Was bedeutet Integration?

Wann gilt ein Migrant als „gut integriert“?

„Ausländer sollen sich integrieren, wenn sie schon in unserem Land leben.“ – Aussagen wie diese sehen die einen als rassistisch, die anderen als absolute Tatsache. Was aber ist „Integration“ und wann gilt ein Ausländer als „gut integriert“?
Fragen, die wir uns insbesondere an Tagen stellen müssen, an denen über ein Verbot der Ganzkörperverschleierung diskutiert wird. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte vor Kurzem: „Aus meiner Sicht hat eine vollverschleierte Frau in Deutschland kaum eine Chance, sich zu integrieren.“ Was wird von Menschen verlangt, wenn sie sich integrieren sollen?

Was muss man tun, um „gut integriert“ zu sein?

In einer telefonischen Umfrage, die Ende 2015/Anfang 2016 unter türkischstämmigen Personen durchgeführt wurde, die in Deutschland leben, fand man heraus, dass 91% dieser das Erlernen der deutschen Sprache als erforderlich sehen, um in Deutschland gut integriert zu sein. Dass unsere Sprache dabei insbesondere für Fremdsprachler besonders schwierig zu erlernen ist, ist längst nichts Neues mehr für uns. Machen wir es den Menschen unnötig schwer, sich zu integrieren?

Das Beachten der Gesetze, die in der Bundesrepublik Deutschland gelten, erachten nur 84% der Befragten als Grundlage für eine gelungene Integration. Eine Erkenntnis, die bei Deutschen wiederum zu Fremdenhass führt. Die Anpassung der Kleidung, die auch die Burka-Debatte umfasst, und das Erlangen der Deutschen Staatsangehörigkeit, strebten nur rund ein Drittel der Befragten an.

 

Integration statt Ausgrenzung

Leichter gesagt als getan, denn die Vorurteile insbesondere gegenüber Muslimen sind gewaltig. Nur 6% der deutschen Gesamtbevölkerung denken beim Stichwort „Islam“ an die Achtung der Menschenrechte, 64% hingegen denken unmittelbar an Gewaltbereitschaft und sogar 82% an die Benachteiligung von Frauen. Negative Assoziationen überwiegen also – die gedankliche Ausgrenzung der Migranten steht dem „Befehl“ der Integration entgegen. Die Deutschen wünschen sich so sehr, dass Ausländer sich integrieren, blockieren diesen Weg jedoch allzu oft durch ihr eigenes Denken und Handeln.
Das Bundesinnenministerium beschreibt Deutschland als ein weltoffenes Land und versteht die Integration als eine der wichtigsten innenpolitischen Aufgaben des Innenministeriums. Doch damit das gelingen kann, muss nicht nur an den Möglichkeiten gearbeitet werden: Sprachkurse, Förderunterricht an Schulen,… . Integration ist ein Vorgang, der auf beiden Seiten erarbeitet werden muss. Nur wenn beide Seiten aufeinanderzugehen und sich die Hand geben, kann Integration gelingen. Wie Frank-Jürgen Weise, Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sagt, wird dies jedoch noch sehr lange dauern und verdammt teuer werden.

Quellen: bmi.bund.de, spiegel.de, stuttgarter-nachrichten.de, heute.de

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