M wie Meer

Warum weit weg fliegen, wenn das Meer doch so nah ist? Hallo, Kieler Förde!

Als waschechtes Nordlicht liebe ich das Meer. Schließlich lebe ich im Land zwischen den Meeren: Schleswig-Holstein. Zwischen Nord- und Ostsee gelegen ist das nördlichste Bundesland Deutschlands unscheinbar und flach, maritim und ländlich. Nach Hamburg und Dänemark ist es ein Katzensprung und Strände haben wir wie Sand am Meer (*badum tss*). Doch was auf den ersten Blick unscheinbar aussieht, hat doch zumindest ein oder zwei Dinge zu bieten und hinter dem flachen Land verbirgt sich eine lange Geschichte.

Schleswig-Holstein ist glazial geprägt. Das bedeutet, dass die Eiszeiten das Land und seine Oberfläche im Wesentlichen geprägt haben. Dies lässt sich insbesondere im Querschnitt des Landes sehr gut erklären. Im Westen liegt die Nordsee, die über den Nationalpark Wattenmeer ans Schleswig-Holsteinische Festland grenzt. 

Die Landschaftsformen Schleswig-Holsteins

Klicke dich durch die fünf Tabs, um mehr über die Landschaftsformen Schleswig-Holsteins zu erfahren.

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Das Wattenmeer ist ein Nationalpark und somit Heimat von vielen Tieren und Pflanzen. Bei einer Wattwanderung kann man tief in diesen einzigartigen Lebensraum eintauchen und somit einen einzigartigen Naturraum erkunden. 

Zweimal täglich fallen weite Flächen des Wattenmeeres trocken und ermöglichen so die Wattwanderungen. Diese sollte man jedoch nur in Begleitung eines Guides antreten, da die Gezeiten oftmals unterschätzt werden und die Flut schneller zurückkehrt, als erwartet.

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Deiche und Dämme stehen an der Nordseeküste nicht ohne Grund. Die Gezeiten sorgen zyklisch für Ebbe und Flut. Unter bestimmten Bedingungen kommt es sogar zu Sturmfluten. In der Vergangenheit gab es bereits mehrere verheerende Sturmfluten, die das gesamte Küstengebiet überschwemmten und vielen Bauern die Existenz raubten. 

Die regelmäßigen Überschwemmungen führten zur Ausbildung der Marschenlandschaften, die zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands zählen. Die Westküste Schleswig-Holsteins wird deshalb überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

 

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 Die Gletscher haben während der Eiszeit sehr viel Gestein zerstört, unter sich begraben und transportiert. Beim Abschmelzen der Gletscher zum Ende der Eiszeit sind diese Ablagerungen zurückgeblieben. Die Geest ist deshalb von flachem Land und sandigen Böden geprägt.

Die Saale-Eiszeit prägte also das flache Land Schleswig-Holsteins, indem die Gletscher Sedimente, also losgelöstes Gestein, unter, in oder auf sich transportierten und diese mit Abschmelzen zurückblieben.
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Der Osten Schleswig-Holsteins ist geprägt von Hügeln und Seen. Sie sind Teil der sogenannten Moränenlandschaft und damit das deutlichste Überbleibsel der Eiszeiten. Die letzte Eiszeit (Weichsel-Eiszeit), schob Gestein vor sich her und türmte dieses auf, wodurch die Moränen entstanden. 

Die Seen sind Reste der Gletscher, die in einer Senke zurückblieben, als die Gletscher sich zurückzogen. Nach dem Abschmelzen dieser Eisblöcke blieben Seen zurück, die heute – nach mehr als 10.000 Jahren nach der letzten Eiszeit – noch immer vorhanden sind.

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Die Kieler Förde ist – wie die Trave in Lübeck, die Schlei in Schleswig und die Fjorde Norwegens – ebenfalls durch Gletscher entstanden und bildet quasi die „Fahrrinne“ des schweren Gletschereises ab. Die Ostsee ist ein Brackwassermeer, sie beinhaltet also Süßwasser und Salzwasser.

Das abgeschmolzene Gletschereis und der Zufluss durch Flüsse führen Süßwasser ein. Beim Skagerrak trifft die Ostsee nördlich von Dänemark auf die Nordsee und wird von ihr mit Salzwasser gespeist.

Glaziale Landschaften wie die der Kieler Förde machen erst bewusst, welch eine Kraft Wasser (in Form von Eis) haben kann. Ohne die Eiszeiten gäbe es Schleswig-Holstein nicht.

Landeshauptstadt Kiel

Kiel ist die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und mit 247.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes. Damit gehört sie außerdem zu den 30 größten Städten Deutschlands. Obwohl ich hier geboren und aufgewachsen bin, kann man mein Geburtshaus leider nicht besichtigen. Dafür bietet die Stadt zumindest eine Hand voll von Sehenswürdigkeiten.

Der Hauptbahnhof liegt direkt am Wasser. Die Hörn bildet das Ende der Kieler Förde. Sie war einst Teil der Germania-Werft, in der U-Boote für die Weltkriege hergestellt wurden. Zur Wiedervereinigung Deutschlands wurden rund 200 Meter dieser Werftanlage zugeschüttet, was der Hörn ihre heutige, rechteckige Form verlieh.

Kiel hat keine historische Altstadt. Als wichtiger Werftstandort während des Weltkriegs wurde Kiel größtenteils zerbombt. Die Kieler Förde wurde zum größten Schiffsfriedhof der damaligen Zeit.

Kiel ist Touristenziel. Das verdanken wir vorallem der Nähe zum Meer und den Kreuzfahrtschiffen, die hier Halt machen. Im Jahr 2018 laufen insgesamt 32 verschiedene Kreuzfahrtschiffe den Kieler Hafen insgesamt 168 mal an. Hinzu kommen die großen Fährlinien der ColorLine (Kiel-Oslo) und der StenaLine (Kiel-Göteborg), die täglich zwischen den jeweiligen Städten pendeln.

Was du in Kiel gesehen haben solltest...

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Leider ist uns vor einigen Jahren eine Attraktion abhanden gekommen. Denn Kiel beherbergte zwischenzeitlich Deutschlands größtes Grusellabyrinth, das aber inzwischen ins Ruhrgebiet abgewandert ist. Hilft nur eins: Frust-Shopping. Das geht beispielsweise im Sophienhof, einem Shopping-Center, das direkt an den Hauptbahnhof grenzt. Mit Bus oder Zug ist auch der CITTI-Park zu erreichen, der noch ein paar weitere Geschäfte aufweisen kann.

Bei einem gemütlichen Spaziergang an der Hörn kann es schon mal sein, dass man ein wenig warten muss. Nämlich immer dann, wenn ein Fördedampfer oder ein privater Segler die Hörnbrücke passieren möchte. Diese besteht aus drei Gliedern, die dann zusammengefaltet und aufgeklappt werden. Nach einer kleinen Runde um die Hörn kann man fußläufig in die Innenstadt gehen. Hier findet man das Rathaus sowie das Opernhaus am kleinen Kiel gelegen, einem kleinen Gewässer, das dem Ort irgendwie eine gewisse Idylle verleiht. Früher durfte man im Rathaus den Paternoster noch benutzen und konnte so eine Runde drehen, wenn man wollte. Inzwischen dürfen das leider nur noch Angestellte… offiziell…

Nach einem weiteren fünfminütigen Fußmarsch gelangen wir an den Alten Markt und lassen die Einkaufsstraße, die Holstenstraße, hinter uns. Neben der großen Nikolaikirche findet man hier insbesondere Gastronomie und Fachgeschäfte. Übrigens: Durch die Kieler Innenstadt verläuft eine blaue Linie, die euch einmal komplett an allen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt!

Von hier aus kann man ebenfalls zu Fuß weitergehen. Man erreicht so etwa das Schifffahrtsmuseum, eines der wenigen Gebäude, die den Krieg unbeschadet überlebt haben, das Kieler Schloss sowie den Schlosspark und auch das Zoologische Museum. Bei schönem Wetter lohnt zudem ein Spaziergang entlang der Kiellinie – so nennen die Kieler das Hindenburg-Ufer. Hier findet man das Geomar, eines der führenden Forschungsinstitute für Meeresbiologie in Europa. Noch dazu wurde dieses hier in Kiel gegründet. Das Geomar hat ein Seehundbecken. Wenn man Glück hat, kann man die Seehunde draußen beobachten.

Biegen wir hinter dem Aquarium links ab und gehen hoch zur Straße finden wir auf der anderen Straßenseite den Alten Botanischen Garten. Dieser ist nicht allzu stark besucht und deshalb meist ruhig und gemütlich, was ihn zu einem meiner Lieblingsorte in Kiel macht. Der neue Botanische Garten liegt an der Universität, was zu Fuß allerdings etwas weiter ist.

Die Kieler Woche

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Einmal im Jahr wird Kiel, das sich ganzjährig mit dem Titel Sailing City schmückt, zur Weltstadt des Segelsports. Die Kieler Woche findet jedes Jahr in der letzten vollen Juni-Woche statt. Sie ist das größte Segelsport-Event der Welt und das größte Sommerfest im Norden Europas. Rund 3 Millionen Gäste, 300 Konzerte, 3.500 Segler und zahlreiche Marinesoldaten aus den verschiedensten Ländern besuchen jedes Jahr die Kieler Woche. Sie ist damit vermutlich die einzige Woche im Jahr, in der Kiel so bunt, laut und einzigartig wie sonst nie ist. Busse kriegen Fähnchen auf dem Dach, überall werden Flaggen gehisst und Blumenarrangements platziert.

Besondere Highlights sind die Verleihung des Weltwirtschaftspreises, die Windjammerparade, die am letzten Samstag der Kieler Woche stattfindet, das große Feuerwerk zum Ende, sowie die vielen Konzerte von kleinen und großen Stars. In den vergangenen Jahren standen hier unter anderem Max Giesinger, Mark Forster, Lena, Michael Patrick Kelly, Amy McDonald und Milow auf der Bühne. Dieses Jahr wird zum Beispiel Tim Bendzko auftreten.

Der Strand von Laboe

Von Kiel ist es echt nicht weit zum Strand und es gibt viele Strände, die auf ihre eigene Art und Weise schön sind. Falkenstein, Strande oder zum Beispiel Laboe. Laboe bietet viele Ferienhäuser – auch in erster Reihe zum Strand. Die Promenade lädt zum Flanieren ein und am Hafen gibt es ein sehr gutes Fischrestaurant!

Außerdem steht dort das Marine-Ehrenmal, ein beinahe schon monumentaler Turm, um den Gefallenen des Krieges zu gedenken. Auf der anderen Straßenseite kann man sich beim Besichtigen eines alten U-Bootes im selbigen den Kopf stoßen. Anschließend kann man sich bei einem Spaziergang durch die acht Hektar große Dünenlandschaft von Laboe die Beine vertreten.

Wer übrigens nicht mit dem Auto unterwegs ist: Nach Laboe fahren mehrere Buslinien und eine Fähre direkt vom Kieler Bahnhof aus.

Wart ihr schon einmal in Kiel oder Umgebung?

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade Sommer, Sonne, Städtereisen in Deutschland. Renate hat diese Blogparade ins Leben gerufen, um auch den Leuten, die nicht in die Ferne reisen, die Möglichkeit zu geben, schönen Urlaub zu machen.

1 Gedanke zu „M wie Meer

  1. Hallo Kevin,
    vielen Dank für deine Teilnahme an meiner Blogparade Sommer. In Kiel waren mein Mann und ich tatsächlich schon einmal nach einer Kreuzfahrt. Die Kieler Woche würde uns auch gut gefallen.

    Liebe Grüße
    Renate

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