Was bringen eigentlich Nahrungsergänzungsmittel?

Können Fatburner, Mindbooster und Co wirklich, was sie versprechen, oder sind Nahrungsergänzungsmittel heiße Luft in Kapseln?

Ob zur Ergänzung einer nährstoffreichen Ernährung, als Fatburner oder für bessere Konzentration – Nahrungsergänzungsmitteln wird allerhand zugetraut. Der Markt boomt – Nahrungsergänzungsmittel gibt es in jeder Drogerie und sogar im Internet – mehr Angebot als man überblicken kann. Können sie wirklich, was sie versprechen, oder haben sie womöglich sogar gefährliche Nebenwirkungen?

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Da es viele unterschiedliche Mittel gibt, die allesamt unterschiedliche Inhalts- und Wirkstoffe haben, lässt sich das oft nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich dienen Nahrungsergänzungsmittel jedoch zur Ergänzung der Nahrung mit Nähr- und Wirkstoffen.

Da Nahrungsergänzungsmittel meist in Form von Tabletten, Pillen oder Kapseln verkauft werden, hält man sie fälschlicherweise häufig für Medikamente. Da die Inhaltsstoffe nicht immer rein natürlich sind, bewegen sich Nahrungsergänzungsmittel nahe an der Grenze zwischen Medikament und Lebensmittel.

Sie gelten jedoch als Lebensmittel. Anders als Arzneimittel müssen sie also nicht auf ihre Wirksamkeit geprüft und zugelassen, sondern lediglich als Lebensmittel registriert werden. Für die Sicherheit der Produkte sind also die Hersteller verantwortlich.

Wie wirken Nahrungsergänzungsmittel?

Das ist ganz unterschiedlich. Und zwar, weil viele eine ganz unterschiedliche Wirkung erzielen wollen. Während einige von ihnen lediglich der Zufuhr von bestimmten Nährstoffen wie Eisen oder Magnesium dienen, versprechen andere, die Fettverbrennung anzukurbeln oder die Konzentration zu steigern. Diesbezüglich wirken einige mit Stoffen wie Koffein oder Thaurin, andere mit Traubenzucker, was die Leistung zwar kurzfristig steigert, aber keine langfristigen Effekte erzielt. Im Gegenteil: Sobald die Wirkung nachlässt, fällt man eher in ein noch tieferes Loch, sodass die Konzentration zunehmend schwerfällt.

Fatburner beinhalten zum einen Stoffe, die den Stoffwechsel anregen, um so die Fettverbrennung anzukurbeln, zum anderen beinhalten sie aber auch Stoffe, die den Appetit bändigen, um zu verhindern, dass wir uns neue Reserven anfressen.

Die klassischen Magnesium-, Eisen- oder Vitaminpillen führen die entsprechenden Stoffe einfach unserem Stoffwechsel hinzu. Eine Liste der häufigsten und typischsten Nährstoffe von Nahrungsergänzungsmitteln findest du hier (externer Link).

Haben Nahrungsergänzungsmittel eine positive Wirkung?

Die Verbraucherzentrale und das Bundesinstitut für Risikobewertung sind sich einig, dass die meisten Nahrungsergänzungsmittel keine Wirkung haben, wenn man sich „normal“ ernährt. Lediglich bei einem konkreten Nährstoffmangel können die Nahrungsergänzungsmittel einen positiven Effekt aufweisen.

64%
sind überdosiert

Das macht durchaus Sinn, denn mit einer normalen Ernährung tricksen wir die Nahrungsergänzungsmittel aus. Sollen sie uns zum Beispiel mit Energie versorgen, wir ernähren uns aber normal weiter, nimmt der Körper die Energie weiterhin aus dem Zucker, den wir zu uns nehmen. Denn Energie aus Zucker ist für unseren Körper schneller zugänglich, als die Gewinnung von Energie aus körpereigenen Fettreserven.

Fakt ist jedoch, dass die Mittel aufgrund ihrer verschiedenen Inhaltsstoffe ganz unterschiedlich wirken können. Zudem gibt es verschiedene Studien, die sich zumindest positiv über die Wirkungsweise einzelner Inhaltsstoffe bei Nahrungsergänzungsmitteln äußern. Ob ein bestimmtes Mittel jedoch genau den positiven Effekt aufweist, den es verspricht, ist meist nicht getestet worden. Die Verbraucherzentrale warnt sogar davor, dass die Dosis einzelner Inhaltsstoffe in den Kapseln viel zu hoch ist.

Letztendlich handelt es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln jedoch auch nur um Lebensmittel. Und obwohl sie nicht verschreibungspflichtig sind, rät die Verbraucherzentrale, Rücksprache mit dem Arzt zu halten und nach möglichen Alternativen zu suchen. Es bleibt also jedem selbst überlassen, ob er den Versprechen auf den Verpackungen oder in Internetforen glaubt. Im Zweifel: Versuch macht klug. Vorsicht ist jedoch bei Bestellungen aus dem Ausland geboten: Die Produkte unterliegen nicht der Überprüfung der Nahrungsmittel in Deutschland und können deshalb sogar gesundheitsschädlich sein.

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