Silvester – Warum wir ins neue Jahr feiern

Warum feiern wir Silvester? Wo kommen all die Bräuche her und welche Bräuche sind bereits ausgestorben?

Die Tage zwischen den Jahren sind gezählt. Aber Moment mal! Wieso sagen wir eigentlich „zwischen den Jahren“? Für uns scheint klar zu sein, dass die Tage zwischen Weihnachten und Silvester noch zum alten Jahr gehören, das morgen Abend vorbei sein wird. Früher feierten Christen den Beginn des neuen Jahres am 06. Januar, gemeinsam mit der Geburt Christi. Bis ins Jahr 354 wurde nämlich auch Weihnachten erst am 06. Januar gefeiert. Erst dann legte der Papst das Weihnachtsfest auf den 25. Dezember. Einige Jahre später verlegte die Kirche auch den Jahresbeginn auf dieses Datum. Da es damals noch nicht allzu viele Wege der Kommunikation gab, war die Verwirrung groß – so feierten einige den Jahresanfang am 25. Dezember, andere erst am 06. Januar.
Noch viel früher feierten die Römer den Jahresanfang erst am 01. März, verlegten ihren Jahresbeginn dann jedoch auf den 01. Januar. 1582 führte Papst Gregor eine Reform durch, seitdem ist das Jahresende einheitlich am 31. Dezember. Aufgrund der großen Verwirrung im Laufe der Zeit, werden die 12 Tage zwischen Weihnachten und dem Tag der Heiligen Drei Könige als Tage zwischen den Jahren bezeichnet.

Warum gibt es zu Silvester Feuerwerk?

Lautes Knallen und helle Lichter sollen die bösen Geister des Vorjahres vertreiben und so verhindern, dass diese Einzug ins neue Jahr erhalten. Schon die Germanen machten zu ihrer Zeit mit Peitschen und Rasseln Lärm an den Tagen zwischen den Jahren, im Mittelalter läuteten Kirchenglocken ununterbrochen und Pauken und Trompeten spielten Musik. Das Lärmen mit Kanonen und Böllern verbreitete sich – logischerweise – erst nach Entdeckung des Schwarzpulvers während der Renaissance. Das Böllern und Knallen ist heutzutage eher zum Ausdruck der Freude geworden, als dass es dem Vertreiben böser Geister dient. In Deutschland ist das Zünden von Feuerwerkskörpern nur an Silvester und Neujahr erlaubt. anderswo gibt es zu Silvester überhaupt kein Feuerwerk.
In Paris beispielsweise ist das Zünden von Feuerwerkskörpern gesetzlich verboten – das war schon vor den Anschlägen so, denn die Schäden, die Feuerwerkskörper in der Vergangenheit an historischen Gebäuden und Fahrzeugen verursacht haben, waren zu groß. Doch auch ohne Feuerwerk soll die Stadt der Liebe zu Silvester einige besondere Hingucker bieten.

Bleigießen

Bleigießen ist ein Brauch, der langsam auszusterben droht. Es gilt als Orakelbrauchtum, denn die verschiedenen Figuren, die beim Gießen des Schwermetalls ins Wasser entstehen, sollen für verschiedene Symbole stehen, die jeweils für eine Bedeutung stehen.

Warum wir uns ein „Frohes Neues Jahr“ wünschen

„Frohes Neues Jahr“, „Prosit Neujahr“ oder „ein gesegnetes und gesundes Jahr“ – ganz egal, wie wir es sagen, gemeint ist immer dasselbe – wir wünschen einander alles Gute für das bevorstehende Jahr. „Prosit Neujahr“, kurz auch: „Prost Neujahr“ und auch die anderen Silvestergrüße drücken die Hoffnung aus, dass im nächsten Jahr alles gelingen wird. Das Wort „Prosit“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet dementsprechend: „Es möge gelingen“.

Scherben bringen Glück

Das ist allgemein bekannt. Früher tranken deshalb alle Bewohner eines Hauses aus einem einzigen Glas, ehe der Eigentümer das Glas zum Schluss über die eigene Schulter an die Wand geworfen hat. Damals wurde auch noch nicht mit Sekt angestoßen, sondern mit Punsch, weil viele Haushalte nicht das nötige Geld hatten, um teuren Sekt zu kaufen.

Das richtige Outfit

Früher weit verbreitet und heute noch immer in Italien und Spanien in Verwendung ist der Brauch, rote Unterwäsche in der Silvesternacht zu tragen. Gerade bei jungen Frauen gilt dieser Brauch als Glücksbringer. Liebe, Glück und Gesundheit bringe es demnach, wenn man die rote Unterwäsche in dieser Nacht zum ersten Mal trage. Unglück hingegen bringe es, in der Silvesternacht Wäsche zu waschen oder zu trocknen. Einem Aberglauben nach treibt der Totengott Wotan in der Silvesternacht sein Unwesen und wäre sehr verärgert, wenn er sich in aufgehängter Wäsche verheddern würde.

Gebackenes Glück

Im asiatischen Restaurant hat sicher jeder schon einmal einen Glückskeks bekommen. Die weisen Botschaften, die in den Keksen versteckt sind, stellen meist etwas Positives in Aussicht. Und obwohl wir aufgrund der Verpackung und dem Erhalt im China-Restaurant die Glückskekse als traditionell chinesisch sehen, suchen wir auf dem kleinen Zettelchen die Nachricht vergeblich auf Chinesisch.
In einer Umfrage, in der chinesische Studierende, die seit etwas mehr als einem halben Jahr in Deutschland leben, stellte sich heraus, dass weniger als die Hälfte der Befragten überhaupt wussten, was ein Glückskeks ist. Die Befragten vermuteten, dass Glückskekse eine Erfindung der westlichen China-Restaurants sind, denn etwas Süßes nach dem Essen zu genießen, ist in China eher unüblich. Tatsächlich wird übrigens vermutet, dass Glückskekse ursprünglich aus Japan stammen.
Quellen: silvestergruesse.de, t-online.de, deutschland-feiert.de, fuersie.de, focus.de, interculturecapital.de
 
Ich denke, wir alle können auf ein langes Jahr zurückblicken. Ich für meinen Teil bin froh, dass es vorbei ist. Ich bin mir sicher, dass es viele Dinge gibt, die wir hinter uns lassen wollen, aber auch einige, die wir gerne ins nächste Jahr mitnehmen. Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr, trinkt nicht zu viel, gebt nicht zu viel Geld für Feuerwerk aus und ich freue mich darauf, euch im nächsten Jahr wiederzusehen. 
 
Euer Kevin

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