And the Oscar 2018 goes to…

Am 04. März wurden die Oscars zum 90. Mal verliehen.

Am 04. März 2018 wurden die Academy Awards – wie die Oscars ganz offiziell heißen – zum 90 Mal verliehen. Erstmals wurden die Oscars am 12. Februar 1929 verliehen. Sie sind der direkte Nachfolger des Photoplay Awards, der zuerst 1921 verliehen wurde und damit als erster Filmpreis der Welt gilt. Wer konnte sich in diesem Jahr eine der begehrten Trophäen sichern?

Der Favorit der Verleihung: The Shape of Water

Mit 13 Nominierungen ist The Shape of Water – Das Flüstern des Wassers der größte Favorit der diesjährigen Verleihungen gewesen. Für 13 Oscars war der Film nominiert – unter anderem als Bester Film und mit Sally Hawkins als Beste Hauptdarstellerin. Im letzten Jahr holte der Favorit La La Land von 14 Nominierungen 6 Oscars. Welche? Meine Übersicht findet ihr hier. So viel sei auch hier verraten: Bester Film wurde La La Land nicht. Nachdem der Film zwar zuerst als Sieger der Kategorie ausgerufen wurde, weil man den Umschlag vertauscht hatte, gewann das Drama Moonlight den Oscar für den Besten Film.

Nominierungen „Bester Film“

Get Out: Der mysteriöse Horrorfilm läuft seit Mai 2017 in den Kinos. Es geht um den ersten Besuch bei den Schwiegereltern – in einem einsamen Landhaus im Grünen…

Dunkirk: Das historische Kriegsdrama lief bereits im Juli 2017 in den Kinos. Britische und alliierte Truppen sind in diesem Film vom Feind eingeschlossen. Sie werden bis ans Meer zurückgedrängt und es beginnt ein auswegsloses Drama mit Thrilleraspekten. Der Film ist insgesamt für acht Oscars nominiert.

Die dunkelste Stunde: Ein historisches Drama, das seit dem 18. Januar in deutschen Kinos läuft. In dem Film begleiten wir Churchill und Großbritannien bei seinen Begegnungen mit Hitler und dem Dritten Reich.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri: Am 25. Januar erschien dieses Kriminaldrama. Nach der Vergewaltigung und dem Mord eines jungen Mädchens fehlt von einem Hauptverdächtigen jede Spur – ein Vater ermittelt auf eigene Faust. Insgesamt sieben Mal taucht der Film unter den Nominierungen auf.

Der seidene Faden: Ein weiteres Drama kam am 01. Februar in die Kinos. Es spielt im London der 1950er Jahre und berichtet von einer Berühmtheit, die sich von einer Affäre in die nächste stürzt.

Shape of Water: In dem Fantasyfilm, der seit dem 15. Februar läuft, freundet sich eine stumme Mitarbeiterin eines Regierungslabors mit einem mysteriösen Fischwesen an.

Die Verlegerin: Der dramatische Thriller erschien am 22. Februar. Meryl Streep übernimmt die Washington Post und wird erste weibliche Zeitungsverlegerin der Vereinigten Staaten – ein Job, der sie in eine moralische Zwickmühle bringt: Denn sie besitzt streng geheime Regierungsinformationen.

Call me by your name: Das Liebesdrama um zwei Homosexuelle Jungs erschien am 01. März in Deutschland. Bei einer zufälligen Begegnung in Italien lernen sich die beiden Jungen kennen, zwischen denen sich schon bald eine Beziehung entwickelt – das Problem: Einer von beiden muss schon bald in seine Heimat – die USA – zurückkehren.

Lady Bird: Der Film erscheint in Deutschland erst am 19. April. In der Komödie geht es um eine 17-Jährige, die aus den Regeln und Rahmen der Gesellschaftsordnung ausbrechen möchte – ausgerechnet während sie ihr letztes Jahr auf einer katholischen Highschool absolviert.

 

And the Oscar goes to…

Bester Film: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers
Bester Hauptdarsteller: Gary Oldman (Die dunkelste Stunde)
Beste Hauptdarstellerin: Frances McDormand (Three Billboards outside Ebbing, Missouri)
Bester Nebendarsteller: Sam Rockwell (Three Billboards outside Ebbing, Missouri)

Beste Nebendarstellerin: Allison Janney (I, Tonya)

Bestes adaptiertes Drehbuch: James Ivory (Call me by your name)
Bestes Originaldrehbuch: Jordan Peele (Get Out)

Beste Regie: Guillermo del Toro (Shape of Water – Das Flüstern des Wassers)
Beste Song:  Remember me (Coco)
Beste Filmmusik: Alexandre Desolat (Shape of Water – Das Flüstern des Wassers)

Bester fremdsprachiger Film: Eine fantastische Frau
Bester Dokumentarfilm: Ikarus
Bester Dokumentar-Kurzfilm: Heaven is a traffic Jam on the 405
Bester animierter Spielfilm: Coco
Bester animierter Kurzfilm: Dear Basketball
Bester Kurzfilm: The Silent Child
Beste Kamera: Roger Deakins (Blade Runner 2049)
Beste visuelle Effekte: Gerd Feuchter, Richard R. Hoover, John Nelson (Blade Runner 2049)
Bestes Kostümdesign: Mark Bridges (Der seidene Faden)
Bester Schnitt: Lee Smith (Dunkirk)
Bester Ton: Mark Weingarten (Dunkirk)
Bestes Szenenbild: Jeffrey A. Melvin, Shane Vieau, Paul D. Austerberry (Shape of Water – Das Flüstern des Wassers)
Bestes Make-Up: Kazuhiro Tsuji, Lucy Sibbick, David Malinowski (Die dunkelste Stunde)
Bester Tonschnitt: Richard King, Alex Gibson (Dunkirk)
Special Achievement Award: Alejandro Gonzalez Inarritu

Fakten zum Oscar

  • Die Trophäe hat sich seit 1929 nicht verändert.
  • Der Oscar wiegt knapp vier Kilogramm und ist 34 Zentimeter hoch.
  • Bis zu Beginn des 2. Weltkrieges war die Trophäe aus Bronze, dann wegen der Metallknappheit aus Gips.
  • Heute ist sie aus massivem Metall, das mit 24-karätigem Gold überzogen ist.
  • Je nach Goldpreis ist die Trophäe dann zwischen 300 und 500 Euro wert.
  • Nach der Panne, bei der im letzten Jahr zuerst ein falscher Film als Gewinner ausgerufen wurde, galten in diesem Jahr besondere Sicherheitsvorschriften.
  • Im Zeichen der „Me Too“-Debatte, wurde zunächst der Oscar selber gelobt: „Und das Beste: Er hat keinen Penis“, stellte der Moderator direkt am Anfang des Abends fest und spielte so auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Gary Weinstein an.
  • Der Academy Award of Merit wird heutzutage nur noch Oscar genannt. Der Ursprung dieses Namens ist jedoch nicht ganz klar. Namensgeber ist demnach entweder, die ehemalige Academy-Direktorin Margaret Herrick, die die Trophäe an ihren Onkel Oscar erinnerte,
  • Marlon Brando, der 1973 für seine Rolle in Der Pate ausgezeichnet wurde, verweigerte die Annahme des Oscars, um gegen die Unterdrückung der Indianer zu protestieren.

 

Lohnt es sich, einen Oscar zu klauen?

Bei der Aftershow-Party der 90. Oscar-Verleihung wurde die gerade erst gewonnene Trophäe von Frances McDormand gestohlen. Zwar konnte der Dieb wenig später gefasst werden, trotzdem wirft dies die Frage auf, ob es sich lohnt, einen Oscar zu stehlen.

Aus finanzieller Sicht lohnt sich das vermutlich nicht. Die Metallstatue ist zwar mit Gold überzogen, das je nach Goldpreis auf einen Wert von mehreren Hundert Euro kommt, man müsste das Gold jedoch erst einmal von der Statue lösen, da man einen Original-Oscar wohl kaum auf legalen Wegen verkaufen könnte – einmal davon abgesehen, dass der Verkauf von Gestohlenen Gegenständen (zumindest hier) sowieso nicht legal stattfinden könnte. Blieben also die illegalen Verkaufsmethoden auf Schwarzmarkt und Co, mit denen man sicher eine Menge Geld einfahren könnte, oder das Lösen der Goldummantelung – meiner Meinung nach zu viel Aufwand für zu wenig Geld.

Wer aber schon immer einmal einen originalen Academy Award in seinem Wohnzimmer stehen haben wollte, könnte ernsthaft über einen Diebstahl nachdenken. Ein Problem gibt es dabei jedoch: Wie erklärt man Familie und Freunden, die den Preis sehen, wo dieser herkommt? Stolz darauf sein, könnte man wohl kaum. Aber immerhin könnte man von sich behaupten, einen Oscar zu haben…

Ist ja auch egal: Der Dieb wurde noch am selben Abend dingfest gemacht und die Schauspielerin konnte ihre Trophäe wieder in Empfang nehmen. Happy End – nicht nur im Film.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.