Was wäre, wenn… es keine Werbung gäbe?

Was wäre, wenn es auf der Welt keine Werbung gäbe?

Betrachten wir „Werbung“ einmal etymologisch, so kann es laut Wörterbuch der Deutschen Sprache mehrere Bedeutungen haben:

a) das Gewinnen, Werben

– das Bemühen, die Gunst einer Person zu erringen: „seine Werbung um die Tochter des Grafen, wurde von ihren Eltern abgelehnt“

b) bewusste, gezielte Beeinflussung von Menschen, um ihr Interesse für bestimmte Waren oder Dienstleistungen zu erlangen

– entsprechend der Bedeutung von „werben“: die Werbung neuer Abonnenten (zum Beispiel für meinen Newsletter)

Während die erste Bedeutung insbesondere im 17. Jahrhundert ihr Hoch hatte, finden wir die zweite Bedeutung seit Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt vor. Egal, ob Fernsehwerbung, Werbung im Kino, Anzeigen im Internet und den Sozialen Netzwerken, Werbeplatzierungen in Videos, Werbung in Radio oder Zeitschriften – sie ist aus dem Alltag gar nicht mehr wegzudenken. Eigentlich traurig, oder?

Die traurige Seite der Werbung

Wie bereits die Definition zeigt, folgt Werbung in der Regel dem Zweck, uns etwas zu verkaufen. Das Ziel: Wir finden etwas so interessant, das wir es haben wollen. Bei Lebensmittelwerbung im Fernsehen könnte das zum Beispiel so aussehen, dass wir uns im Supermarkt an den Werbespot erinnern, wenn wir das Produkt sehen. Es gilt also: Je ausgefallener der Werbespot, desto eher bleibt er im Gedächtnis. Doch braucht es dafür einen ausgefallenen Werbespot?

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Wie ihr sehen könnt, belegt Werbung einen wahnsinnig großen Teil in unserem Gedächtnis – wäre doch Vokabellernen genau so einfach. Im Grunde ist das ja unnützes Wissen. Was bringt es uns, dass Schwäbisch-Hall mit dem Slogan „Auf diese Steine können Sie bauen“ wirbt?

Werbung nervt! Da sind sich wohl die meisten von uns einig. Werbeunterbrechungen, wenn es im Fernsehen gerade spannend wird oder aufploppende Fenster beim Surfen, wo das „X“ zum Schließen nur eine Attrappe ist… Stellt euch doch einmal vor, blinkende Banner und Werbespots mit schrecklichem Dialekt – *hust* Seitenbacher *hust* – gäbe es nicht mehr. Endlich hätten wir in unserem Gehirn so viel Platz für die wirklich wichtigen Dinge, könnten im Internet surfen, ohne dass uns nervige Werbung behindert… Wie schön das wäre… Oder?

 

Das Geschäft mit dem Werben

Stellen wir uns doch einmal vor, es gäbe keine Werbung mehr: Keine Pop-ups, vor denen und AdBlocker schützen könnten und keine Spammails, für die wir Spamfilter brauchten. Wir hätten vielleicht nie in der spanischen Lotterie gewonnen, würden nicht von Fußpilz und Penisvergrößerungen lesen… Und plötzlich würde niemand mehr Geld mit AdBlockern und Spamfiltern verdienen.

mohamed_hassan / Pixabay

Niemand möchte wirklich Werbung sehen. Niemand interessiert sich für die Spots, die vor dem Film im Kino laufen, bei Werbeunterbrechungen im Fernsehen schalten wir weg oder nutzen sie als Pipi-Pause. Zudem verlagert sich der Schwerpunkt der Werbebranche immer mehr ins Internet: Wer bucht heutzutage noch Werbeflächen in Zeitschriften, wenn er vermutlich übers Internet viel mehr Kunden erreichen kann? Ein Problem, das auch die Werbeagenturen zu spüren kriegen.

Die Werbeagentur Jacoby & Springer gehörte bis 2010 zu den größten Agenturen Deutschlands, musste jedoch 2010 Insolvenz anmelden. Der Beginn einer Krise für die Werbebranche. Die Welt beruht auf Entwicklung und Innovation – das ist an dieser Stelle erwähnenswert, weil Deutschland seit Jahren von einer Großen Koalition regiert wird, in der Entwicklung eher durch Stillstand ersetzt wird.

Die Werbung hingegen weiß darum – meistens zumindest. Werbung wird attraktiver, aggressiver und personalisierter… Das Nutzungsverhalten der Internetnutzer wird analysiert und dient schließlich der Optimierung der Werbeanzeigen im Internet. Doch diese maßgeschneiderte Werbung geißelt sich selbst: Viele Nutzen fühlen sich ausspioniert – BigBrother is watching you. „Jeder zweite lehnt personalisierte Werbung ab!“, zeigt eine Studie der Fittkau & Maaß Consulting GmbH.

 

Wenn die Welt ohne Werbung wäre…

Um einmal bei der Nutzung des Internets zu bleiben: Fehlt die Werbung, verkürzen sich die Ladezeiten von Webseiten. Das freut insbesondere diejenigen, die keine Flatrate, sondern nur begrenztes Datenvolumen haben. Klingt super, doch könnte es die vielen kostenlosen Angebote im Internet überhaupt noch geben? Viele Angebote im Netz sind nur kostenlos, weil Werbung sie finanziert.

Auch die Fernsehwerbung ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass wir öffentlich-rechtliche Fernsehsender schauen können. Würde diese Finanzierungsmöglichkeit wegfallen, wäre das Fernsehen deutlich teurer. Zudem würden die Pinkelpause während des Fußballspiels, des Blockbusters oder des Lieblingsfilms fehlen – und wer von uns würde schon gern pinkeln gehen, wenn es gerade so richtig spannend wird?!

Auf meinem Blog habe ich mich gegen das Schalten von Werbeanzeigen entschieden. Zwar habe ich schon einige Angebote bekommen, Banner in meinen Blog zu integrieren, ich habe mich jedoch immer dagegen Entschieden. Somit bleiben Produkttest weiterhin die einzigen Werbeinhalte – die jedoch weniger Werbung als viel mehr ein Erfahrungsbericht sind. Warum finanziere ich meinen Blog nicht über Werbung?

Zwar habe ich bereits einige Male Geld mit meinem Blog verdient, indem ich bestimmte Beiträge geschrieben habe, Werbeanzeigen möchte ich jedoch nicht schalten. Sie würde zum einen die Ladezeit verlängern und zum anderen zu einem regelmäßigen Einkommen führen, das ich mit meinem Blog jedoch nicht erwirtschaften möchte. Das Bloggen ist für mich eine Leidenschaft und keine Einnahmequelle. Deshalb wird zumindest die Welt hier auf meinem Blog ohne Werbung bleiben.

Übrigens: Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Was wäre, wenn…„. Mit einem Klick auf den Link findet ihr noch mehr spannende Gedankenexperimente zu einer Welt, in der etwas anders wäre…

 

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Was bringen Nahrungsergänzungsmittel?

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1 Gedanke zu „Was wäre, wenn… es keine Werbung gäbe?

  1. Werbung finde ich meistens ziemlich nervig, aber es gibt auch richtig gut gemachte Werbung, die ich mir gern anschaue oder anhöre! Ohne Werbung wäre ich längst nicht so informiert, was es alles neues auf dem Markt gibt! Ich ertappe mich nämlich meist dabei, dass ich solche Produkte dann auch kaufe und ausprobiere 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

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