Rassismus fängt im Kopf an!

Wo fängt Rassismus eigentlich an?

Rassismus ist komplex und schwer abzugrenzen. Er ist unwiderruflicher Bestandteil unserer Geschichte, das schwarze Schaf unter unseren Eigenschaften. „Fremdenfeindlichkeit“ oder „Ausländerfeindlichkeit“ – der Begriff „Rassismus“ scheint seit dem Nationalsozialismus tabuisiert zu sein. Die grausamen Verbrechen im Dritten Reich haben dazu geführt, dass der Begriff für die Bezeichnung von Alltagsproblemen ungeeignet scheint. Niemand möchte etwas von Rassismus wissen, geschweige denn damit zu tun haben. „Ich bin nicht rassistisch, aber…“
 
Rassismus ist definiert als Markierung von Merkmalen, mit denen man sich von anderen abgrenzen kann. Während dadurch eine Gruppe ausgegrenzt wird, sichert sich die ausgrenzende Gruppe einen privilegierten Zugang. Die Gruppen werden dabei anhand willkürlicher Kriterien gebildet.

Der 21. März ist der „Internationale Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung“.

Rassismus gibt es seit der Kolonialisierung. Die Versklavung der Schwarzen wurde damals damit gerechtfertigt, dass diese als „primitiv“ und „unzivilisiert“ bezeichnet wurden. Der Grund: In Zeiten der aufgeklärten Gesellschaft mussten die Europäer rechtfertigen, warum sie einem Großteil der Weltbevölkerung die Menschenrechte absprachen, die zu dieser Zeit überall deklariert und erkämpft wurden.
Das biologische Merkmal der Hautfarbe wurde zur Markierung „der Anderen“ und versuchte auch die sozialen Differenzen zu begründen. Das ideologische Konzept der „Rassetheorie“ versuchte, die Ungleichheit von Menschen zu begründen.
Davon ab richten sich rassistische Äußerungen heutzutage meist gegen Kulturgruppen, Religionspraktiken oder Herkunften und weniger gegen eine biologisch begründete Wertigkeit. Dennoch fungiert Rassismus weiterhin als ideologisches Konzept, um Verletzungen der Menschenrechte zu rechtfertigen.
http://internationale-wochen-gegen-rassismus.de/

Rassismus hat immer etwas mit Macht zu tun.

Das beginnt mit der Macht, Gruppen zu definieren. Eine Gruppe legt die Merkmale fest, bestimmt über das „Wir“ und „die Anderen“. Diese Denkweise führt zu einem System von Benachteiligungen und einer ungleichen Gesellschaft, Herabwürdigungen, Diskriminierung und einer Einschränkung der Entfaltungsmöglichkeiten. Diskriminierung basiert auf Vorurteilen und grenzt einen Menschen aus.
Rassismus und Macht können grauenvolles Ausmaß annehmen. Sie werden zu Antiziganismus, Antisemitismus, Faschismus. Unsere Vergangenheit war geprägt von Rassismus – ein Teil unserer Geschichte trägt seine Handschrift.
Wir leben in einer Zeit, in der dies weiter und weiter in Vergessenheit gerät. In einer Zeit, in der Rassismus wieder an Stärke gewinnt. Rechte Parteien boomen überall in Europa – als Grund sehen viele „die Anderen“.

„Ich bin nicht rassistisch, aber…!“

Bereits im Jahr 2014 waren mehr as 50% der rechtsextremistischen Gewalttaten laut Verfassungsschutz „fremdenfeindlich“ motiviert. Damit wurde seit der Einführung dieser Definition im Jahr 2001 der höchste Stand erreicht – Tendenz weiter steigend. In den letzten beiden Jahren kamen viele Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte hinzu.
Rassismus begegnet uns häufiger im Alltag, als uns lieb wäre und oft nehmen wir diesen Alltagsrassismus gar nicht mehr als solchen wahr. „Wo kommst Du (ursprünglich) her?“, „Du sprichst aber schon gut Deutsch!“ und sogar „schwarzfahren“ sind geprägt von Rassismus, obwohl jeder von uns diese Phrasen ohne Bedenken nutzen würde.
Es gibt kein „Aber…“, es gibt kein „ein bisschen rassistisch“. ABER: Rassismus fängt im Kopf an. Die Medien berichteten einige Male über Bürger mit Migrationshintergrund, die gegen Polizisten wetterten. Sie beschimpften diese als rassistisch, weil sie „Ausländer festnehmen“ wollten. Die Trennung zwischen „Wir“ und „die Anderen“ kann andersrum genau so gemacht werden. 100% Menschenwürde bedeutet auch 100% Gleichberechtigung. Im sozialen Umfeld, im Beruf, aber auch vor dem Recht.
Beitrag zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus (13. März bis 26. März 2017).
 
 


Quelle: internationale-woche-gegen-rassismus.de


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