Woher stammt der Brauch mit dem Adventskalender?

Der Adventskalender ist Tradition und versüßt uns seit jeher die letzten 24 Tage bis Weihnachten. Doch woher stammt diese Tradition?

 

Draußen ist es dunkel und kalt, Lichterketten und leuchtende Pyramiden beleuchten die Fenster, der Atem gefriert und die Straße glitzert. Seit jeher versüßen Adventskalender uns die Vorweihnachtszeit zusätzlich jeden Morgen im Dezember und insbesondere Kinder erfreuen sich der Süßigkeiten. Doch mittlerweile gibt es auch Adventskalender mit Cremes, Parfüm, Chips, Rubbellosen und andere, für Erwachsene gedachte Kalender mit 24 Türchen.

Woher stammt der Brauch des Adventskalenders?

Dass anfangs nicht einmal Schokolade in den Adventskalendern war, wissen dabei die wenigsten. Der Brauch stammt aus Deutschland und entwickelte sich etwa um 1900. Die ersten Adventskalender bestanden etwa aus Kreidestrichen an der Wand, von denen jeden Tag bis Heiligabend ein Strich weggewischt wurde. Wer künstlerisch begabter war, malte jeden Tag bis Weihnachten ein Bild und hing dieses an die Wand.

Davon inspiriert ging 1902 der erste Adventskalender in den Druck. Er enthielt prächtige Bildchen, die man ausschneiden und an die Wand hängen konnte. Türchen bekam der Adventskalender erst 18 Jahre später. 1920 erhöhte man die Vorfreude, indem man zunächst versteckte, was einem am nächsten Tag überraschen würde.

 

Warum gab es zwischenzeitlich keine Adventskalender mehr?

 

Etwa 1930 – Deutschland stürzte in die Wirtschaftskrise – Papier wurde teuer, dann ging es in den Krieg und Papier wurde Mangelware. Niemand stellte in dieser Zeit noch Adventskalender her, um Papier zu sparen. Das NS-Regime verbot zudem das Abdrucken von kleine, überwiegend christlich geprägten Bildchen.

Nach dem Krieg erlebte der Adventskalender erneut einen Aufschwung. Fünf Jahre Krieg trugen dazu bei, dass immer mehr in der Vorweihnachtszeit die bunten Bildchen haben wollten. Der Sellmer-Verlag sicherte sich die Rechte und produzierte die Bilder-Kalender nun serienweise – für Erwachsene mit christlichen Motiven, für Kinder mit bunten Bildchen wie Eichhörnchen, Lokomotiven und Sternen.

 

Wann kam die Schokolade in den Adventskalender?

 

1958 fand sich das erste Schokoladenstück im Kalender wieder. Süßigkeiten gab es darin jedoch schon vorher. Gerhard Lang, der als Erfinder des Kalenders gilt, bekam von seiner Mutter 24 Gebäckstücke auf ein Stück Karton. Seitdem entwickelte sich der Adventskalender immer weiter – in den handelsüblichen Adventskalendern mit Schokolade ist jedoch eine alte Tradition erhalten geblieben: Hinter der Schokolade versteckt sich oftmals noch das kleine Bildchen, das manchmal sogar die Form des Schokoladenstücks prägt.

Inzwischen gibt es nicht mehr nur Kalender mit Bildchen und Schokolade, sondern auch mit Markensüßigkeiten wie M&Ms, Mars und Kinder Schokobons, aber auch Adventskalender mit kleinen Geschenken oder Kosmetikartikeln.

 

 

Die fünf ausgefallensten Adventskalender:

Der Salz-Kalender

Wer träumt nicht davon? 24 Türchen – 24 mal Salz. Von Alpensalz über Dänisches Räuchersalz bis hin zum edlen Inka-Salz und schwarzem Hawaiisalz. Beim Salz-Adventskalender ist für jeden Küchenchef etwas dabei. Gibt’s übrigens auch in den Variationen Pfeffer und Salz/Pfeffer und gefunden habe ich diesen Kalender hier.

 

Der Frühstücks-Kalender

Probiergrößen wie vom Hotel-Buffet: Der Frühstückskalender enthält Butter, Marmelade, Honig und jeden Tag eine andere Kleinigkeit für die wichtigste Mahlzeit des Tages.

 

Der DDR-Kalender

„Ostprodukte“ haben Kultcharakter. Diese findet man im DDR-Kalender wieder. Kondome, Handcremes und das ostdeutsche Ampelmännchen – sie alle findet man in diesem Kalender wieder.

 

Der Gourmet-Kalender

Vegan, bio und leider ausverkauft: Der Gourmet-Kalender mit Matcha-Tee, veganer Mayo und vielen anderen, vermutlich leckeren Sachen lassen Besitzern in der Vorweihnachtszeit das Wasser im Mund zusammenlaufen.

 

Der Bier-Kalender

Prost! Im Bier-Kalender gibt es 24 Biere aus Deutschland und ein kostenloses Glas für die tägliche, vorweihnachtliche Bierverkostung.

 

Klassisch oder modern? Welcher Weihnachtskalender ist bei euch zu Hause gelandet?

Ich setze auf klassisch, mit Schokolade und niedlichen Bildchen, über die ich mich beim Öffnen freue. Aufgehängt werden diese bei mir jedoch nicht.


Hamburger Weihnachtsmarkt-Guide – Mein Gastbeitrag zum Blog-Adventskalender bei fausba.de

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1 Gedanke zu „Woher stammt der Brauch mit dem Adventskalender?

  1. Schön, dass es wieder funktioniert 😉 Wir öffnen zur Zeit 3 verschiedene Adventskalender! Als Kind hatte ich meist welche mit einem kleinen Schokoladenstück drin. Dann lange Zeit keinen bis meine Tochter auf die Welt kam. Für sie hatte ich dann immer Barbie- oder Playmobil-Kalender gekauft, sogar mal einen mit einer Holzkrippe und kleinen Figuren drin! Die stellen wir sogar heutzutage noch auf, weil sie wirklich schön sind! Und in diesem Jahr öffnen wir Adventskalender von Brandnooz und Yankee Candles – mit Lebensmitteln und Naschereien und Duftkerzen drin. Und ein Kalender für unsere Katze Maya darf auch nicht fehlen, sie bekommt seit Jahren einen von Trixie mit kleinen Leckereien. Ich finde, die Adventskalender-Industrie lässt sich auch immer ausgefallenere Kalender einfallen! Eine Patientin von mir hat einen „I love Dackel“ Kalender für ihren Hund und für sich selbst einen mit Öl- und Essigproben 😉 Den Salzkalender, den du vorgestellt hast, fand ich aber auch interessant 😉

    Liebe Grüße
    Jana

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