Johannisbrotkernmehl (E410): Johannisbrotkernmehl wird aus den Samen des Johannisbrotbaumes gewonnen und findet in der Lebensmittelindustrie Einsatz als Verdickungsmittel. Während es in heißem Wasser vollständig gelöst werden kann, bildet es in kaltem Wasser ein Gelee. Es senkt den Blutzuckerspiegel, hemmt die Eiweißverdauung und wirkt geringfügig abtreibend.
L-Cystein (E920): Als Aminosäure ist L-Cystein ein natürlicher Bestandteil von Eiweißen. Gewonnen wurde L-Cystein bis 2011 aus keratinhaltigen Geweben wie Tier- oder Menschenhaaren oder Federn. Teige werden knetfähiger, Backwaren luftiger. L-Cystein kann auch mit Hilfe von E.Coli-Bakterien erzeugt werden. Es gilt als unbedenklich und ist in der EU deshalb ohne Mengenbeschränkung zugelassen. Der Gewinn aus Menschenhaar ist in der EU jedoch mittlerweile verboten.
Lecithin (E322): Als wichtiger Bestandteil menschlicher und tierischer Zellen ist es die Aufgabe des Emulgators Lecithin, die Entmischung von Fetten und Wasser zu verhindern. Es wird beinahe ausschließlich aus Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl hergestellt. Häufig wird es Margarinen, Teiggebäcken und Instantpulver für Milch- und Kakaogetränken beigemischt. Da es vollständig von unserem Körper verwertet werden kann, ist es vollkommen unbedenklich.
Habt ihr schon einmal die Zutatenliste eures Einkaufs gelesen und seid dabei über noch weitere Zusatzstoffe gestolpert? Schreibt sie gerne in die Kommentare und schreibt auch dazu, wie ihr darüber denkt, dass beispielsweise der Einsatz von tierischer Gelatine bei Apfelsaft oder Wein nicht gekennzeichnet werden muss.
 
Quellen: das-ist-drin.de, livona.de, stylebook.de, lebensmittelklarheit.de, 

2 Gedanken zu „Die 15 häufigsten Zusatzstoffe in Lebensmitteln

  1. Schon erschreckend, was man unbewusst so alles isst! Schade, dass die Lebensmittelbranche so sehr auf Künstliches setzt! Ich wäre froh, wenn in allen Produkten, auf denen "Erdbeere" oder "Himbeer" draufsteht auch Erdbeeren und Himbeeren drin sind! Früher hatte ich mal eine Reportage gesehen, da wurde gesagt, dass man für Himbeerjoghurt eingefärbte Sägespäne nimmt.Da lob ich mir doch unseren Himbeerbusch und den Naturjoghurt aus dem Laden, da weiß man wenigstens, was man wirklich isst! Aber das geht auch nur im Sommer, leider! Etwas angewidert war ich auch von dem Extrakt vom Biber oder von der Citronensäure aus Schimmelpilzen. Auch wenn all diese Stoffe lebensmitteltechnisch und gesundheitlich unbedenklich sind, mag man doch so vieles nicht wirklich in seinem Essen haben!

  2. "Enthält eine Phenylalaninquelle" habe ich schon öfters in der Zutatenliste gelesen. Zum Beispiel auf der grünen Cola.
    Klingt kryptisch, ist aber nichts anderes als Aspartam.

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