Wenn der Horror real wird – Horrorclowns auf unseren Straßen

Makaber, brutal und kriminell: Horror-Clowns machen nun auch Deutschland unsicher.

Clowns kennen wir aus dem Zirkus, vom Rummel, vielleicht vom Kindergeburtstag und ganz sicher von McDonald’s. Nicht zu Unrecht kann man auch Angst vor ihnen haben, schließlich sind sie Teil viel zu vieler Horrorstreifen.
Anders als die Horrorfilme, die ihren Ursprung in Großbritannien finden, stammen die Grusel-Clowns aus den Vereinigten Staaten.
Wenn wir im Dunkeln nach Hause gehen, könnten wir den langen Weg nehmen, entlang der Straße, gut beleuchtet. Oder wir kürzen durch den dunklen Stadtpark ab, beschleunigen den Schritt, ziehen die Schultern hoch. Jetzt bloß nicht stehenbleiben. Und hoffentlich steht hinter dem nächsten Gebüsch kein Axtmörder. Es gehört eine Menge Mut dazu, durch den dunklen, stillen Park zu gehen. Unsere Schritte und unser Atem sind das Einzige, was wir hören können. Ein schleifendes Geräusch lässt uns aufschrecken und plötzlich spüren wir unser Herz ganz fest schlagen. In der Dunkelheit vor uns zeichnet sich langsam eine Gestalt ab, die sich uns nähert. Wir bleiben stehen. Je näher die Gestalt kommt, umso klarer wird sie – es ist ein Clown, der eine beinlange Axt hinter sich herschleift.
Eine Horror-Vorstellung? Leider nicht nur eine Vorstellung.

#ClownSighting und #ClownSpotting – die neuen Horror-Hastags

Genau das ist in verschiedenen Städten in den Vereinigten Staaten geschehen. Plötzlich stehen sie vor dir, in den Tiefgarage, in Parks, in Fahrstühlen – und jagen mindestens einen großen Schrecken ein. Seinen Ursprung soll das Phänomen in South Carolina haben, wo Kinder von Clowns mit Süßigkeiten in einen Wald gelockt werden sollten.
Seitdem haben sich die Clowns-Sichtungen vermehrt. In den Sozialen Netzwerken tauchen seitdem auch „Horror-Clowns“ oder „Killerclowns“ auf, die mit einem Account Drohungen gegen Schulen und Unis aussprechen.

Schon das Erschrecken kann strafbar sein!

Auch in Deutschland nehmen solche Sichtungen zu – es scheint sich ein schauriger Trend zu entwickeln. Dabei handelt es sich um ein skrupelloses Spiel mit einer der Urängste des Menschen. Obwohl Clowns einst in Zirkuszelten auftraten, um einige von uns zu belustigen, gibt es andere, die sich vor ihnen gruseln – etwa, weil sie fremd wirken, da man ihr Gesicht nicht erkennen kann. Und genau das machen sie sich jetzt zum Vorteil!

Früher waren Clown’s Wesen ,die uns zum lachen bringen & bespaßen.

…Heute muss man Angst haben, von ihnen attackiert zu werden…

— fabi bee (@BeeFabii) 20. Oktober 2016

Mittlerweile geht dieses Phänoment jedoch über das Erschrecken hinaus. Clowns verprügeln Menschen, rauben sie aus. In Deutschland wurde der erste Übergriff durch einen Horror-Clown am 15. Oktober polizeilich erfasst. Seitdem gab es dutzende körperliche Angriffe durch Clowns – und auf Clowns, denn immer mehr Menschen setzen sich zur Wehr. Auch einen Toten forderte das Phänomen bereits: Ein US-Student, der in Kambodscha Einheimische als Clown erschrecken wollte, wurde anschließend von diesen gejagt. Auf seiner Flucht lief er in den Dschungel, trat auf eine Landmine und starb in Folge der Explosion.

Auch wenn man nicht gerade jemanden verprügelt oder ausraubt – verkleidet und getarnt als Clown, um sich der Strafverfolgung zu entziehen -: Das Erschrecken von Menschen kann strafrechtlich verfolgt werden, etwa wenn dieser sich dadurch verletzt oder sogar durch den Schreck einen Herzinfarkt erleidet und stirbt. Strafbar wäre dies als fahrlässige Körperverletzung (§229 StGB) oder sogar als fahrlässige Tötung (§222 StGB).

„Bedroht der Clown Passanten mit einer […] Waffe, dann kommt eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr in Betracht“, erklärt der Rechtsanwalt Christian Solmecke, „Springt ein Clown auf die Straße und verursacht dadurch einen Unfall, kann eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren folgen.“

Keine Clowns zu Halloween, oder doch?

Viele Kostum-Verkäufer haben die Horror-Clown-Masken als Reaktion auf diesen Trend bereits aus dem Sortiment genommen und auch McDonald’s hat sein Clowns-Maskottchen vorübergehend aus dem Verkehr gezogen.

Amis haben Angst vor Clowns. Deshalb muss Ronald McDonald in den USA pausieren.

Während der andere rothaariger Clown Präsident werden kann.

— TeddyBaer (@teddybaeruj) 14. Oktober 2016

Wie soll ich damit umgehen, wenn mir an Halloween ein Clown begegnet?

Das Landeskriminalamt rät dazu, achtsam zu sein. Nicht jeder Clown sei als Bedrohung anzusehen. Sollte der Clown jedoch bewaffnet sein und Personen angreifen oder belästigen, sollte man die Polizei anrufen. Die Polizei rät, Gefahrensituationen aus dem Weg zu gehen und sich nicht auf die Clowns einzulassen. Man solle der Konfrontation lieber aus dem Weg gehen und die Polizei verständigen, wenn man sich bedroht fühlt. Grundsätzlich gibt es zwar ein Notwehrrecht, dafür muss das eigene körperliche Wohl jedoch in Gefahr sein.
Mittlerweile gibt es deshalb nicht nur Übergriffe von Clowns auf Passanten, sondern auch andersherum. In den USA werden bereits Stimmen laut, die den Schusswaffeneinsatz auf Clowns fordern. Mittlerweile sind die Sichtungen von Clowns alles andere als ein Scherz: In den Staaten und auch in Schweden gab es bereits gefährliche Übergriffe von und auf Clowns.
Gut gemeinter Rat zum Schluss: Wer geplant hatte, an Halloween als Horror-Clown durch die Straßen zu ziehen, um Süßes oder Saures einzutreiben, sollte seine Kostümwahl nun lieber noch einmal überdenken.
Quellen: web.de, welt.de, spiegel.de, focus.de, berliner-kurier.de

 

2 Gedanken zu „Wenn der Horror real wird – Horrorclowns auf unseren Straßen

  1. Hallöchen,

    ja die Sache mit den Clowns, nimmt nun gar eine ganz erschreckende Wendung. In den Netzwerken ist ständig etwas davon zu lesen und ich verstehe einfach nicht, wie man alleine schon aus Spaß damit beglücklicken kann anderen einen so schweren Schrecken einzujagen, sodass sich sogar bis zu schwer verletzen können. Solche Menschen sind für mich einfach keine Menschen, dass geht schon in die Richtung von Psychopathie, wenn man sich damit amüsiert anderen einen Schrecken zu erhalten. Ein Traum bleibt allerlei bestehen, besonders, wenn Kinder dann ins Spiel kommen.
    Ich persönlich hoffe, dass das bald mal aufhören wird und man sich wieder ohne Angst trauen kann auf die Straßen zu gehen, ohne daran zu denken, ob man im nächsten Augenblick einen Horror-Clown sichten könnte.

    Liebste Grüße
    Mizzy von Celestella

  2. An dem Abend nachdem ich den Beitrag geschrieben habe, musste ich noch von der Bushaltestelle nach Hause gehen. Es war neblig und mir kam jemand entgegen. Du glaubst gar nicht, wie viel Angst ich hatte. xD

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