Hallo, Lübeck!

Willkommen in der Hansestadt Lübeck! Ein Ausflug ins Weltkulturerbe.

Mehr als ein Jahr habe ich in der Hansestadt Lübeck verbracht und dort einiges gesehen, anderes jedoch nicht. Deshalb verrate ich euch, was ihr bei einem Ausflug in die Hansestadt gesehen haben solltet.
Die Spuren Lübecks lassen sich bis ins achte Jahrhundert nach Christus zurückverfolgen. Gegründet unter dem slawischen Namen Liubice entwickelte sich das Dorf bis zu seiner ersten Zerstörung im Jahre 1138 weiter. Erst 1143 wird eine neue kaufmännische Siedlung auf der Halbinsel zwischen Trave und Wakenitz gegründet, ehe es 1226 zur Freien Reichsstadt wird.
Wie der Name vieler Städte hat sich der Name Lübecks im Laufe der Zeit geändert. Als das Altsächsische, das im niederdeutschen Raum damals vorherrschend war und aus dem auch das heutige Englisch stammte, ins Mittelniederdeutsche überging, wurde das altsächsische <iu> zu einem ü. Erst im Mittelalter wurde der Name zu Lübeke geändert, der durch den mecklenburgischen Dialekt schnell zu Lübeek wurde – der heutige Name war geboren.

Holstentor – Das Wahrzeichen der Stadt

Im Mittelalter war Lübeck Mitglied der Hanse, einer Vereinigung niederdeutscher Kaufleute, und dementsprechend reich und wohlhabend. Um den Wohlstand zu schützen, wurden Mauern gebaut. Je größer der Wohlstand der Stadt wurde, umso wichtiger wurden auch die Schutzmauern, sodass teilweise bis zu vier Mauern gebaut wurden, um die Stadt zu schützen. Im Westen der Stadt ermöglichten vier Holstentore den Durchgang durch den Stadt. Das heutige Holstentor war das zweite, das gebaut wurde und ist das einzige der vier, das noch erhalten ist. Ein Modell aller vier Tore steht noch in der Nähe des Holstentor. Die anderen drei Tore wurden im Zuge der Industrialisierung abgerissen.
1855 sollte auch das Mittlere Holstentor abgerissen werden. Nach einer langen Abstimmung wurde mit nur einer Stimme Mehrheit bestimmt, das Holstentor umfassend zu restaurieren. Durch den flussnahen weichen Untergrund des Holstentores neigten sich die Türme immer weiter, sodass mehrfach angenommen wurde, das Holstentor könnte einstürzen. So wurde es zuletzt 2005/6 restauriert. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde das letzte an einem öffentlichen Gebäude angebrachte Hakenkreuz von Unbekannten herausgeschnitten und entfernt.
Das Holstentor, das wohl das bekannteste Wahrzeichen der Hansestadt Lübeck entstand im 15. Jahrhundert und beherbergt heute ein kleines Museum. Es behandelt die Stadtgeschichte, Funde aus der Stadt und Modelle, die die Entwicklung der Stadt im Mittelalter darstellen.
Das Holstentor liegt auf einer Sichtachse mit dem Hauptbahnhof. Von dort kann man über die Puppenbrücke geradewegs zum Holstentor blicken und gehen. Eine Bebauung dieser Sichtachse wird von der Stadt nicht genehmigt.

UNESCO-Weltkulturerbe: Die Altstadt

Folgt man der Sichtachse vom Hauptbahnhof zum Holstentor, überquert man zunächst die Puppenbrücke. Sie ist die älteste aus Stein gebaute Brücke Lübecks. Die ab 1770 entstandene Brücke wurde vom Stadtrat mit vier männlichen und vier weiblichen Figuren verziert und erhielt deshalb den Namen Puppenbrücke. 1907 wurde durch die Verlegung des Bahnhofes die Brücke zu schmal, weshalb man sie erneuerte. Die ursprünglichen Skulpturen wurden jedoch übernommen.
Gehen wir nun am Holstentor vorbei (oder darunter hindurch), gelangen wir geradewegs in die Lübecker Altstadt. Sie bildet den historischen Stadtkern der Hansestadt und wurde 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt – das größte Flächendenkmal Deutschlands.
Doch nicht die gesamte Innenstadtinsel wurde zum Kulturerbe ernannt. Der Teil der Innenstadt, der im Zweiten Weltkrieg während des Luftangriffs zerstört wurde, gehört nicht zum Welterbe.
Das Stadtbild wird von sieben Kirchtürmen geprägt, die die altstadttypischen Giebelhausdächer überragen und auch aus dem Umland noch erkennbar sind. Einer von ihnen ist der innenstadtnahe Petriturm, von deren Aussichtsplattform man für 3 Euro einen Rundum-Blick über die Stadt genießen kann. Der Turm ist 108 Meter hoch, die Aussichtsplattform befindet sich auf einer Höhe von 50 Metern. Wer Shoppengehen möchte, kann sich anschließend in der Breiten Straße und im Haerder-Center austoben. Allerdings wächst hier auch der Leerstand. Die Königpassage und alles jenseits des Einkaufszentrums gleicht einer Geisterstadt – übertrieben gesagt.
Die historische Innenstadt bietet auch sogenannte Ganghäuser. Wer hier wohnt, muss sich wirklich perfekt mit seinen Nachbarn verstehen, denn wenn man sein Haus verlässt, steht man bereits beim Nachbarn auf der Fußmatte. Die Häuser stehen im Handwerkerviertel der Innenstadt und sind als Wohnhäuser der Gewerbearbeiter hinter dem Straßenhaus entstanden, in dem das Gewerbe ausgeübt wurde. Grundvoraussetzung für die Breite der Gänge: Ein Sarg muss hindurchgetragen werden können. Die meisten der Gänge sind tagsüber frei zugänglich und gelten als öffentliche Straßen. Ein Muss für jeden Entdecker.

Alles, was Lübeck ausmacht auf einer Straße – An der Untertrave

Das Europäische Hansemuseum in Lübeck ist das größte seiner Art. Es wurde im Mai 2015 in der nördlichen Altstadt eröffnet und ist seitdem Nachbar des Burgklosters und des Burgtors, welches die Stadt im Norden abgrenzte und neben dem Holstentor das einzige Tor Lübecks ist, das noch erhalten ist.
Im Hansemuseum konnten archäologische Funde und eine begehbare Grabungsstätte in den Rundgang eingebunden werden. So zeigt das Museum nicht nur die Geschichte der Hanse, sondern auch einen Teil der Stadtgeschichte. Desweiteren wird die Pestepidemie thematisiert. Je nachdem, was man im Museum sehen möchte, gibt es die Tickets für Erwachsene zwischen 5,- und 15,- Euro.
Folgen wir der Straße vor dem Hansemuseum, laufen wir nicht nur an der Trave entlang, sondern kommen irgendwann zum Marzipanspeicher. Das berühmte Lübecker Marzipan ist hier zu Hause und kann natürlich in sämtlichen Formen genossen und gekauft werden.
Auf dem weiteren Weg zurück zum Holstentor bieten sich noch viele Hafenrundfahrten. Mit der MS Hanse kann man zudem von Lübeck nach Travemünde fahren. Das Ostseebad ist Stadtteil der Hansestadt und bietet insbesondere im Sommer einen wunderschönen Ostseestrand. Der Alte Leuchtturm ist der älteste Leuchtturm Deutschlands und zudem technisches Kulturdenkmal. Auf der Promenade Travemündes  gibt es zudem viele kulinarische Köstlichkeiten.
Hin- und Rückfahrt mit der MS Hanse kosten Erwachsene 19,50€.
Zurück in Lübeck fehlt nur noch eine Station: Die Salzspeicher. Um diese zu erreichen, müssen wir abermals am Holstentor vorbei.
Direkt an der Trave stehen die Salzspeicher. Salz war das wichtigste Gut Lübecks und hat Lübeck zu seinem Reichtum verholfen. Salz war im Mittelalter sehr wichtig, um Fisch und Fleisch zu konservieren, da es noch keine Kühlschränke gab. Um die Reichweite des Salzes aus Lübeck zu erweitern, wurde zwischen 1391 und 1398 der 61,55 Kilometer lange Elbe-Lübeck gebaut, um Lübeck mit der Elbe zu verbinden.
Heute sind die Salzspeicher Teil eines Textilgeschäfts.
Der Nahverkehr in Lübeck ist recht gut ausgebaut. Busse fahren regelmäßig, einige von ihnen mit Hybridmotoren. Leider bleiben auch die Busse nicht selten im Stau stecken. Da Lübeck insbesondere auf seinen Brücken oft Baustellen hat, staut es sich nicht selten in der Innenstadt. Der in diesem Beitrag gezeigte Rundgang ist ohne Probleme zu Fuß machbar!

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2 Gedanken zu „Hallo, Lübeck!

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