Hallo, Gran Canaria!

Wie wäre es mit Sommerurlaub auf Gran Canaria? Wohnen, wo andere Urlaub machen: Sandras Gran Canaria Tipps.

Gran Canaria lockt jährlich circa 2,8 Millionen Besuchern an. Ich habe das Glück seit fast acht Jahren auf dieser Insel wohnen zu können und möchte heute mit euch ein paar Insidertipps und Sehenswürdigkeiten teilen, die ihr bei einem Besuch nicht verpassen solltet.

Die Entstehungsgeschichte

Bevor ich nun zu den sehenswerten Dingen komme, hier erstmal ein wenig Wissen. Wie alle kanarischen Inseln, ist auch Gran Canaria vulkanischen Ursprungs. Vor mehr als 36 Millionen Jahren setzten submarine Eruptionen ein, wodurch über Millionen Jahre hinweg langsam die Inseln entstanden. So kann man auf allen Inseln auch deutlich Vulkangestein erkennen, besonders ist hierfür aber Lanzarote bekannt. Aber du brauchst keine Angst haben, ein Vulkanausbruch ist auf Gran Canaria unwahrscheinlich, da es nur bereits erloschene Vulkane hier gibt. Anders sieht es hier auf La Palma und El Hierro aus, auch wenn hier keine aktuelle Gefahr besteht.

Im Januar 2017 konnte Gran Canaria eine Einwohnerzahl von 845.195 Menschen verzeichnen. Gut 10.000 dieser Einwohner sind ausgewanderte Deutsche.

Typisch Urlaub oder Land & Leute kennenlernen?

Ich gehöre zu den Menschen, die gerne mittendrin bei den Einheimischen und deren Kultur sind. Nicht nur hier auf der Insel, sondern auch, wenn ich Urlaub mache. Typischerweise zieht es den normalen Urlauber in den Süden. Immerhin ist hier die wahrscheinlich für strahlenden Sonnenschein und warme Temperaturen am höchsten. Wer es etwas schöner von der Landschaft möchte, dem kann ich nur empfehlen sich im Bereich Meloneras aufzuhalten oder weiter Richtung Westen zu gehen. Zum Beispiel Amadores oder Playa de Mogán. Gerade Meloneras ist etwas teurer, aber Playa dél Ingles ist schon irgendwie etwas Plattenbau. Alt und zweckmäßig aber schön ist etwas anderes. Wer die Insel erkunden will und eh nur im Zimmer schlafen möchte, der sollte darauf achten nicht in die Nähe eines Shoppingscenters zu kommen. Ruhe ist dann eher nicht vorhanden. Der Norden der Insel ist im Gegensatz zum Süden eine andere Klimazone, hier kann es doch öfter mal Regnen und auch die Temperaturen sind meist niedriger als im Süden. Im Hochsommer kann dies aber durchaus ein Vorteil sein. In der Hauptstadt und in die Berge rein kannst du die echte kanarische Kultur und Bewohner kennenlernen.

Gesund und lecker Essen

Wie du vielleicht erahnen kannst, bin ich eher ein Fan vom Norden der Insel. Auch kulinarisch finde ich die einheimischen Läden besser. Mal davon abgesehen, dass allgemein Geschäfte und Restaurants im Süden teurer als woanders sind, finde ich auch, dass das Essen im Süden gerne Glückssache ist. Vor allem an Zeiten wo viel los im Restaurant ist, habe ich schlechte Erfahrungen mit der Qualität gemacht. Mittlerweile gibt es einige vegetarische und vegane Gerichte in vielen Restaurants. Aber auch reine Veggie Restaurants werden immer mehr.

Restauranttipps auf Gran Canaria

Ein Restaurant etwas abseits gelegen mit typisch kanarischen Gerichten und sehr gutem Steak. Das Restaurant ist abends meist sehr gut gefüllt. Man fühlt sich hier wie in einem großen Garten, da alles offen und mit viel Grün umgeben ist.

Das Allende 22 gibt es in Las Palmas als auch neu in Playa dél Ingles. Es sieht von außen etwas schicker und teurer aus, aber die Preise sind völlig in Ordnung. Das Essen ist unglaublich gut und definitiv einen Besuch wert. Schaut am besten vor 21 Uhr vorbei und/ oder reserviert einen Tisch. Ansonsten sind lange Wartezeiten vorprogrammiert.

Wer Lust auf indisch hat sollte ins Samsara gehen. Dieses findet man in Meloneras in der Nähe des Leuchtturms. Ich würde auch hier empfehlen einen Tisch zu bestellen, da das Restaurant sehr häufig  ausgebucht ist.

Ein recht neues kleines Restaurant in Vecindario mit veganen Optionen. Zwar ist das Geschäft recht klein aber ich mag es eh lieber kleiner. Das Essen ist super und auch die Besitzer sind sehr freundlich. Wir hatten Seitán Kebab, wobei der Seitán am morgen frisch selbst zubereitet wurde. Sehr gut!

Mein absolutes Lieblingsrestaurant auf der Insel. Komplett vegan, tolle Dekoration und sehr nette Mitarbeiter. Alles wird frisch zubereitet und man ist gut gesättigt.

Hier gibt es typisch kanarisches Essen in einer Höhle. Der Weg ist etwas weiter und führt einen durch das Guayadeque Tal den Berg hinauf. Definitiv einen Besuch wert, wenn man mal etwas anderes sehen möchte. An dem Berg gibt es auch kleine Höhlen Wohnungen, die man mieten kann.

Sehenswürdigkeiten

Auch wenn die Insel gar nicht so groß ist, gibt es doch einiges zu sehen und zu erleben. Ich habe hier fünf Dinge, die du nicht verpassen solltest.

 

Dünen in Maspalomas

Fangen wir mal ganz typisch an: Die Dünen in Maspalomas. Besonders schön sind die Dünen zum Sonnenauf- und -untergang. Im Winter geht die Sonne sogar am Leuchtturm im Wasser unter. Wenn du es etwas sportlich magst, dann wander doch einmal quer durch die Dünen, das gibt am nächsten Tag gut Muskelkater, wenn du nicht geübt bist. Aber auch wenn du nicht wandern willst, klettere einmal auf die höchste Düne, die du sehen kannst und genieße den Ausblick.

 

Tapas Night in Las Palmas

Die Tapas Night findet jeden Donnerstag statt. Nicht nur in Las Palmas kannst du hier verschiedene Tapas probieren. Das sind kleine Häppchen, die sehr häufig auf einer Scheibe Weißbrot gereicht werden. Dazu gibt es ein immer ein kleines Getränk. Pro Tapa und Getränk zahlst du zwischen 2€ und 3€. Ich empfehle dir für die Tapas Night nach Las Palmas zu fahren. Ab 20 Uhr geht es in der Altstadt los. So siehst du auch direkt die schönen alten Häuser dort. Von den Hotels aus kann man auch häufig eine Tour dahin buchen. Denk aber daran das hier selten deutsch gesprochen wird 😉

Der Norden und die Berge

Wenn du etwas mehr sehen willst, dann miete dir unbedingt für einen Tag ein Auto und erkunde die Insel. Fahre Richtung Norden und dann ab in die Berge. Du wirst an vielen tollen Orten vorbeikommen und jede Menge wundervolle Natur genießen können.  Je höher du in die Berge kommst, umso mehr verändert sich auch die Landschaft. Wo unten Palmen stehen und die Sonne den Sand erhitzt, findest du oben Nadelwälder, und wenn es nicht gerade Hochsommer ist, kann es hier oben deutlich kühler sein. So hatten wir einmal 30° Grad am Strand und oben in den Bergen waren 6° Grad und Nebel. Eine Jacke oder einen Pullover dabei zu haben, schadet auf jeden Fall nicht.

Rumfabrik in Arucas

Es gibt zwei typische alkoholische Getränke auf den Kanaren. Zum einen das Bier Tropical (welches aus Teneriffa kommt) und zum anderen Arehucas, der Rum. Dieser wird auf Gran Canaria hergestellt und du kannst die Rumfabrik besuchen und auch probieren. Bevor du aber zum Probieren kommst, wirst du durch die Anlage geführt, in der jede Menge Rumfässer lagern. Dazu erfährst du jede Menge über die Herstellung und die Anlage an sich und kommst dann zum Schluss in den Probierraum. Hier kannst du jede Sorte testen, die im Angebot ist. Und vor allem auch Sorten, die es nur dort zu kaufen gibt. Ich empfehle dir vorher gut zu frühstücken, die Rumfabrik ist nur unter der Woche von 10-13 Uhr besichtbar.

Kanarischer Kaffee

Die letzte Empfehlung betrifft die einzige Kaffeeplantage, die es in Europa gibt. Die Finca Los Castaños. Ganz ehrlich, bis gestern wusste ich dies auch noch nicht. Der Besuch steht also bei mir kurz davor. Von Bekannten weiß ich aber, dass es den Kaffee auch nur dort vor Ort zu kaufen gibt und er einen schön kräftigen, aromatischen Geschmack hat. Eventuell muss hier ein Termin vorab vereinbart werden, am besten auch mal direkt im Hotel nachfragen. Sobald ich die Plantage besucht habe, werde ich dazu ein Update geben.

Shopping

Zum Abschluss noch ein paar gute Shoppingmöglichkeiten. Auf den Kanaren haben wir eine Mehrwertsteuer von nur 7% und es gibt keine so hohen Sondersteuern. Das macht vieles deutlich günstiger (zum Beispiel Benzin, Alkohol und Zigaretten). Aber auch Parfüm und Kleidung kann hier deutlich günstiger als in Deutschland gekauft werden. Am besten du hältst dir etwas Platz im Koffer bereit. Wenn du einkaufen willst, dann raus aus dem Süden. Dort sind die Preise dann doch sehr an den Tourismus angepasst. Gute Möglichkeiten befinden sich direkt an der Autobahn und sind auch mit dem Bus erreichbar. Ein kleineres Einkaufszentrum ist das C.C. Atlantico in Vecindario.

Weiter nördlich sind dann direkt zwei große: Das Las Terrazas und das El Mirador. Ersteres ist ein Outlet mit einigen Geschäften, wobei ich hier meist nur in drei oder vier gehe. Interessanter ist dann das El Mirador. Hier findest du wirklich alle möglichen Geschäfte. In Las Palmas gibt es das Las Arenas oder weiter westlich das Siete Palmas. Je nachdem wo du dich auf der Insel gerade aufhältst. Alle anzusteuern bringt wenig, da die meisten Geschäfte in allen größeren Zentren vertreten sind. Verfalle aber nicht in einen Kaufrausch, vor allem zu den Rebajas (Schlussverkauf) gibt es sehr günstige Preise, bei denen man gerne Dinge kauft, die man überhaupt nicht braucht.

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick abseits vom Tourismus geben und du bekommst nun auch Lust diese tolle Insel zu besuchen.

Über Sandra

Sandra lebt seit über 7 Jahren auf Gran Canaria und hat hier ihre Leidenschaft für gesunde Ernährung entdeckt. Momentan steckt sie in der Ausbildung zur Ernährungsberaterin und bringt durch eigene Intoleranzen auch hier Erfahrungen mit. Dabei hat sie gelernt, dass auch der Kopf eine große Rolle spielt und so postet sie auf ihrem Blog nicht nur leckere Rezepte, sondern befasst sich auch mit Selbstliebe, Minimalismus und Nachhaltigkeit. Einfach rundum glücklicher.

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1 Gedanke zu „Hallo, Gran Canaria!

  1. Bis nach Gran Canaria hat es uns noch nicht gezogen, aber in Spanien waren wir vor ein paar Tagen, besser gesagt in Barcelona und in einigen kleineren, weniger bekannten Orten! Auf jeden Fall scheint die Insel ein interessanter Urlaubsort zu sein 🙂 Schöner Beitrag!

    Liebe Grüße
    Jana

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