Wenn wir Alkohol trinken…

Das Wochenende ist im vollen Gange, Partys und gemütliche Abende mit Freunden werden häufig von Alkohol begleitet. Was passiert in unserem Körper, wenn wir Alkohol trinken?

Wir kennen ihn als Vodka, Whiskey, Rum, Sekt und in Bier – den Alkohol. Chemisch gesehen, trinken wir Ethanol – einen einwertigen Alkohol, der auf verschiedene Weisen gewonnen werden kann. Durch die Gärung von Biomasse, etwa von zucker- oder stärkehaltigen Feldfrüchten wie Hopfen, wird der Alkohol gewonnen, den wir in alkoholischen Getränken zu uns nehmen. Dabei haben die verschiedenen Getränke einen ganz unterschiedlichen Alkoholgehalt. Während Biermix-Getränke beispielsweise nur 2,4 Vol.-%, Bier hat etwa 5 Vol.-%, Wein und Sekt bringen 11 Vol.-% mit sich und Vodka sogar 40 Vol.-%. Die Angabe Volumenprozent ist die Maßeinheit, die das Verhältnis des Alkohols in einem Getränk angibt bezogen auf das Volumen.

Um anhand dieser Angabe die Menge reinen Alkohols in einem Getränk zu berechnen, benötigt man zwei Angaben, die man in der Regel ganz einfach erhält.

1. Die Angabe des Alkohols in Volumenprozent
2. die Menge des Getränks in Millilitern.

Anschließend werden beide Angaben in folgende Gleichung eingesetzt:

Menge in ml * (Vol.-% / 100) * 0,8
 
Ein Glas Wein fasst etwa 100ml, dem Etikett auf der Flasche entnimmt man die Angabe 11 Vol.-%.
100ml Wein enthalten also 100*(11/100)*0,8 = 8,8 Gramm reinen Alkohol.

Wie kommt Alkohol in unseren Körper?

Schuld daran sind wir selbst. Ethanol wird meist mutwillig konsumiert. Bereits die Mundschleimhaut nimmt geringe Mengen Alkohol auf und gibt sie ins Blut ab. Die Speiseröhre nimmt ebenfalls ein klein wenig Alkohol auf und rund ein Viertel wird im Magen ans Blut weitergegeben. Die Wirkung des restlichen Alkohols entfaltet sich jedoch erst im Dünndarm. Hier gelangt der meiste Alkohol ins Blut. Ist der Alkohol im Blut angekommen, verteilt er sich im gesamten Körper und erreicht so all unsere Organe, auch das Gehirn.

Wie lange dauert es, bis Alkohol im Gehirn angelangt?

Der erste Alkohol gelangt innerhalb von zwei bis sechs Minuten ins Gehirn und verändert dort Gehirnzellen reversibel. Das bedeutet, dass die Gehirnzellen vorübergehend verändert sind, nach Abbau des Alkohols jedoch wieder in ihre ursprüngliche Form zurückgebracht werden können. Wie schnell Alkohol ins Blut gelangt, ist auch von einigen anderen Faktoren abhängig.

Warmer Alkohol oder Alkohol in Kombination mit Kohlensäure gelangen schneller ins Blut. Auch die Kombination zwischen Alkohol und Zucker beschleunigen die Aufnahme. Natürlich gilt: Wer schnell trinkt, wird schneller betrunken, ein leerer Magen trägt sein Übriges dazu bei! Der Grund: Je weniger im Magen ist, desto schneller gelangt der Alkohol in den Dünndarm, wo der Alkohol am schnellsten ins Blut aufgenommen wird.

Was macht Alkohol in unserem Körper?

Gelangt Alkohol in unser Gehirn, schüttet dieses zunächst Dopamin aus. Dann wirken wir angeheitert, denn Dopamin ist ein Glückshormon. Auch Serotonin und Endorphine werden vom Körper ausgeschüttet. Wir werden gesprächiger und strotzen vor Tatendrang.
Auf der anderen Seite hemmt Alkohol jedoch die Bildung von Noradrenalin. Die Moleküle setzen sich zudem an die Rezeptoren, wo andere Botenstoffe ihren Platz finden sollten. So verzögert sich unsere Reaktionszeit, unsere Genauigkeit und unsere Konzentration.

Nach dem Konsum von Alkohol, werden Magen und Darm verstärkt durchblutet. Das bedeutet auch, dass der Alkohol immer schneller in unser Blut gelangt, je mehr wir trinken. Außerdem werden verstärkt Verdauungsenzyme gebildet. Bei regelmäßigem Alkoholkonsum kommt es deshalb zu Verdauungsstörungen, Nahrung kann nicht mehr richtig zersetzt werden.

Der Morgen danach…

Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühl sind typische Anzeichen eines Katers. Er erreicht uns meistens am Morgen danach und zwar aus dem Grund, dass Alkohol unseren Körper vermehrt zur Abgabe von Wasser zwingt – wir dehydrieren. Zudem wirken Zusatzstoffe der alkoholischen Getränke oft so, dass sich Blutgefäße im Gehirn weiten – ähnlich wie bei Migräne. Um einem Kater entgegenzuwirken helfen Wasser, Tee oder Saftschorlen, den Wasserhaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Kaffee oder koffeinhaltige Getränke regen den Kreislauf an und auch süße und salzige Speisen gehören zu einem Katerfrühstück dazu. Schmerzmittel könnten zwar, so Mediziner und Alkoholforscher Helmut Seitz, die Kopfschmerzen lindern, Ibuprofen, Aspirin und Co würden dabei aber den Magen zusätzlich reizen.
Zu beachten ist jedoch immer, dass jeder vollkommen anders auf Alkohol reagiert. Individuelle Faktoren wie die Körpergröße oder eventuelle Erkrankungen können sich auf die Verträglichkeit und die Folgen des Alkoholkonsums auswirken. Sein eigenes Limit sollte jeder kennen und rechtzeitig vorher mit dem Trinken aufhören. Denn die volle Wirkung des Alkohols, den wir trinken, kriegen wir erst rund eine Stunde später zu spüren.
Quellen: t-online.de, suchtschweiz.ch, swr.de, kenn-dein-limit.deulmerecho.de
 

 
 
 

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