Die 3 schlimmsten Unglücke der Luftfahrt

Das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel weltweit. Oder?

Stürzt ein Flugzeug ab, hört man dies überall in den Nachrichten. Psychologen wissen warum: Bei einem Flugzeugabsturz sterben viele Menschen auf einmal. Trotzdem ist Statistiken zufolge das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel der Welt. Das gefährlichste Verkehrsmittel ist einer Studie zufolge das Motorrad mit 53 Toten pro Milliarden Personenkilometern. Weit dahinter das Auto mit 2,9 Toten, die Straßenbahn mit 0,16, die Bahn mit 0,04 Toten. Die Spitze der Statistik bildet das Flugzeug mit 0,003 Toten pro Milliarden Personenkilometern.
Das liegt wie gesagt zum einen an der hohen Personenanzahl, zum anderen an den viel längeren Strecken, die dieses Verkehrsmittel zurücklegt. Auch die geringe Menge anderer Verkehrsteilnehmer im Luftraum könnte zu diesem Ergebnis beitragen.
Dennoch ist ein Unfall in der Luftfahrt meist am schlimmsten. Einige von ihnen wirkten sich gravierend auf die Luftfahrt aus.

25. Juli 2000 – Paris, Frankreich

Die „Königin der Lüfte“, die Concorde, war ein Überschallflugzeug. In 3,5 Stunden und für rund 5.000 Dollar pro Ticket konnte man beispielsweise von Paris nach New York fliegen. Am 25. Juli 2000 kam es zu einem Unglück, bei dem 109 Menschen starben.
Bereits während des Startvorganges auf dem Pariser Charles-De-Gaulle-Flughafen meldete der Tower: „4590, Sie haben Flammen!“ Zum Abbrechen des Startvorganges war es jedoch bereits zu spät, das Flugzeug war zu schnell und wäre beim Abbruch des Starts über die Rollbahn hinaus in ein Gebäude gerollt. Der Plan: Eine Notlandung auf dem nahen Flughafen Le Bourget.

Grund für das Feuer an einem der vier Triebwerke war ein Metallteil, das ein vorher gestartetes Flugzeug verloren hatte. Die übrigen drei Triebwerke reichten nicht aus, um den Steigflug fortzusetzen. Die Concorde schlug in ein Hotel ein.

Die Fluggesellschaft AirFrance stellte den Luftverkehr mit der Concorde umgehend ein, BritishAirways flog noch bis ins Jahr 2003 mit den Maschinen. Nach 27 Jahren endete die Ära des zivilen Überschallflugs.
Obwohl der Absturz der Concorde sich gravierend auf die Luftfahrt auswirkte, taucht er nicht einmal in der Liste der 5 schlimmsten Unglücke der Luftfahrt auf.

18. März 2014 – Indischer Ozean

Malaysia Air Flug MH370. Nach einem gewöhnlichen Start verschwindet das Flugzeug mitten über dem Indischen Ozean von den Radarschirmen, der Funkkontakt bricht ab. Tagen, Wochen, Monate vergingen während der Suche nach der Maschine samt Insassen. Die Hoffnung, die Insassen lebend zu finden, sank mit jeder Stunde. Der malaysische Premierminister erklärte später, dass das Flugzeug vom Kurs abgebracht wurde und dann in südlichen Indischen Ozean stürzte. 239 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Erst im Juli 2015 wird ein Wrackteil angespült, das nachweislich Teil des Fluges MH370 war.

17. Juli 2014 – Ukraine

Nur wenige Monate später geriet der Name der Malaysia Air-Fluggesellschaft wieder in die Schlagzeilen. Die Boeing mit der Flugnummer MH17 befindet sich auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur, als es über der Ukraine von einer Rakete getroffen wird. Die Rakete soll russischer Herkunft gewesen sein. Alle 298 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben. Damit gehört der Absturz zu den 10 schlimmsten Unglücken der Luftfahrt.
24. März 2015 – Französische Alpen
 
German Wings Flug 4U 9525 befand sich auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf als der Copilot Andreas Lubitz sich dazu entschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Als er allein im Cockpit war, verließ er die planmäßige Reiseflughöhe und steuerte das Flugzeug im Sinkflug in die französischen Alpen. Alle 150 Insassen kamen ums Leben. (→mehr dazu)

Platz 3: 12. August 1985 – Japan

Die Boeing 747 der Japan Airline mit der Flugnummer JA8119 war auf dem Weg von Tokio nach
Osaka. Bei dem Inlandsflug kam es zu einer Explosion, wodurch das Flugzeug manövrierunfähig wurde. Das Flugzeug prallte gegen einen Berg. Von den 524 Insassen kamen 520 ums Leben. Wie durch ein Wunder überlebten vier Menschen das Unglück. Der für die Wartung des Flugzeuges zuständige Boeing-Mitarbeiter beging nach dem Absturz Suizid.

Platz 2: 27. März 1977 – Teneriffa

An diesem Tag herrschte dichter Nebel über Teneriffa und die missverständliche Kommunikation zwischen Tower und den Flügen PH-BUF und N736PA führte zu einer der schlimmsten Katastrophen der Luftfahrt. Die eine Boeing 747 erhielt Startfreigabe, während die andere 747 die Landebahn noch nicht verlassen hatte. Der startende Flug N736PA hatte ungeplant eine Zwischenlandung auf Teneriffa eingelegt und war eigentlich auf dem Weg nach Gran Canaria. Durch die Kollision stürzte die Maschine auf die Startbahn zurück, es überlebten 61 Menschen das Unglück. Alle Passagiere der gelandeten Maschine kamen ums Leben. Insgesamt kostete das Unglück 583 Menschen das Leben, woraufhin Funkbefehle in der Luftfahrt intenational standardisiert wurden.

Platz 1: 11. September 2001 – USA

Am 11. September kommt es zum schlimmsten Unglück der Luftfahrt. Terroristen entführen Flugzeuge, die über die Vereinigten Staaten fliegen, steuern diese ins World Trade-Center und ins Pentagon. Geplant ist zudem ein Anschlag auf das Weiße Haus in Washington DC, das Flugzeug stürzt jedoch nahe Pittsburgh ab, als die Passagiere versuchen, die Kontrolle über das Flugzeug zurück zu erlangen.
Terroristen der Organisation al-Qaida entführten die American Airline Flüge AA-11 und AA-77, sowie die Flüge der United Airline UA-175 und UA-93. Bei den Anschlägen kommen insgesamt mehr als 3.000 Menschen ums Leben – ein schwarzer Tag in der Geschichte der USA und der Luftfahrt.
Infolge der Anschläge wurden die internationalen Sicherheitsvorkehrungen im Flugverkehr verschärft. Verstärkte Cockpit-Türen, bewaffnete „Air Marshalls“, biometrische Passkontrollen, verschärfte Personenkontrollen mit Scans und Durchleuchtung des Gepäcks waren die Folgen.
Quellen: airliners.de, diepresse.de, welt.de, aerosecure.de

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